Das Geheimnis des italienische Grafen

HISTORICAL MYLADY
 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 6. November 2011
  • |
  • 256 Seiten
 
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978-3-86349-815-3 (ISBN)
 
An Verehrern mangelt es der betörenden Thalia Chase nicht. Doch die junge Schönheit hat ihr Herz schon vergeben. Seit sie dem geheimnisvollen Marco, Conte di Fabrizzi, auf Sizilien begegnet ist, verzehrt sie sich nach seinen zärtlichen Küssen. Wieso nur muss sie ausgerechnet jetzt nach England zu ihrer Schwester zurückkehren? Verzweifelt fragt sie sich: Wird sie Marco jemals wiedersehen? Umso schockierter ist sie, als er überraschend in Bath auftaucht - in Begleitung einer berüchtigten Kunstdiebin! Was verbirgt er vor ihr? Ist sie etwa auf einen Schwindler hereingefallen?
  • Deutsch
  • 0,52 MB
978-3-86349-815-3 (9783863498153)
3863498151 (3863498151)

PROLOG

Sizilien

"Oh, Miss Thalia, wir können unmöglich morgen abreisen. Da gibt es immer noch so viel zu tun."

Thalia blickte von den Büchern und Papieren auf, die sie gerade einpackte, und sah ihre Zofe Mary durch das Zimmer eilen, die Arme voller Kleider. Am Boden standen mehrere geöffnete, halb gefüllte Truhen, aus dem Schrank und den Schubladen quollen Kleidungsstücke und Schuhe.

Lachend schüttelte Thalia den Kopf. "Also wirklich, Mary, in letzter Zeit sind wir so oft umgezogen, dass Sie eine wissenschaftliche Methode entwickelt haben müssten, um unsere Sachen zu packen."

"So eilig hatten wir es noch nie", klagte Mary. "Wenn ich alles ordentlich machen soll, brauche ich mehr Zeit."

Thalia stimmte ihr zu. Normalerweise ging ihr Vater, Sir Walter Chase, seine Reisen etwas geruhsamer an. In gemächlichem Tempo waren sie durch Italien gefahren, hatten alle Sehenswürdigkeiten besichtigt und seine gelehrten Brieffreunde getroffen. Schließlich hatten sie sich in Sizilien niedergelassen. Aber nun war seine Arbeit in diesem Landesteil fast beendet. Er hatte die Ausgrabung der antiken Stadt gründlich studiert und danach einige seiner Aufzeichnungen den ortsansässigen Archäologen übergeben.

Inzwischen hatte Thalias ältere Schwester Clio ihre große Liebe geheiratet, den Duke of Averton, und mit ihm die Hochzeitsreise in orientalische Länder angetreten.

Auch Sir Walter hatte wieder den Bund der Ehe geschlossen und sich mit seiner langjährigen Gefährtin Lady Rushworth vermählt. In diesem Sommer würden sie mit seiner jüngsten Tochter Terpsichore, genannt Cory, nach Genf fahren. Sie hatten angenommen, auch Thalia würde mitkommen. Aber nach all den Ereignissen in den letzten Wochen war sie der Reisen müde und wollte nach Hause, nach England, zurückkehren. Ihre älteste Schwester Calliope, Lady Westwood, erwartete ihr erstes Kind und hatte in letzter Zeit jammervolle Briefe geschrieben, in denen sie wiederholt fragte, wann sie ihre Familie endlich wiedersehen würde.

Thalia glaubte, Calliope würde Clios Gesellschaft vorziehen, denn die beiden ältesten Chase-Musen standen sich sehr nahe. Und Clio war ungewöhnlich tüchtig. Aber da sie gerade ihre Hochzeitsreise unternahm, musste die werdende Mutter sich mit der zweitjüngsten Schwester begnügen, die als kapriziös und dramatisch galt. Perfekt geeignet, um Modistinnen zu besuchen oder Amateur-Theateraufführungen einzustudieren, aber nicht, um während einer Niederkunft von Nutzen zu sein .

