Jandra

Die Herrschaft der Drachen
 
 
Random House ebook (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 12. Dezember 2011
  • |
  • 608 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-07866-9 (ISBN)
 
Drache oder Mensch - wem gebührt die Macht?

Jandra ist eine Menschenfrau, doch sie fühlt sich viel mehr den Drachen nahe, die sie aufgezogen haben. Und jetzt, da der tyrannische Drachenkönig Albekizan tot ist, scheint endlich auch ein friedliches Miteinander beider Rassen möglich zu sein. Doch während viele Drachen sich weigern, ihre Herrschaft aufzugeben, wollen die Menschen Rache für die Jahrhunderte der Unterdrückung. Und bald muss sich nicht nur Jandra fragen, auf welcher Seite sie eigentlich steht.

Ein faszinierendes Fantasy-Epos über die Herrschaft der Drachen und den Mut einer jungen Frau.



James Maxey lebt in Hillsborough, USA. Er lernte das Schreiben von niemand geringerem als Orson Scott Card und gewann gleich mit seiner ersten Kurzgeschichte den Phobos Award.
  • Deutsch
  • 0,63 MB
978-3-641-07866-9 (9783641078669)
3641078660 (3641078660)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Kapitel Sechsundzwanzig (S. 347-348)

Du weißt, was ich getan habe


Als Bitterholz aus dem Regenbogen trat, wich die feuchte, rauchgeschwängerte Luft einer warmen Brise, in der der Duft von Blumen mitschwang. Der falsche Himmel über ihm war immer noch ein Nachthimmel, an dem Sterne und Mond standen. Das Licht war hell genug, um die Fußstapfen des gefallenen Engels zu beleuchten, der vor Bitterholz durch das Tor gegangen war. Er musterte die Abdrücke in dem zusammengedrückten Gras; es waren nicht die eines Lebewesens. Die Abdrücke hatten harte, schroffe Kanten, die ihm sagten, dass das, was er gesehen hatte, als der Engel vor ihm verschwunden war, stimmte.

Gabriel war ebenso ein Maschinenmann wie Hezekiah. Bitterholz folgte der Spur der abgeknickten Grashalme, obwohl er wusste, wohin sie führten – zum Tempel. Gabriel hatte nur ein paar Minuten Vorsprung. Bitterholz konnte anhand der Spur erkennen, dass der Maschinenmann humpelte. Er hatte sich bei den Kämpfen verletzt. Bitterholz seinerseits fühlte sich nach Blasphets Tod energetisiert. Seine Fieberträume, die Visionen von Recanna, sämtliche Omen und Vorahnungen wirkten plötzlich ganz klar. Zwanzig Jahre lang hatte der Hass auf die Drachen ihm einen Grund gegeben, am Morgen aufzustehen. Selbstgerechte Wut hatte ihn bei der Vorstellung gepackt, dass die Drachen Macht über die Menschen besaßen – eine Macht, die sie ungerecht nutzten.

Und doch, was war mit der Macht der Götter? Er wusste nicht, ob sein Hass einen Pfeil durch das Herz der Göttin treiben konnte. Doch er war begierig darauf, es herauszufinden. Er hoffte, dass er Jandra mit seiner Schroffheit davon abgehalten hatte, ihm zu folgen. Wenn er bei dem starb, was er sich vorgenommen hatte, spielte das keine große Rolle, aber er sah keinen Sinn darin, dass sie ihr Leben aufs Spiel setzte. Er holte Gabriel ein, als der gerade die Treppe zum Tempel erklomm. Der Engel zeigte sich jetzt so, wie er wirklich war, die Karikatur eines Mannes mit Knochen aus Stahl und Muskeln aus feuchtem Lehm.

Bitterholz ließ Blasphets abgetrennte Zunge ins Gras fallen. Aus einer Entfernung von einhundert Fuß zielte er auf Gabriels Schädel und schoss den Pfeil ab. Aber Geräusche fliegen schneller als Pfeile. Gabriel wirbelte zu dem Twing herum und packte den Pfeil mit seinen knöchernen Fingern. »Oh, du bist es«, sagte Gabriel und zog sein flammendes Schwert aus der Scheide. »Ich wusste vom ersten Augenblick an, als ich dich gesehen habe, dass du ein undankbarer Gast sein würdest. Leg den Bogen hin, Mensch. Du hast mich nicht töten können, als ich dir den Rücken zuwandte. Jetzt, wo ich von deiner Anwesenheit weiß, hast du nicht die geringste Chance auf einen Sieg.« Bitterholz legte einen zweiten Pfeil an die Sehne und trat näher. »Ich habe gerade einen Gott getötet«, sagte er.

»Ein Engel ist keine Herausforderung.« Gabriel spreizte die Beine etwas, so dass er in Kampfposition stand, und hielt sein Schwert mit beiden Händen. »Bant Bitterholz, du schuldest mir Dankbarkeit, keine Wut. Ich habe deinem Sohn das Leben gerettet. Er ist jetzt ein geschätzter Diener der Göttin. Es wird ihm gewaltigen Kummer bereiten zu erfahren, dass du durch meine Hände gestorben bist. Um seinetwillen: Leg deinen Bogen nieder.« Bitterholz ging weiter und schloss die Lücke mehr und mehr. Zwanzig Fuß war er noch entfernt, doch das genügte, um die Hitze des flammenden Schwertes an seinen Wangen zu fühlen.

Er wusste, wozu dieses Wesen fähig war. Er hatte erlebt, wie Hezekiah weit größere Verletzungen überlebt hatte als das, was er mit seinem Bogen bewirken konnte. Selbst in verletztem Zustand war der Maschinenmann zehnmal so stark wie er. Aber er wusste noch etwas, etwas, das dieser Engel nicht wusste – er hatte zugesehen, wie Vendevorex Hezekiah in der Freien Stadt außer Kraft gesetzt hatte. Er kannte die Schwachstelle dieses Wesens. Er ließ einen Pfeil von der Sehne schnellen, der die Lücke zwischen ihm und dem Engel in einer so kurzen Zeitspanne überbrückte, dass sie unmöglich zu messen war, und doch schwang der Engel sein Schwert rasch genug, um den Pfeil abzulenken. Dann hob er das flammende Schwert hoch über den Kopf und machte einen Satz.

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