Philosophie ist wie Kitzeln im Kopf

 
 
cbj (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 28. Oktober 2013
  • |
  • 192 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-10880-9 (ISBN)
 
Die großen Fragen des Lebens

Die kleine Ida ist begeistert, als der »Prof« sie und ihre Freunde zum Zelten einlädt. Denn der »Prof« ist ein echter Professor und weiß spannende Dinge zu erzählen - nämlich von der Philosophie und dass die damit anfängt, dass man sich außerordentlich stark wundert. Auch darf man beim Philosophieren alle Fragen stellen, die einem so durch den Kopf gehen, und das lassen sich die Freunde nicht zweimal sagen.

Gudrun Mebs hat dem international renommierten Astrophysiker und Geisteswissenschaftler Prof. Dr. Harald Lesch genau zugehört - und erzählt so meisterhaft, wie nur sie es kann. Ein großartiges Leseerlebnis für alle, die mehr über das Leben und die Welt erfahren möchten!

  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
Mit fbg. Illustrationen
  • 5,68 MB
978-3-641-10880-9 (9783641108809)
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Gudrun Mebs, aufgewachsen in Frankfurt/Main, arbeitete nach ihrem Schauspielstudium zunächst viele Jahre beim Theater. 1980 begann sie aus purer Langeweile zu schreiben. Seitdem sind viele Bücher, Drehbücher, Hörspiele, Radioserien entstanden und ihre Lesereisen führten sie rund um den Globus. Die vielfach preisgekrönte Autorin erhielt u.a. den Deutschen Jugendliteraturpreis, das Bundesverdienstkreuz und den Bayerischen Verdienstorden. Heute lebt sie mit ihrem Mann und vielen Katzen in München und in Italien.

Was ist denn das, die Philosophie?


Unser Prof hat uns alle abgeholt, und ich glaub, so vollgestopft war sein Auto noch nie. Mit Kindern und Zelten und Rucksäcken und Picknickkörben und oben draufgeschnallt das riesige Gummimonster-Krokodil von Celia. Das muss mit, sonst gibt’s Tränen bei dem Zwerg. Dicker Tim darf vorne sitzen, da war ich schon ein bisschen neidisch, aber nicht lange. Hauptsache ist doch, wir haben unseren Prof beinah zwei Tage ganz für uns alleine und er erzählt uns wieder spannende Sachen, solche, die wir vorher noch nicht gewusst haben. Und unsere Eltern auch nicht, glaub ich jedenfalls. Was Neues wissen, ist die Hauptsache … neee, nicht nur. Hauptsache ist auch, dass wir zum ersten Mal nachts im Zelt schlafen und selber kochen und aufbleiben dürfen, so lange wir wollen, hoffentlich … unser Prof ist nicht so einer, der »Marsch, ab ins Bett« ruft, weil er selber in Ruhe Fernsehen gucken möchte. Auf dem Campingplatz gibt’s ja auch keinen …

Wir fahren auf der Autobahn, der Prof pfeift vor sich hin, Lisa neben mir hat ein Heft auf ihrem Schoß und einen Stift in der Hand, na klar, alles muss aufgeschrieben werden, was der Prof erzählt. Also wirklich, Lisa. Wie soll das denn gehen im Wackel-Auto? Und außerdem, er sagt ja gar nichts, er pfeift. Und Celia hopst auf ihrem Sitz herum und lutscht am Ohr von ihrem Teddy. Hoffentlich muss sie nicht Pipi, wir sind ja noch längst nicht da. Hat Lisa ihr vorsichtshalber eine Windel angezogen? Sicher ist sicher… Lucas fummelt an seiner Zahnspange herum und hopst beinah so heftig wie Celia, der Zappler.

»Nun denn!«, ruft der Prof und überholt einen Laster. »In medias res, meine Lieben.«

Was?

»Das heißt: zur Sache, aber gleich«, brummelt vorne Tim. »Das sagt mein Papa immer, wenn meine Mama stundenlang rumplappert, und er will doch zum Joggen gehen.«

Na klar, der Tim und sein Papa … hoffentlich kriegt er heut Nacht im Zelt nicht furchtbar Heimweh und will zu seinem Papa.

Der Prof grinst, ich kann’s im Rückspiegel deutlich sehen. »Er meint, sie soll zur Sache kommen.« Er hupt einen Auto-Drängler weg. »Und unsere Sache heißt: Was ist eigentlich die Philosophie!«

Sofort hebt Lisa die Hand wie in der Schule.

»Philosophie ist die Lehre der Weisheit.«

Na, da ist aber eine heute sehr früh aufgestanden und hat im Lexikon nachgeschaut.

