Sehnsucht unter spanischem Himmel

 
 
HarperCollins Germany (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 15. Februar 2011
  • |
  • 144 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-86349-664-7 (ISBN)
 
Ein Wettrennen mit Heißluftballons? Nein danke! Da mag der Ausblick auf Barcelona und das postkartenblaue Mittelmeer noch so reizvoll sein. Niemals würde Amalia sich in eine dieser zerbrechlich wirkenden Gondeln setzen. Schon gar nicht an der Seite von Rafael Sandoval. Wenn ihr nicht ihre Höhenangst die Sinne raubt, dann die Nähe zu dem charismatischen Unternehmer. Dieser aufregende Mann passt nicht in ihr Leben. Glaubt zumindest Amalia - bis Rafael sie am Tag des Wettkampfs aus ihrem Apartment entführt. Plötzlich schwebt sie im siebenten Himmel der Liebe
  • Deutsch
  • Hamburg
  • 0,50 MB
978-3-86349-664-7 (9783863496647)
3863496647 (3863496647)

1. KAPITEL

Amalia stellte das Tablett mit dem Kaffee auf dem kleinen Tisch im Vorzimmer des Büros ab. Die beiden Männer, die dort in der Besucherecke saßen, waren so sehr in ihr Gespräch vertieft, dass sie sie kaum bemerkten. Sie zog sich zurück, blieb aber in der Nähe, falls ihr Chef noch etwas benötigte. Flüchtig warf sie einen Blick aus dem Fenster. Draußen tobte ein heftiges Unwetter, aus pechschwarzen Wolken prasselte der Regen gegen die große Scheibe. Sie konnte kaum noch das Meer erkennen. Missmutig dachte sie an ihren Heimweg. Trotz Schirm würde sie heute Abend nass bis auf die Haut nach Hause kommen.

"Ha, nur in Ihren Träumen", hörte sie Stefano Vicente sagen, dann lachte er verächtlich über eine Äußerung seines Geschäftspartners.

Amalia sah zu Rafael Sandoval hinüber. Was hatte er nur gesagt, dass ihr Chef derart auffuhr? Stefano Vicente war allerdings auch sonst nicht gerade die Ruhe selbst. Sie arbeitete inzwischen über sieben Jahre in seiner Firma, die letzten drei als seine Privatsekretärin und wusste nur zu gut, wie aufbrausend er sein konnte.

"Wetten wir? Wie wär's mit fünfzigtausend?", fragte Rafael leichthin und musterte seinen Rivalen mit abschätzendem Blick. Er hatte ein großes Vermögen geerbt und dazu selbst ein blühendes Import-Export-Geschäft aufgebaut, das inzwischen weit über den Mittelmeerraum hinaus expandierte. Rafael arbeitete hart und riskierte viel. Eine Aura von Hochmut umgab ihn, wie sie großer Erfolg in jungen Jahren häufig mit sich bringt. Wann immer er das Büro betrat, überkam Amalia ein Gefühl von Ehrfurcht. Rafael verschwendete seine Zeit nicht mit Geplauder mit einer schlichten Angestellten. Er war selbstbewusst und seine Zeit kostbar. Dennoch hatte sie hier und da bemerkt, wie er sie betrachtete. Sobald sie seinem Blick begegnete, zwinkerte er ihr nur kurz zu und sah wieder weg.

Sie dagegen beobachtete ihn stets unauffällig - er war faszinierend. Nur durfte er sie niemals dabei ertappen; sie würde vor Scham im Boden versinken.

"Abgemacht! Ich werde Ihren Scheck mit Freude entgegennehmen", antwortete Stefano mit einer Arroganz, die Rafaels um nichts nachstand. Amalias Chef war Ende fünfzig und ständig auf der Suche nach neuen Herausforderungen, um der ganzen Welt zu beweisen, dass er noch immer in Topform war. Warum müssen Männer nur andauernd miteinander wetteifern? fragte sich Amalia.

