Happenstance Teil 3

Roman
 
 
Piper (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 13. Juli 2015
  • |
  • 192 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-492-97093-8 (ISBN)
 

Erin Easter weiß genau, was sie will: schnell ihren Abschluss machen, und dann nichts wie weg aus dieser verdammten Kleinstadt. Irgendwo ganz von vorne anfangen. Doch sie hat nicht damit gerechnet, dass sich plötzlich Weston Gates für sie interessieren könnte, dessen verführerische grüne Augen ihr Herz schon seit Jahren höherschlagen lassen. Dann stellt ein tragischer Unfall Erins Leben völlig auf den Kopf und bringt sie und Weston näher zusammen. Aber allmählich muss Erin sich fragen, ob sie all das, wovon sie immer geträumt hat, wirklich will .

  • Deutsch
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  • Deutschland
Piper ebooks in Piper Verlag
  • 1,50 MB
978-3-492-97093-8 (9783492970938)

Jamie McGuire ist in Tulsa, Oklahoma, aufgewachsen und lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern auf einer Farm in der Nähe ihrer Heimatstadt. Ihr erster Roman, »Beautiful Disaster«, war ein internationaler Erfolg, an den sich weitere New-York-Times-Bestseller anschlossen.

Kapitel 1


Geh nach Hause. Mach das Licht aus. Und bring dich um.

Ich riss die Lider auf, und meine Augen irrten durch den dunklen Raum. Sorge, Furcht und Panik stellten sich wieder ein, als ich die nackten weißen Wände des Krankenhauszimmers erkannte. Die grünen Ziffern auf dem Display der Infusionspumpe verbreiteten einen unheimlichen Schimmer, und ich rief mir die Ereignisse des Vortags wieder in Erinnerung.

Es war der furchterregendste Augenblick meines Lebens, als Sanitäter Weston auf einer fahrbaren Trage von der Spielerbank wegschoben. Vor meinen inneren Augen liefen permanent weitere Schreckensszenen ab: Als ihm das Inhalationsspray aus der Hand fiel, die Sirene des Krankenwagens, der zum Krankenhaus raste - in meinem Kopf herrschte ein einziges Durcheinander.

Ich schloss die Augen und verdrängte mit purer Willenskraft die schrecklichen Erinnerungen und Gefühle. Westons gleichmäßiger Atem und das Stakkato-Piepen seiner Lebensfunktionen auf den Monitoren ließen meine Anspannung allmählich von mir abfallen. Er war am Leben. Alles würde gut werden.

Mein Körper hatte sich an seinen geschmiegt, und überdeutlich war mir jeder Quadratzentimeter bewusst, an dem meine Haut seine berührte, weil sie nicht vom Krankenhausnachthemd bedeckt war. Es war ganz warm unter der Decke, die die Schwester uns gegeben hatte. Ich lag immer noch in den Armen des Jungen, der mich liebte. Meine Hüfte schmerzte, weil ich schon so lange in dieser Haltung lag.

Durch die Jalousien konnte man schon den Sonnenaufgang erahnen. Weston bewegte sich ein bisschen, und ich wünschte mir trotz der unbequemen Lage, die Nacht würde noch ein bisschen länger dauern.

Veronica Gates saß in dem mauvefarbenen Sessel auf der anderen Seite des Zimmers und las in einer Zeitschrift. Außer ihrer Lesebrille mit dem rechteckigen schwarzen Gestell benutzte sie die Taschenlampenfunktion ihres Handys.

Ich hob den Kopf, woraufhin auch sie aufschaute.

»Guten Morgen«, flüsterte sie fast unhörbar.

Weil ich nicht riskieren wollte, Weston zu wecken, lächelte ich nur zurück. Als ich meinen Kopf wieder sanft an seine Brust zurücklegte, drückte er mich fester und atmete tief ein.

Veronica lachte lautlos, dann kam sie und setzte sich auf den Holzstuhl, der näher am Bett stand. »So hat er immer seinen Teddy festgehalten. Wenn ich versuchte, ihn ihm aus dem Arm zu nehmen, sobald er eingeschlafen war, drückte er ihn genauso fest.«

Sie schlug die Beine übereinander und faltete die Hände, während sie ihren Sohn mit bedingungsloser Liebe im Blick ansah. »Als er einmal in der ersten Klasse nach Hause kam, erklärte er Peter und mir ganz sachlich: >Ich werde heiraten.<« Sie imitierte ganz gut die Stimme eines Siebenjährigen und musste bei dieser Erinnerung wieder lachen. »Peter fragte ihn: >Wann denn?<, und Weston sagte: >Später.< Ich fragte: >Und wen?<, da antwortete er: >Erin.<« Sie schaute mich an, um zu sehen, wie ich darauf reagierte. »Damals dachte ich, er meine Alder, aber als er mich bat, dir diese Geschichte nie zu erzählen, war mir klar, dass ich mich geirrt hatte.«

Mir stockte der Atem.

»Das ist schon lange her, also glaube ich nicht, dass es ihm jetzt noch etwas ausmacht.« Sie sah kurz Weston an, dann wieder mich. »Ich bin froh, dass er dich gemeint hat, Erin. Ich glaube, das habe ich dir noch nicht gesagt.«

»Ich bin froh, dass er von seinen Vorsätzen nicht so leicht abzubringen ist«, flüsterte ich.

Weston bewegte sich wieder, und Veronica beugte sich vor, um ihn besser betrachten zu können.

Er stöhnte. »Erin?«

Veronica hob eine Augenbraue und warf mir einen wissenden Blick zu.

»Ich bin hier«, sagte ich.

Mit immer noch geschlossenen Augen beugte er sich ein paar Zentimeter vor, um mit seinen Lippen über mein Haar zu streichen. Die Sonne erhellte den Raum gerade genug, um sichtbar zu machen, was vor zehn Minuten noch im Dunkeln gelegen hatte.

Weston seufzte. »Gut. Geh nicht weg.«

»Tue ich nicht«, sagte ich.

»In diesem Fall besorge ich wohl mal lieber ein Frühstück«, sagte Veronica und stand auf.

»Guten Morgen!«, sagte die Krankenschwester, deren Stimme nach Veronicas rücksichtsvollem Schweigen viel zu laut klang. »Ich bin Amelia. Wie geht es dir heute?« Ihre pinkfarbene Uniform passte perfekt zu ihrer guten Laune.

Veronica sah zu ihr hin, während sie Handtasche und Schlüssel von einem Stuhl nahm.

Amelia hatte eine Menge glänzender langer Zöpfchen zu einem hübschen runden Dutt oben auf dem Kopf aufgesteckt, der ihre winzige, aber rundliche Statur bestimmt zehn Zentimeter größer machte.

Weston blinzelte verschlafen. »Mann, ich war wie benommen.«

»Das machen die Medikamente«, sagte sie. »Ich werde jetzt Blutdruck messen, und dann warten wir, bis Dr. Shuart sich meldet. Ich wette, dass er dich heute entlässt.« Sie zwinkerte mir zu und bedeutete, ich solle Platz machen.

Ich gehorchte und beeilte mich, aus dem Bett zu kommen.

Westons Miene verfinsterte sich. »Geh nicht weg.«

Veronica schüttelte amüsiert den Kopf. »Sie hat dir doch schon gesagt, dass sie das nicht tut, Sohn. Du meine Güte!«

Er beobachtete mich misstrauisch. Die Wärme, die Veronicas Anekdote bei mir erzeugt hatte, verflüchtigte sich rasch wieder.

»Ist das dein Mädchen?«, fragte Amelia und wollte Weston offensichtlich ein bisschen aufziehen.

Weston wandte den Blick nicht von mir ab und wartete offenbar darauf, dass ich diese Frage beantwortete.

»Ich habe gehört, dass sie die halbe Nacht auf dieser schrecklichen Bank im Wartezimmer geschlafen hat und die restliche Zeit in dein Bett gequetscht. Die Nachtschwestern fanden das süß, aber mein Rücken hätte sich bedankt.« Amelia schüttelte den Kopf.

