Wo bist Du und wenn nicht wieso?

Wie Sie den passenden Partner finden, ohne ihn zu suchen.
 
Michael Mary (Autor)
 
Graefe und Unzer Verlag
1. Auflage | erschienen am 31. Oktober 2011 | 192 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8338-2560-6 (ISBN)
 
Der dauerhaft suchende Single hat die Gnade der Blindheit verloren. Diese Blindheit ist nötig, um sich dem anderen zu öffnen und sich ohne Vorbehalte auf ihn einzulassen. Langzeit-Singles aber stehen unter erheblichem Zeit- und Erwartungsdruck, ihre Ansprüche sind hoch. Kaum zeigt der andere Schwächen oder Fehler - schon wird er aussortiert. Der Nächste bitte! Wie es gelingt, dieses Schema zu durchbrechen und den passenden Partner zu finden, beschreibt der renommierte Paarberater Michael Mary in seinem erfrischend direkten Ratgeber Wo bist du und wenn nicht wieso? Mary hat bei der Arbeit mit seinen partnersuchenden Klienten verschiedene Verhaltensmuster identifiziert, die weitgehend unbewusst ablaufen und verhindern, dass eine tragfähige Beziehung aufgebaut werden kann. Man findet als Single in diesem Ratgeber nicht nur Antwort auf die Frage nach dem Warum und Wie des eigenen Verhaltens, sondern erfährt auch, wie man es wirkungsvoll verändert, sodass eine Beziehung möglich wird.
Deutsch
2,80 MB
978-3-8338-2560-6 (9783833825606)
383382560X (383382560X)
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Wie gezeigt, hat der suchende Single keine Zeit für Experimente, er will auf Nummer Sicher gehen und endlich feststellen, ob wirklich der »Richtige« gefunden wurde. Dafür stellt er jetzt sicherheitshalber eine Ego-Falle auf.

Tappt der Partner in die Falle, indem er die aufgestellten Bedingungen erfüllt, dann würde er offenbar passen – und einer Beziehung stünde nichts im Weg. Leider hat auch der potenzielle Partner ein eigenes Ego und eigene Erwartungen, und er denkt nicht daran, sich in die Ego-Falle einsperren zu lassen. Er entzieht sich oder kontert, indem er eine eigene Falle aufstellt – und erweist sich damit als der Falsche, von dem man sich besser trennt. Weil der suchende Single am Ende allein dasteht, ist er in seiner eigenen Ego-Falle gefangen. Denn er hat, ohne es zu bemerken, eine Passung verhindert. Und so sucht er eben weiter.

Im Folgenden lernen Sie einige dieser Ego-Fallen kennen, die auf eine ungewollte Art alle sehr erfolgreich sind: Sie verhindern Passung und vereiteln Beziehungen. Sie sind so interessant, weil sie Antwort auf die Frage geben, wie man es schafft, beim Partner eine unerwünschte Reaktion auszulösen, nämlich dass dieser sich abwendet oder sich nicht weiter einlässt.

EGO-FALLE

Eine Ego-Falle besteht aus einer unausweichlichen Bedingung, einer Erwartung, die der potenzielle Partner auf jeden Fall erfüllen muss. Diese Erwartung wird zu einem frühen Zeitpunkt und in massiver Form an ihn herangetragen, damit er den Beweis führt, der lang ersehnte Richtige zu sein.

EGO-FALLE 1: SUCHE PARTNER, DER ZU MIR PASST!


Die erste, sehr verbreitete Ego-Falle könnte unter dem Motto stehen: »Wie man einem Partner den Eindruck vermittelt, dass es in der Beziehung nicht um ihn geht.« Diese Falle möchte ich am Beispiel zweier Frauen erläutern, an dem von Gitte und Bettina.

Setzt mich in den Mittelpunkt!


