Mission Sphinx

Thriller
 
 
Bastei Lübbe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 26. November 2019
  • |
  • 748 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7325-8469-7 (ISBN)
 
Eine atemlose Jagd durch die Wüste und ein gnadenloser Wettlauf gegen die Zeit!

November 1943. Die deutsche Abwehr plant einen spektakulären Anschlag. US-Präsident Roosevelt und der britische Premierminister Churchill sollen während einer Geheimkonferenz in Kairo ermordet werden. Als der amerikanische Geheimdienst von dieser Mission erfährt, beginnt die fieberhafte Suche nach den Attentätern in der Wüste Ägyptens. Agent Harry Weaver bleiben nur wenige Tage, um den Feind unschädlich zu machen und das Attentat zu verhindern. Doch unter den Feinden sind auch zwei Menschen, mit denen er vor dem Krieg einen Freundschaftspakt geschlossen hat ...

Glenn Meade erzählt fesselnd wie kaum ein anderer von der Brutalität des Zweiten Weltkriegs, von Heldentum, Freundschaft, Liebe und Verrat. Ein packender Spionage-Thriller vor der atemberaubenden Kulisse der ägyptischen Pyramiden vom Autor der Weltbestseller "Operation Schneewolf" und "Unternehmen Brandenburg".

eBooks von beTHRILLED - mörderisch gute Unterhaltung.
1. Aufl. 2019
  • Deutsch
  • Köln
  • |
  • Deutschland
  • 2,74 MB
978-3-7325-8469-7 (9783732584697)
weitere Ausgaben werden ermittelt

Glenn Meade (*1957 in Dublin) arbeitete als Journalist und als hochspezialisierter Ausbilder am Flugsimulator für Aer Lingus, bevor er zu internationalem Bestsellerruhm gelangte. Seine Bücher, darunter der Thriller "Mission Sphinx", wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt. Glenn Meade lebt in Irland und widmet sich ganz der Schriftstellerei.


2


Sakkara


Es hatte eine Zeit gegeben, in der sie alle zusammen gewesen waren.

Sie waren jung, und der Ort hieß Sakkara. Ein Team von Archäologen hatte den Eingang zu einer geheimen Grabkammer neben der Stufenpyramide des Pharaos Djoser entdeckt, die in der Nähe der historischen Stadt Memphis etwa dreißig Kilometer südlich von Kairo lag. Eine internationale Gruppe war im Frühjahr 1939 gekommen, um bei den Ausgrabungen zu helfen. Sie bestand aus lauter jungen Leuten, alle unter dreißig, die aus Frankreich, Deutschland, Großbritannien und Amerika kamen. Es waren fast einhundert, darunter einige Archäologen und Ägyptologen, aber auch Ingenieure oder einfach nur junge Menschen auf der Suche nach einem Abenteuer. Sie alle arbeiteten hart in der erbarmungslos heißen Wüstensonne. Voller Eifer waren sie und entschlossen, dieses einmalige Erlebnis zu genießen, auch wenn sich die Gerüchte über einen bevorstehenden Krieg immer mehr verdichteten.

Wie immer, wenn junge, abenteuerlustige Menschen an einem exotischen Ort zusammenkommen, bildeten sich schon bald enge Freundschaften. Für zwei der jungen Männer allerdings, Harry Weaver und Jack Haider, war die Ausgrabung in Sakkara ein geplantes Wiedersehen. Jack Haider, der Sohn einer schönen Dame aus der feinsten New Yorker Gesellschaft und eines reichen preußischen Geschäftsmannes mit einem Faible für Ägypten, war von Natur aus Abenteurer. Er war vierundzwanzig, ein Jahr älter als Weaver, der die erste Gelegenheit, ins Ausland zu reisen, mit Begeisterung angenommen hatte. Sein Vater hatte als Verwalter auf einem großen Besitz der Familie von Jack Haiders Mutter gearbeitet, und trotz ihrer so unterschiedlichen sozialen Herkunft hatten sich die beiden Jungen schon als Kinder miteinander angefreundet, und diese Freundschaft hatte noch immer Bestand. Selbst nach dem Tod von Haiders Mutter verbrachten sie ihre Sommer gemeinsam, wenn Franz Haider einmal im Jahr nach New York kam. Aber in Sakkara gab es ein Problem. Beide hatten sich in dieselbe Frau verliebt.

