Abstraktor

Gefangen im Paralleluniversum
 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 14. November 2018
  • |
  • 276 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7481-5461-7 (ISBN)
 
Stell dir vor, du könntest Menschen und Gegenstände verschwinden lassen und keiner würde etwas vermissen!
Stell dir vor, du könntest die Welt total verändern und keiner würde es bemerken!
Stell dir vor, du wärst mächtig wie Gott und alles würde aus dem Ruder laufen!
Die 14-jährige Hedda erhält ein fantastisches Angebot. Sie darf ein Paralleluniversum nach ihren eigenen Vorstellungen gestalten. Zunächst begeistert, merkt sie zu spät, dass sie für jede Veränderung einen Preis zu zahlen hat. Als Hedda schließlich einen geliebten Menschen verliert, begibt sie sich mit ihrem Schulfreund Tim und Sam, einem geheimnisvollen Parallelwelten-Wanderer, auf die Suche.
Was wäre, wenn es um viel mehr gehen würde, als um die ganze Welt? Und alles, was du hast, ist ein kleines Schwarzes Loch.
In unserer Zeit, in einer kleinen Stadt, vier ganz normale Teenager und ihr größtes Abenteuer.
Science-Fiction-Roman ab 12 Jahre
1. Auflage
  • Deutsch
  • 0,54 MB
978-3-7481-5461-7 (9783748154617)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Thomas Mertens, Jahrgang 1965, Maschinenbau- und Lehramtsstudium in Aachen, lebt mit seiner Familie in Stolberg bei Aachen.
Mit 'ABSTRAKTOR - Gefangen im Paralleluniversum' liefert Thomas Mertens seinen Debütroman ab.

Kapitel 1


Montag, 7:10 Uhr

»Hedda-Paulina-Marie!« Herr Bertrams hat seine 14-jährige Tochter mit allen Vornamen angesprochen.

Hedda kneift die Augen zusammen. Das ist nicht irgendeine Drohung, nein, das ist eine Kriegserklärung! Und es ist genau die Kriegserklärung, die sie sich an diesem sonnigen Sommermorgen so sehr gewünscht hat.

Hedda springt vom Frühstückstisch auf und faucht den Vater an: »Nur über meine Leiche! Komm dir die Beute holen, wenn du den Mumm dazu hast!«

Dieser schaltet sofort in den Angriffsmodus. »Ich werde mir das holen, was mir rechtmäßig zusteht! Keine Macht der Welt wird mich davon abhalten, das Diebesgut zurückzuholen!«

Hedda pustet eine lange, blonde Haarsträhne aus der Stirn, zieht die linke Augenbraue hoch und kontert frech: »Reichlich starke Worte für so einen alten, grauen Mann.«

Ihr Vater ist Anfang 40 und eigentlich gut in Schuss. Zugegeben, oben auf dem Kopf lichten sich die Haare und die letzten Stunden, die er in einer Sporthalle trainiert hat, liegen bereits über zehn Jahre zurück. Aber mit Kraft und 1,90 m Körpergröße kann er dieses Defizit wieder ausgleichen. Außerdem besitzt der Vater reichlich Erfahrung. Er weiß genau, wie der Plan seiner Tochter aussieht.

»Na gut, du hast es so gewollt!«, erwidert der Vater mit breiter Brust. »Es soll keiner sagen, ich hätte dich nicht gewarnt. Jetzt bekommst du das, was dir gebührt!«

Mit einem Ruck schnellt er aus seinem Stuhl und hechtet um den Frühstückstisch herum.

Hedda hat ihren Vater beobachtet. Seine Körperhaltung verrät ihr die exakte Angriffsrichtung. Sie hat gelernt, seine Gestik und Mimik wie ein offenes Buch zu lesen. Vaters zusammengepresste Lippen signalisieren ihr: Er nimmt den kürzesten Weg und der führt um den runden Tisch herum. Nicht jedoch für Hedda. Die schnappt sich die Beute, gleitet vom Stuhl auf den Boden hinab und rutscht unter dem Tisch zu dem Stuhl des Vaters. Die kürzeste Verbindung zweier Punkte ist die gerade Linie und nicht, wie Vater meint, ein Halbkreis.

