
Musikgeschichte für Dummies
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Inhalt
Kapitel 1
Prähistorische Musik (circa 43.000-ca. 3.000 v. Chr.)
IN DIESEM KAPITEL
- Warum der Mensch Musik macht
- Wie man ein Steinzeitbaby beruhigt
- Warum Rentiere folgsame Haustiere sind
»Die Musik ist das vierte große Bedürfnis der Menschheit: Das erste ist die Nahrung, es folgt die Kleidung, dann die Wohnung und danach die Musik.«
Christian Nestell Bovee (1820-1904)
Heute entkommt man nirgendwo mehr dem musikalischen Überfluss - selbst beim Einkaufen, im Warteraum und im Café werden Sie von einer akustischen Dauerberieselung umarmt. Und das Erstaunlichste? Oft dröhnt klassische Musik aus den Lautsprechern, die selbst Mozart erröten lassen würde.
Aber lassen Sie uns einmal einen Blick zurückwerfen - und zwar nicht nur auf die letzten 45.000 Jahre, sondern auf die Urgeschichte! Damals war es eher still. Statt Autolärm und Werbejingles waren die ersten Menschen von Natursounds umgeben - beruhigendes Waldrauschen, das majestätische Brüllen der Bären und das fröhliche Gezwitscher der Vögel (und noch früher vielleicht sogar ein Pterodaktylus, der seine Gesangsambitionen auslebte).
Von Höhlenklängen zu Moshpits - eine akustische Zeitreise
Sprache und andere sprachähnliche Geräusche - alles war Klang, alles war Musik. Ein Niesen, ein Schnäuzen, und . nein, über die sonstigen Geräusche bewahre ich lieber Stillschweigen.
Man kann sich also gut vorstellen, dass das Frieren und Zähneklappern der Urzeitmenschen vielleicht zur ersten Rhythmusbildung der Musikgeschichte geführt hat. (In diesem Zusammenhang könnte man die Achseltrompete auch als das erste »echte« Blasinstrument der Welt bezeichnen).
Man muss sich also fragen: Gibt es überhaupt eine »Musik der Urgeschichte«? Die Meinungen der Wissenschaftler gehen bei diesem Thema denkbar weit auseinander. Wozu es aber die Musik der Frühgeschichte dennoch braucht, das hat schon der Prähistoriker Friedrich Behn betont:
»Sie ist Geschichte der ältesten Menschheit und ihrer Kulturentwicklung, somit Grundlage jeder historischen Betrachtung und ihr unentbehrlicher Ausgangspunkt, wie man ein Drama nicht ohne den ersten Akt und eine Symphonie nicht ohne den ersten Satz verstehen kann« (Vor- und Frühgeschichte, Wiesbaden 1948).
Oder einfacher gesagt: Unsere Herkunft definiert unsere Zukunft. Und wen wundert es - schon in allerfrühster Zeit spürten Menschen das Verlangen, ihre Gefühle auszudrücken. Das können Sie auch heute noch bei sich selbst beobachten: Wenn Sie etwa spätabends in einer dunklen Parkgarage Ihr Auto suchen, stimmen Sie doch auch gern ein kleines Liedchen an, um die Stille zu vertreiben, oder? Das erste »Instrument« war also die Stimme!
Damals, zur Zeit des Homo sapiens - was so viel wie der »weise« oder »wissende« Mensch bedeutet - verhielt es sich wahrscheinlich ähnlich, wobei alles in seiner natürlichen Umgebung eine eigene »Stimme« hatte - der Wind, der Donner, ein umstürzender Baum, das Knistern eines nahenden Feuers, das Plätschern eines versteckten Baches, der Schrei eines wilden Tieres, die Blaskapelle in der Nachbarhöhle . Moment, da habe ich jetzt etwas verwechselt.
Vor manchen Geräuschen musste man sich fürchten und schnell weglaufen (heute sind das die entschlossenen Schritte der Eltern, die sich dem chaotischen Kinderzimmer nähern, oder der Chef, der am Freitagnachmittag auf eine Stippvisite im Büro vorbeischaut). Aber es gab auch damals schon liebenswerte Klänge - wie den sanften Wind oder einen leichten Nieselregen, die die Herzen höherschlagen ließen.
Nach und nach lernte der Urmensch schließlich seinen eigenen Körper und seine Stimme bewusst zu nutzen, um Töne zu produzieren - und damit meine ich nicht nur das berühmte Pupshorn!
Heute nennt man das Ganze »Bodypercussion«. Der Körper ist dabei ein riesiges Musikinstrument und Sie sind der virtuose Musiker, der mit Händen, Füßen, Fingern und sogar dem Mund die besten Beats zaubert. Klopfen, klatschen, schnipsen - die Möglichkeiten sind schier endlos! Jedes Körperteil hat das Potenzial, ein akustisches Meisterwerk zu kreieren. Und vergessen Sie dabei nicht die aufregenden Extras: Schnalzen, Zähneklappern und das beliebte »Ploppen« - das sind die Geheimwaffen eines jeden Bodypercussion-Künstlers.