Rachel Stern war eine junge Archäologin von dreiundzwanzig Jahren und kam frisch von der Universität. Sie war die Tochter eines katholischen Deutschen und einer Jüdin. Mit ihrem blonden Haar und den blauen Augen schien sie nicht nur die Intelligenz ihrer Eltern geerbt zu haben, sondern auch ihr gutes Aussehen. Beide waren bekannte Archäologen, und Rachels Vater, ein Professor, war der Leiter der Ausgrabung. Rachel mochte die beiden jungen Männer sehr, aber sie schien sich nicht entscheiden zu können, wen von den beiden sie liebte, also war es ihr nur recht, dass sie alles zu dritt unternahmen.

Im Sommer fuhren sie nach Kairo und Luxor, besichtigten die Basare und Märkte, die Täler der Könige und Königinnen und den Tempel von Karnak. Am Wochenende gingen sie oft ins Shepheards zum Tanz, besuchten Partys im Mena-Hotel, das im Schatten der Pyramiden lag, aßen in einem der zahllosen kleinen, gemütlichen Restaurants am Ufer des Nils und gingen anschließend in einen der vielen so erfolgreichen Hausboot-Nachtclubs auf dem Fluss.

Harry Weaver hatte einmal ein Foto von allen dreien gemacht. Sie standen zwischen den Gräbern in der glutheißen Wüste in Sakkara, und die Stufenpyramide bildete den Hintergrund. Alle drei waren braun gebrannt und lächelten in die Kamera. Rachel stand in der Mitte und hatte die Arme um die Taillen der Männer geschlungen. Und obwohl es niemand von ihnen je aussprach, wussten sie alle, dass dies für sie eine glückliche Zeit war, vielleicht die glücklichste in ihrem jungen Leben.

Aber der Sommer ging zu Ende. Keiner von ihnen konnte sich noch an das genaue Datum erinnern, an dem sie sich kennengelernt hatten, aber auf dem Abschied lag ein düsterer Schatten: September 1939. Es war der Monat, in dem in Europa der Krieg begann. Hitler war in Polen einmarschiert, und ihr Leben, wie das von so vielen anderen, sollte sich grundlegend ändern.

Es war Nachmittag, und in der Ferne flimmerten die Umrisse der Pyramiden in der Hitze der Wüste. Der Jeep mit zugezogenem Verdeck hielt an, und Harry Weaver stieg aus. Er wischte sich den Schweiß von der Stirn und nahm einen alten Lederbeutel vom Rücksitz. Dann ging er auf die Zelte zu, die um die Ausgrabungsstätte von Sakkara herum errichtet worden waren.

Einige Kollegen waren dabei, Ausrüstungsgegenstände der Ausgrabung auf Bedford-Lastwagen zu verladen, und als Weaver zu ihnen hinging, trat ein grauhaariger Mann aus einem der Zelte. Er trug einen Hut, und sein Kakihemd war voller Schweißflecken.

Professor Stern machte ein ernstes Gesicht, nicht ohne einen Anflug von Humor, und als er Weaver sah, nahm er die Brille ab, reinigte sie mit einem Taschentuch und lächelte. »Harry, Sie sind zurück. Das wurde aber auch Zeit, Ich habe schon befürchtet, dass wir Ihnen ein Suchkommando hinterherschicken müssen.«

»Bitte entschuldigen Sie, Professor, aber ich bin noch beim Shepheards vorbeigefahren, um zu sehen, ob es etwas Neues gibt.«

»Und, was hat Kairos wichtigstes Wasserloch zu vermelden?«

»Warschau steht noch immer in Flammen. Die deutschen Stukabomber legen die Stadt in Schutt und Asche. Niemand glaubt, dass die Polen noch lange durchhalten.«

»Dieser schwachsinnige Hitler«, stieß Stern durch die zusammengebissenen Zähne hervor. »Nicht lange, dann liegt ganz Europa in Trümmern. Aber was kann man von so einem Verrückten auch schon erwarten?« Er wechselte rasch das Thema, als wäre es ihm irgendwie unangenehm, und wandte sich in die Richtung des summenden Dieselgenerators, der nicht weit weg von ihnen in der flirrenden Hitze stand. Wie Schlangen wanden sich die elektrischen Kabel durch den Sand und verschwanden in einer großen Grube, die zur Sicherheit rundherum mit einem stabilen hölzernen Gerüst abgestützt war. Eine Leiter führte in den Schacht hinein. »Wir kommen gut voran. Wir müssen nur noch die letzten Geräte aus dem Tunnel nach oben schaffen, dann können wir uns darauf konzentrieren, hier oben aufzuräumen. Haben Sie die Post abgeholt?«

