Wie ein Prinz aus dem Märchen

 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 13. August 2011
  • |
  • 144 Seiten
 
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978-3-86349-178-9 (ISBN)
 
'Du bist meine Prinzessin!' Izzy ist schockiert, als ein attraktiver Prinz aus Europa bei ihr auftaucht und behauptet, er sei ihr Ehemann. Passiert so etwas nicht nur im Märchen? Ehe Izzy sich versieht, nimmt Prinz Niko sie tatsächlich mit auf sein romantisches Schloss. Während er ihr die schönsten Seiten seines Landes zeigt, fühlt sie sich immer stärker zu ihm hingezogen. Und nach einem zauberhaften Kuss hat sie nur noch einen Wunsch: Statt wie geplant die Ehe annullieren zu lassen, würde sie am liebsten für immer an Nikos Seite bleiben. Doch er scheint die elegante Juliana ihr vorzuziehen ...
  • Deutsch
  • 0,30 MB
978-3-86349-178-9 (9783863491789)
3863491785 (3863491785)

1. KAPITEL

Im Vorübergehen grüßte Kronprinz Nikolas von Veronia den persönlichen Assistenten seines Vaters und die beiden Palastwachen, dann betrat er das Büro des Königs. Sein Terminkalender war zum Bersten gefüllt. Die bevorstehende Außenhandelskonferenz wuchs sich immer mehr zu einem Albtraum aus, und Prinzessin Juliana von Aliano wartete schon lange auf eine Einladung zum Essen. Dennoch kam es nicht infrage, eine Vorladung des Regenten zu ignorieren, selbst wenn sie seine Pläne für den Rest des Tages durchkreuzte oder sein dringlichstes Projekt, die Modernisierung des provinziellen Landes, darunter litt.

Als er eintrat, saß der König hinter seinem riesigen Schreibtisch aus Mahagoni und las konzentriert in einem umfangreichen Aktenordner. Sein ehemals dunkles Haar schimmerte weiß wie die schneebedeckten Gipfel der Berge Veronias, und tiefe Falten durchzogen sein Gesicht. Mit der Lesebrille auf der Nase wirkte er mehr wie ein Professor als der kampferprobte Heerführer und Herrscher, der den größten Teil seines Lebens damit verbracht hatte, sein Land gegen alle Widerstände zu vereinen.

Um ihn nicht zu stören, blieb Nikolas schweigend vor dem Schreibtisch stehen.

Durch ein geöffnetes Fenster wehte süßer Blumenduft aus den königlichen Gärten ins Zimmer, und er kam Nikolas wie ein Friedensbote vor. Erst vor fünf Jahren hatte es einen Friedensvertrag zwischen den sich bekämpfenden Parteien gegeben. Zwar kam es gelegentlich noch zu Spannungen zwischen den ehemaligen Gegnern, doch der Friede hielt, und Nikolas arbeitete beständig daran, ihn zu sichern.

Als sein Vater ihm nach einer geraumen Weile immer noch keine Aufmerksamkeit schenkte, räusperte er sich nachdrücklich und sagte: "Du hast nach mir gesandt?"

Die Kämpfe hatten den Monarchen vorzeitig altern lassen, Trauer hatte ein Übriges getan, doch jetzt erhellte ein strahlendes Lächeln seine Züge. "Ich habe gute Nachrichten für dich."

"Das ist eine angenehme Abwechslung, nachdem ich mich den ganzen Vormittag mit den widersprüchlichen Forderungen der Handelsdelegationen herumplagen musste."

"Wir haben deine Brautschatulle aufgespürt!"

Mit allem hatte Nikolas gerechnet, nur nicht damit! Einem alten veronianischen Brauch zufolge musste jeder Prinz seine über Generationen weitervererbte Schatulle am Tag seiner Hochzeit an seine Braut überreichen.

Sein Exemplar war jedoch vor über zwanzig Jahren verschollen, als im Land Unruhen ausgebrochen waren.

