26 Küsse und ein Happy End

 
 
Arena (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 6. Januar 2017
  • |
  • 368 Seiten
 
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978-3-401-80647-1 (ISBN)
 

Ein Sommer mit gebrochenem Herzen? So hat sich Veda die Ferien
nicht vorgestellt! Nachdem ihr Freund mit ihr Schluss gemacht hat, ist
sie am Boden zerstört. Vedas beste Freundin Mel hat zum Glück DAS
Rezept gegen Liebeskummer: Küsse sechsundzwanzig Jungs - einen
für jeden Buchstaben im Alphabet! Nach vielen peinlichen Aktionen
heilt ihr Herz nur sehr langsam. Doch dann trifft Veda den Jungen, der
so gar nicht auf ihre Liste passt - und der ihre ganze Welt auf den
Kopf stellt.

  • Deutsch
  • Würzburg
  • |
  • Deutschland
  • 1,53 MB
978-3-401-80647-1 (9783401806471)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Sonja Häußler wurde 1971 in Marbach am Neckar, in Schwaben, geboren - sie kann nicht alles, dafür aber stilsicheres Hochdeutsch. Nach dem Studium der Angewandten Sprachwissenschaft (Englisch und Italienisch) an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz in Germersheim arbeitete sie zunächst im Bereich Journalismus, bevor sie sich ihrer Leidenschaft, den Büchern, zuwandte. Heute übersetzt sie Kinder- und Jugendliteratur sowie Bildbände und Reiseführer.

1

Seth hat mich zuerst geliebt. Und wahrscheinlich war es falsch von mir zu glauben, dass er tief in seinem Innersten immer mich am meisten lieben würde. Selbst als ich mit einem anderen zusammenkam, selbst als die Schule und das Leben und andere Freunde in die Quere kamen, habe ich aus irgendwelchen Gründen angenommen, dass ich wegen allem, was zwischen uns passiert war, immer seine Nummer eins sein würde. Doch jetzt, wo wir uns den Weg durch die Menschenmenge auf der Dune-Days-Parade bahnen, sehe ich, dass er Melinda so ansieht, wie er mich immer angesehen hat. Dieser Blick, wenn seine Augen sanft werden und seine Gesichtszüge sich entspannen, weil seine ständige innere Aufgedrehtheit - die ihn von einer Sache zur nächsten, von einem Abenteuer ins nächste treibt - plötzlich verschwindet. Bei diesem Blick habe ich mich immer von ihm zurückgezogen und von ihm abgewandt, weil er mir zu intensiv war. Jetzt schenkt er diesen Blick ihr, und anstatt mich für ihn zu freuen, kann ich nichts anderes denken als oh, Mist. Was wird denn dann aus mir, wenn meine beiden besten Freunde diesen Sommer zusammenkommen?

Eine Mikrosekunde später reißt sich Seth zusammen, er nimmt einen riesigen Bissen von seinem Churro und wirbelt dabei eine Wolke Puderzucker auf.

»Komm«, sagt er über seine Schulter hinweg und stürzt sich in den dichtesten Teil der Menge. Mit seinen wie immer dunklen Klamotten hebt er sich von den Touristen in grellen farbigen T-Shirts und Mützen ab. »Von hier sehen wir nichts.«

Mel hakt sich mit dem Finger in meiner Gürtelschlaufe ein. Um uns herum wird das Gedränge immer dichter und ich kämpfe gegen das Bedürfnis an, sie abzuschütteln und in der Menge zu verschwinden. Doch Seth greift nach meinem Handgelenk und schließlich sitzen wir drei eng beieinander auf der Bordsteinkante, an einer erstklassigen Stelle, um Süßigkeiten und Geschenke aufzufangen, die vielleicht von den Festwagen geworfen werden.

»Möchtest du?«, fragt Seth und bietet Mel den halben Churro an. Sie schüttelt den Kopf und wendet sich angewidert ab.

»Zu viel Zucker«, sagt sie und fährt sich mit der Hand durch das kurze schwarze Haar, wobei sich ihre Finger in ihren Locken verheddern.

»Es ist Dune Days«, sage ich. »Wozu lebt man, wenn man nicht mal dann Churros oder ein Eis isst?« Ich versuche, nicht genervt zu klingen, weil Mel vor Kurzem beschlossen hat, dass Zucker Gift ist.