Weaver hob den Lederbeutel hoch. »Hier ist sie. Zum letzten Mal. Und ich habe auch Ihre Liste mit den Nachsende-Adressen der Mannschaft im Ministerium abgeliefert, falls nach unserer Abreise noch Post für uns ankommen sollte.«

»Ausgezeichnet!« Stern stemmte die Hände in die Hüften, blinzelte im gleißenden Sonnenlicht und sah sich um. »Tja, unsere Zeit in Sakkara ist nun also bald abgelaufen, nicht wahr, Harry?«

Weaver machte ein trauriges Gesicht. »Um ehrlich zu sein, ich bin nicht froh darüber. Jemandem wie mir bietet sich nicht oft die Gelegenheit, Ägypten zu besuchen und an einer Ausgrabung teilzunehmen. Ich habe das Gefühl, dass dieses Abenteuer der Höhepunkt meines Lebens sein könnte.«

Stern lächelte und klopfte Weaver auf die Schulter. »Unsinn. Sie sind noch so jung. Wie alt sind Sie eigentlich, Harry? Wahrscheinlich so wie die meisten hier - dreiundzwanzig, vierundzwanzig?«

»Dreiundzwanzig, Sir.«

»Dann haben Sie alles noch vor sich. Da wird es noch eine ganze Menge hochinteressanter Abenteuer geben, da bin ich sicher.«

»Was ist mit Ihnen, Professor? Haben Sie immer noch vor, von hier nach Istanbul zu fahren?«

Stern nickte. »In vier Tagen. Ich habe mich entschlossen, die befristete Dozentenstelle anzunehmen, auch wenn das alles sehr überstürzt war. Aber Istanbul ist eine herrliche Stadt, und ich bin sicher, dass es meiner Frau und Rachel dort gefallen wird. Wie auch immer, ich werde jedenfalls für eine Weile etwas zu tun haben.« Er nahm sein Taschentuch und wischte sich den Schweiß von der Stirn, dann streckte er die Hand nach dem Postsack aus und nickte in Richtung des Schachts. »Rachel und Jack und ein paar von den anderen sind noch da unten. Die Hitze ist ja nicht auszuhalten, warum gehen Sie nicht auch hinunter und helfen ihnen beim Aufräumen? Ich werde die Briefe verteilen.«

Weaver stieg die Leiter in den Schacht hinunter, dessen Wände zum Teil aus massivem Fels bestanden. Er war gute fünfzehn Meter tief, und unten teilte er sich in mehrere schmale Gänge, die in verschiedene Richtungen führten.

Die gelben Lehmwände waren hier mit Holzpfählen abgestützt und mithilfe einer Kette von Glühlampen, die oben am Generator angeschlossen waren, beleuchtet. Die Tunnel führten zu den drei einzelnen Gräbern, die man hier gefunden hatte, und die Decke war dort zum Teil so niedrig, dass man nicht aufrecht gehen konnte. Aber verglichen mit der kochenden Hitze oben war die Luft hier unten angenehm kühl, ja fast kalt, und es war ein wenig unheimlich. Aber Weaver war daran gewöhnt, und er spazierte munter einen der Gänge entlang, bis er ans Ende kam und Stimmen hörte.

Ein großer Sarkophag, das Grab einer wenig bekannten Prinzessin der Djoser-Dynastie, stand am hinteren Ende des Tunnels in einer Wandnische. Die mumifizierten Überreste waren nach der Entdeckung des Grabes entfernt worden, und der steinerne Sargdeckel war gegen die Wand gelehnt. Seine Oberfläche war mit prachtvollen Hieroglyphen verziert. Mehrere junge Leute waren damit beschäftigt, Werkzeug und elektrische Kabel aus dem Bereich zu entfernen. Weaver sah Jack Haider und Rachel Stern hart arbeiten. Ihre Kleidung war von einer feinen Staubschicht bedeckt. Dann drehte sich Rachel um und sah ihn.

Ihr blondes Haar war zurückgebunden und betonte so ihre hohen Backenknochen. Winzige Schweißperlen bedeckten das sonnengebräunte Gesicht und den Hals, und obwohl sie ein weites Kakihemd und Hosen trug, zeichnete sich ihre Figur deutlich darunter ab. Sie sah hinreißend aus wie immer. Sie lächelte Weaver an, und sein...

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