Mein verführerischer Highlander

Roman
 
 
Blanvalet (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 21. Januar 2013
  • |
  • 480 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-08509-4 (ISBN)
 
Die Highlands: ungezähmt und voller Leidenschaft!

Auf dem Schlachtfeld ist Arthur »Ranger« Campbell ein von seinen Feinden gefürchteter und von Verbündeten hoch geschätzter Mann. Als er sich in den Clan des Stammesfürsten einschleicht, der einst seinen Vater tötete, schreit alles in ihm nach Rache. Doch er muss sich einer noch größeren Herausforderung stellen, denn die blonde Schönheit, die ihm den Kopf verdreht hat, ist ausgerechnet die Tochter seines größten Feindes. Als die beiden sich näherkommen, muss er sich schließlich entscheiden: Liebe oder Rache .

  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
Blanvalet
  • 1,22 MB
978-3-641-08509-4 (9783641085094)
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PROLOG

St. John’s Church, Ayr, Schottland,
20.
April 1307

Arthur Campbell war nicht da – oder hätte zumindest nicht da sein sollen. Mit seiner Meldung an König Robert Bruce, dass heute Abend hier in der Kirche Silber für die englische Garnison im Norden auf Bothwell Castle übergeben werden sollte, hatte er seinen Teil der Mission vollbracht.

Bruces Männer erwarteten die Ankunft der berittenen Geldboten keine fünfzig Yards entfernt im Schutz der Bäume. Arthurs Anwesenheit war gar nicht vonnöten. Tatsächlich hätte er gar nicht da sein dürfen. Die Wahrung seiner Tarnung hatte oberste Priorität. Nach über zwei Jahren, in denen er den loyalen Gefolgsmann König Edwards spielen musste, hatte er schon zu viel riskiert, um alles wegen eines »unguten Gefühls« aufs Spiel zu setzen. Er hatte nicht nur zu befürchten, dass er sich vor den Engländern hätte rechtfertigen müssen. Im Fall einer Entdeckung durch König Roberts Männer würde man ihn für das halten, was er zu sein schien: für den Feind.

Nur eine Handvoll Männer wusste, wie es um Arthurs wahre Loyalität stand. Sein Leben hing davon ab. Und doch war er da, verbarg sich im Dunkel des bewaldeten Hügels hinter der Kirche, weil ihm ein böses Vorgefühl sagte, dass etwas schiefgehen würde, auf das er sich oft hatte verlassen können.

Das Gebimmel der Kirchenglocke durchbrach die Grabesstille. Die Komplet. Das Abendgebet. Es wurde Zeit.

Völlig reglos öffnete er seine Sinne für alle möglichen Anzeichen herannahender Reiter. Dank seiner vorangegangenen Erkundung des Geländes wusste er, dass Bruces Leute zwischen den Bäumen aufgestellt waren, die die zur Kirche führende Straße säumten. Somit hatten sie einen guten Blick auf alle, die sich näherten, waren aber so weit entfernt, dass sie rasch entkommen konnten, falls die verwundeten Engländer in der als provisorisches Lazarett dienenden Kirche durch den Angriff aufgeschreckt wurden.

Gewiss, die Kirche St. John war nicht der ideale Ort für einen Angriff. Waren schon die verwundeten englischen Krieger in der Kirche ein gewisser Unsicherheitsfaktor, so stellte die auf Ayr Castle stationierte Garnison, die keine halbe Meile entfernt war, eine echte Bedrohung für Bruces Leute dar.

Ihre Informationen waren unvollständig. Arthur hatte erfahren, dass das Geld heute Nacht in der Kirche übergeben werden sollte, auf welchem Weg es hinausgelangen sollte, wusste er jedoch nicht. Da es mindestens vier mögliche Routen aus der Stadt nach Bothwell gab, konnte man nicht sicher sein, welchen Weg die Reiter nehmen würden.

