Bound to You

Requiem
 
 
Piper (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 9. März 2015
  • |
  • 320 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-492-96984-0 (ISBN)
 
Nachdem Nina im wahrsten Sinne des Wortes durch die Hölle gegangen ist, sehnt sie sich nun nach einem glücklichen Leben an Jareds Seite. Aber wiederkehrende Alpträume vom Tod ihres Vaters rauben ihr den Schlaf, und auch die Leitung der Firma ihres Vaters sowie das schlechte Gewissen Ryan gegenüber machen ihr zu schaffen. Hilflos muss Jared mitansehen, wie Nina einem Zusammenbruch entgegensteuert. Doch nicht nur Ninas Gesundheit steht auf dem Spiel. Denn ihre Alpträume sind mehr, als sie zu sein scheinen: sie sind eine Warnung. Um Antworten zu erhalten, muss Jared Shax' Buch zurückstehlen. Und dabei erkennen, dass er Nina nicht vor ihrem Schicksal beschützen kann ...
  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
Piper ebooks in Piper Verlag
  • 1,44 MB
978-3-492-96984-0 (9783492969840)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Jamie McGuire ist in Tulsa, Oklahoma, aufgewachsen und lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern auf einer Farm in der Nähe ihrer Heimatstadt. Alle ihre bisher erschienenen Romane - »Beautiful Disaster«, »Walking Disaster« und »Beautiful Wedding« - schafften es bis an die Spitze der New York Times-Bestsellerliste.

Fort

»Deinen Namen? In einen Baum geschnitzt? Das ist ja so süß!«, quiekte Beth.

»Ja, auf eine lahme, millionenfach schon da gewesene Art«, brummte Kim wenig beeindruckt.

Ich beachtete sie gar nicht und lächelte stattdessen Beth zu. »Er hat mich zu einem Feld gebracht, in dessen Mitte eine einsame Eiche steht. Dort haben wir eine Decke für das Picknick ausgebreitet, das er vorbereitet hat. Es war perfekt.«

»Du bist dran«, sagte Kim und sieß mir den Ellbogen in die Rippen.

»Oh«. Rasch warf ich einen Blick auf die Angebotstafel. »Einen großen Kaffee. Schwarz.« Das Mädchen hinter dem Tresen nickte, drückte auf ein paar Knöpfe ihrer Registrierkasse und wartete auf meine Scheckkarte. Ich stupste Beth an. »Willst du auch was?«

»Nee, heute nicht.«

Ich verdrehte die Augen. »Einen großen, fettarmen Moccachino für sie, bitte.«

»Ich habe gesagt, ich will nichts«, protestierte Beth mit gespieltem Ärger. »Und seit wann trinkst du deinen Kaffee schwarz?«

»Wir werden unseren morgendlichen Kaffeeklatsch am ersten Unterrichtstag nicht ohne Kaffee abhalten«, verkündete ich. »Ich weiß, bei dir und Chad ist das Geld momentan knapp. So ein Umzug ist eben teuer. Das ist kein Problem.«

»Ich bin keine Schnorrerin.«

»Südstaaten-Gastfreundschaft. Das sagst du doch sonst immer, oder?« Ich zwinkerte ihr zu.

»Du bist ein Yankee«, grollte Beth.

Das Mädchen wandte sich ab, um unsere Getränke zuzubereiten, und Beth beugte sich näher zu mir. »Also, der Baum .«

Ich lächelte. »Die Schnitzerei war toll. Unglaublich detailliert. So was habe ich vorher noch nie gesehen. Und dann hat er mich auf die andere Seite geführt, und da waren die Initialen seiner Eltern . geschnitzt vor Jahren.«

»Nein!«, kreischte Beth, sah sich um und bemühte sich, wieder zur Ruhe zu kommen, ehe sie ihre nächste Frage abfeuerte. »Dann habt ihr jetzt ein Datum festgelegt? Für die Hochzeit?«

Ich senkte den Blick. »Äh . nein. Aber es war ein nettes Picknick.«

»Ein nettes Picknick?«, wiederholte Kim.

»Er hat das Thema nicht angeschnitten.«

»Na, das ist ja mal was Neues«, stichelte Beth.

Es war nicht schwer zu erraten, warum Jareds Fragen nach einem Datum für unsere Hochzeit nachgelassen hatten - er war besorgt wegen der Albträume, und er wollte sie nicht noch schlimmer machen. Ich wusste, dass Jared ein Datum festlegen wollte. Während die Wochen vergingen und ich das Thema immer nur widerwillig diskutieren wollte, war er regelrecht nervös geworden, doch dann hatten die schlaflosen Nächte begonnen und die Hochzeit in den entferntesten Teil seines Bewusstseins vertrieben.