Den Anfang macht Gitte, die in einem Video-Interview (siehe >) selbstbewusst in die Kamera schaut. Die 33-jährige Frau gibt offenherzig Auskunft über ihr Single-Dasein und ihre wichtigsten Erwartungen. Dabei macht sie einige sehr aufschlussreiche Bemerkungen. Sie sagt unter anderem:

 

»Es ist schwer zu sagen, warum man nicht den wirklich Richtigen findet. Ich glaube, jeder will heute sein Ding machen und ist nicht bereit, Kompromisse einzugehen, die für eine Partnerschaft aber zwingend erforderlich sind.«

»Ich treffe meistens gestandene Männer. Leider bleibt es oft in der Unverbindlichkeit.«

»Ich denke schon, dass ich in einer Beziehung durchaus den Ton angebe. Ich glaube, dass ich eine gewisse Dominanz ausstrahle, die leider Männer anzieht, die nicht so sehr meinem Beuteschema entsprechen.«

»Mein Beuteschema ist: groß, gut aussehend, intelligent. Und gut küssen, gut riechen soll er. Mir gefällt es, wenn Männer Parfüm benutzen. Ansonsten reicht es mir schon, wenn er mich toll findet und mir das Gefühl gibt, dass ich die Frau bin, für ihn die einzige Frau auf der ganzen Welt.«

 

Diese Zitate zeigen auf den ersten Blick scheinbar selbstverständliche Erwartungen. Dennoch gelangt Gitte mit potenziellen Partnern nicht über die Anbahnungsphase hinaus. Sie selbst findet es »schwer zu sagen«, warum sie nicht den Richtigen findet. Mir und den Lesern dieser Zeilen fällt das, aus dem Abstand des Betrachters heraus, leichter. Gäbe man eine Annonce für Gitte auf, eine Annonce, die nicht die üblichen Selbstbeschönigungen enthält, sondern die Gittes eigene, von ihr gemachte Aussagen auf den Punkt bringt, dann müsste der Text etwa folgendermaßen lauten:

SUCHE PARTNER, DER ZU MIR PASST

Suche gestandenen, großen,

gut aussehenden, intelligenten Mann,

der gut küsst, der Parfüm benutzt,

der sich dominieren lassen will

und mich in den Mittelpunkt seines Lebens stellt.

Fehlanzeige

So weit, so ehrlich. Nur: Wer würde auf eine solche Annonce antworten? Gestandene Männer sicherlich nicht. Es ist unwahrscheinlich, dass gestandene Männer dominiert werden möchten und eine Partnerin wollen, die den Ton in der Beziehung angibt. Melden sich vielleicht gut aussehende und gut küssende Männer, die der Partnerin kontinuierlich beweisen, dass sie die Frau ihres Lebens ist? Auch das passiert nicht, weil den Männern bei der Schwerarbeit ständiger Liebesbeweise alsbald die Luft ausginge. Gitte beschreibt selbst, welche Männer sich für sie interessieren: Männer, die dominante Frauen mögen und die zur Anpassung bereit sind. Man möchte ihr dazu gratulieren – aber sie winkt ab, denn diese Männer entsprechen nicht ihrem »Beuteschema«, es sind keine »gestandenen« Männer. Noch mehr fällt an Gittes eigenen Worten auf. Sie hält Kompromisse für nötig, will zugleich aber in der Beziehung den Ton angeben. Offenbar meint sie, der Partner solle in den sauren Kompromiss-Apfel beißen und nicht etwa sie selbst.

Auf dem Weg zum ewigen Single

Nun könnte man einwenden, Gitte habe diese offenlegende Annonce ja nicht selbst aufgegeben. Doch auch wenn sie in ihrer Personenbeschreibung auf Internetforen mit geschickten Formulierungen für sich wirbt, kann sie ihre wahren Erwartungen nicht aus dem nahen Kontakt der Anbahnungsphase heraushalten. Warum sollte sie das auch tun? Sie hält ihre Erwartungen ja für selbstverständlich, sonst würde sie solche Aussagen nicht in die Kamera sprechen. Wundert es da, dass sie sich auf dem Weg zum ewigen Single befindet? Mich wundert das nicht, denn mir begegnet dieser Typ Single, entweder als Frau oder als Mann, in der Beratung sehr oft. Ich würde grob schätzen, dass etwa drei Viertel der Singles in der Anbahnungsphase ihre Erwartungen auf ähnlich offensive Weise verfolgen.

Gittes Anbahnungsversuche scheitern an ihrer Ego-Falle, an den Zumutungen, mit denen sie testet, ob der Mann sie in den Mittelpunkt seines Lebens stellt und ob er die anderen Bedingungen erfüllt. Sie scheitern an Gittes Verhalten. Diese Aussage mag nicht unbedingt schmeichelhaft sein, aber sie enthält eine Chance. Die Chance, sich selbst als Hindernis im Durchqueren der Anbahnungsphase zu entdecken und dieses Hindernis zu überwinden. Schauen wir uns die wesentlichen Merkmale und Folgen ihrer Ego-Falle an.

Gittes Checkliste

Gittes Checkliste enthält, soweit wir das bisher wissen, neun wichtige Punkte. Der »richtige« Partner soll:

  1. Kompromisse eingehen können,
  2. ein gestandener Mann sein,
  3. ihre Dominanz anerkennen,
  4. groß sein,
  5. gut aussehen,
  6. intelligent sein,
  7. gut küssen,
  8. gut riechen und dazu Parfüm benutzen,
  9. ihr das Gefühl geben, dass sie die Frau ist, für ihn die einzige Frau auf der Welt.

Die Punkte 1, 2, 3, 6, 7 und 9 gehören zu den No-Gos, das heißt, wenn diese Bedingungen nicht erfüllt werden, geht nichts, dann ist Gitte nicht weiter interessiert. An den anderen Punkten ließe sich vielleicht etwas drehen, wenn ein Mann beispielsweise bereit wäre, sein Aussehen operativ Gittes Vorstellungen anzupassen – was manche Männer ja wie selbstverständlich von ihren Frauen erwarten oder sogar verlangen.

Obwohl Gittes Erwartungen nicht gerade bescheiden sind, trifft sie regelmäßig Männer. Sie hat also durchaus Chancen. Diese allerdings verspielt sie zielsicher durch ihre Strategie.

Gittes Strategie

Gitte erwartet vom Partner Kompromisse und möchte von ihm das Gefühl bekommen, die einzige Frau auf der Welt für ihn zu sein. Sie selbst bezeichnet sich als dominant und gibt damit einen Hinweis auf die Strategie, die sie zur Umsetzung ihrer Erwartungen anwendet. Man kann sich nicht vorstellen, dass sie bescheiden, zurückhaltend oder gar unterwürfig auftritt. Nein, Gitte tritt klar, direkt und konfrontativ auf – und macht aus ihren zahlreichen Bedingungen keinen Hehl.

Reaktionen auf Gitte

Welchen Eindruck macht Gitte auf ihr Gegenüber? Potenzielle Partner gewinnen einen deutlichen Eindruck davon, mit wem sie es zu tun haben: mit einer Frau, die bestimmen will. Gestandene Männer haben aber wenig Interesse, sich bestimmen zu lassen und wehren sich. Dann kämpft Gitte zäh und offensiv mit ihnen, bis sie sich aus dem Staub machen. Oder sie machen sich stillschweigend davon, weil sie nicht kämpfen wollen. Diese Reaktion der Männer ist von Gitte nicht beabsichtigt, aber alles andere als ein Zufall.

Schau, dass es mir gut geht!


Kommen wir jetzt zum zweiten Beispiel aus der Kategorie »Suche Partner, der zu mir passt!«. Bettina ist 37 Jahre alt und hat, wie sie selbstkritisch formuliert, »seit 15 Jahren keine feste Beziehung hinbekommen«, obwohl sie sich oft mit Männern in der Anbahnungsphase befindet. In einem Video (siehe >) erläutert sie ihre Situation, die für viele Singles typisch ist:

 

»Die Männer, die mir gefallen, wollen mich nach ein paar Wochen nicht mehr, sind plötzlich weg. Und die Männer, denen ich gefalle, die gefallen mir nicht.«

»Ich werde regelmäßig verlassen und fühle mich so, als ob keiner für mich da sein will.«

»Ich suche einen Mann,...

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