In diesem Fall aber lohnte sich das Risiko. Das für den Sold der englischen Garnison in Bothwell Castle bestimmte Silber – etwa im Wert von fünfzig Pfund – sicherte Bruces vierhundert, in den Wäldern von Galloway verborgenen Männern mehrere Monate den Unterhalt.

Überdies bedeutete das Silber nicht nur fette Beute für Bruce, der Verlust des Geldes würde die Engländer schmerzen – was Sinn und Zweck dieser Überraschungsangriffe war. Es waren rasche, heftige Schläge, ausgeführt, um den Feind zu verunsichern, die Nachrichtenübermittlung zu erschweren, den Vorteil der zahlenmäßigen und waffentechnischen Überlegenheit zu mindern und vor allem Furcht in den Herzen der Gegner zu wecken. Mit anderen Worten, sie würden kämpfen, wie er immer schon gekämpft hatte – wie ein Highlander.

Und es tat seine Wirkung. Die englischen Feiglinge bewegten sich mittlerweile höchst ungern in kleinen Gruppen ohne Schutz größerer Einheiten durchs Land. Bruce und seine Männer hatten ihnen so sehr zu schaffen gemacht, dass der Feind sich nun gezwungen sah, das Geld mit Hilfe von Kurieren und Priestern auf geheimen Wegen weiterzuleiten.

Ganz plötzlich erstarrte Arthur. Es herrschte absolute Stille, dennoch spürte er, dass sich jemand näherte. Sein Blick schoss zur Straße und spähte nach beiden Seiten in die Dunkelheit, nichts. Kein Anzeichen von nahenden Reitern. Und doch sträubten sich seine Nackenhaare, sämtliche Instinkte waren in Alarmbereitschaft.

Dann hörte er es. Das leise unverkennbare Knistern von Laub unter Schritten. Hinter ihm.

In seinem Rücken.

Er fluchte. Die Kuriere kamen über den vom Strand heraufführenden Pfad und nicht über die Straße vom Dorf her. Zwar würden Bruces Männer sie sofort sehen, doch würde der Angriff viel näher an der Kirche stattfinden, als ihnen lieb sein konnte. Sie waren ausgebildet, das Unerwartete zu erwarten, das hier aber würde eng werden … ganz eng.

Er hoffte inständig, der Priester würde nicht ins Freie treten und nachsehen. Ein toter Gottesdiener war das Allerletzte, mit dem er seine Seele belasten wollte – sie war ohnehin schon schwarz genug.

Er lauschte angestrengter. Zwei Schrittpaare. Eines leicht, das andere schwer. Ein Zweig knackte, dann wieder einer. Sie kamen näher.

Gleich darauf kam die erste zweier in Umhänge gehüllter Gestalten auf dem Pfad unter ihm in Sicht. Groß und beleibt, stapfte der Mann den gewundenen Pfad entlang, schob Zweige für den Soldaten hinter ihm aus dem Weg. Als er an ihm vorüberschritt, konnte Arthur flüchtig das Schimmern von Stahl und den farbigen Wappenrock unter den schweren Falten des Wollstoffes ausmachen. Ein Ritter.

Ja, sie waren es.

Die zweite Gestalt näherte sich. Kleiner und schlanker als die erste und mit viel anmutigeren Bewegungen. Arthur, der sie rasch als geringere Bedrohung einstufte, wandte sich der ersten zu, als ihn etwas innehalten ließ. Er fasste die zweite Gestalt schärfer ins Auge. Dunkelheit und Kapuzenmantel ließen keine Details erkennen, doch wurde er das Gefühl nicht los, dass etwas nicht stimmte. Der Krieger schien auf dem Pfad förmlich dahinzugleiten. Er trug etwas unter dem Arm. Einen Korb …

Ihm drehte sich der Magen um. Verdammt. Kein Kurier, sondern ein Mädchen. Ein Mädchen, das sich den denkbar ungünstigsten Zeitpunkt ausgesucht hatte.

