Hilfe, ich liebe meinen Boss

 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 22. April 2020
  • |
  • 130 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7337-1650-9 (ISBN)
 
Oh nein! Erst schlägt Tilly den tollsten Mann, den sie je gesehen hat, irrtümlich mit einem Gartenzwerg nieder. Und dann stellt sich auch noch heraus, dass Marcus ihr neuer Boss ist. Einziger Trost für die quirlige junge Hebamme: Das Verhältnis kann nur besser werden. Oder?
Fiona MacArthur ist Hebamme und Lehrerin. Sie ist Mutter von fünf Söhnen und ist mit ihrem persönlichen Helden, einem pensionierten Rettungssanitäter, verheiratet. Die australische Schriftstellerin schreibt medizinische Liebesromane, meistens über Geburt und Geburtshilfe.

1. KAPITEL

Tilly liebte die Freitage. Ein beschaulicher Spaziergang vom Krankenhaus den Hügel hinunter, vor sich das freie Wochenende, dann der erste Hauch salziger Seeluft am Ende der Hill Street und schließlich der erfreuliche Anblick von Mrs Bennett, die elegant gekleidet auf der Veranda saß und ihre Freundinnen zum Tee erwartete - wie jeden Freitag.

Tilly liebte auch Mrs Bennett und ihre Freundinnen, alle ehemalige berühmte Sopranistinnen, mit ihren todschicken Kleidern, den Designerschuhen und dem immer freundlichen Lächeln. Die alten Damen gaben ihr das Gefühl, dass es im Leben nicht schlechter, sondern besser wurde.

Und sie redeten niemals über Männer. Das gefiel ihr.

Sie konnte es kaum erwarten, ihr Fenster an der Rückseite des Hauses hochzuschieben, um Verdis und Puccinis gefühlvolle Musik von Mrs Bennetts Veranda her in ihr Zimmer zu lassen.

Bestimmt finden manche es merkwürdig, dass ich die Gesellschaft älterer Damen der von jungen Männern vorziehe, dachte sie. Aber lieber das, als mich mit einem unzuverlässigen Typen herumzuschlagen. Zwei gescheiterte Beziehungen innerhalb eines Jahres reichten, wie ihre Freundin Ruby betont hatte, bevor sie unmissverständlich darlegte, woran es lag: Du suchst dir immer nur Männer, die zu alt für dich sind.

Tilly musste ihr recht geben. Schon als Schülerin hatte sie sich zu den älteren Jahrgängen hingezogen gefühlt, und auf der Uni war es nicht anders gewesen. Lag es vielleicht daran, dass sie ihren Vater nie kennengelernt hatte? Ruby zumindest war dieser Meinung.

Tilly seufzte. Gleichaltrige kamen ihr immer eher . oberflächlich vor.

Der köstliche Duft nach frisch gebackenen Scones und Marmorkuchen stieg ihr verlockend in die Nase. Tilly schüttelte die trüben Gedanken ab. Es war Freitag. Wochenende!

"Einen schönen guten Tag, Mrs B.!", rief Tilly.

"Hallo, Matilda, ich freue mich, Sie zu sehen."

"Klemmt das Fenster schon wieder?"

Mrs Bennett lächelte. "Nein, ich glaube, diesmal haben Sie es wieder richtig hinbekommen. Aber nun quietscht ein anderes. Wenn es schlimmer wird, melde ich mich bei Ihnen."

Da bleibe ich in Übung, dachte Tilly. Super. Das letzte Mal hatte sie sich in einen Zimmermann verliebt, der sich als heimlich verlobter Kontrollfreak erwies und neben ihr noch weitere Liebschaften laufen hatte. Sie war entschlossen, seine Dienste nie wieder in Anspruch zu nehmen. Genauso wenig wie die des Innendekorateurs, der ihr ständig alles vorschreiben wollte und sich schließlich als verheiratet outete.

"Kein Problem. Kommen Ihre Freundinnen bald?"

