Das Geständnis des Scheichs

 
 
HarperCollins Germany (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 19. Juni 2011
  • |
  • 144 Seiten
 
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978-3-86349-170-3 (ISBN)
 
Scheich Khalid ist der begehrteste Junggeselle des Wüstenreichs Quishari - und Ellas bester Freund. Doch nach einem schweren Unfall hat er sich geschworen, niemals zu heiraten. Das hat er ihr bei einem ihrer Spaziergänge im Mondschein anvertraut. Auch Ella glaubt, sich nach dem Tod ihres Mannes nie wieder binden zu können. Bis Khalid zu einem gefährlichen Einsatz auf seine Ölfelder gerufen wird. Am liebsten würde sie ihn nicht gehen lassen! So sehr fürchtet sie plötzlich, ihn zu verlieren. Aber sie wagt nicht, ihm ihr Herz zu öffnen. Schließlich war nie die Rede von Liebe .
  • Deutsch
  • Hamburg
  • 0,52 MB
978-3-86349-170-3 (9783863491703)
386349170X (386349170X)

1. KAPITEL

Ella Ponti schlenderte am Strand entlang. Die Nacht war dunkler als gewöhnlich, denn es herrschte Neumond. Nur die Sterne tauchten die sanft am Ufer auslaufenden Wellen in ein fahles Licht. Alexander hatte nächtliche Spaziergänge ebenso geliebt wie sie, und um diese Zeit fühlte sie sich ihm besonders verbunden.

Er war nun seit über einem Jahr tot, und ihre Verzweiflung war einem dumpfen Schmerz gewichen, der sie ständig daran erinnerte, dass sie ihren Mann nie wiedersehen würde.

Seufzend schaute sie zum Himmel empor: Dann ließ sie den Blick über den Persischen Golf gleiten, der sich wie eine dunkle Fläche endlos vor ihr ausbreitete. In manchen Nächten fuhren beleuchtete Schiffe vorbei. Sie kehrte um und ging langsam durch das seichte Wasser zurück, das erfrischend ihre Füße umspülte.

Sie liebte dieses Land voller Kontraste. Hier am Meer fühlte man sich wie an einen exklusiven italienischen Badeort voller Palmen und bunter Blumen versetzt, denn die Hausbesitzer entlang der Küste schienen einander mit ihren prachtvollen Parkanlagen übertreffen zu wollen.

Oft setzte sie sich nachmittags in einen schattigen Winkel des Gartens und sog den Duft der verschiedenen Blüten ein. Alkaahdar, die moderne Hauptstadt des Landes mit ihren Hochhäusern aus Stahl und Glas, lag nicht weit entfernt. Gleichwohl fühlte man sich hier am Meer wie in einer anderen Welt.

Jetzt war es schon nach Mitternacht. Es kam oft vor, dass sie lange arbeitete und danach noch zur Entspannung hier spazieren ging. So wie an diesem Abend. Nur sie, der Sand, der Himmel und das Meer.

Der Küstenstreifen war dünn besiedelt, und man musste sich gut auskennen, um auf Anhieb den schmalen Pfad zu finden, der vom Strand zu den im Grünen verborgenen Anwesen führte. Mit traumwandlerischer Sicherheit fand Ella den Weg selbst im Dunkeln.

Als sie sich der Stelle näherte, nahm sie plötzlich die Umrisse eines Mannes wahr, der direkt am Ufer stand. Unwillkürlich verlangsamte sie ihre Schritte. In den Monaten, seit sie hier wohnte, war sie hier nach Einbruch der Dunkelheit noch nie jemandem begegnet. Wer mochte das sein? Ein Fremder, der die Gegend erkundete oder sogar einen Einbruch plante?

Sie verwarf den Gedanken. Die Häuser gehörten den Superreichen von Quishari. An deren Wachpersonal und Sicherheitsvorkehrungen kam so schnell keiner vorbei. Deshalb hatte sie bei ihren nächtlichen Strandspaziergängen bisher auch keine Angst gehabt.

Sie kannte ihre Nachbarn zwar nur vom Sehen, da sie selbst sehr zurückgezogen lebte. Gleichwohl war sie überzeugt, dass einer der Bediensteten vom großen Haus sie informiert hätte, falls Grund zur Sorge bestanden hätte.

Sie hätte jetzt eine Begegnung mit dem Fremden vermeiden können, doch ihre Neugier gewann die Oberhand, und sie beschloss, im Wasser geradeaus weiterzugehen, ohne darauf zu achten, dass ihr Kleid, dessen Saum ihr bis zu den Waden reichte, nass wurde.

"Ist es für eine Frau nicht zu gefährlich, hier allein in der Dunkelheit spazieren zu gehen?", fragte der Mann, als sie nahe genug herangekommen war, um ihn zu verstehen.

"Wohl nicht, wenn Sie mir nichts tun", antwortete sie und ging unerschrocken auf ihn zu.

"Wohnen Sie hier in der Nähe?", erkundigte er sich.

Sie stand nun fast vor ihm. Der Fremde, dessen Gesichtszüge in der Dunkelheit nicht zu erkennen waren, schien größer als Alexander zu sein. Allerdings konnte sie im Licht der Sterne ausmachen, dass er ein traditionelles weißes Gewand trug.

"Ja, nicht weit von hier", antwortete sie ausweichend. "Aber Sie sind nicht aus dieser Gegend, sonst wären wir uns sicher schon einmal begegnet."

"Ich halte mich nur vorübergehend hier auf." Er blickte wieder auf das glatte Meer hinaus. "Das hier ist wirklich ein Kontrast zu der Umgebung, in der ich mich in den vergangenen Wochen aufgehalten habe."

Ella sah ihn fragend an.

"Ich war in der Wüste. Deshalb wollte ich sofort nach meiner Ankunft das Meer sehen, obwohl ich vierundzwanzig Stunden unterwegs war und eigentlich hundemüde bin. Trotzdem hatte ich vor, noch zu schwimmen."

"So allein im Dunkeln? Keiner würde es bemerken, falls Ihnen etwas zustieße." Auch Ella war schon allein nachts ins Meer gegangen. Kurz nach Alexanders Tod. Damals war ihr alles egal gewesen. Inzwischen war das Leben aber wieder lebenswert für sie, und sie würde kein unbedachtes Risiko mehr eingehen.

"Sie sind doch hier", sagte er.

"Und Sie glauben, ich wäre in der Lage, Ihnen zu helfen, wenn Sie in Not geraten würden?"

"Zumindest könnten Sie Hilfe holen", erwiderte er, während er aus seinem Gewand schlüpfte und die Schuhe abstreifte, was Ella erschrocken verfolgte.

Wollte er sich etwa ganz ausziehen?

Doch wenige Sekunden später stürzte er sich schon ins kühle Nass, und kurz darauf sah sie ihn nicht mehr, sondern vernahm nur noch seine kräftigen Schwimmzüge.

"Und ich bin hiermit zur Lebensretterin ernannt", murmelte sie und setzte sich in den schneeweißen feinen Sand, der noch warm von der Hitze des Tages war. Sie ließ eine Handvoll durch ihre Finger rieseln. Dann blickte sie wieder in die Richtung, in der der Fremde verschwunden war. Am nächsten Tag werde ich vielleicht erfahren, wer er ist, dachte sie. Möglicherweise werde ich ihn aber auch nie mehr wiedersehen.

Während sie aufs Meer hinaussah, verlor sie jedes Zeitgefühl. Er kam also aus der Wüste. Auch sie hatte vor einiger Zeit einen Ausflug dorthin gemacht, und die Schönheit der unendlichen Weite, die den Großteil des Landes ausmachte, hatte sie fasziniert. Trotz der lebensfeindlichen Umgebung gab es im Verborgenen Wunder wie die kleinen Blumen, die nach einem seltenen Regenguss nur für kurze Zeit erblühten. Die unterschiedlichsten Dünenformationen, die nur während der kurzen spektakulären Sonnenuntergänge in den unbeschreiblichsten Farben leuchteten, erinnerten sie an die Wellen im Meer. Begierig hatte Ella alles in sich aufgesogen und sich gewünscht, sie könnte das einzigartige Naturschauspiel in ihre eigene Arbeit einfließen lassen.

Nach Beendigung ihres derzeitigen Projekts wollte sie damit beginnen. Sie sah die Form der Schale bereits vor sich. Es bedurfte dazu allerdings einer neuen Technik. Auch die Farbgebung war alles andere als einfach. Die Farben sollten wirbeln und eine Ahnung von flüchtiger und verlockender Schönheit erwecken.

Wie immer, wenn sie in Gedanken bei ihrer Arbeit war, fiel jegliche Anspannung von ihr ab. Der warme Sand und das leise Rauschen des Meeres taten ein Übriges. Wo blieb denn nur der Mann?

Schließlich hörte sie ihn aus dem Wasser kommen. Sie stand auf und beobachtete, wie er seine Kleidung aufhob.

"Sie sind noch hier?"

"Sie haben mich doch zu Ihrer Aufpasserin abgestellt. Haben Sie Ihr nächtliches Bad genossen?"

"Ja, nach der Hitze in der Wüste war es wunderbar." Er trocknete sich kurz mit seinem Gewand ab und zog es dann über.

Sie wandte sich zum Gehen. "Dann also gute Nacht."

"Danke, dass Sie so lange ausgeharrt haben."

"Ich weiß nicht, ob ich im Notfall tatsächlich hätte helfen können", sagte sie.

"Soll ich Sie nicht lieber begleiten?"

"Nein, danke", lehnte sie sein Angebot ab. Schließlich kannte sie den Mann nicht, außerdem wollte sie nicht, dass er erfuhr, wo sie wohnte und dass sie allein lebte.

"Vielleicht bin ich morgen wieder hier", meinte er.

"Ich möglicherweise auch", erwiderte sie und lief dann auf einen Pfad zu, der nicht direkt zu ihrem Haus führte. Der Fremde brauchte nicht zu wissen, wo ihre Bleibe war. Nur wenig später betrat sie das Grundstück, auf dem ihr gemietetes Häuschen stand.

Khalid sah ihr nach, bis sie seinem Blickfeld entschwunden war. Er hatte keine Ahnung, wer die Frau war und warum sie sich nach Mitternacht an einem verlassenen Strand aufhielt. Er warf einen letzten Blick auf das Meer, in dem sich das Licht der Sterne spiegelte. Dann wandte er sich um und ging zu dem Haus, das seine energische Großmutter ihm im vergangenen Sommer vererbt hatte. Ihr Tod war ein schwerer Schlag für ihn gewesen. Wie ein Fels in der Brandung war sie stets für ihn da gewesen, hatte ihm zugehört, wenn er Probleme hatte, und ihn immer unterstützt. Wie oft hatte sie ihn ermahnt, wieder mehr unter Menschen zu gehen. Doch in diesem Punkt hatte er nicht mit sich reden lassen.

Die Fremde vom Strand kam ihm wieder in den Sinn. Er hatte in der Dunkelheit nicht viel von ihr erkennen können. Sie war nicht sehr groß gewesen, und ihre Stimme hatte jung geklungen. Er vermutete, dass sie schlank war. Dabei wollte er sich gar nicht für sie interessieren, zumal ihm bewusst war, wie hässlich seine vernarbte Gesichtshälfte war. Die Reaktionen seiner Mitmenschen waren eindeutig gewesen. Selbst seine Verlobte Damara hatte ihn nach dem Unfall auf dem brennenden Ölfeld verlassen.

Sein Bruder Rashid versicherte ihm zwar immer wieder, wie froh er sein könne, eine Frau loszusein, die nach einer solchen Tragödie nicht zu ihm gehalten hatte. Doch obgleich er seinem Bruder recht geben musste, hatte er sich immer mehr in sein Schneckenhaus zurückgezogen.

Er wusste, dass er besser in die Wüste passte, in...

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