Die drei ??? Spur ins Nichts (drei Fragezeichen)

 
 
Kosmos (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 9. Dezember 2013
  • |
  • 128 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-440-14201-1 (ISBN)
 
Justus sitzt in der Falle! Orientierungslos und ohne Erinnerung erwacht er in einer dunklen, kalten, verschlossenen Kammer. Wurde der Erste Detektiv entführt und in ein geheimes Versteck gebracht? Und wer ist der junge Mann, der mit ihm zusammen eingeschlossen ist? Kann er sich tatsächlich auch an nichts erinnern? Oder weiß er mehr, als er Justus verraten will? Die drei ???® werden in einen höchst mysteriösen Fall verwickelt, in dem sie scharf kombinieren müssen, um dem Gegner auf die Spur zu kommen. Und dieser schreckt vor nichts zurück ...
  • Deutsch
  • Stuttgart
  • |
  • Deutschland
  • 1,11 MB
978-3-440-14201-1 (9783440142011)
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Erwachen


Es war dunkel.

Es war kalt.

Etwas schmerzte. Die Knochen? Der Kopf? Irgendetwas.

Justus Jonas erwachte so langsam wie noch nie zuvor in seinem Leben. Minute um Minute dämmerte er dem Bewusstsein entgegen, tastete sich an seinen eigenen Körper heran, als gehörte er nicht zu ihm, und schüttelte mühsam die verschwommenen Traumbilder ab.

Traumbilder … Da war eine Lagerhalle. Ein Scheinwerfer. Eine braune Insel in einem weißen Meer. Ein junger Mann mit hellblondem Haar. Eine wichtige Nachricht auf einem Notizzettel. Ein Versteck … Doch mit jeder Sekunde verblasste die Erinnerung mehr. Und als Justus endlich die Augen öffnete, hatte er den Traum so gut wie vergessen.

Es war immer noch dunkel. Wie spät mochte es sein? Ein Blick auf den Wecker …

Es gab keinen Wecker. Keinen Nachttisch, auf dem er hätte stehen können. Es gab nicht einmal ein Bett. Justus lag auf glattem, hartem Boden. Deshalb tat ihm alles weh. Deshalb fror er so. Er richtete sich auf. Er sah nicht einmal die Hand vor Augen. Wo war er?

Es dauerte eine Weile, doch dann löste diese Frage einen schieren Adrenalinschub aus, der Justus vollends aus dem Schlaf katapultierte. Dies war nicht sein Zimmer!

Licht! Er brauchte Licht! Justus stemmte sich hoch und kam langsam auf die wackligen Füße. Er ertastete eine kalte, gekachelte Wand. Vorsichtig bewegte sich Justus einen Schritt nach vorn. Dann weiter, die Wand immer an seiner Seite. Hier musste es doch irgendwo eine Tür geben! Oder wenigstens einen Lichtschalter! Die Angst griff nach Justus wie eine eisige Hand. Etwas lief hier völlig verkehrt. Die Wirklichkeit war aus den Fugen geraten. Und er hatte keine Ahnung wieso. Ihm brach der Schweiß aus. Er brauchte jetzt endlich Licht!

Da! Seine Finger ertasteten etwas Quadratisches. Er drückte darauf. Es blitzte. Es blitzte noch einmal. Und dann flackerte mit einem elektrischen Summen grelles, kaltes Neonlicht auf. Es blendete Justus so sehr, dass er die Hand vor die Augen legte. Vorsichtig wagte er einen zweiten Blick. Nach und nach gewöhnten sich seine Augen an die Helligkeit. Doch das, was er sah, beruhigte ihn kein bisschen. Im Gegenteil.

Der Raum sah aus wie ein ehemaliger Operationssaal. Er war fensterlos und bis zur Decke weiß gefliest. Die Kacheln waren schmutzig, da und dort zeichneten sich dunkle Umrisse von Dingen ab, die einmal hier gestanden oder gehangen hatten. Unter der Decke waren zwei Neonröhren befestigt, an einer Wand gab es eine graue Stahltür. Ansonsten war der Raum leer. Leer bis auf ein dunkles Knäuel auf dem Boden in der Ecke.