»Und Philosophen sind die, die sich Gedanken machen über die Welt und so. Warum sie so ist, wie sie ist. Weil sie das interessiert und mich auch.«

»Interessiert mich auch!«, zischelt Lucas und zappelt auf seinem Sitz herum. »Besonders die Fußballplätze.«

»Versteh ich, Lucas«, sagt der Prof und gibt Gas. »Aber könntest du bitte aufhören, mir in den Rücken zu boxen? Ich muss mich auf die Straße konzentrieren. Um Fußball ging es den ersten Philosophen nicht. Philosophen heißen, wörtlich aus dem Griechischen übersetzt …«

»Die Freunde der Weisheit!«, ruft Lisa und zieht Celia den Nuckeldaumen aus dem Mund. Aber einen Lobe-Daumen hoch vom Prof kriegt sie leider nicht, der muss am Steuerrad bleiben. Dafür aber ein zufriedenes Nicken im Rückspiegel.

»Die wissen allerdings genau, dass sie die Weisheit nie erwischen können, aber sie sind Freunde davon, sie wären eben gerne weise. Entstanden ist übrigens die Philosophie ungefähr 600 vor Christus, sagt euch das was?«

»Ist ungefähr 2 600 Jahre her!«, zischelt Lucas und boxt schon wieder. Er kann’s halt nicht lassen, aber im Rechnen, da ist er toll! Ich nicht so …

»Autsch!«, schreit der Prof, und »Blödmann«! Das gilt aber nicht dem Lucas, sondern einem Laster, der schert aus, ohne zu blinken. Der Prof bremst, der Prof beschleunigt wieder und hat sich beruhigt. Ist doch alles gut gegangen. Erzählt er jetzt weiter? Ich will nämlich wissen, wo denn die ersten Philosophen gewohnt haben und warum sie da angefangen haben zu denken, weil, das tun die doch. Und außerdem ist das eine kluge Frage, darüber freut er sich doch immer.

»Die ersten Philosophen waren Griechen, wie die geheißen haben, erzähle ich euch später, einverstanden? Ist es nicht erstaunlich, dass die Philosophie, das Denken über die Welt, begonnen hat in einem Land, wo das Wetter fast immer schön ist? Was denkt ihr darüber, aber denkt schnell, ich muss gleich auf die Karte schauen, wo wir abbiegen müssen zu unserem Campingplatz.«

»Kommen wir da an ’ner Pommesbude vorbei?«, brummelt Tim und kriegt von mir eins auf die Mütze. Voll daneben, Tim!

Grad hab ich einen schönen Gedanken gehabt und der ist jetzt weg! Und Lisa, natürlich Lisa, weiß es!

»Weil beim schönen Wetter alle draußen sind, und dann sehen sie in Griechenland das Meer und auch Hügel und Olivenbäume und den Himmel und die Sonne, und das ist wie Ferien, und dann haben sie Lust, darüber nachzudenken, warum das alles so ist, wie es ist. Stimmt doch, oder?«

»Stimmt, Lisa!«, zischelt Lucas sofort, dabei war doch unser Prof gefragt. Der wirft aber nur eine Kusshand nach hinten zur Lisa. Die wird knallrot. Eine Kusshand vom Prof und ein »Stimmt, Lisa« von Lucas, das macht stolz … blöd, dass mir das nicht eingefallen ist, wo’s doch so logisch ist.

Da zischelt Lucas schon weiter und diesmal kriegt der Prof keine Fäuste in den Rücken, sondern einen Spuckeregen auf die Glatze.

»Das ist nämlich so! Im Norden von Europa isses ja so kalt gewesen, und da haben sich damals alle in Bärenfelle gewickelt und in ihre Hüttchen gehockt, und keiner hat Lust gehabt, mal so richtig draußen rumzugucken und zu staunen. So muss es wohl gewesen sein. Entschuldigung.«

Lucas wischt dem Prof die Glatze ab, ganz ohne Geboxe.

Wäre ich schneller gewesen, hätte ich das ja auch machen können, denn Lucas kriegt ein »Sehr aufmerksam, lieber Freund« vom Prof und ein Grinsen im Rückspiegel.

Wir fahren noch immer Autobahn und vom Campingplatz ist noch nichts zu sehen. Tim vorne schweigt, also, ich glaube ja, er ist ein bisschen eingeschlafen. Celia auch, halb auf meinem Schoß. Statt Daumen hat sie ein Teddyohr im Mund. Aber ich, ich bin blitzwach. Und muss denken. Alles logisch, was Lisa und Lucas gesagt haben. Ich find’s toll, dass da im warmen Griechenland die Philosophie geboren ist, weil, das ist ja auch unser Thema auf’m Campingplatz. Aber, warum sagen wir bloß, das Wetter ist schön, wenn die Sonne scheint, und wir sagen, das Wetter ist schlecht, wenn’s regnet? Wärme und Wasser brauchen wir doch alles beides auf unserem Planeten, das wissen wir doch. Und außerdem hab ich lustige Gummistiefel mit Pünktchen drauf zum In-den-Pfützen-Platschen, und Regenschirme gibt’s doch auch.

»Mein Papa wird dann immer sauer, weil er dann nicht joggen kann«, brummelt Tim vorne. Ach, Tim ist doch nicht eingepennt.