Wir suchten uns einen Platz am Fenster, redeten über die Semesterferien und brachten uns gegenseitig auf den neuesten Stand. Beth und Chad hatten ihre Arbeitszeit wegen des Herbstsemesters verkürzt. Das Geld war knapp, aber das Zusammenleben machte ihnen Spaß. Kim war herumgereist, um Verwandte zu besuchen, aber frühzeitig wieder zurückgekehrt.

»Mein Wohnheimzimmer hat mich vermisst«, erklärte sie lächelnd.

»Wie hast du die dazu gekriegt, dich reinzulassen?«, wollte Beth wissen.

»Ich bin Meisterin der Überredungskunst«, antwortete sie und rieb sich die Hände.

»Du warst also den größten Teil des Sommers auf Reisen, hast nicht gearbeitet und hattest trotzdem genug Geld, um die Machthabenden der Brown University zu bestechen?«, hakte ich nach. »Ja, klar.«

Kim zuckte mit den Schultern. »Ich habe auf dem Weg nach Chicago zwei Banken und einen Schnapsladen ausgeraubt.«

»Nett«, kommentierte ich und trank noch einen Schluck.

»Und Ryan ist jetzt in der Army?«, fragte Kim.

»Mensch, Kim«, tadelte Beth kopfschüttelnd.

Ich nickte. »Hat mir einen Brief geschrieben und ihn auf dem Weg zum Krieg in den Briefkasten geworfen. Als wäre das gar nichts. Wie eine verdammte Geburtstagskarte.«

»Oder eine Ansichtskarte«, fügte Kim hinzu.

»Auf der Soldaten abgebildet sind«, ergänzte Beth, senkte den Blick und bemühte sich, nicht zu lächeln.

»Mit grün-schwarzen Gesichtern und riesigen Wummen«, setzte Kim grinsend noch einen drauf.

Beth wartete einen Moment, ehe sie wieder etwas zum Besten gab: »In Tarn-Badehosen.«

»Wie sie auf einer Hängematte am Strand liegen, und obendrüber steht in großen, gelben Ballonschriftbuchstaben >Grüße aus dem Krieg<«, grummelte ich stirnrunzelnd.

Beth kicherte, ehe sie sich recht kläglich um eine ernste Miene bemühte. »Das ist nicht deine Schuld.«

»Es ist allein meine Schuld. Ich hätte ihn aufhalten müssen.«

Beths Lächeln erstarb, und sie griff nach meinem Arm. »Nigh, du wusstest doch gar nicht, wie du ihn hättest aufhalten können.«

»Nein, sicher nicht«, murmelte ich tonlos und wohl wissend, dass Jared mich hören konnte.

Wir warfen unsere leeren Tassen in den Mülleimer, ehe wir uns auf den Weg zum Campus machten. Die Straße schien länger zu sein als in den vorangegangenen Jahren. Ich erinnerte mich, wie ich früher den gleichen Weg entlanggegangen war und mich gefragt hatte, ob ich wohl Jared begegnen würde. Wie ich gehofft hatte, ich könnte mir einen weiteren Moment mit ihm erhaschen. Ein Lächeln umspielte meine Lippen, als ich mich nach hinten umschaute. Der Escalade stand einen halben Block entfernt auf der anderen Straßenseite.

So viel hatte sich verändert, seit ich damals auf dieser Bank gesessen hatte. Das Leben war schlecht gewesen und schlimmer geworden, um sich anschließend wunderbar und geradezu unglaublich herauszustellen, und jetzt war mein Alltag so banal wie der jedes anderen Collegestudenten auch. Könnte ich nur meine Augen schließen, ohne meinen Vater vor mir zu sehen, aber das war wohl endgültig zu viel verlangt.

Beth warf mir von Zeit zu Zeit einen verstohlenen Blick zu. Schließlich besiegte meine Neugier den Widerwillen gegen ihre ausufernden Erklärungen.

»Also gut, Beth. Habe ich irgendwas im Gesicht?«, fragte ich.

»Popel«, sagte Kim mit ausdrucksloser Miene und zeigte auf meine Nase.

»Ich habe Popel an der Nase?«, keuchte ich und schlug die Hand vor das Gesicht, um die Schande zu bedecken.

»Nein«, entgegnete Kim.

Beth lächelte. »Es sieht nur so aus, als hättest du nicht viel geschlafen, das ist alles.«

Meine Hand löste sich erst von meinem Gesicht, nachdem ich sie gleich mehrfach über meine Nase gewischt hatte. Dann schnitt ich Kim eine Grimasse. »Hab ich wohl auch nicht, schätze ich.«

»Du schätzt?«, bohrte Beth.

»Böse Träume«, kommentierte Kim.

»Woher weißt du das?«, wollte ich wissen.

