Beautiful Oblivion

Roman
 
 
Piper (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 19. Januar 2015
  • |
  • 416 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-492-96723-5 (ISBN)
 
Als Cami in einer Bar Trenton Maddox kennenlernt, hat sie keinen Zweifel daran, dass ihre Freundschaft mit dem berüchtigten Weiberhelden eine platonische bleiben wird. Schließlich ist sie wie er mit rüpelhaften Brüdern aufgewachsen und weiß, mit Männern wie ihm umzugehen. Doch wenn sich ein Maddox-Bruder verliebt, dann liebt er für immer. Und er kämpft - auch wenn alles andere daran zu zerbrechen droht.
weitere Ausgaben werden ermittelt

Jamie McGuire ist in Tulsa, Oklahoma, aufgewachsen und lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern auf einer Farm in der Nähe ihrer Heimatstadt. Ihr erster Roman, »Beautiful Disaster«, war ein internationaler Erfolg, an den sich weitere New-York-Times-Bestseller anschlossen.

Zweites Kapitel

Mein Telefon zwitscherte zum dritten Mal. Ich nahm es von meinem Nachttisch, um einen Blick darauf zu werfen. Es war eine SMS von Trenton.

»Bist du komplett bescheuert? Mach dein Telefon aus! Einige von uns haben einen Kater!«, brüllte Raegan aus ihrem Zimmer.

Ich schaltete das Telefon auf stumm und legte es wieder zurück. Verdammt. Was hatte ich mir bloß dabei gedacht, ihm meine Nummer zu geben?

Kody trottete über den Flur und spähte um die Ecke. Seine Augen waren noch halb geschlossen. »Wie spät ist es?«

»Noch keine acht.«

»Wer stört so früh?«

»Geht dich nichts an«, brummte ich und drehte ihm den Rücken zu. Kody gluckste und begann kurz darauf, in der Küche mit Töpfen und Pfannen zu klappern, wahrscheinlich brauchte der Riesenkerl dringend was zu futtern.

»Ich hasse euch alle!«, keifte Raegan schon wieder.

Ich setzte mich auf und ließ meine Beine über die Bettkante baumeln. Das ganze Wochenende frei - so was hatte ich lange nicht gehabt. Seit dem letzten Wochenende, als ich mir freigenommen hatte, um T. J. zu sehen - und er mich versetzt hatte. Damals hatte ich die Wohnung geputzt, bis meine Finger wund waren, und danach erst meine und dann Raegans komplette Wäsche gewaschen, getrocknet und zusammengelegt.

Diesmal würde ich jedoch nicht miesepetrig in der Wohnung rumhängen. Ich betrachtete die Fotos von meinen Brüdern und mir an der Wand, daneben eins meiner Eltern und ein paar Zeichnungen, die ich in der Highschool gemacht hatte. In der ganzen Wohnung hingen schwarze Bilderrahmen als Kontrast zu den weißen Wänden. Ich hatte mich bemüht, es ein bisschen wohnlicher zu gestalten - und von jedem Gehaltsscheck ein Paar Vorhänge gekauft. Raegans Eltern hatten ihr zu Weihnachten einen Gutschein von Pottery Barn geschenkt, sodass wir jetzt ein hübsches Geschirr und einen rustikalen, mahagonifarbenen Couchtisch besaßen. Trotzdem sah das Appartement immer noch aus, als wären wir gerade eingezogen, obwohl ich schon seit fast drei Jahren und Raegan seit über einem Jahr dort lebte. Es war nicht gerade das hübscheste Anwesen in der Stadt, aber immerhin gab es in der Nachbarschaft eher junge Familien und berufstätige Singles als laute, schnöselige Collegekids. Es war auch weit genug weg vom Campus, sodass wir nicht viel von den studentischen Völkerwanderungen mitbekamen.

Es war nicht besonders toll, aber immerhin ein Zuhause.

Mein Telefon brummte. Ich verdrehte die Augen, weil ich dachte, es wäre wieder Trenton, und beugte mich hinüber, um auf das Display zu schauen. Es war T. J.

