Sündhaft gesund

Die sieben Todsünden im Lichte der Anti-Aging-Medizin
 
 
Delta X Verlag e.U.
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 5. November 2021
  • |
  • 160 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-903229-38-9 (ISBN)
 
Sündhaft 100 werden
Völlerei, Wollust, Trägheit, Zorn, Gier, Neid und Hochmut: Welche Bedeutung haben die "sieben Todsu¨nden" für die Gesundheit - und wieviel Su¨nde ist (noch) gesund? Dr. Markus Metka hat mit "Su¨ndhaft gesund" einen anregenden Ratgeber geschrieben, in dem er den klassischen Lasterkatalog aus der Perspektive der Anti-Aging-Medizin durchleuchtet. Eine spannende Entdeckungsreise, auf der es so manche Überraschungen gibt.

Vor 1600 Jahren entwickelten Eremiten in der ägyptischen Wüste in Selbstbeobachtung einen fast universellen Lasterkatalog, der später als die "sieben Todsünden" kirchliche Karriere machte.
Nun beschäftigt sich der Hormon- und Anti-Aging-Spezialist Markus Metka unter dem Aspekt der Präventions- und Anti-Aging-Medizin mit diesen menschlichen und allzu menschlichen Verhaltensweisen. Anders als die Kirchenväter lässt er aber den moralischen Zeigefinger weg und zeigt, dass sich hinter Stolz, Habgier, Neid, Wollust, Zorn, Völlerei und Trägheit unser evolutionäres Erbe, Vitalität und Lebendigkeit verbergen.
Das Wechselspiel von Körper und Psyche, untersucht in Hirnforschung, Pychosomatik und Psychoneuroimmunologie, zeigt freilich auch eines: Die Dosis macht das Gift. Auf der Suche nach Erfolg, Liebe, Lust und Leidenschaft warten immer wieder gefährliche Passagen. Sie können einher gehen mit chronischem Stress, Angstzuständen und Suchtverhalten. Wer sich viel und falsch vergleicht, den "zerfrisst" der Neid, wer aus Geltungssucht oder Habgier in den Cäsarenwahn verfällt, kann im frühen Tod enden. Die Wolllust, falsch verstanden, führt zu zwanghafter Sexsucht, Völlerei und Trägheit kann das Leben zum Dasein als Couchpotato und Diabetes-Hochrisikopatient engführen. In "Sündhaft gesund" zeigt der Anti-Aging-Experte nun, wie wir diese Risken ohne asketische Lebensweise umschiffen und dennoch glücklich 100plus werden können.
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  • Für Beruf und Forschung
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978-3-903229-38-9 (9783903229389)
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Prof. Dr. Markus M. Metka ist Anti-Aging-Mediziner der ersten Stunde. Als Gynäkologe und Hormonexperte beschäftigte
er sich schon fru¨h mit den epigenetischen Faktoren der Altersprävention, aus denen er die "fu¨nf Säulen der Anti-Aging-Medizin" ableitete.
Neben einer Vielzahl an wissenschaftlichen Publikationen ist der Präsident der österreichischen Anti-Aging-Gesellschaft auch Autor von mehr als zwei Dutzend Sachbu¨chern zu den Themen Gesundheit und Anti-Aging.
Vorwort
Warum "Anti-Aging der Seele" wichtig ist
Zur Biologie der Su¨nde
Wie spätantike Hippies die Su¨nde erfanden
VÖLLEREI
"Silent Inflammation" - das stille Entzu¨ndungsaltern
"Eat food, not too much, mostly plants"
Gesunder Genuss - tödliche Sucht
Alkohol-Sucht: Das Orpheus-Prinzip
WOLLUST
Verhaltenssu¨chte - die stofflosen Su¨chte
TRÄGHEIT
Bewegen statt beten
ZORN
Wie man Stress abbaut
HABGIER
Geld als Glu¨cks- und Unglu¨cksfaktor
NEID
Warum wir leichte Beute fu¨r die "Su¨nde" sind
Schöne Engel - hässliche Teufel
Kleine Dämonenkunde
HOCHMUT
Hochmut als "Pro-Aging-Faktor"
UND WAS JETZT?
Literaturverzeichnis
Zum Autor

Die Völlerei gilt als eine "Sünde des Fleisches" und spielt in der Anti-Aging-Medizin eine wichtige Rolle als Risikofaktor. Bei der Einführung der Völlerei als Todsünde, so werden wir später noch sehen, stand der Gedanke im Mittelpunkt, dass alles Körperliche vom spirituellen Erleben abhalten kann. Das mag in gewisser Weise auch heute noch seine Richtigkeit haben und so wir daran glauben, müsste unsere Gesellschaft heute eine eher geringe Spiritualität aufweisen. Denn ungefähr seit Mitte des 20. Jahrhunderts hat die Völlerei eine völlig neue Dimension gewonnen. Adipositas ist zur gefährlichsten und lebensverkürzendsten Pandemie weltweit geworden und stellt heute einen der bedeutendsten Pro-Aging-Faktoren dar. Insgesamt gelten rund zwei Milliarden Menschen weltweit als übergewichtig. Fast ein Drittel davon, also rund 600 Millionen Menschen, sind adipös, das heißt fettleibig. Insofern wir die mit Übergewichtigkeit einhergehenden Begleiterkrankungen einrechnen, kann der Begriff der "Völlerei als Todsünde" also als pointierte und mit Nachdruck vorgetragene Handlungsempfehlung angesehen werden, dieses Verhalten zu überdenken und es gesünder zu gestalten.