Es ist also mehr als wahrscheinlich, dass unsere Urahnen versuchten, beim geselligen Zusammensein am Lagerfeuer die Geräusche der Natur nachzuahmen. Mit Steinen erinnerte man an das stampfende Geräusch von Hufen, ein Horn imitierte das Röhren eines Hirsches. Diese akustische Begleitung bei Lagerfeuergeschichten, die wir heute als »Atmosphäre« bezeichnen würden, war damals sicher ein Hit! Die letzte große Bisonjagd - bei der ein Mitglied der Höhlenmenschenfamilie möglicherweise von einem dieser majestätischen Tiere aufgespießt wurde (Autsch!) - wurde mit viel »Atmo« nacherzählt.
Die frühen Musikanten versuchten aber nicht nur ein erstes »Karaoke am Lagerfeuer« - nein, sie haben die Natur vielmehr »vertont«, um diese besser zu verstehen, zu erleben und vielleicht sogar ein bisschen kontrollieren zu können.
Ride the Ritus
Neben dem allabendlichen Lagerfeuer können Riten und Rituale als die ersten Dreh- und Angelpunkte der Musikgeschichte bezeichnet werden. Ob es sich nun um Begräbnisse oder die Freude nach einer erfolgreichen Jagd handelte, stets wurden diese Feiern und Andachten mit Musik oder besser: speziellen Klängen begleitet. Ähnliche Rituale finden Sie auch heute noch bei indigenen Völkern, etwa im Amazonasgebiet oder in Afrika. Diese Gemeinschaften nutzen Musik und musikähnliche Klänge für ihre Bräuche - sei es bei einem Fest zur »Mannwerdung« oder bei anderen paganen Zeremonien. Gefühle wie Freude, Schmerz, Mut und Furcht werden mit Trommeln und mystischen Tänzen ausgedrückt, die man sich wie einen Moshpit bei einem Punk-/Rockkonzert vorstellen kann - vorausgesetzt, man tauscht die Lederjacken gedanklich gegen Federschmuck.
Aber irgendwann stieß die gute alte Bodypercussion der Steinzeitmenschen - das Stampfen, Hüpfen und Klatschen - an ihre Grenzen. (Es sei denn, Sie sind der Meinung, dass »Macarena« und »Gangnam Style« die Höhepunkte der musikalischen Evolution darstellen!) Dann kamen Instrumente ins Spiel: erst einfache Trommeln, Rasseln und Knochenflöten - später komplexere Klangwerkzeuge aus Holz, Metall und Tierhaut. Musik wurde dadurch lauter, vielfältiger - und vor allem unabhängiger vom eigenen Körper.
Und weil es damals noch keine Tonaufnahmen gegeben hat, kann man nur spekulieren, wie es geklungen hat: archaische Tongebung, rhythmisch roh, bewusst modern koloriert.
Instrumente der Urzeit
Vor etwa 45.000 Jahren, als die Urmenschen noch mit Mammuts um die Wette rannten und das Feuer entdeckten, begannen sie, die ersten »Musikinstrumente« zu bauen - schließlich klingt es viel cooler, wenn man nicht nur mit dem Holzstock auf den nächsten Mammutknochen schlägt, sondern auch noch ein paar Töne mehr aus einem selbstgebauten Klanggerät zaubert! Einige dieser Tonerzeuger hatten wahrscheinlich erstmal praktische Zwecke - wie das Übermitteln von Signalen während der Jagd oder als Lockmittel für die nächste Beute.
Leider sind die meisten davon heute nicht mehr erhalten, denn viele dieser Instrumente wurden aus organischen Materialien wie Holz und Rinderknochen gefertigt, was die Haltbarkeit über die Jahrtausende nicht gerade begünstigt hat. Aus der Eisenzeit haben jedoch einige Klangerzeuger wie Panflöten, Leiern und Harfen die Zeit überdauert. Und der älteste Fund? Der stammt aus der Altsteinzeit und könnte von einem Neandertaler gespielt worden sein - diese Knochenflöte aus Slowenien ist stolze 43.100 Jahre alt!
Hör mal, wer da hämmert - Idiophone (Selbstklinger)
Wahrscheinlich haben die ersten Menschen für ihre musikalischen Versuche neben ihrer Stimme vor allem ihre Hände und Füße benutzt und dann, Schritt für Schritt, zu Holzstücken, Baumstämmen, gespannten Tierhäuten, Knochen und Rohren gegriffen. Sie kennen das vielleicht von ihren eigenen Kindern: Die erste Klangerzeugung besteht oft darin, irgendetwas gegeneinander zu schlagen - sei es das Geschirr oder die Haustiere. Bumm! So beginnt die faszinierende Reise in die Welt der Musik.
Der Schrapper
Zugegeben: Der Name erinnert eher an einen Besen aus Harry Potters »Quidditch« als an ein Instrument! Aber der Schrapper ist eines der ältesten Klangwerkzeuge der Menschheit. Er stammt aus jener Zeit, als die Menschen vorwiegend mit Stein, Knochen und Holz arbeiteten - das waren die Materialien, die den Schrapper zum Leben erweckten. (Viel Auswahl hatte man damals ja nicht.)
Stellen Sie sich einen knochigen Kamm, ein geriffeltes...
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