»Also sind seine Interessen abhängig vom Wetter, das schließe ich daraus!«, sagt Lisa und kritzelt überhaupt nichts in ihr Heft. »Und er macht das Wetter verantwortlich für seine schlechte Laune, oder?«

»Das ist aber unfair!« Lucas zappelt mit den Beinen, und wenn er jetzt so weiter zappelt, kriegt der Prof wieder was in den Rücken. »Das Wetter kümmert sich aber nicht um deinen Papa, das Wetter ist, wie es ist. Das haben die alten Griechen auch begriffen und darum haben sie darüber nachgedacht. Das sollte dein Papa auch mal tun, Tim, ich sag’s ja bloß.«

»Ich find Regen ja auch ganz gut«, brummelt Tim. »Weil ich da nicht zum Fußballspielen muss. Und weil Ida recht hat, die ist ja nicht blöd. Unser Planet muss beides haben. Das sag ich mal meinem Papa, aber nicht jetzt, jetzt hab ich nämlich …«

»Pipi!«, kreischt Celia, sie ist aufgewacht.

»Hunger!«, brummelt Tim. Und unser Prof, Augen starr auf die Autobahn gerichtet, Hände fest am Lenkrad, ruft: »Freunde, wie schön, wir sind ja schon mittendrin in unserem Thema. Philosophieren heißt Nachdenken über das, was da ist. Und insbesondere Naturphilosophie heißt Nachdenken über die Natur, die wir vorgefunden haben, als wir auf die Welt gekommen sind. Da war ja schon alles da. Bäume und Pflanzen, Meere und Berge, Tiere, Papa und Mama … und auch, okay, okay, Pipi machen müssen und Hunger.«

Der Prof blinkt und biegt ab, die Bremsen quietschen ein bisschen, »Pipi-Hunger-Pause!« ruft er und hält an, nein, nicht an einer Tankstelle mit Raststätte dran, sondern an einem kleinen Parkplatz.

»Gute Vorübung für unsere philosophischen Campingtage!«, ruft er, steigt aus und streckt sich. »Alle Mann von Bord. Zum Pipimachen dahinten in die Klos, zum Hungerstillen da ran an den Tisch. Braucht jemand Hilfe?«

Nee, brauchen wir nicht. Schon ist er weg und Lisa mit Celia hinterher, und Lucas springt auch ziemlich schnell, aber in Richtung Gebüsch.

Tim und ich zerren einen Picknickkorb aus dem Kofferraum, Tim schneller als ich. Flink hat er alles ausgepackt, auf einen ziemlich schmuddeligen Holztisch. Obst, Brötchen, Würstchen, Joghurt auch, aber das schiebt er weg. Nach Schokolade kramt er umsonst im Korb herum, na klar, das war ja der Picknickkorb von seiner Mama …

Wir mampfen, alle zusammen, das ist richtig gemütlich, und das Wetter ist … nee, schön sag ich jetzt nicht mehr! Das Wetter ist anders als gestern, und Celia braucht ihr Sonnenmützchen, sie kriegt so leicht ’nen Sonnenbrand.

»Zurück zu unserer Philosophie«, sagt der Prof, sein Sonnenmützchen ist ein Sonnenhut, und toll sieht er damit aus, die Sonnenbrille passt gut dazu, die ist riesengroß und superschick. Er ist so richtig elegant, ich muss ihn immerzu anschauen. Lisa aber auch … Er greift nach einem Brötchen.

»Wisst ihr was? Ich glaube, dass man sagen kann, Philosophie...

"Diesen philosophischen Streifzug gestaltet Gudrun Mebs nicht als trockene Theorie, sondern in hohem Erzähltempo und turbulenter Handlung."
 
"Ein wunderbares Buch, das Kinder spielerisch zum Nachdenken anregt - gespickt mit schönen Illustrationen."
 
"Gudrun Mebs versteht es, (...) so spannend zu erzählen, dass man am liebsten auch bei diesem Ausflug dabei sein möchte."
 
"Eine überaus gelungene und empfehlenswerte Einführung für Kinder in die Welt der Philosophie, die durch ihre kindergerechte Vermittlung und Sprache überzeugt."
 
"Ein Buch, das schwere philosophische Kost gut an Kinder zum Ende der Grundschulzeit vermitteln kann."
 
Eine überaus gelungene und empfehlenswerte Einführung für Kinder in die Welt der Philosophie [...] Die zahlreichen liebevoll gezeichneten Illustrationen unterstreichen den ganz auf Kinder ausgerichteten Inhalt.
 
"Philosophie ist wie Kitzeln im Kopf ist ein interessanter Streifzug durch Natur und die Gedankenwelt der Naturphilosophie für Kinder ab der letzten Grundschulklasse."
 
"Philosophie ist wie Kitzeln im Kopf beantwortet nicht nur so manche Kinderfrage (und auch Erwachsenenfrage!), sondern ist auch unterhaltsam, lustig und spannend (...)."

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