Sie zuckt mit den Schultern, lehnt sich nach hinten, stützt sich auf ihren Händen auf und streckt die Füße auf die Straße. Die Schnürsenkel ihrer Converse-Schuhe schleifen durch den Staub.

Ich versuche, über Mels Kopf hinweg Seths Blick zu erhaschen, aber er sieht sie wieder so an und beachtet mich nicht. Jemand, der hinter uns steht, rammt mir das Knie in den Rücken und ich zucke zusammen.

»Soll ich dir ein bisschen gerösteten Rosenkohl vom Biostand holen?«, fragt Seth Mel mit neckendem Unterton. »Oder vielleicht einen Weizengrassaft? Einen Grünkohlsalat? Du weißt schon - irgendetwas, das wirklich zur Parade passt.«

Mel lächelt und stößt Seth mit der Schulter an. »Ach, halt doch die Klappe«, erwidert sie und lehnt sich einen Moment länger an ihn, als streng genommen notwendig wäre.

Ich schiebe mir den Rest meiner Eiswaffel in den Mund und versuche, ein neues Gesprächsthema zu finden - eines, bei dem die beiden sich nicht mehr ansehen wie zwei Neuntklässler bei ihrem ersten Schulball. Wie lange geht das schon und warum habe ich es erst jetzt bemerkt? Was bin ich blind gewesen, dass mir die Spannung zwischen den beiden nicht aufgefallen ist! Allerdings war ich in letzter Zeit auch ziemlich mit meinem eigenen Kram beschäftigt.

Ich binde meine Haare zu einem Pferdeschwanz zusammen und kann mich nur auf zwei Dinge konzentrieren: erstens darauf, wie unglücklich ich gerade bin, und zweitens darauf, wie viel unglücklicher ich für den Rest des Sommers noch sein werde, wenn Mel und Seth von der Bildfläche verschwinden und dieses Freund-Freundin-Ding passieren wird. Nicht dass ich es nicht verdient hätte, nachdem ich sie die letzten zwei Jahre total vernachlässigt habe.

Endlich reißt Seth seinen Blick von Mel los und schaut über die Straße. Seine Augen weiten sich. »Veda, ist das nicht .?«

»Was?« Ich blinzle in die Sonne.

»Äh . nichts. Vergiss es.« Seth wickelt den Rest seines Churros in eine Serviette und legt ihn neben sich. »Ich glaube, ich höre den Musikzug.«

»Echt? Ich höre nichts .« Meine Stimme gerät ins Stocken, als ich merke, was - wen - Seth entdeckt hat. »Oh Gott. Wir müssen weg von hier.« Ich rapple mich auf.

»Nein!« Mel packt mich am Arm und zieht mich wieder nach unten. »Was soll das? Wir haben einen super Platz hier.«

Ich drehe den Kopf und schirme mein Gesicht mit der Hand ab. Seth runzelt die Stirn und heftet den Blick aus seinen grünen Augen auf mich. Ich fühle mich wie gefangen in der Menge von aufgedrehten, Churros mampfenden Touristen. »Bitte, Leute. Lasst uns hier verschwinden.«

»Es ist Mark«, erklärt Seth Mel. »Er sitzt gleich da drüben.«

Sie verzieht das Gesicht und beugt sich vor, um die Menge abzusuchen.

»Nicht hinschauen!« Ich ducke mich noch mehr, aber auch ich riskiere einen Blick auf die andere Straßenseite. Sofort finde ich die verwaschene blaue Baseballkappe, die ich so gut kenne. Mark sitzt mit seinen Eltern und seinen beiden jüngeren Brüdern auf Gartenstühlen. Zu ihren Füßen steht eine große Kühlbox auf Rollen, die vermutlich mit legendär leckeren Sandwichs von seiner Mutter gefüllt ist. Mein Magen macht einen Salto. Vor genau einem Jahr bin ich mit ihnen zusammen hier auf der Parade gewesen. Mark hat mich mit Kartoffelchips gefüttert, während der Bürgermeister von Butterfield in einem Cabrio an uns vorbeifuhr. Die Erinnerung ist zum Greifen nah und mich überläuft ein Schauder, als ich mich daran erinnere, wie sich Marks Augen geweitet hatten, als ich zärtlich das Salz von seinen Fingerspitzen leckte.

»Hey.« Mel greift nach meiner Hand und verschränkt ihre Finger mit meinen. Ihre silbernen Ringe fühlen sich warm auf meiner Haut an. »Vergiss Mark. Ist doch sein Pech, oder nicht?«

»Ja, sein Pech«, stimme ich ihr automatisch zu. Nur wie soll ich diesen Anblick in der nächsten Stunde ohne eine Art öffentlichen Zusammenbruch ertragen?

Ich schließe die Augen. Es ist jetzt zehn Tage her, seit Mark mir gesagt hat, dass er »nicht gebunden« sein wolle, wenn er wegzieht, um aufs College zu gehen. Dass niemand für immer mit seiner Highschool-Freundin zusammenbliebe.

Keiner bleibt bei seiner Highschool-Freundin. Das klingt, als wäre es wahr. Was ist Highschool auch schon außer Cross-Country-Teamtreffen, Drei-Minuten-Pausen und Energy-Drink-Trinken um Mitternacht, damit man wach genug ist, um seine Mathehausaufgaben fertig zu kriegen?

Die Highschool ist nicht wichtig. Und Highschool-Freundinnen wahrscheinlich ebenso wenig.

Was für ein Pech, dass mein Highschool-Freund alles für mich gewesen war.

Ich öffne die Augen. Unter keinen Umständen kann ich heute Mark entgegentreten. Ich werde mich einfach verstecken, so tun, als würde ich die Parade anschauen, und sobald sie vorbei ist, verschwinden.

»O-ooh«, sagt Seth.

Marks Mutter zeigt auf uns und flüstert Mark etwas ins Ohr. Er schiebt mit der einen Hand seine Baseballmütze nach oben, die andere hebt er zu einem zögerlichen Winken.

»Oh Mann, verdammt.« Ich lasse den Kopf sinken und starre in den Rinnstein, in dem lauter Bonbonpapiere und Ticketabrisse liegen, der übliche Abfall von Sommerfestivals.

»Er kommt rüber«, warnt mich Mel und drückt meine Hand fester. »Interaktion in drei, zwei .«

»Hey, Vee.«

Ich hole tief Luft und schaue in das Gesicht, das mir auf dieser Welt das liebste ist. »Hi, Mark.«

Er hat sich vor uns dreien hingestellt, sodass er die Sonne verdeckt. Er trägt das Lederarmband, das ich ihm im Februar zu seinem achtzehnten Geburtstag geschenkt habe. Warum trägt er das noch?

»Was geht?« Mark ist total locker, hat die Daumen in seine Gürtelschlaufen eingehängt und wirkt völlig entspannt. Als wären wir Freunde - obgleich wir doch in Wirklichkeit so viel mehr und gleichzeitig, inzwischen, sehr viel weniger sind als Freunde.

»Ganz okay.«

Mel lässt meine Hand los, beugt sich zu Seth und flüstert ihm etwas ins Ohr. Beide scheinen vollkommen unbeeindruckt von der Tatsache, dass Mark direkt vor ihnen steht.

»Ich soll dir liebe Grüße von meiner Mom ausrichten. Und Kyle und Oliver wollen wissen, warum Jeffrey heute nicht kommen konnte.«

Ich winke Marks Mom zu, die begeistert mit beiden Händen zurückfuchtelt, und wieder spüre ich einen Stich des Bedauerns. Darüber, dass ich an den Wochenenden nicht mehr zu Mark nach Hause gehen würde, um am Lagerfeuer zu sitzen oder ein Tischtennisturnier zu machen.

»Es ist Dads Wochenende, deshalb hat ihn Mom gestern Abend hingebracht.«

Mark nickt. »Das ist ja ätzend. Und dein Dad wollte nicht zu Dune Days kommen?«

Ich zucke mit den Schultern. »Du weißt doch, dass meine Stiefmutter keine Menschenmengen mag.«

Mark senkt den Blick und fummelt an seinem Armband herum. Aus der Ferne dröhnen Paukenschläge und künden den Beginn der Parade an.

»Also dann . ist bei dir alles in Ordnung, Vee?«, fragt er, während er Mel mit einem unbehaglichen Blick streift. »In Bezug auf alles?«

Fast hätte ich gelacht. Typisch Mark: Dass er sich nach meinem Befinden erkundigt, selbst jetzt, wo wir gar nicht mehr zusammen sind. Er hat es gehasst, wenn wir mal Streit hatten, und konnte...

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