Justus zuckte zusammen. Dort lag jemand! Und dieser Jemand wachte gerade auf. Justus eilte zu ihm, einem jungen Mann Anfang zwanzig, mit strubbeligem schwarzem Haar und ebenso schwarzen Augen. Er blinzelte verwirrt gegen das Neonlicht. Als er Justus bemerkte, schreckte er auf.

»Hallo«, sagte Justus schnell. »Erschrick nicht. Ich … äh … bin ganz harmlos.«

Es dauerte einen Moment, bis der junge Mann zu sich kam und sich aufrichtete. Er drückte sich in die Ecke und nahm eine abwehrende Körperhaltung ein. »Wer bist du?«, fragte er mit rauer Stimme.

»Mein Name ist Justus Jonas. Ich bin selbst gerade erst aufgewacht und habe nur das Licht angemacht.«

Der Mann sah Justus an, als hätte er nicht alle Tassen im Schrank. Justus konnte es ihm nicht verdenken. Er war sich in Bezug auf seinen Geisteszustand selbst nicht ganz sicher. »Wir verlassen diesen unangenehmen Ort besser erst mal«, schlug er vor, um irgendetwas Konstruktives zu sagen.

Der Mann zeigte keine Reaktion.

Justus ging zur Tür und drückte die Klinke. Verschlossen. »Tja, das … läuft weniger optimal als erhofft.«

»Was bist du für ein Spinner?«, fragte der Fremde drohend.

»Ich bin kein Spinner. Wie ich schon sagte, mein Name ist Justus Jonas, und –«

»Hast du uns hier eingesperrt?«

»Eingesperrt? Nein! Ich … ich habe keine Ahnung, wer …«

»Wo sind wir hier?«

»Ich weiß es nicht.«

»Ich warne dich, du Freak!«, drohte sein Gegenüber. »Erzähl mir keinen Mist! Wie bist du hierher gekommen?«

»Ich …«, begann Justus und schluckte schwer. »Ich weiß es nicht. Und das ist leider kein Mist, sondern die Wahrheit. Ich habe nicht die leiseste Ahnung, wie ich hierher gekommen bin oder wo wir sind. Ich kann mich an nichts erinnern.«

Der Schnee war blendend hell und hüllte die Berge in traumhaftes Weiß. Der Wind war eisig und fegte die Wärme aus seinem Körper. Peter sah an sich herab. Er trug abgeschnittene Jeans und ein dünnes T-Shirt. Kein Wunder, dass er fror. Was hatte er sich nur dabei gedacht, in diesen Klamotten in den Skiurlaub zu fahren? Seine Freundin Kelly, die neben ihm stand, lachte ihn aus. Warum auch nicht? Sie hatte schließlich an alles gedacht und stand in einem mollig warm aussehenden rosa Skianzug vor ihm, die Augen durch eine dunkle Skibrille vor der Helligkeit geschützt. Sie bis herzhaft in irgendetwas, das intensiv nach Fisch roch. Ein Fisch-Burger?

Plötzlich packte sie ihn bei den Schultern und schüttelte ihn. Was sollte das denn? Glaubte sie etwa, dadurch würde ihm warm werden? »He!«, rief Kelly und schüttelte ihn weiter. »He du! He! Heeee!«

»Was soll denn das?«, protestierte Peter. »Was tust du denn da?«

Das Schütteln wurde immer heftiger. »Nun wach schon auf!«

Aufwachen? Was meinte sie denn bloß mit Aufwachen? Er stand doch hellwach vor ihr! Oder etwa nicht? Oder war es vielleicht möglich, dass er träumte? Dass das der Grund war, warum er ausgerechnet in Shorts mitten im Schnee … »He!«

Peter wachte auf. »Schon gut, schon gut!«, murmelte er. »Ich bin wach.« Er öffnete die Augen. Es war immer noch gleißend hell um ihn herum. Und auch die Kälte war nicht verschwunden. Also doch kein Traum? Er sah an sich herunter. Abgeschnittene Jeans und ein dünnes T-Shirt. Zumindest dieser Teil des Traums war real. Peter wandte den Kopf. Da war tatsächlich ein Mädchen, das neben ihm hockte und ihn wachgerüttelt hatte. Aber es war nicht Kelly. Das Mädchen hatte braune, wilde Locken und Sommersprossen und trug Jeans und ein weißes Kapuzenshirt. Peter hatte sie noch nie gesehen.

»Was … was ist passiert?«

»Wenn ich das wüsste. Endlich bist du wach! Ich dachte schon, du liegst im Koma oder so!«

»Koma? Ich …« Peter brach ab. Verdammt, er war überhaupt nicht in der Lage, einen klaren Gedanken zu fassen. Er hatte also geträumt, okay. Trotzdem war es weiß um ihn herum und es war kalt. Und es roch immer noch nach Fisch, obwohl weit und breit kein Fisch-Burger zu sehen war. Und da war ein fremdes Mädchen, das sich über ihn beugte. Weiß? Koma? Mädchen? Vielleicht war er in einem Krankenhaus. Aber wieso stank es hier dann so erbärmlich?

»Hatte ich einen Unfall?«

»Was? Nein. Das heißt, ich weiß nicht.« Das Mädchen war sichtlich nervös. »Ich weiß ja nicht mal, wer du bist.«

»Peter«, sagte Peter. »Peter Shaw. Wo bin ich?«

»Das … das weißt du nicht?« Sie sah ihn aus großen braunen Augen an. Dann rutschte sie ein Stück zur Seite, um den Blick auf den Raum freizugeben.

Peter richtete sich irritiert auf. Was er sah, erinnerte ihn an einen Operationssaal im Krankenhaus. Allerdings war es nicht besonders sauber. Und die Einrichtung bestand lediglich aus einigen Neonröhren unter der Decke, die das blendend helle Licht erzeugten. Es gab eine Tür. Keine Fenster.

»Erkennst du es wieder?«, fragte das Mädchen hoffnungsvoll.

»Wiedererkennen? Nein. Ich war noch nie hier. Wie bin ich hierher gekommen?«

»Sag mal, hörst du mir überhaupt zu? Ich – weiß – es – nicht. Ich bin vor einer Viertelstunde hier aufgewacht und habe nicht den geringsten Schimmer, wo wir sind. Ich hatte gehofft, du könntest mir das sagen!«

»Ich? Wieso …« Peter brach ab. Er versuchte sich zu erinnern. Wieso war er hier? Wie war er hierher gekommen? Doch in seinem Kopf herrschte absolute Leere. Was vor seinem Schlaf gewesen war … war weg. Er hatte nicht einmal eine Ahnung, was für ein Tag heute war. Peter warf einen Blick auf seine Digitaluhr. Samstag, der vierte Oktober. Drei Uhr zwölf am Nachmittag. Okay, ganz langsam jetzt. Er fühlte sich, als hätte er die ganze Nacht geschlafen. Was war dann also gestern gewesen? Gestern, am Freitag? Was hatte er da getan? Wo war er gewesen? Mit wem? Warum?

»Hallo!«, rief das Mädchen halb verärgert, halb ängstlich und wedelte ihm mit der Hand vor dem Gesicht herum. »Bist du noch da? Geht’s dir gut?«

Wieder eine Frage, die Peter kaum beantworten konnte. Ging es ihm gut? Wie fühlte er sich? Er hatte absolut keine Ahnung. Er fühlte sich irgendwie … gar nicht. Nur seinem Magen ging es nicht besonders gut. Er war leer. Und der intensive Fischgeruch machte ihm zu schaffen. Trotzdem sagte er: »Ja, alles bestens. Glaube ich. Sag mal, wer bist du eigentlich?«

»Jolene Sprague.«

»Und du bist selbst gerade erst –«

»Aufgewacht, ja. Und ich habe keine Ahnung, wo wir sind. Was … was geht hier vor sich? Sind wir entführt worden? Von wem? Was wollen die von uns? Ich …« Jolene brach ab. Atmete tief durch. Und fuhr mit zitternder Stimme fort: »Du musst doch irgendetwas wissen!«

»Ich weiß aber nichts!«, gab Peter ein wenig schärfer zurück, als er gewollt hatte. »Ich … ich muss erst zu mir kommen, verstehst du? Wach werden. Klar werden im...

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