"Da liegen Sie falsch. Das Geld wird mir gehören!", erwiderte Rafael. Er war Mitte dreißig, unglaublich attraktiv und geradezu kometenhaft in den Kreis der bedeutendsten Geschäftsleute Barcelonas aufgestiegen. Deshalb hatte Amalia ihn in den letzten drei Jahren sehr häufig hier im Büro gesehen; ihr Chef verkehrte ausschließlich mit den oberen Zehntausend der Stadt. Trotz seiner häufigen Besuche hätte Amalia ihren letzten Cent darauf verwettet, dass Rafael Sandoval sie auf der Straße niemals wiedererkennen würde. Er warf ihr immer nur im Vorbeigehen einen flüchtigen Blick zu, musterte kurz ihre Figur und verschwand.

Stefano rührte provozierend langsam Milch in seinen Kaffee, bevor er Rafael ansah.

"Sie fahren erst seit zwei Jahren Heißluftballon, ich bereits seit über einem Jahrzehnt. Und nun wollen Sie mich bei dem Festival besiegen? Sie sind ein Narr, wenn Sie das glauben."

"Ich lerne schnell. Oder versuchen Sie, wieder aus der Wette herauszukommen?", spöttelte Rafael.

"Auf keinen Fall!", protestierte Stefano. "Das ist zu einfach verdientes Geld."

"So einfach wie unser Deal hier. Sie werden doch unterschreiben?"

Stefano warf einen Blick auf den Vertrag, der vor ihm auf dem Tisch lag. "Sollten meine Anwälte ihn noch einmal durchsehen?"

"Sie hatten ihn jetzt eine Woche lang. Es hat sich nichts geändert."

"Das sagen Sie."

Plötzlich war Rafaels Leichtigkeit dahin. Er kniff die Augen zusammen und musterte Stefano. "Ja, das sage ich. Zweifeln Sie an meinem Wort?" Seine sanfte Stimme täuschte nicht über seinen Ärger hinweg.

Stefano aber zuckte nur mit den Schultern und trank gelassen seinen Kaffee.

"Ich zweifle nicht an Ihrem Wort. Aber es ist kein geringfügiges Geschäft, und man könnte ein Scheitern nicht einfach abhaken", erklärte er schließlich.

"Es wird nicht scheitern", erwiderte Rafael.

Einen Moment lang sah Stefano ihn schweigend an, dann nickte er und unterschrieb die Papiere. Er warf den Stift achtlos auf den Tisch und sagte: "Was halten Sie davon, wenn wir unseren Wettkampf etwas interessanter gestalten?"

"Wie?", fragte Rafael, während er ruhig nach dem Stift griff und ebenfalls unterzeichnete.

"Indem wir jeder anstelle der üblichen Besatzung nur einen Begleiter mit in die Gondel nehmen - einen vom Gegner ausgewählten völligen Anfänger. Ich wähle Ihren, Sie wählen meinen. Zuerst treten wir in den üblichen Wettkämpfen des Festivals gegeneinander an, danach hängen wir noch einen Long Jump an - eine Woche, und wer in dieser Zeit die weiteste Entfernung zurückgelegt hat, ist der Sieger."

Nach kurzem Überlegen lehnte Rafael sich lächelnd zurück. "Einverstanden. Aber Sie werden schon am letzten Wettkampftag so weit zurückliegen, dass Sie gar nicht mehr zum Long Jump starten wollen."

Auffordernd sah Stefano zu Amalia hinüber. "Was meinen Sie?"

Sie wusste, Stefano gab sich nie geschlagen. Mit bedauerndem Kopfschütteln schaute sie den Rivalen ihres Chefs an. "Sie irren sich."

"Das nenne ich eine brave Assistentin. Loyal bis zum Letzten", sagte Stefano grinsend. "Sie sind meine Wahl für Rafael."

Entsetzt sah sie ihn an. "Ich habe keine Ahnung von Heißluftballons!" Sie wusste nur, dass sie hübsch aussahen, wenn sie am Himmel lautlos durch die Lüfte glitten. Und dass allein der Gedanke an eben diese Höhe ihr Magendrücken bereitete.