"Bist du sicher, dass es sich tatsächlich um meine Schatulle handelt?"

"So sicher ich sein kann, ehe ich sie in Händen halte."

"Wo befindet sie sich?"

"In den USA. Genauer gesagt in Charlotte im Bundesstaat North Carolina."

"Wie ist sie da bloß hingekommen?", wunderte sich Nikolas, doch letztendlich war es ihm gleichgültig, solange er sie nur zurückerhielt.

"Wie wurde sie gefunden?", erkundigte er sich neugierig.

"Über ein Antiquitätenforum im Internet. Der derzeitige Besitzer suchte darüber nach dem passenden Schlüssel. Er übersandte mir ein Foto, das meinen Verdacht bestätigte."

"Ist es nicht eine Ironie des Schickals, dass moderne Technik unseren uralten Brauch rettet?" Und sie brachte mehr zuwege als ein Heer von Privatermittlern, das jahrelang vergebens nach der Schatulle gefahndet hatte.

"Gelegentlich ist sie von Nutzen. Unser Volk hängt jedoch an seinen Traditionen. Das darfst du nicht vergessen, wenn du eines Tages regierst."

"Du weißt, dass ich stets im Sinn Veronias handle." Pflichtbewusstsein lag Nikolas im Blut, denn bereits seit achthundert Jahren herrschte seine Familie über das Land. "Aber wir müssen mit der Zeit gehen, wenn wir im einundzwanzigsten Jahrhundert bestehen wollen!"

"Dennoch hast du einer arrangierten Ehe zugestimmt."

Gleichmütig zuckte Nikolas die Schultern. Er betrachtete seine bevorstehende Hochzeit als Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft. Julianas stattliche Mitgift und die weitreichenden Beziehungen ihres Heimatlandes würden Veronia zugute kommen. Zudem würde eine königliche Hochzeit die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit erregen und den gerade erst im Entstehen begriffenen Tourismus fördern.

"Ich hänge nicht an den alten Bräuchen, doch ich werde alles tun, was unserem Land nützt."

"Genau wie ich." Sein Vater schloss den Ordner auf dem Schreibtisch. "Befindet sich der Schlüssel zu der Schatulle noch in deinem Besitz?"

"Natürlich." Seit ihm vor über zwanzig Jahren befohlen worden war, ihn nie abzulegen, hatte Nikolas ihn ständig an einer Kette um den Hals getragen. Jetzt holte er ihn unter seinem Hemd hervor. "Kann ich die Kette jetzt endlich ablegen?"

"Nein. Du musst sie nach North Carolina mitnehmen."

"Jovan kann an meiner Stelle fliegen. Ich bin derzeit unabkömmlich, mein Terminkalender ist randvoll, und Prinzessin Juliana weilt zu Besuch."

"Die Schatulle ist dein Eigentum, du wirst sie persönlich nach Hause holen. Alle Arrangements sind bereits getroffen. Dein Assistent hat inzwischen den Reiseplan und alle nötigen Informationen erhalten."

Nikolas presste kurz die Lippen fest aufeinander. Widerstand war zwecklos, das Wort des Königs galt, egal wie er darüber dachte. "Gut. Allerdings habe ich sie noch nie gesehen."

"Doch, das hast du. Vermutlich ist es dir entfallen, weil du damals noch ein Kind warst."

Die einzigen Erinnerungen an seine Kindheit bezogen sich auf die Kämpfe. Umso entschlossener arbeitete er heute daran, den Frieden zu wahren. Und nun, da nichts mehr seiner Heirat im Weg stand, würde eine seiner nächsten Aufgaben darin bestehen, einen Erben zu zeugen.

"Soll ich Juliana vor meiner Abreise um ihre Hand bitten oder erst nach meiner Rückkehr?"

Bedauernd runzelte der König die Stirn. "Du wirst ihr keinen Antrag machen!"