Mrs Bennett warf einen Blick auf ihre schmale goldene Armbanduhr. "Ja, sie müssten jeden Augenblick hier sein. Ich hebe Ihnen ein Stück Marmorkuchen auf."

"Bitte grüßen Sie sie von mir." Tilly drückte ihre Gartenpforte auf und stieg die gefliesten Stufen hoch. Zu Hause. Und kein einziger Mann in Sichtweite. Wunderbar.

Hill Street Nr. 71 war ein schmales zweistöckiges Haus, das seine hundert Jahre auf dem Buckel und etwas liebevolle Pflege dringend nötig hatte. Spontan beschloss Tilly, ihm in ihrem nächsten Urlaub einen neuen Farbanstrich zu gönnen. Sie rannte die Treppe hinauf und warf ihre Tasche auf die purpurrote Bettdecke.

In diesem Haus war immer etwas los. Die drei jungen Frauen, die mit ihr hier wohnten, waren für sie die Schwestern, die sie nie gehabt hatte. Ein Leben ohne den Trubel, den Spaß, aber auch die Geborgenheit, die sie mit ihnen erlebte, konnte sie sich nicht mehr vorstellen.

Bei dem Gedanken an die Mädchen musste sie lächeln. Ruby, von Beruf Krankenschwester, war nicht mehr ganz so chaotisch, seit sie Cort kennengelernt hatte. Er war leitender Oberarzt in der Notaufnahme des Krankenhauses, in dem sie alle arbeiteten.

Ellie, ihres Zeichens OP-Schwester, verbrachte den größten Teil der Woche in sterilen OPs, schaffte es aber dennoch ab und an, sich zu verlieben, immer auf der Suche nach ihrem Traumprinzen, mit dem sie die heiß ersehnte Familie gründen konnte.

Jess, der Kinderkrankenschwester, brach es jedes Mal das Herz, wenn Rubys atemberaubender Bruder, der auch ihr Vermieter war, wieder einmal mit einer gertenschlanken Blondine am Arm bei ihnen auftauchte.

Und alle ließen sich nur zu gern von Tilly bemuttern.

Denn das war ihr Job. Sie war Hebamme und liebte ihren Beruf über alles.

Das sagte sie später am Nachmittag auch zu Mrs Bennett, als deren Freundinnen gegangen waren. Tilly half der älteren Dame beim Aufräumen, und dabei trällerten sie einige der bekannten Arien, die Mrs Bennett früher gesungen hatte und auch jetzt gelegentlich sang.

"Ach, um diese Arien singen zu können, muss man die Liebe kennen", schwärmte Mrs Bennett.

"Dann werde ich wohl nie vollkommen." Tilly seufzte.

"Aber natürlich." Mrs Bennett deutete zum Himmel. "Irgendwann finden Sie den Richtigen. Sie können doch nicht für immer und ewig Single bleiben."

Tilly lachte. "Sie sind es doch auch. Und trotzdem glücklich."

Mrs Bennett zwinkerte ihr zu. "Ich bin wirklich zufrieden mit meinem Leben. Aber es ist schon ein Unterschied zu der Zeit, als ich noch mit der Liebe meines Lebens verheiratet war." Sie blickte Tilly an. "Das dürfen Sie sich nicht entgehen lassen."

"Ach, irgendwie gerate ich immer an die Falschen. Ehrlich, ich habe nichts gegen Männer, aber nach meinen beiden letzten Erfahrungen ist mir die Lust vergangen."

Mrs Bennett sah sie streng an. "Die waren einfach zu alt für Sie, meine Liebe. Und sie haben Sie angelogen."

"Stimmt. Das sagt Ruby auch. Und sehen Sie doch, was das Verliebtsein mit meinen Freundinnen anstellt. Auch meine Mutter wurde ein Opfer ihrer Gefühle. Ich werde vernünftig sein, noch für ein paar Jahre den sicheren Weg gehen und allein bleiben. Um die Welt reisen. Es gibt noch so vieles, was ich tun möchte. Das ist nicht so anstrengend."

"Sehr weise", antwortete Mrs Bennett lächelnd.