"Darum geht es ja gerade. Rafael und ich wollen unser Können messen. Wenn wir beide einen Neuling mitnehmen, starten wir unter den gleichen Bedingungen. Mann gegen Mann sozusagen", erklärte Stefano.

"Das Barcelona-Ballon-Festival bedeutet vier vollgepackte Wettkampftage. Am Tag danach starten wir zu unserem Long Jump und sehen, wer in einer Woche am weitesten kommt. Sind Sie dazu bereit?"

Dem Blick aus seinen dunklen Augen wohnte eine solche Kraft inne, dass Amalia leicht erschauerte. Und mit diesem Mann sollte sie ganze elf Tage in einem dieser engen Körbe verbringen, die unter den riesigen Ballons hingen? Ganz bestimmt nicht!

"Nein. Ich kann das nicht, Stefano. Suchen Sie sich jemand anderen." Sie wusste nichts über diesen Sport, und was noch wichtiger war, sie litt unter Höhenangst. Mehrere Tage in der Luft zu verbringen, das war mehr, als sie ertragen konnte. Ganz zu schweigen davon, die ganze Zeit mit Rafael Sandoval zusammen zu sein.

Der Mann sah fantastisch aus. Groß und männlich, mit glänzendem mahagonifarbenen Haar, in dem sich trotz seiner vierunddreißig Jahre noch kein einziger grauer Faden zeigte, und dunklen Augen, die seine Gefühle spiegelten - wenn er es denn wollte. Von einer Sekunde zur anderen konnte seine Stimmung von Belustigung in Zorn umschlagen. Bei jeder Begegnung faszinierte er sie aufs Neue. Sie fühlte sich magisch von ihm angezogen und fürchtete, förmlich zu verbrennen, wenn sie ihm zu nahe käme.

Er war wirklich der attraktivste Mann, den sie je getroffen hatte. Aber das fand vermutlich jeder. Besonders die Paparazzi, die ihn ständig vor ihren Linsen hatten: Mit einer hübschen Frau an seiner Seite unterwegs zu einem High-Society-Empfang, auf seiner Jacht oder neulich nach dem siegreichen Wettflug mit seiner einmotorigen Maschine. Sie hatte in den Hochglanz-Magazinen gelesen, dass er mehrere riskante Sportarten betrieb, und war schon von ihm gefesselt gewesen, bevor sie ihn durch seine geschäftliche Verbindung mit Stefano Vicente persönlich kennengelernt hatte.

Allerdings hatte sie nicht das Bedürfnis, auch nur eine Stunde in seiner Gesellschaft zu verbringen. Er war viel zu extravagant und energiegeladen, um irgendetwas mit ihr gemein zu haben. Bestimmt fände er sie langweilig und berechenbar. Vielleicht würde er sich sogar über sie lustig machen.

Die ständige Aufmerksamkeit, die er in der Öffentlichkeit genoss, hatte ihn sicher sehr selbstsüchtig gemacht. Hatte er jemals ein normales Leben geführt? Mit all den damit verbundenen Sorgen und Nöten? Wahrscheinlich nicht.

"Na gut", meinte Rafael, sich von Amalia abwendend, "nennen Sie jemand anderen."

"Vielleicht sollte ich Ihre momentane Freundin vorschlagen?", fragte Stefano spöttisch. "Teresas Reize würden Sie so sehr ablenken, dass mir der Sieg sicher wäre. Allerdings wäre mir ein ehrlicher Wettkampf fast lieber."

"Kälte und frühes Aufstehen sind nichts für Teresa. Woher weiß ich übrigens, dass die Personen, die Sie wählen, das Rennen nicht sabotieren?"

"So etwas würde ich niemals tun!", mischte Amalia sich empört ein. Wie konnte er es nur wagen, ihre Integrität anzuzweifeln!

Er zuckte nur mit den Schultern. "Wer ist Ihre zweite Wahl?", fragte er Stefano.

"Das teile ich Ihnen später mit."

"Für Sie werde ich meine Assistentin bitten. Helena interessiert sich für den Sport, auch wenn...

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