Die Krankheitsrisiken von jahre- und jahrzehntelangem Übergewicht lesen sich jedenfalls wie ein Who's who der Zivilisationskrankheiten: Diabetes, nichtalkoholische Fettleber, Herzkreislauferkrankungen, Alzheimer, Osteoporose und letztlich auch Krebs. Die Jahre, die wir an Lebenserwartung durch den medizinischen Fortschritt gewonnen haben, werden heute durch die Folgen der Völlerei schon wieder reduziert. Dabei sind es vor allem die stillen Entzündungsprozesse, die ausgehend vom Fettgewebe am und im Bauchraum, ein Altern im Zeitraffer hervorrufen. Das Risiko eines frühzeitigen Todes steigt jedenfalls mit zunehmendem Gewicht steil und stetig an. Bei Menschen mit starkem Übergewicht liegt das Risiko eines Todes vor dem 70. Lebensjahr deutlich erhöht gegenüber den Normalgewichtigen bei 50 Prozent. Insgesamt kann Fettleibigkeit also eine Lebensverkürzung von zehn und mehr Jahren mit sich bringen. Von der Fettleibigkeit sind mittlerweile nicht nur Industriestaaten betroffen, insbesondere die USA, sondern auch die Dritte und die Vierte Welt. Die meisten Menschen etwa, die über 300 Kilogramm wiegen, leben in Mexiko. "Western Food", also eine geradezu süchtig machende Ernährungsgewohnheit mit zu viel Fleisch, fetten Pommes und besonders zuckerhaltigen Getränken, ist eine Hauptursache davon.

Aus den Forschungen zur Lebenserwartung wissen wir aber auch eines: Unter Hochbetagten und besonders Langlebigen finden sich so gut wie nur schlanke und superschlanke Menschen. "Kalorienrestriktion", also die Empfehlung "Schmalhans als Küchenmeister" werken zu lassen, kann also - unter bestimmten Ernährungsbedingungen - als eine äußerst wirksame Methode betrachtet werden, um die Wahrscheinlichkeit eines langen und gesunden Lebens zu erhöhen. Denn mit weniger Fett am und im Bauch sinkt auch die Wahrscheinlichkeit von still ablaufenden Entzündungsprozessen und weiteren Stoffwechselentgleisungen im Körper.

"Silent Inflammation" -
das stille Entzündungsaltern


Still ablaufende Entzündungsprozesse, die im Englischen als "Silent Inflammation" bezeichnet werden, sind jedenfalls ein wichtiger Faktor bei der Entstehung vieler chronischer Krankheiten. Sie wird zwar von den individuellen Genen beeinflusst, aber erhöht sich auch mit dem Übergewicht: Je größer die Fettmasse ist, desto unrunder läuft der körperliche Motor. Denn das überschüssige Fett lagert sich nicht nur an den Hüften, sondern auch im Bauchraum und den Organen ab. Das innere Bauchfett wirkt aber wie ein Abszess, das permanent Entzündungsstoffe aussendet. Die Entzündungsprozesse bleiben dabei über lange Zeit subklinisch, das heißt, sie sind zuerst symptomfrei, daher auch der Name "Silent Inflammation", also stille Entzündung. Wenn die ersten Symptome auftreten, dann ist es schon sehr spät. Man könnte eine "Silent Inflammation" mit einem Eisberg vergleichen: Nur ein kleiner Teil ist sichtbar, der große Rest aber ist schon unter der Wasseroberfläche vorhanden. Zuerst mag es "nur" ein metabolisches Syndrom sein: Bluthochdruck, erhöhte Blutzucker- und Blutfettwerte. Aber bald schon können Zellen eine Insulinresistenz entwickeln, Diabetes entsteht; Nervenzellen entwickeln Plaque, das für Alzheimer mitverantwortlich ist; arteriosklerotische Ablagerungen aus "Fettresten" in den Aorten bringen Gefäßverengungen, das Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko steigt. Durch die "Silent Inflammation" wird der Körper permanent Entzündungsstoffen ausgesetzt, was ihn in einen inflammatorischen Stresszustand versetzt. Die Zellen kommen mit ihren Reparaturmechanismen nicht mehr nach, das Krebsrisiko steigt. Hinzu kommt der oxidative Stress, bei dem freie Sauerstoffradikale ungesättigte Fettsäuren angreifen und dabei das Immunsystem weiter schwächen. Über kurz oder lang ist das permanente Nahrungsübermaß daher ein eindeutiger Pro-Aging-Faktor. Das Altern beschleunigt sich massiv.

Umgekehrt sieht die Bilanz deutlich freundlicher aus: Wer weniger Bauchfett mit sich trägt, also abnimmt oder es gar nicht so weit kommen lässt, wirft einen starken Anti-Aging-Trumpf ins Spiel. Auch wenn die komplexen Zusammenhänge zwischen einem alternden Immunsystem und der Zunahme von chronischen Erkrankungen im Alter, dem "Entzündungsaltern" oder "inflammaging" noch nicht im Detail verstanden sind, so hat die Anti-Aging-Forschung doch eines zeigen können: Werden Modellorganismen wie Fadenwürmer, Fruchtfliegen oder Mäuse auf Diät gesetzt, so verlängert sich ihre Lebensspanne nicht nur um einige Prozent, sondern unter Umständen auf das Doppelte, in Kombination mit bestimmten Züchtungsvarianten sogar auf das Zehnfache. Forscher wie David Sinclair sprechen daher schon von einem "Ende des Alterns"5. Wie lange es dazu noch dauert, ist freilich ungewiss. Die lange Zeit als Dogma geltende Annahme, dass die maximale Lebensspanne unverrückbar wäre, wurde durch diese Forschungsergebnisse aber nachhaltig ins Wanken gebracht. Denn es zeigte sich, dass das Altern zwar eine genetische Komponente besitzt, aber gleichzeitig auch durch Ernährung und Lebensstil weit stärker beeinflussbar ist als man lange Zeit glaubte. Ob das auch beim Menschen zutrifft, für den eine maximale Lebensspanne von 120 Jahren angenommen wurde, ist experimentell jedoch noch nicht bewiesen. Eine Gruppe von Menschen macht aber bereits die Probe aufs Exempel. Sogenannte "Cronies", das heißt Menschen, die sich strikt an die CRON-Diät halten (Caloric Restriction with Optimal Nutrion), das heißt sich selbst lebenslang auf Diät setzen und nur ausgesuchte und optimale Lebensmittel zu sich nehmen, haben zwar noch keinen Altersrekord aufgestellt - aber es gibt deutliche Hinweise darauf, dass ihre Permanentdiät einen großen Anti-Aging-Faktor darstellt, da sie chronische Entzündungsprozesse hemmt, weniger zellschädigende Substanzen erzeugt und zellulärer Abfall besser recycelt wird. Die superschlanken Cronies sind ob ihrer fehlenden Fettpolster zwar kälteanfälliger und fürs lange Sitzen müssen sie schon einmal einen Polster verwenden, ansonsten aber sind sie fit wie ein Turnschuh. Nach ihren Biomarkern sind sie um fünfzehn bis zwanzig Jahre "jünger" als ihre Alterskollegen, sie haben optimale Blutfett- und Blutzuckerwerte und Zivilisationskrankheiten wie Diabetes oder Arteriosklerose sind unter ihnen so gut wie unbekannt. Allerdings, so berichten Forscher, sieht man sie eher selten lachen.

"Eat food, not too much, mostly plants"


Was also tun? Die Ernährungsempfehlungen für die Langlebigkeit wären relativ einfach und überschaubar: Am simpelsten hat sie Michael Pollan, Journalist und Knight Professor of Science and Environmental Journalism in Berkley formuliert6: "Eat food. Not too much. Mostly Plants" - Essen Sie Lebensmittel, nicht zu viel, meistens Pflanzen." "Food" heißt: Lebensmittel und nicht Nahrungsmittel, das soll bedeuten: Kaufen Sie so ein, wie die Urgroßmutter. Frische, unverarbeitete Produkte und keine Fertiggerichte. Heute werden bis zu 80 Prozent Fertiggerichte eingekauft. Darin aber verstecken sich häufig viele schlechte Fette (gesättigte Fettsäuren), viel Zucker und viel Salz. Wer sich in der Erkundung seiner (neuen) Ernährung an die traditionelle asiatische oder traditionelle mediterrane Küche hält - mit wenig Fleisch, viel Gemüse und idealen Fetten und Ölen -, verringert, was in vielen Studien bestätigt wurde, sein Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko und betreibt genussvolles Anti-Aging. Hält man sich zudem noch an den Ratschlag von Konfuzius: "Wenn du Fleisch isst, dann nur von Tieren mit keinen oder zwei Beinen," so lässt sich selbst bei sündhaftem Völlern noch ein Netto-Anti-Aging-Effekt erzielen.

Fasst man die Anti-Aging-Küche aus Sicht der Makro-Nahrungsbestandteile zusammen, so kann man sagen: Die Hauptquelle für Eiweiße (Proteine) sollten, wie gesagt, Pflanzen sein. Die höchsten Eiweiß-Anteile haben dabei Hülsenfrüchte, also Linsen, Bohnen, (Kicher-)Erbsen oder Soja. Nüsse sind ebenfalls eine gute Proteinquelle. Ob ihres hohen Fettgehaltes sollte aber nur eine Handvoll täglich davon gegessen werden. Gute Eiweißquellen stellen aber auch Pilze und einige Gemüsesorten dar, wie etwa Brokkoli, der es immerhin auf vier Gramm Eiweiß auf hundert Gramm bringt. Ab und an ein Ei und ein Stück mageres (Hühner-)Fleisch oder Fisch können den Protein-Ernährungsplan gut komplettieren.

Bei...

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