Der zweite Messias

Thriller
 
 
Bastei Lübbe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 27. April 2021
  • |
  • 520 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7517-0624-7 (ISBN)
 

Eine sensationelle Entdeckung - und eine Bedrohung für den Vatikan!

Der Archäologe Jack Cane ist fassungslos: Hat er in einem alten Papyrus die tatsächliche Lebensgeschichte Jesu Christi entdeckt? Doch leider ist der Text unvollständig. Die fehlenden Passagen sind im Besitz des Mannes, der soeben zum neuen Papst gewählt wurde - und dieser wird alles tun, damit die Wahrheit über das Leben Jesu nie ans Licht kommt ...

Glenn Meades brillanter Verschwörungsthriller - für alle Fans von Dan Brown!

Weitere Religionsthriller bei beTHRILLED:

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Kathleen McGowan: Die Magdalena-Serie.

Thomas Gifford: Assassini.

Dominic Selwood: Das Gottessiegel und Das Feuer der Apokalypse.

eBooks von beTHRILLED - mörderisch gute Unterhaltung.

1. Aufl. 2021
  • Deutsch
  • Köln
  • |
  • Deutschland
  • 1,24 MB
978-3-7517-0624-7 (9783751706247)
weitere Ausgaben werden ermittelt

Bevor der Ire Glenn Meade zu internationalem Bestsellerruhm gelangte, arbeitete er als Journalist und als hochspezialisierter Ausbilder am Flugsimulator für Aer Lingus. Glenn Meade lebt in Dublin und widmet sich mittlerweile ganz der Schriftstellerei. Sein Debütroman UNTERNEHMEN BRANDENBURG gehörte 1994 zu den meistdiskutierten Büchern in England, und man stellte ihn sogleich auf eine Stufe mit Frederick Forsyth, Jack Higgins, Martin Cruz Smith und John LeCarre. OPERATION SCHNEEWOLF, sein erster in den USA und Deutschland veröffentlichter Roman, festigte diesen Ruf und wurde in mehr als 20 Sprachen übersetzt. Glenn Meade schreibt Thriller in vielen Spielarten: Ob Verschwörungs-Thriller, Serienmörder-Thriller oder Polit-Thriller - Meades Romane sind immer brillant geschrieben, gut recherchiert und vor allem: spannend!


ZWEITER TEIL


11.


QUMRAN

Der Hubschrauber der israelischen Polizei landete in einer riesigen Staubwolke.

Als die Rotoren zum Stillstand gekommen waren, erhob Inspektor Lela Raul sich vom Passagiersitz und kletterte hinaus. Sie war Ende dreißig, mit schokoladenbraunen Augen und kastanienbraunem Haar, das sie zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden hatte.

Lelas Blick fiel auf eine Gruppe Journalisten und die Kamerateams mehrerer Fernsehsender, die sich in der Nähe versammelt hatten, doch die Polizei hielt sie zurück.

Drei Streifenwagen parkten ein Stück entfernt, und ein halbes Dutzend Beamte der örtlichen Polizei standen herum, plauderten und rauchten Zigaretten. Lela setzte sich eine Sonnenbrille auf und ging zu den Männern hinüber. Eine Ziegenherde der Beduinen weidete auf einem fernen Hügel. Dahinter erhoben sich ausgedörrte Klippen und zerklüftete Berge.

Ein F-18-Kampfjet der israelischen Luftwaffe jagte durchs Tal und schoss senkrecht gen Himmel. Der Überschallknall erinnerte an dumpfes Donnergrollen. Das Echo hallte von den Klippen am Toten Meer wider, worauf die Ziegen in der Ferne auseinanderstoben. So nahe an der jordanischen Grenze waren Patrouillenflüge der Luftwaffe an der Tagesordnung.

Lela warf einen Blick zurück auf die Journalisten und Kamerateams. Einer der Polizisten, der mit ihnen sprach, war ein dicker Sergeant mit einem Bierbauch. Er hielt ein Notizheft in der Hand, und zwischen seinen Zähnen klemmte ein Bleistift. Der Sergeant entfernte sich von der Menge, nahm den Bleistift aus dem Mund und tippte höflich gegen seine Dienstmütze, als er Lela Raul begrüßte. »Danke, dass Sie gekommen sind, Inspektor.«

»Hallo, Sergeant Mosberg. Wie ich sehe, sind die Journalisten bereits wie die Heuschrecken ins Camp eingefallen.«

Mosberg lächelte. »Für sie sind schlechte Nachrichten immer gute Nachrichten. Das Interesse an dem Fall ist groß. Sogar ein paar ausländische Korrespondenten aus Jerusalem sind gekommen. Ein Mord in Archäologenkreisen ist eher selten. Die Leiche liegt da drüben im ersten Zelt.«

Ungefähr hundert Meter entfernt sah Lela mehrere begehbare Zelte aus Segeltuch stehen. Vor dem ersten Zelt hielten zwei Polizeibeamte Wache. Zu ihrer Rechten parkten zwei Geländewagen und ein blauer Opel-Van neben mobilen Toilettenkabinen und zwei Büro- und Materialcontainern. An einer der Wände lehnten Schaufeln und Spitzhacken. Vor einem der Container stand eine Gruppe Zivilisten unterschiedlichen Alters, die Lelas Ankunft beobachteten.