"Wie bitte?" Unwillkürlich hatte Nikolas die Stimme erhoben, senkte sie jedoch sogleich wieder, als ihm einfiel, dass das Fenster offen stand und sich im Vorzimmer Leute aufhielten. "Wir verhandeln seit Monaten mit dem Ältestenrat von Aliano über diese Heirat! Sogar die Separatisten befürworten sie. Das einzige Problem war bisher die fehlende Brautschatulle. Wenn wir jetzt die Hochzeit unnötig verzögern, senden wir das falsche Signal aus!"

"Kein Heiratsantrag!"

Schock und Frustration hielten sich bei Nikolas die Waage. Die Suche nach der geeigneten Braut hatte über ein Jahr gedauert, und er wollte nicht wieder von vorn beginnen. "Du hast selbst gesagt, dass Juliana eine ausgezeichnete Ehefrau und künftige Königin abgeben wird!"

"Das stimmt. Dennoch ." Sein Vater nahm die Brille ab und rieb sich mit dem Handrücken über die Augen. "Bist du in sie verliebt?"

Liebe? Dass sein traditionsbewusster Vater dieses Thema ansprach, überraschte Nikolas. Die arrangierte Ehe seiner Eltern vor Augen, hatte er niemals erwartet, aus Liebe heiraten zu dürfen. Ein Kronprinz musste in erster Linie seinem Land dienen.

"Wir verstehen uns sehr gut. Ich schätze ihre Schönheit und Intelligenz. Das Interesse der Weltöffentlichkeit an unserer Hochzeit wird dem Tourismus zugutekommen. Zudem verschafft mir der Bund mit Aliano das für den Wiederaufbau benötigte Kapital und wertvolle Kontakte zu anderen Ländern."

"Du hast alles gründlich bedacht!"

"Das hast du mir so beigebracht, Vater."

"Und Juliana? Wie steht es um ihre Gefühle?"

"Sie mag mich ebenfalls. Und sie weiß, was von ihr erwartet wird."

"Ist sie in dich verliebt? Du bist alt genug zu wissen, was eine Frau für dich empfindet."

Nikolas dachte kurz an ihren letzten gemeinsamen Ausflug zurück. Sie hatten die Sicherheitsbeamten am Strand zurückgelassen und waren aufs Meer hinausgefahren. Auf dem Boot hatte er sie zum ersten Mal geküsst. Es war . angenehm gewesen, doch sie schien mehr am Segeln interessiert als an einem weiteren Kuss. "Nein, sie ist mit Sicherheit nicht in mich verliebt."

"Gut."

"Was soll das heißen? Gibt es Probleme mit Aliano?"

"Nein." Sein Vater seufzte tief, und Nikolas schwante Böses. "Allerdings ist eine andere Komplikation eingetreten."

Aus dem Kofferradio in Rowdy's One Stop Garage in Charlotte, North Carolina, dröhnte ein Countrysong, es roch nach Motoröl, Benzin und Schmierfett. Isabel Poussard, von allen Izzy genannt, beugte sich tief über den Motorblock eines Chevrolet 350 und versuchte zum wiederholten Mal, einen festsitzenden Bolzen zu lösen. Aufgeben oder um Hilfe bitten, kam für sie nicht infrage. Als einzige Frau unter männlichen Kollegen lag ihr sehr daran, ihre Ebenbürtigkeit stets aufs Neue zu beweisen. Noch einmal setzte sie den Schraubenschlüssel an. "Komm schon! Dreh dich endlich!" Eine Haarsträhne löste sich aus ihrem Pferdeschwanz, fiel ihr über die Augen und verdeckte ihr die Sicht.

Gern hätte sie sich von einem Friseur einen frechen Kurzhaarschnitt verpassen lassen, scheute jedoch die Ausgabe. Sich das Haar selbst zu schneiden wagte sie nicht, und Onkel Frank, der das früher übernommen hatte, lebte nicht mehr. Seine...

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