Oder um schurkische Diebe einzufangen .

Sie schaute in den Spiegel über dem Toilettentisch. Durch die Fenster strömte das intensive Licht der sizilianischen Sonne ins Zimmer und verlieh ihrem offenen Haar die goldene Farbe von Sommernarzissen. Ihr herzförmiges Gesicht, die großen blauen Augen und den rosigen Teint fand sie hübsch genug. Natürlich lockte sie Bewunderer an - alberne Verehrer, die ihr selbst verfasste, miserable Gedichte widmeten und sie mit Porzellanschäferinnen und Frühlingstagen verglichen.

Diese Ansichten schienen ihre Verwandten zu teilen. Sie priesen ihre Schönheit, lächelten sie an, verwöhnten sie, doch sie dachten offenbar, hinter ihren blauen Augen würde sich nichts verbergen. Nur seidene Bänder und seichte Romane würden sie interessieren. Cal und Clio waren die gebildeten Mädchen, die Erbinnen, die eines Tages die Arbeit ihres Vaters fortsetzen sollten. Und Cory bewies ihr Talent als ernsthafte Malerin. Sie selbst hingegen galt nur als amüsant, ein hübsches Wesen, das die Mutter " belle fleur" genannt hatte, ihre "schöne Blume".

Oh, das sagten sie ihr selbstverständlich niemals ins Gesicht. Sie applaudierten ihren theatralischen Auftritten und tolerierten ihre schriftstellerischen Bemühungen. Aber was sie wirklich von ihr hielten, las Thalia in ihren Augen und hörte es aus dem Tonfall ihrer Stimmen heraus.

Zweifellos war sie anders, keine richtige Chase.

Sie wandte sich vom Spiegel ab und zog ihren Schal enger um die Schultern, als wäre der dünne Kaschmirstoff ein Panzer - ein Schutz vor Enttäuschungen.

In den letzten Wochen hatte sie gehofft, die seltsamen Ereignisse würden ihre Verwandten eines Besseren belehren und ihnen zeigen, wozu sie fähig war. Als Clio sie um Hilfe bei der Festnahme Lady Rivertons gebeten hatte, der Diebin eines seltenen, kostbaren hellenistischen Tempelsilbers, war Thalia überglücklich gewesen. Endlich konnte sie sich nützlich machen! Nun würde sie beweisen, dass sie eine echte Chase war.

Zunächst schien ihre List zu wirken und Lady Rivertons Komplizen aus der Reserve zu locken.

Doch dann ging alles schief. Lady Riverton war geflüchtet, vermutlich mitsamt dem Silber, und jetzt mussten Clio und ihr Ehemann die Frau aufspüren. An dieser Verfolgungsjagd nahm Thalia nicht teil. Weder für ihre Schwester noch für ihren Vater hatte sie sich als hilfreich erwiesen.

Und auch nicht für den Mann, den sie ganz besonders beeindrucken wollte - Conte Marco di Fabrizzi, ihr Partner bei den Theateraufführungen und diversen Streitereien. Nie zuvor hatte sie einen attraktiveren Mann gekannt als den italienischen Archäologen und Aristokraten. Bedauerlicherweise glaubte sie, er wäre hoffnungslos in Clio verliebt.

Die Schwestern neckten sie, weil sie alle Verehrer abwies. Aber keiner konnte sich mit Marco messen. Ihr Pech - endlich hatte sie einen leidenschaftlichen, wundervollen Mann gefunden, und er liebte ihre Schwester!

Seufzend ergriff sie wieder ihre Bücher und Papiere und packte sie in die Truhe. Ein Manuskript entglitt ihren Händen, einzelne Blätter flatterten auf den Teppich hinab. Während sie niederkniete, um sie einzusammeln, fiel ihr Blick auf die Titelseite. "Das dunkle Schloss des Grafen Orlando - eine italienische Romanze in drei Akten".