Man konnte T. J. nicht lange böse sein, aber man kam ihm auch nicht richtig nahe. Klar, wir waren auch erst seit sechs Monaten zusammen. Davon waren die ersten drei großartig, und dann wurde T. J. mit der Leitung dieses Projekts beauftragt. Er warnte mich noch davor, als wir beschlossen, es mit einer Fernbeziehung zu versuchen. Es war das erste Mal, dass ihm die Verantwortung für ein ganzes Projekt übertragen wurde, und er war sowohl ein Perfektionist als auch ein Streber. Noch dazu war der Auftrag der größte, an dem er je mitgearbeitet hatte, und T. J. wollte sichergehen, nichts zu versäumen. Es - was immer es genau war - war jedenfalls wichtig. Denn wenn es gut ausging, würde er mit einer Riesenbeförderung belohnt. Einmal spätabends erwähnte er, dass er sich vielleicht eine größere Wohnung nehmen und wir eventuell überlegen könnten, nächstes Jahr dorthin zu ziehen.

Ich wäre überall lieber als hier. In einer kleinen Collegestadt zu leben, wenn man nicht mehr so richtig aufs College geht, das ist nicht besonders toll. Dabei gab es am College nichts auszusetzen. Die Eastern State University war idyllisch und hübsch. Solange ich denken konnte, hatte ich dorthin gewollt, aber nach nur einem Jahr im Wohnheim musste ich unbedingt in eine eigene Wohnung. Aber auch wenn es ein sicherer Hafen ohne die Albernheiten des Wohnheimalltags war, bereitete mir die Unabhängigkeit auch ihre Probleme. Ich besuchte pro Semester nur noch ein paar Kurse, und anstatt dieses Jahr meinen Abschluss zu machen, war ich nichts weiter als eine Studentin im zweiten Studienjahr.

All die Opfer, die ich brachte, um mir die für mich unerlässliche Unabhängigkeit erlauben zu können, waren der Grund, warum genau ich T. J. nicht die Opfer vorwerfen konnte, die er sich auferlegte - sogar wenn eines davon ich selbst war.

Hinter mir bog sich die Matratze durch, die Decke wurde zurückgeschlagen, und eine kleine, eiskalte Hand berührte mich. Ich machte einen erschrockenen Satz.

»Verdammt, Ray! Nimm deine eklig kalten Pfoten weg.«

Sie lachte und schmiegte sich an mich. »Morgens ist es jetzt immer schon so frisch! Kody haut sich gerade ungefähr ein Dutzend Eier in die Pfanne, und mein Bett ist wie ein Eisfach!«

»Mein Gott, er frisst so viel wie ein Pferd.«

»Er hat ja auch die Größe eines Pferdes. Und zwar überall.«

»Iih, igittigitt«, sagte ich und hielt mir die Ohren zu. »Das muss ich mir um diese Uhrzeit nicht unbedingt bildlich vorstellen. Oder eigentlich überhaupt nicht.«

»Also, wer macht bei dir Telefonterror? Trent?«

Ich drehte mich um, damit ich sah, was für ein Gesicht sie dazu machte. »Trent?«

»Ach, spiel mir doch nicht das Unschuldslamm vor, Camille Renee Camlin! Ich habe deinen Blick gesehen, als er dir den Drink gegeben hat.«

»Da war kein Blick.«

»Und ob da ein Blick war!«

Ich schob mich bis an den Rand des Bettes und schubste Raegan vor mir her, bevor sie realisierte, was ich da tat, und quietschend und mit einem lauten Rums auf dem Fußboden landete.

»Du bist ein gemeiner, schrecklicher Mensch!«

»Ich bin gemein?«, sagte ich und lehnte mich über die Bettkante. »Ich habe nicht das Bier eines Mädchens auf den Boden geworfen, nur weil sie ihren Tisch zurückwollte!«

Raegan hockte sich in den Schneidersitz und seufzte. »Du hast recht. Ich war ein gemeines Miststück. Beim nächsten Mal verspreche ich, erst einen Deckel auf die Flasche zu tun, bevor ich sie runterschmeiße.«

Ich fiel auf mein Kissen zurück und starrte an die Decke. »Du bist hoffnungslos.«

»Frühstück!«, rief Kody aus der Küche.

Wir stürzten beide los, um als Erste durch die Tür zu kommen.

Raegan saß vielleicht eine halbe Sekunde lang auf dem Hocker an der Frühstückstheke, bevor ich ihn umstieß. Sie landete auf den Füßen, aber vor Staunen blieb ihr der Mund offen.

»Du schreist heute direkt danach!«

Ich nahm den ersten Bissen von einem Bagel mit Zimt und Rosinen und Apfelkraut. Als die kalorienreiche Köstlichkeit in meinem Mund zerschmolz, summte ich vor Genuss. Kody hatte schon genug Nächte hier verbracht, um zu wissen, wie zuwider mir Eier waren. Aber seit er mir ein alternatives Frühstück zubereitete, verzieh ich ihm den ekligen Eiergeruch, der unser Appartement jedes Mal durchzog, wenn er hier übernachtete.

»Also«, sagte Kody kauend, »Trent Maddox.«

Ich schüttelte den Kopf. »Du brauchst gar nicht davon anzufangen.«

»Wie's aussieht, hast du das bereits erledigt«, meinte Kody mit einem ironischen Lächeln.

»Ihr tut beide so, als wäre ich über ihn hergefallen. Wir haben nur geredet.«

»Er hat dir vier Drinks gekauft. Und du hast es zugelassen«, sagte Raegan.

»Und er hat dich zum Wagen begleitet«, sagte Kody.

»Und ihr habt Telefonnummern ausgetauscht«, sagte Raegan.

»Ich habe schon einen Freund«, sagte ich, vielleicht ein bisschen pampig und im Ton eines dieser dämlichen, verwöhnten Valley Girls. Wenn sich Leute gegen mich zusammentaten, bewirkte das ein seltsames Verhalten bei mir.

»Den du seit fast drei Monaten nicht gesehen hast und der dich zweimal versetzt hat«, sagte Raegan.

»Dann ist es also egozentrisch von ihm, dass er sich in seinem Job engagiert und weiterkommen will?«, fragte ich und wollte die Antwort eigentlich gar nicht hören. »Wir wussten alle, dass das so sein wird. T. J. hat von Anfang an offen gesagt, wie anspruchsvoll sein Job werden kann. Warum bin ich die Einzige, die davon nicht überrascht ist?«

Kody und Raegan tauschten einen Blick und aßen dann stumm ihre ekligen Hühnerföten.

»Und was macht ihr beiden heute so?«, fragte ich.

»Ich bin zum Mittagessen bei meinen Eltern«, sagte Raegan. »Und Kody auch.«

Ich hielt im Zubeißen inne und nahm den Bagel wieder aus dem Mund. »Echt? Das ist aber schon eine ziemlich große Sache«, sagte ich lächelnd.

Kody grinste. »Sie hat mich vor ihrem Dad gewarnt. Ich bin nicht nervös.«

»Bist du nicht?«, fragte ich ungläubig.

Er schüttelte den Kopf, wirkte aber ein bisschen weniger selbstbewusst. »Warum?«

»Er ist ein pensionierter Navy SEAL. Und Raegan ist nicht bloß seine Tochter. Sie ist sein einziges Kind. Das ist ein Mann, der sein ganzes Leben lang nach Perfektion gestrebt und sich selbst immer bis ans Limit gefordert hat. Glaubst du, du spazierst in sein Haus, drohst ihm, noch mehr Zeit und Aufmerksamkeit von Raegan zu klauen, und er wird dich einfach in seiner Familie willkommen heißen?«

Kody war sprachlos. Raegan funkelte mich aus halb zusammengekniffenen Augen an. »Danke, du bist eine echte Freundin.« Dann tätschelte sie Kodys Hand. »Er mag niemanden beim ersten Mal.«

»Außer mir«, sagte ich und hob...

»So unterhaltsam darf es gerne in den nächsten Bänden weitergehen.«, LoveLetter Magazin

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