»Die gehören zur Ausgrabungsmannschaft, falls Sie sich wundern sollten«, erklärte Mosberg. »Unseren Pathologen, Yad Hershel, kennen Sie bestimmt. Er hat seine Untersuchungen fast abgeschlossen. Kennen Sie diese Gegend hier, Inspektor?«

Lela nickte. »Könnte man so sagen. Ich habe in einem Kibbuz ganz in der Nähe gewohnt, und in meiner Kindheit bin ich oft in diesen Bergen hier geklettert. Sagen Sie mir, wer das Opfer ist.«

»Hat Ihr Chef Ihnen denn noch nichts gesagt?«

»Das Meiste schon, aber ich möchte es noch einmal von Ihnen hören.«

Mosberg zog eine Pfeife aus der Tasche, hielt schützend eine Hand davor, zündete sie mit einem billigen Plastikfeuerzeug an und nahm ein paar Züge. »Bei dem Toten handelt es sich um einen amerikanischen Professor namens Donald Green. Er war Chef des Ausgrabungsteams.«

Lela folgte dem Sergeant in eines der Zelte. »Wie ist er gestorben?«

»Er wurde um kurz nach sechs Uhr heute Morgen mit einem Messer in der Brust gefunden.«

»Weiß man schon, wem das Messer gehört?«

»Ja. Einem seiner Kollegen, einem Amerikaner namens Jack Cane. Er behauptet, er habe es Professor Green geliehen, als der ein Artefakt untersucht hat, das Cane gefunden hat.«

Lela runzelte die Stirn. »Um was für ein Artefakt handelte es sich?«

Mosberg wies mit ausgestrecktem Arm zum Tal. »Eine lederne Schriftrolle in einem Tonkrug. Die Fundstelle befindet sich gleich da drüben am Fuß der Klippen, im südlichen Bereich der Ausgrabungsstätte, dem so genannten Abschnitt A. Qumran wird in Abschnitte unterteilt. Das Zeltlager beispielsweise steht im Abschnitt B3.«

Lela nickte. »Das ist mir bekannt. Erzählen Sie weiter.«

»Als Professor Green erfuhr, was Cane da entdeckt hatte, war er angeblich so aufgeregt, dass er sich beinahe in die Hose pinkelte. Er hielt den Fund für sehr bedeutend. Wie Sie wissen, wurden in diesem Gebiet zahlreiche Schriftrollen aus dem ersten nachchristlichen Jahrhundert gefunden, deren wissenschaftliche Auswertung zu heftigen Kontroversen geführt hat. Bei dieser neuen Schriftrolle könnte es sich tatsächlich um einen sensationellen Fund handeln, meint Cane.«

»Warum?«

»Ich glaube, das kann er Ihnen am besten selbst erklären, Inspektor. Ich bin kein Fachmann. Deshalb habe ich auch keine Ahnung, warum so viel Aufhebens um diesen Fund gemacht wird.«

Lela und Mosberg näherten sich den Zivilisten vor den Containern. Lela musterte die Leute. »Ist Jack Cane unser Mörder?«, fragte sie den Sergeant.

»Da liegt das Problem. Er streitet alles ab. Angeblich hat er Green gegen Viertel vor sechs allein im Zelt gelassen, und da soll der Professor noch gelebt haben. Cane ist da drüben, östlich vom Camp, auf den Hügel gestiegen und hat sich den Sonnenaufgang angeschaut. Greens Nichte, Yasmin, erklärt, sie sei gegen sechs Uhr zu Cane hinaufgestiegen. Nach ihrer Aussage hat ihr Onkel zwanzig Minuten vorher noch gelebt und sich noch immer mit der Schriftrolle beschäftigt, die Cane gefunden hat.«

»Um zwanzig vor sechs? Ich wusste gar nicht, dass Archäologen auch Nachtschichten einlegen.«

»Wie ich schon sagte, Green war wegen der Schriftrolle völlig aus dem Häuschen. Das ganze Team ist lange aufgeblieben und hat auf den Fund angestoßen.«

»Und die Nichte? Kann sie Cane ein Alibi verschaffen?«

»Nicht ganz. Bis sie ihn auf dem Hügel entdeckt hat, fehlen ihm fünf bis zehn Minuten für ein Alibi. Cane sagt, er sei zuerst durchs Camp spaziert und habe über seine Entdeckung nachgedacht. Dann habe er beschlossen, den Hügel hinaufzusteigen. Wenn Sie mich fragen, passt das alles viel zu gut zusammen.«

»Gibt es ein Motiv?«

»Noch nicht. Aber alle sind sich einig, dass Green ein ziemlich unangenehmer Typ sein konnte, der die Meinung seiner Kollegen nicht immer geteilt hat. Wenn man ihn auf dem falschen Fuß erwischte, konnte er einen angeblich wie Dreck behandeln. Manche seiner Mitarbeiter bezeichneten ihn als arrogant, einige sogar als aggressiv. Es gab noch schlimmere Bezeichnungen, aber da ich mich in Gesellschaft einer Dame befinde, möchte ich sie lieber nicht wiederholen.«

»Gab es zwischen dem Professor und Cane eine berufliche Konkurrenz?«, fragte Lela.

Mosberg kratzte sich am Kopf. »Angeblich haben sie sich manchmal wie Hund und Katze gestritten, wenn es um fachliche Fragen ging, aber nicht in diesem Fall. Der Fund hat Green in Euphorie versetzt.«

»Wer hat das gesagt?«

»Ein paar Leute, die hier bei den Ausgrabungen helfen.«

Lela zählte mehr als zwei Dutzend Zivilisten, die vor den Containern standen. »Wer sind diese Leute?«

»Es ist eine internationale Ausgrabung, die unter der Leitung der israelischen Behörde für Altertumsforschungen durchgeführt wird. Insgesamt sind vierzig Personen daran beteiligt, dreißig Männer und zehn Frauen. Acht Israelis - der Rest sind Amerikaner, Briten, Italiener und Franzosen. Sogar ein Palästinenser und ein Libanese sind dabei. Außerdem ein Dutzend einheimische Beduinen, die die Drecksarbeit machen. Alle stehen unter Schock.«

»Beduinen sind auch dabei?«

Wieder zuckte Mosberg mit den Schultern. »Ich kenne eine Menge Israelis, die der Meinung sind, dass unsere Regierung die Beduinen schlecht behandelt. Ihr Land wird konfisziert, und dann werden dort Siedlungen gebaut.«

»Das können Sie laut sagen.«

»Trotz allem sind es in der Regel anständige, höfliche Menschen, die sehr zurückgezogen leben. Keine Streitereien mit den Leuten hier im Camp. Kein Grund, jemandem ein Messer in die Brust zu rammen.«

Sie gelangten zum Zelt. Die beiden Polizisten, die den Eingang bewachten, nahmen Haltung an.

Lela sah, dass auf dem Boden des Zeltes Plastikplanen über mehreren sandigen Stellen lagen, als sollten Spuren gesichert werden. »Okay, dann schauen wir mal, ob wir herausfinden, womit der Professor es sich verdient hatte, erstochen zu werden.«

12.


»Das hätte ich auch nicht besser hingekriegt. Eine einzige Stichwunde. Die Klinge traf genau ins Herz.« Der Pathologe stand in der Mitte des Zeltes. Yad Hershel war ein kleiner Mann mit Spitzbart, der ständig grinste, als würde er den Tod ausgesprochen lustig finden.

Vor ihm auf dem Boden lag Greens Leichnam, zum größten Teil mit einem blutigen weißen Tuch bedeckt. Hershel hob eine Ecke hoch. »Ein schneller, aber sehr schmerzhafter Tod.«

Lela betrachtete Greens Leichnam. Der Professor war ein großer, kräftiger Mann, der bestimmt hundertzwanzig Kilo wog, und hatte dickes, graues Haar. Seine Augen traten hervor, und ihm stand der Schock ins Gesicht geschrieben, als hätte der Tod ihn vollkommen überrascht.

Lela betrachtete eingehend das Gerber-Taschenmesser, das bis zum Griff in Greens Brust steckte. Rings um die Wunde hatten sich Rinnsale aus getrocknetem Blut gebildet. Schließlich wandte Lela den Blick ab und schaute sich in dem großen, begehbaren Zelt um.

In einer Ecke stand ein Feldbett, in einer anderen ein Schrankkoffer. Neben dem Bett sah sie Bücherregale mit Büchern und Aktenordnern. Auf einem alten Schreibtisch neben den Regalen erblickte sie einen zusammengerollten Klumpen...

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