Dieses Theaterstück hatte sie zu schreiben begonnen, als ihr Marco begegnet war, am Anfang des Abenteuers um das gestohlene Tempelsilber. Eine grandiose Geschichte aus der italienischen Renaissance, voller Wirrungen um eine aufkeimende und verlorene Liebe, um niederträchtige Schurken, Geister und Flüche. Durchdrungen von einer Leidenschaft, die alles andere übertraf. So begeistert war sie gewesen. Und jetzt? Alles umsonst.

Sie glättete die Blätter, umwand das ganze Manuskript mit einer Schnur und legte es in die Truhe. Vielleicht würde sie es eines Tages herausnehmen und über ihre törichten Fantasien von Abenteuern und wahrer Liebe lachen. Jetzt musste sie Mary helfen, die restlichen Sachen einzupacken. In England wartete das wirkliche Leben.

Vor dem Fenster frischte die Brise auf, die Blätter des Zitronenbaums raschelten. Thalia ging zum Fenster, um es zu schließen, und schaute in den Garten hinab, zu den pastellfarben gestrichenen Häusern jenseits der Pforte. So schön war die sonnenhelle alte Stadt Santa Lucia - und voller Geheimnisse. Werde ich im kühlen grünen England diese schläfrige Hitze, den strahlend blauen Himmel und die felsigen Hügel vermissen? fragte sich Thalia.

Während die Kirchenglocken läuteten und die Stunde anzeigten, trugen die Dienstboten die Truhen und Koffer nach unten und stapelten sie im Garten neben dem Brunnen. Über das Fensterbrett gebeugt, beobachtete Thalia, wie sich immer mehr Gepäck anhäufte - wie ihr die Zeit in Santa Lucia davonlief. Die Brise wehte ihr das Haar in die Stirn. Ungeduldig wischte sie die Strähnen beiseite - und da sah sie ihn, Marco. Langsam ging er zur Gartenpforte.

Sie hatte gehört, nach Clios Hochzeit sei er abgereist. Aber da war er. Jetzt lehnte er sich an die Pforte und schaute dem geschäftigen Leben und Treiben vor dem Haus zu, das attraktive gebräunte Gesicht völlig ausdruckslos. Auf dem gewellten blauschwarzen Haar schimmerte das Sonnenlicht.

Ohne lange zu überlegen, eilte Thalia aus dem Zimmer, die Treppe hinab und zur Vordertür nach draußen. Sie wich den Lakaien aus, die noch mehr Gepäck in den Garten schleppten. Schließlich blieb sie vor Marco stehen. Nur das niedrige schmiedeeiserne Gatter trennte sie von ihm. Genauso gut hätte es ein Meer sein können.

Marco richtete sich auf und lächelte sie an. Wie wundervoll er aussah mit den hohen, markanten Wangenknochen, der edlen italienischen Nase, den glänzenden schokoladenbraunen Augen . Nur die dunklen Bartstoppeln rings um das Kinn störten seine klassische männliche Schönheit ein wenig. Wie ein griechischer Gott in seinem Tempel, ein römischer Eroberer auf einer antiken Münze, dachte sie. Und wie mein Graf Orlando in seinem dunklen Schloss .

In den letzten Jahren war sie schon vielen attraktiven Männern begegnet - ihren Schwägern, ihren eigenen Verehrern. Aber Marco hatte noch mehr zu bieten als seine gewinnende äußere Erscheinung - eine feurige Leidenschaft, kaum verschleiert von höflicher Galanterie. Eine scharfe Intelligenz. Und Geheimnisse. Viele Geheimnisse, die Thalia ergründen wollte.

Trotz der berühmten Chase-Hartnäckigkeit bezweifelte sie, dass es ihr jemals gelingen würde, seine verborgene Seele zu erforschen. Viel zu geschickt versteckte er sich hinter seinen hervorragenden schauspielerischen Fähigkeiten. Selbst wenn sie zehn Jahre Zeit dafür hätte, niemals könnte sie sein wahres Ich entdecken.

Und ihr blieben keine zehn Jahre, nicht einmal zehn Minuten....

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