Am Sonntagmorgen, als Tilly einen Blick über den Gartenzaun warf, bemerkte sie einen hochgewachsenen dunkelhaarigen Fremden, der verstohlen durch Mrs Bennetts rückwärtiges Erdgeschossfenster lugte. Tilly überlief es kalt.

Ihr Herz begann zu hämmern, so laut, dass sie für einen Moment befürchtete, der Fremde könnte es hören. Unauffällig blickte sie sich nach einer Waffe um. Ich muss Mrs Bennett beschützen, dachte sie, sie ist ganz allein da drin. Da sah sie etwas Rotes unter der Gartenhortensie hervorleuchten.

Tilly packte den Gartenzwerg an seiner Zipfelmütze und zog ihn aus der feuchten Erde. Die Betonfigur lag schwer in ihrer Hand.

Damit müsste sie den Mann kampfunfähig machen können, bis die Polizei anrückte. Mit der freien Hand klappte sie ihr Handy auf und wählte die Notrufnummer.

Das Fenster quietschte, als der Mann versuchte, es hochzuschieben. Dabei spannte sich sein T-Shirt über der breiten Brust. Ein großer kräftiger Mann wie er sollte sich sein Geld mit ehrlicher Hände Arbeit verdienen, statt wehrlose alte Damen auszurauben! Als unter dem T-Shirt beeindruckende Muskeln spielten, überlegte Tilly kurz, doch besser die Flucht zu ergreifen, nahm dann aber all ihren Mut zusammen.

Sie packte ihre Waffe, zielte auf die Kniekehlen und schleuderte den Gartenzwerg mit aller Kraft auf den Einbrecher.

Hastig unterdrückte sie ein nervöses Lachen, als sich der Goliath mit dem Hinterteil im nassen Gras wiederfand und laut fluchte.

Gute Arbeit, gratulierte sie dem Zwerg stumm und wich hinter die Hausecke zurück, während sie sich die nasse Erde von den Händen streifte. Das Adrenalin bewirkte einen unerwarteten Hitzeschwall, und sie fächelte sich mit dem Handy frische Luft zu.

Da drangen Stimmen aus dem Gerät, und ihr fiel ein, dass sie die Polizei angerufen hatte. "Hier spricht Matilda McPherson", flüsterte sie. "Ich möchte einen Einbruch melden. In Coogee, Hill Street Nr. 73. In Mrs Bennetts Garten."

"Was reden Sie da für einen Blödsinn? Ich breche nicht ein, ich repariere das Fenster!", ertönte eine barsche Stimme hinter ihr. Wie ein zorniger Racheengel stand der Mann vor ihr, seine blauen Augen blitzten wütend. "Ich bin ihr Neffe!"

Seine Hand schoss vor, packte ihr Handy und warf es auf den Boden. Einen schrecklichen Moment lang dachte sie, er würde es zertrampeln.

Doch stattdessen atmete er tief durch und musterte sie wütend.

Ihr Verstand riet ihr, schleunigst das Weite zu suchen, aber der Mann sollte nicht denken, dass er sie einschüchtern konnte. Aus der Nähe betrachtet sah er wirklich nicht wie ein Krimineller aus.

Bevor sie jedoch einen Ton herausbrachte, knurrte er: "Ich sollte Sie wegen Körperverletzung anzeigen!"

"Körperverletzung? Mit einem Gartenzwerg? Eine zarte Frau wie ich?" Schwungvoll warf sie die Haare zurück, um zu überspielen, wie angespannt sie war. "Macht sich großartig in der Zeitung. Vielleicht bringen sie sogar ein Foto von Ihnen mit der schrecklichen Waffe?"

Er presste die Lippen zusammen, und Tilly beschloss, sich doch zu verziehen.

Da tauchte Mrs Bennett am Gartenzaun auf. "Oh, wie schön, Kinder. Ihr habt euch schon miteinander bekannt gemacht." Sie strahlte über das ganze Gesicht, als sie um den Zaun herumkam, den Gartenzwerg innig an die Brust gedrückt. Sie gab ihn Tilly zurück. "Sehen Sie...

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