Kim zuckte mit den Schultern. »Nur geraten. Worum geht es in den Träumen?«

»Hauptsächlich um Jack.«

Beth verzog das Gesicht und sah Kim tadelnd an, doch die reagierte gar nicht.

»Was ist mit deinem Dad?«, fragte sie stattdessen.

Ich kratzte mich am Kopf und behielt den Verkehr auf der Straße im Auge - eine Hinhaltetaktik, natürlich. Mir behagte nicht, welche Wendung das Gespräch genommen hatte.

»Es geht nur darum, wie er gestorben ist. Aber nicht so, wie es wirklich war.«

»Inwiefern?«, hakte Kim nach.

Abrupt blieb Beth stehen. »Verdammt, Kim! Jetzt hör doch mal auf!«

»Reden kann manchmal helfen, Nina«, sagte Kim, ohne auf Beth zu achten.

»Nicht heute«, gab ich zurück und schaute an dem gealterten Ziegelmauerwerk des Gebäudes empor. »Wir sehen uns beim Mittagessen.«

Der Unterricht schien endlos zu dauern. Gedanken an Sasha, Jared und Claire, die unter einer unbarmherzigen Wüstensonne ausharrte, um Ryan vor sich selbst zu retten, kreisten in meinem Kopf. Während die Zeit träge dahinkroch, wurde ich immer wütender. Schuldgefühle folgten mir, wohin ich auch ging, und der Schlafmangel machte mich reizbar. Als die Studenten endlich entlassen wurden, stürmte ich zur Tür hinaus, ohne mich um die verblüfften Blicke der Kommilitonen zu kümmern, die ich dabei zur Seite schubste.

Kim sprang mir in den Weg. »Whoa!«

Ehe ich auch nur einen Ton herausbrachte, musste ich erst ein paarmal tief durchatmen. »Sorry . ich war . ich weiß auch nicht.«

»War der Unterricht so schlimm?«

»Kann mich nicht erinnern«, antwortete ich und rieb mir die Schläfe an der Stelle, an der sie mit Kims Schulter kollidiert war.

Kim sah den Gang hinunter und dann wieder zu mir. »Okay. Was ist los mit dir? Du bist nicht du selbst.«

»Ich bin nur müde«, behauptete ich und schob mich an ihr vorbei, um die Treppe hinunterzuflüchten.

Draußen auf dem Rasen durfte die nächste Bank den Großteil meiner Wut ausbaden, als ich meinen Rucksack mit voller Wucht auf sie schmiss, ehe ich mich setzte und in mir zusammensackte. Meine nächste Stunde begann in zehn Minuten, und ich hatte nicht die geringste Lust auf die monoton heruntergeleierte Informationsveranstaltung.

Lachend und schnatternd zogen Studenten vorüber, so energiegeladen, wie man es am ersten Tag des Semesters erwarten durfte. Die Sommersonne war schon jetzt zu warm für die frühe Stunde, und in der Windstille konnte ich die Schweißtropfen spüren, die sich zwischen meiner Haut und dem Holz gebildet hatten. Ich fühlte mich nicht mehr heimisch auf dem Campus. Es war, als hätte ich mich Jahre entfernt von dem Kichern und dem Gelächter mit meinen Freunden beim Mittagessen, in einem Café oder einem Pub. Meine Stimmung wurde noch schlechter, und ich weigerte mich, mich von der Bank zu rühren.

Und dann saß er neben mir.

»Warmer Tag, was?«, kommentierte er, ohne in meine Richtung zu schauen.

»Kann...

»Jamie McGuire, die hierzulande zuerst durch ihre New-Adult-Romane bekannt wurde, hat in ihrer >Providence<-Serie, die im Original davor begonnen hat, eine ganz andere, düster-paranormale Szenerie erschaffen. Bei der Liebesgeschichte ist sie sich aber treu geblieben, denn das Feuer zwischen Nina und Jared entfacht schnell (...)«, LoveLetter

Dateiformat: EPUB
Kopierschutz: Wasserzeichen-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Verwenden Sie eine Lese-Software, die das Dateiformat EPUB verarbeiten kann: z.B. Adobe Digital Editions oder FBReader - beide kostenlos (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat EPUB ist sehr gut für Romane und Sachbücher geeignet - also für "fließenden" Text ohne komplexes Layout. Bei E-Readern oder Smartphones passt sich der Zeilen- und Seitenumbruch automatisch den kleinen Displays an. Mit Wasserzeichen-DRM wird hier ein "weicher" Kopierschutz verwendet. Daher ist technisch zwar alles möglich - sogar eine unzulässige Weitergabe. Aber an sichtbaren und unsichtbaren Stellen wird der Käufer des E-Books als Wasserzeichen hinterlegt, sodass im Falle eines Missbrauchs die Spur zurückverfolgt werden kann.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

9,99 €
inkl. 19% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
ePUB mit Wasserzeichen-DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen