Bound to You

Eden
 
 
Piper (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 5. Oktober 2015
  • |
  • 288 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-492-97152-2 (ISBN)
 
Wenn man den alten Prophezeiungen glauben schenkt, dann hat Nina so ziemlich alles falsch gemacht, was man nur tun konnte, indem sie ihrem Herzen folgte. Doch sie musste Jared einfach heiraten - den Mann, der ihr alles bedeutet - und sie wird auch ihrem gemeinsamen Kind das Leben schenken, selbst wenn sie sich dafür mit allen Mächten des Himmels und der Hölle anlegen muss. Jared darf sich keinen Fehler erlauben, um Nina und ihr ungeborenes Kind zu schützen. Um ein Versprechen zu erfüllen, muss er jedoch das Buch der Dämonen nach Jerusalem zurückbringen. Um sich vorzubereiten, sucht er erneut St. Ann auf, und erfährt dort endlich die ganze Wahrheit.
  • Deutsch
  • München
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  • Deutschland
Piper ebooks in Piper Verlag
  • 4,19 MB
978-3-492-97152-2 (9783492971522)
weitere Ausgaben werden ermittelt

Jamie McGuire ist in Tulsa, Oklahoma, aufgewachsen und lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern auf einer Farm in der Nähe ihrer Heimatstadt. Ihr erster Roman, »Beautiful Disaster«, war ein internationaler Erfolg, an den sich weitere New-York-Times-Bestseller anschlossen.

Morgen

Und so lebten sie glücklich und in Frieden. So heißt es doch am Ende, nicht wahr? Der schwere Teil war vorbei. Nun segelten wir in ruhigen Gewässern. Ich lag im Bett, gleich neben meinem schönen, himmlischen Märchenprinzen, und ein tropisches Lüftchen wehte durch die Fliegengitter vor den Fenstern unserer kleinen karibischen Hütte, während ich darauf wartete, dass die Sonne aufging und der Tag begann, an dem ich heiraten würde.

Schon komisch, dass glücklich und in Frieden doch gar nicht das Ende ist . jedenfalls nicht, wenn die Hölle einem ans Leben will.

Diese triviale Tatsache ließ sich allerdings mühelos ignorieren, solange ein leichter Regen auf das Blechdach trommelte und die Palmwedel vor unserer Casita raschelten, während der Wind sanft durch die Bäume strich. Die ersten Sonnenstrahlen tanzten über die Decke wie ein goldener Schimmer behaglicher Wärme. Diese zitternden, glühenden Punkte über mir waren das Erste, was ich sah, als ich die Augen aufschlug. Jared Ryel war das Zweite. Er lächelte und wartete darauf, dass mein Blick sich klärte.

»Es ist Morgen«, flüsterte er.

Pink- und purpurfarbene Lichtsprenkel waren soeben durch das Fenster hereingefallen, und der Regen war bereits auf dem Weg zu der größeren Insel und ließ nur ein Tröpfeln zurück. Die verblassenden rötlich blauen Flecke auf Jareds Stirn, Wangen und Kinn traten in dem frühen Tageslicht besonders deutlich hervor und riefen eine Flut der Erinnerungen an die vorangegangenen Tage herbei.

Das Unmögliche hatten er und ich bereits überlebt - als wir von Angesicht zu Angesicht mit einer der furchterregendsten Kreaturen der Hölle und einigen Hundert ihrer Lakaien, dämonischer und menschlicher gleichermaßen, gestanden haben. Da war ein neuer Morgen schon Grund genug zu feiern. In diesem Moment setzte die Erkenntnis ein, und Jareds Augen funkelten vergnügt, als mein verschlafener Gesichtsausdruck plötzlicher Munterkeit wich.

»Es ist heute?«, fragte ich leise, streckte die Hand aus und berührte seine Haut und die verbliebenen Spuren seines Kampfes mit Shax.

Jared stützte sich auf die Ellbogen und beugte sich mit seinem Kopf nah an meinen Bauch heran. »Guten Morgen, kleines Böhnchen.«

»Böhnchen?«, fragte ich, und meine Brauen ruckten aufwärts.

»Ja. Sie ist nicht größer als ein Böhnchen. So steht es jedenfalls im Buch.«

»Buch.«

Jared hob ein dickes Buch vom Boden auf, dessen Einband nur so troff vor scheußlichen Pastellfarben und kindlicher Schrift.

»Ich dachte, ich sollte auf alles, was passieren könnte, vorbereitet sein.« Er blätterte in den Seiten. Dann sah er mich an, als würde er auf eine Bestätigung warten.

»Gibt es da auch ein Kapitel über Dreimonatskoliken bei Engelskindern?«, erkundigte ich mich grinsend, als Jared die Stirn in Falten legte.

Er warf das Buch auf den Boden und platzierte sich dann spielerisch auf mir und schnüffelte an meinem Hals.

»Jared!«, quiekte ich und machte einen kläglichen Versuch, ihn wegzustoßen. »Hör auf!«

»Ich höre auf, wenn du es sagst«, ertönte seine Stimme gedämpft an meiner Haut.

»Wenn ich was sage?« Kichernd und vergeblich wand ich mich unter ihm.

Jared hob den Kopf und sah mir in die Augen. »Böhnchen«, sagte er, und seine Augen leuchteten in einem weichen Blaugrau.

Ich presste die Lippen zu einem strengen Ausdruck zusammen, doch als er mich erneut mit seinem Atem kitzelte, gab ich auf. »Okay!«, kreischte ich. »Böhnchen!«

Ein breites Grinsen zeigte sich in seinen Zügen. »Ich wünschte, ich hätte vor drei Jahren schon gewusst, wie gut diese Taktik bei dir funktioniert. Mein Leben wäre viel einfacher gewesen.«

Ich schlug nach ihm, wohl wissend, dass er ausweichen würde. »Das ist nicht fair.«

Jared küsste mich, und seine Wärme drang durch meine Haut. Er kam mir nicht so warm vor wie sonst, aber das schob ich auf die tropische Hitze, die meine eigene Körpertemperatur nach oben getrieben haben mochte.

»Weißt du, was nicht fair ist? Ich bekomme dich erst heute Nachmittag wieder zu sehen.« Damit ließ er mich im Bett allein und zog sich ein weißes T-Shirt über den Kopf.

»Was soll das heißen?«, fragte ich und stemmte mich auf die Ellbogen.

»Du solltest dich lieber anziehen, Süße. Wir bekommen in fünf Minuten Besuch.«

»Besuch?«

Jared warf mir ein hellbraunes Sommerkleid auf das Bett, und ich beeilte mich, hineinzuschlüpfen. Niemand wusste besser als ich, dass Jared sich in solchen Dingen niemals irrte. Ich band mir das Haar zu einem unordentlichen Pferdeschwanz und stand unbeholfen auf, während Jared die Blechtür öffnete. Eine Gruppe Dorfbewohner war auf dem Weg zu unserer Casita, angeführt von einer erschöpft aussehenden Beth. Sie trug einen weißen Kleidersack, und als sich unsere Blicke trafen, lächelte sie, wie es breiter nicht mehr ging.

»Beth!«, rief ich und stürzte die Stufen hinab. Meine nackten Füße matschten im Schlamm, als ich zu ihr rannte und die Arme um sie schlang. Ihr kastanienbraunes Haar war feucht und klebte ihr an Stirn und Wangen im stark geröteten Gesicht. Sie war verschwitzt und rang nach Atem, als Chad ihr den Kleiderbeutel abnahm.

»Sie wollte ihn unbedingt selbst tragen«, erklärte er kopfschüttelnd und hielt Jared den Beutel hin, doch Beth riss ihn sogleich wieder an sich und schlug seine Hand weg.

Belustigt versicherte Jared: »Ich schaue nicht rein, Beth. Ich werde jetzt mit Chad zur Kapelle gehen. Ihr zwei habt den ganzen Tag Zeit.«

Das hätte mich nicht überraschen dürfen - Jared bekam einfach alles hin -, trotzdem war ich sprachlos. Beth und Chad waren gerade mal acht Stunden nach uns eingetroffen.

»Wie hast du .?«, fing ich an.

Jareds Lächeln wurde noch etwas strahlender. »Wir haben uns um alles gekümmert. Ich wollte nicht, dass du dich damit belasten musst.«

»Wir .?« Noch verwirrter als zuvor runzelte ich die Stirn.