Arthurs Sinne hatten ihn nicht getrogen. Etwas Schlimmes stand bevor. Wenn das Mädchen nicht schleunigst von der Bildfläche verschwand, würden Bruces Männer zweifellos denselben Irrtum begehen wie er. Ihm aber blieb Zeit, ihn zu korrigieren. Sie würden in dem Moment angreifen, sobald das Mädchen und ihr ritterlicher Begleiter in ihr Blickfeld traten.

Er war ganz Anspannung, als sie dicht an ihm vorüberging, schwachen Rosenduft im Gefolge.

Kehre um, drängte er sie stumm. Als sie stehen blieb und sich leicht in seine Richtung neigte, glaubte er schon, sie hätte sein lautloses Flehen gehört. Sie aber schüttelte nur den Kopf und ging weiter, direkt einer tödlichen Falle entgegen,

Herrgott. Was für ein verdammtes Pech. Diese Mission war eben jetzt gescheitert. Bruces Männer standen im Begriff, das Überraschungselement einzubüßen – und dabei eine Frau zu töten.

Er durfte nicht eingreifen. Er konnte nicht riskieren, entdeckt zu werden. Er musste im Hintergrund bleiben. Im Dunkeln agieren. Sich nicht einmischen. Er musste alles tun, um seine Tarnung zu bewahren.

Bruce rechnete mit ihm. Seine gerühmten Fähigkeiten als Waldläufer und Kundschafter, die ihn zum Mitglied der als Highland-Garde bekannten Elite-Truppe gemacht hatten, waren nie wertvoller gewesen als eben jetzt. Arthurs Geschick, sich im Dunkel zu verbergen und tief hinter die feindlichen Linien einzudringen, um Informationen über Gelände, Nachschub, Kampfstärke und Stellungen zu erlangen, war für die Überraschungsangriffe, wie sie typisch für Bruces Kampfstrategie geworden waren, noch wichtiger geworden.

Ein einzelnes Mädchen lohnte das Risiko nicht.

Verdammt, er hätte gar nicht hier sein sollen.

Lass sie laufen.

Sein Herz pochte heftig, als sie immer näher kam. Er mischte sich nicht ein. Er blieb im Dunkeln. Es war nicht sein Problem.

Unter dem schweren Stahl des Helms sammelte sich Schweiß auf seiner Stirn. Nur noch ein Sekundenbruchteil, um eine Entscheidung zu treffen …

Verflucht.

Lautlos trat er hinter den Bäumen hervor. Er mimte schon so lange den Ritter, dass er schon glaubte, er wäre wirklich einer, dabei war er nur ein verdammter Narr. Aber er konnte nicht einfach tatenlos dastehen und ein unschuldiges Mädchen in den Tod gehen lassen. Vielleicht gelang es ihm, die Männer aufzuhalten, ehe sie aus der Deckung kamen. Vielleicht. Er war aber nicht sicher, was die genaue Position von Bruces Kämpfern betraf.

Verstohlen schlich er sich durch die Finsternis von hinten an das Mädchen heran. Mit einer einzigen geschmeidigen Bewegung schlang er seinen Arm um sie und hielt ihr den Mund zu, ehe sie schreien konnte. Den anderen Arm legte er um ihre Taille und drückte sie fest an sich.

Etwas zu fest. Er spürte, wie sich jede einzelne ihre weichen, weiblichen Formen an ihn schmiegte – besonders das hübsch geformte Hinterteil, das sich an seine Lenden drückte.

Rosen. Wieder roch er sie. Jetzt stärker. Ein leichtes Schwindelgefühl erfasste ihn. Er sog den Duft bewusst ein und bemerkte nun noch etwas anderes. Etwas Warmes, nach Butter Duftendes mit einem leisen Anflug von Apfelaroma. Apfelküchlein. In ihrem Korb.

Ihr Widerstand, der sich in Gezappel äußerte, riss ihn aus seinen Gedanken.

»Ich tue dir nichts, Mädchen«, raunte er ihr zu.

Sein Körper aber reagierte auf unmissverständliche Weise und geriet unter ihren Bewegungen in Glut. Hart und wie ein Schock durchzuckte ihn das...

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