Der Blutdruckmesser brummte, als sie die Manschette aufpumpte. Weston zuckte, weil sie so eng wurde. Als Nächstes steckte Amelia ihm eine Klammer auf einen Finger und schien zufrieden mit den Zahlen, die sie darauf ablas und die mir rein gar nichts sagten.

»Alles gut?«, fragte Veronica.

Amelia nickte. »Als wäre nie etwas vorgefallen.«

Veronica stieß einen kleinen Seufzer aus. »Darf er frühstücken?«

»Selbstverständlich.« Sie gab ihm eine laminierte lange Karte. »Ruf mich einfach mit dem Buzzer, wenn du dich zwischen dem suppigen Haferbrei und den fettigen Rühreiern entschieden hast.«

An Westons Gesicht konnte man ablesen, dass das Angebot auf der Karte nicht besonders verlockend war. Amelia verließ das Zimmer so schnell, wie sie es betreten hatte, und Veronica schob sich den Träger ihrer Handtasche über die Schulter.

»Ich hole mal schnell etwas für uns alle. Biscuits und Gravy von Braum's.«

Weston richtete sich erfreut auf.

»Ich komme mit«, sagte ich.

»Nein, du solltest dableiben«, sagte Weston.

Veronica gab ihrem Sohn noch einen schmatzenden Kuss auf die Wange und griff dann nach ihren Schlüsseln. »Ich rufe Dad an und sage ihm, dass du wach bist.« Ihr Blick fiel auf mich. »Bleibst du hier?«

Ich konnte Weston ansehen, dass er die Gelegenheit nutzen wollte, unter vier Augen mit mir zu reden. Also nickte ich Veronica nur zu.

»Ruft mich unbedingt an, wenn Dr. Shuart vorbeikommt«, sagte sie.

»Na klar«, sagte ich.

Sie trat auf den Flur, schaute links und rechts und ging dann nach links zu den Aufzügen. Man hörte sie noch, als sie das Personal beim Schwesternzimmer grüßte, und kurz darauf klingelte auch schon der ankommende Aufzug.

Ich stand noch in der Ecke, wohin ich mich zurückgezogen hatte, und sah Weston mit unergründlicher Miene eine Hand hinter seinen Kopf legen.

»Biscuits und Gravy, das klingt gut.« Wie auf Kommando begann mein Magen zu knurren, und ich hielt beide Hände auf mein weißes Shirt.

»Du bist die ganze Nacht hiergeblieben«, sagte er, und es klang kein bisschen wie eine Frage.

Ich nickte einmal, verschränkte die Arme und fragte mich, was er mir wohl erst hatte sagen wollen, nachdem seine Mutter weg war.

Gedankenverloren schaute er auf seine Füße hinunter. »Du kannst mich ruhig anlügen. Ich werde dir hinterher keinen Vorwurf machen.«

»Wieso?«, fragte ich.

Er sah mich mit abgrundtief traurigen Augen an. »Ich meine es so, wie ich es gesagt habe. Selbst wenn du nach Stillwater gehst, die OSU liebst und nie wieder hierher zurückkommst, meine Erinnerungen an die nächsten paar Wochen werden mir nicht so viel bedeuten, wenn du darin nicht vorkommst. Ich will dich nicht zu Versprechen überreden, die du nicht halten kannst, Erin . aber im Moment kann ich dir versichern, dass ich auch mit einer Lüge klarkomme. Lüg mich doch einfach an. Lass uns diese Ballgeschichte durchziehen, wie verrückt unseren Abschluss feiern und dann den besten Sommer aller Zeiten haben. Wir steigen einfach in die Achterbahn, fahren mit und tun so, als würde es nie zu Ende gehen.«

»Improvisierst du immer noch?«

Er hob einen Mundwinkel, aber seine Kiefer verspannten sich.

»Nein«, sagte er. »Du warst immer geplant. Das wirst du auch immer sein.«

Ich trat an sein Bett und beugte mich herab. Kurz bevor unsere Lippen sich berührten, suchte ich seinen Blick, um darin ein Versprechen zu entdecken oder irgendeinen Beweis dafür, dass er die Zukunft sah. Er griff nach meinen Armen und zog mich so nah an sich, dass sein Mund...

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