»Mom wartet an der Kapelle auf mich. Wir sehen uns dort.« Er grinste von einem Ohr zum anderen. So glücklich hatte ich ihn noch nie erlebt. Er beugte sich zu mir und küsste mich auf die Wange, ehe er Chad zuwinkte, ihm zu folgen.

»Bist du schon mal Motorrad gefahren?«

Chad stutzte. »Ja. Warum?«

»Der Weg ist nicht ganz einfach.« Jared klopfte Chad aufmunternd auf die Schulter. Der arme Chad sah aus, als würde er sich arg fehl am Platz fühlen, aber obwohl die beiden Männer sich nicht sehr nahestanden, vertraute ich voll und ganz darauf, dass mein künftiger Ehemann sein Unbehagen erfolgreich würde vertreiben können.

»Warte nur, bis du das Kleid siehst!«, quiekte Beth und zog mich in die Hütte. Sie hängte den Beutel an den hölzernen Rahmen des Wandschranks und rieb sich die wunde Schulter. »Das war ein langer, schmutziger Weg.«

»Das war es.« Ich nickte. »Soll ich dir etwas Eis für deine Schulter holen?«

Beth' Augen funkelten wieder, und sie zog den Reißverschluss des Kleiderbeutels auf und drehte sich zu mir um.

Ich blinzelte fassungslos. »Das ist das . äh 

Nun funkelten Beth' Augen vor Aufregung. »Das Kleid aus dem Brautmodemagazin, das du dir vor zwei Jahren ausgesucht hast? Ja!«

»Aber . wie kommt das hierher? Wie hat er .?«

Beth konnte nicht warten, bis ich fertig war. »Ich habe das Ding ewig versteckt, kannst du dir das vorstellen? Lillian hat es zu uns gebracht und gesagt, du hättest es ausgesucht, und Jared hätte es gekauft. Und dann haben sie mich gezwungen, es zwei Jahre lang aufzubewahren! Das war schrecklich! Warum meinst du, habe ich dich die ganze Zeit wegen eines Hochzeitstermins gepiesackt?«

»Aber . warum?«

Beth nickte. »Tja, das habe ich sie auch gefragt. Seine Mom hat gesagt, er wäre zu aufgeregt und wollte dich überraschen, blablabla. Aber ich glaube, er wollte mich nur quälen, denn das war die Hölle.«

Ich konnte nicht aufhören, das fließende, seidige Weiß vor meinen Augen anzustarren. Ich weiß noch, wie ich, während ich mich von meiner Verwundung erholt hatte, auf unserem Sofa gesessen und mit Lillian in den Magazinen geblättert hatte, bis ich plötzlich an einem Bild hängen geblieben war, unfähig, noch eine Seite weiterzublättern. Das war kurz nach meiner Entlassung aus dem Krankenhaus gewesen, an dem Tag, an dem Claire aufgebrochen war, um all die Menschen zu eliminieren, die uns bedrohten. Und nun baumelte direkt vor meiner Nase ein Kleid, das mit dem, das vor zwei Jahren mein ungeteiltes Interesse gewonnen hatte, vollkommen identisch war.

»Beth?«, sagte ich, ohne den Blick von dem Kleid zu lösen.

»Ja?«

»Du musst ein bisschen runterschalten. Ich fühle mich etwas überfordert.«

Beth' Kopf machte eine ruckartige Bewegung, was wohl ein Nicken sein sollte. Dann setzte sie sich in eine Ecke. Nach einem tiefen Atemzug setzte sie erneut zu sprechen an. »Es ist wunderschön.«

Beinahe hätte ich Beth gefragt, warum Lillian das Kleid nicht in ihrem Haus behalten hatte, aber das war eine dumme Frage. Beth war sicher. Niemand würde ihre Wohnung in die Luft jagen oder mitten in der Nacht durch das Fenster einbrechen - und auf diese Weise hatte Jared einen weiteren Verbündeten im Kampf um die Festsetzung eines Hochzeitstermins gewonnen.

»Er ist brillant«, hauchte ich voller Bewunderung.

»Was?«

»Nichts.«

Beth umfasste ihre Knie und biss sich auf die Lippe, kämpfte mit jeder vorüberziehenden Sekunde.

»Bist du immer noch überfordert?«

»Es geht mir schon wieder besser.«

Sogleich verlor...

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