Heddas Ziel ist die Gästetoilette. Es gilt in diesem Einfamilienhaus das ungeschriebene Gesetz, dass die Gästetoilette einzig und alleine von Hedda benutzt werden darf. Der Weg dorthin führt durch die Küche und anschließend durch die Diele bis hin zum Eingangsbereich. Aber für heute gilt >Plan B

Hedda flitzt die Treppe zum 1. Stock hinauf. Der Vater, der die Diele mit seinen breiten Schultern blockiert, hört gerade noch, wie oben eine Zimmertür zuknallt.

Stufe für Stufe schleicht der Vater die Treppe hinauf, doch schließlich wird er von seinem Smartphone abgelenkt, das auf dem Esstisch brummt. Es ist eine WhatsApp-Nachricht von Hedda: >Friedensangebot! Die Beute darfst du mit der Person teilen, die du in deinem Kleiderschrank antreffen wirst.<

Der Vater kratzt sich die hohe Stirn. Wie ist das gemeint? Im Schrank hängen Hosen, Hemden und Jacken. Hedda wird doch nicht .? Das gibt Knitterfalten in den Oberhemden, die er täglich für die Arbeit im Konstruktionsbüro benötigt!

Ohne auf Heddas Friedensangebot einzugehen, eilt der Vater in sein Schlafzimmer und öffnet den Kleiderschrank. Da die Jacken beiseitegeschoben worden sind, ist die Sicht auf die Schrankrückwand frei. Dort hängt ein Spiegel, in dem der Vater sein Abbild sieht. Das Ganze ist lediglich ein raffiniertes Ablenkungsmanöver.

Ein dezentes Lächeln huscht über Herr Bertrams Gesicht. »Hedda, du hältst dich wohl für besonders schlau! Aber jetzt hat dein letztes Stündlein geschlagen! Diesmal entkommst du mir nicht!«, ruft der Vater.

»Haste gedacht!«, triumphiert Hedda, als sie an Vater vorbeiprescht und in die Gästetoilette flüchtet.

Hedda hat gewonnen. Sie setzt sich auf die dunklen Bodenfliesen und packt die Beute aus, die aus dem letzten Frühstücksbrötchen besteht. Nichts liebt Hedda mehr am Morgen als frische Brötchen vom Bäcker. Zu dumm, dass ihr Vater derselben Meinung ist. Er sieht die Brötchenverfolgungsjagd jedoch eher sportlich und macht keinen Hehl daraus, dass seine Tochter für ihn das Allerwichtigste ist.

Für den Vater wird es allmählich Zeit, zur Arbeit aufzubrechen. Aus der Gästetoilette schallt es: »Hast du deine Lesebrille dabei?«

»Ja!«, tönt es aus der Küche.

»Hast du die Autopapiere eingesteckt?«

»Check 2, ja!«

»Deine Brotbox?«

»Check 3 - upsi, Moment, warte .! Ja, habe ich!«

Hedda knabbert an dem Brötchen, rollt mit den Augen und grinst. »Dann wünsche ich dir noch einen erfolgreichen Tag im Büro!«, ruft sie ihm zu.

Der Vater klopft zwei Mal an die Toilettentür und meint liebevoll: »Mach's gut! Bis heute Abend! Und Hedda - ich habe dich lieb!«

»Ich habe dich auch lieb, Dad!«, kommt es von der anderen Seite zurück. Vater und Hedda! Die beiden gegen den Rest der Welt. Hedda würde alles für ihren Vater tun.

Herr Bertrams verlässt das Haus. Er ist alleinerziehender Vater einer hübschen Tochter und das seit zehn Jahren. Damals ist Heddas Mutter bei einem Verkehrsunfall tödlich verunglückt. Die Trauer über den Tod der Mutter war für Vater und Tochter eine gewaltige seelische Belastung. Die Doppelbelastung Kind und Beruf war dagegen kein großes Problem. Bereits im Alter von fünf Jahren kaufte Hedda Brötchen alleine beim Bäcker. An der Seite des Vaters ist sie ein selbstbewusstes Mädchen geworden. Vater kann sich immer auf Hedda verlassen. Die beiden sind einfach ein starkes Team!

In der Gästetoilette sitzt Hedda gedankenverloren auf einem Hocker, betrachtet die dunklen, mit weißem Blumendekor verzierten Wandfliesen und knuspert an dem Brötchen, als ihr plötzlich etwas auffällt. In diesem Moment kann Hedda es nicht wissen, aber heute wird sich ihr gesamtes Weltbild grundlegend ändern. In wenigen Sekunden wird eine Kette von Ereignissen angestoßen, die kein Mensch für möglich gehalten hätte.

In der Gästetoilette hat sie gefühlte tausendmal die Beute verspeist, aber diesmal ist es anders. Irgendetwas stört Hedda in ihrem Blickfeld und das befindet sich in der Toilettenschüssel. Der Klodeckel ist hochgeklappt, sodass Hedda freie Sicht hat. Etwas unschlüssig legt sie das Brötchen auf den Hocker und rutscht auf den Knien zur Toilette, um dieses mysteriöse Etwas genauer zu betrachten. Es ist kugelförmig, etwa so groß wie ein Golfball und schwarz. Aber das Ungewöhnliche daran ist, diese komische Kugel schwebt etwa 20 Zentimeter über dem Toilettenwasserspiegel. Und mit Schweben ist keineswegs >herumhängen< gemeint! Nein! Entgegen den Naturgesetzen scheint die kleine Kugel schwerelos zu sein.

Hedda ist irritiert. Was zum Teufel ist das? Noch nie zuvor hat sie ein ähnlich fremdartiges Objekt gesehen.

»Heilige Kacke!«, zischt Hedda. Das Wort >Kacke< verwendet sie häufig. Ihre Schulfreunde Tim, Gabi und Flori hätten mit Sicherheit >holy shit< gesagt, aber seitdem Hedda damals, im Alter von vier Jahren, im Garten Ostereier gesucht hat und stolz dem Vater eine Schale mit runden Hundekötteln unter die Nase gehalten hat, war das Wort in ihrem Sprachzentrum eingebrannt.

Spontan schlägt Hedda den Klodeckel herunter, der mit einem lauten Knall auf die Klobrille kracht. Dann hebt sie den Deckel Millimeter für Millimeter an und lugt in die Kloschüssel hinein. Die Kugel ist immer noch da. Wie festgetackert schwebt sie über dem Toilettenwasser.

Hedda grübelt: Ist das Ding im Klo eines dieser Wunder, wie sie in der Bibel oder auf Esoterik-Messen beschrieben werden? Hätte Hedda mal besser im Religionsunterricht aufgepasst! Oder ist an irgendeinem Ort auf der Welt ein wissenschaftliches Experiment außer Kontrolle geraten und den Salat hat Hedda jetzt in der Kloschüssel? Na gut, es schwebt. Das können mit Helium gefüllte Ballons auch. Aber dieses schwarze Ding, das wie ein bizarrer Fremdkörper wirkt, bewegt sich kein bisschen. Es ist einfach nur da und tut nix. Und was passiert, wenn man die Kugel anstupst? Der Gedanke elektrisiert Hedda. Nur ein kleiner Stupser mit dem Finger! Ein Versuch ist es allemal wert! Heddas Puls schnellt in die Höhe. Vorsichtig streckt sie den Arm nach der kleinen Kugel aus. Gleich wird sie das bizarre Objekt mit dem Zeigefinger berühren. Nur noch wenige Millimeter - und dann hält Hedda abrupt inne. Ihr Finger kribbelt merkwürdig und obendrein vibriert auf einmal die ganze Hand. Erschrocken zieht Hedda die Hand zurück und beobachtet, wie sich um die Kugel ein Kranz aus kleinen, blauen Blitzen bildet. Bereits eine knappe Sekunde später ist das seltsame und gleichzeitig wunderschöne Lichtspektakel vorbei.

Hedda holt tief Luft und denkt nach. Das Ding möchte nicht berührt werden. Es schützt sich durch Funkenentladung. Ein mulmiges Gefühl beschleicht den Teenager. Dieses Ding reagiert auf ihr Verhalten,...

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