Die drei ??? Die Spur des Raben (drei Fragezeichen)

 
 
Kosmos (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 7. November 2013
  • |
  • 144 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-440-14175-5 (ISBN)
 
Peter traut seinen Augen nicht: Im hellen Sonnenschein klettert ein schwarzer Schatten auf dem Dach des Hotels herum. Instinktiv reißt Peter die Kamera hoch und drückt ab. Was er wenig später in Händen hält ist eine Sensation: die erste Aufnahme des "Raben", dem dreisten Juwelendieb von Los Angeles. Doch mit der Veröffentlichung der Fotos wird der unheimliche Balancekünstler auf die drei Jungs aus Rocky Beach aufmerksam. Er fordert sie zu einem Wettkampf heraus. Ein mörderischer Wettlauf gegen die Zeit beginnt.
  • Deutsch
  • Stuttgart
  • |
  • Deutschland
  • 1,08 MB
978-3-440-14175-5 (9783440141755)
weitere Ausgaben werden ermittelt

Manche mögen’s heiß


»Geschafft!«, stöhnte Bob und warf seinen Rucksack in die Ecke des Wohnwagens. »Ich dachte schon, ich würde diesen Mathetest nie überstehen! Bei der letzten Aufgabe hatte ich echt Schwierigkeiten!«

»Ich nicht«, erwiderte Justus gleichmütig und wippte auf dem Schreibtischstuhl. »War doch ganz einfach.«

»Klar. Für dich. Du hast ja auch ein unfehlbares Superhirn, das selbst bei Algebra niemals Funktionsstörungen hat. Manchmal beneide ich dich wirklich darum.«

»Nur manchmal?«, fragte Justus und grinste hämisch.

Bob grinste zurück. »Ja, nur manchmal. Hin und wieder bist du nämlich vor lauter Kopfarbeit völlig blockiert für praktische Dinge.«

»So«, erwiderte Justus ungerührt. »Wann denn zum Beispiel?«

Statt zu antworten, griff Bob blitzschnell nach einem Tennisball, der zusammen mit einigen anderen auf dem Schreibtisch lag, und warf ihn nach Justus. Der Erste Detektiv zuckte zusammen und versuchte ihn zu fangen, war aber zu langsam, und der gelbe Filzball schoss haarscharf an seinem Kopf vorbei. »Jetzt zum Beispiel«, triumphierte Bob. »Peter hätte den gefangen. Deine Reaktionsschnelligkeit lässt sehr zu wünschen übrig. Aber mach dir nichts draus, das ist bei Kopfmenschen normal.«

Justus funkelte seinen Freund gespielt wütend an. Dann drehte er sich überraschend schnell mit seinem Schreibtischstuhl, hob den Ball auf und warf ihn zurück. Bob fing ihn geschickt.

»Ha! So legst du mich nicht rein, Justus Jonas!«, rief er übermütig, griff nach den anderen Bällen auf dem Tisch und baute sich angriffslustig vor seinem Freund auf. Justus ging auf das Spiel ein, sprang vom Stuhl hoch und versteckte sich hinter der Rückenlehne. Bob begann das Bombardement und deckte ihn mit gezielten Würfen ein. Innerhalb kürzester Zeit flogen nicht nur Tennisbälle, sondern auch alle anderen unzerbrechlichen Gegenstände durch die Luft, die in der Zentrale ihres Detektivbüros aufzufinden waren. Justus versuchte, sich mit dem Sitzkissen des Stuhles zu schützen. Einer der Tennisbälle erwischte ihn an der Stirn, und so gab er sein Kissenschild auf und zielte damit nach Bobs Gesicht.

Er traf. Bob taumelte einen Schritt zurück und schrie plötzlich auf.

»Bob!«, rief Justus erschrocken. »Was ist passiert?«

Bob hielt sich die Hände vor die Augen und stöhnte. »Mist!«, ächzte er. »Meine Kontaktlinsen! Ich habe eine verloren!«

Der Erste Detektiv konnte sich ein leises Lachen nicht verkneifen. Seit Bob zu eitel für eine Brille geworden war, waren seine Kontaktlinsen sein größtes Problem. Er hatte sie schon öfter verloren und die drei ??? waren mehr als einmal auf allen vieren durch die Zentrale gekrochen, um die durchsichtigen Haftschalen wiederzufinden.

»Da gibt es nichts zu lachen!«, beschwerte sich Bob und warf wütend den letzten Tennisball nach Justus. In diesem Moment klingelte das Telefon. Justus duckte sich, der Filzball flog über ihn hinweg, prallte an der Wand ab und fegte das Telefon vom Schreibtisch. Mit einem lauten Scheppern landete es auf dem Boden.

»Gut gezielt«, bemerkte Justus und begann erneut zu lachen. Dann bückte er sich nach dem Telefon und hob den Hörer auf. »Hallo?«, fragte er und erwartete halb, dass der Apparat kaputt war.

»Hallo«, kam es aus der Muschel und Justus atmete erleichtert auf.

»Hier Justus Jonas«, sagte er und musste schon wieder lachen, als er zu Bob hinübersah, der vorsichtig über den Boden tastete.

»Was ist denn da bei euch los, Justus? Nehmt ihr euren Wohnwagen auseinander oder habe ich gerade ein Erdbeben verpasst?«

»So etwas Ähnliches, Mr Andrews«, erwiderte Justus, der Bobs Vater an der Stimme erkannte. »Es liegt irgendwo zwischen Wohnwagen-Auseinandernehmen und einem Erdbeben.«

»Na, ich hoffe nur, dass ihr euch nicht gegenseitig eure Einrichtung an die Köpfe werft«, meinte Mr Andrews trocken und Justus lächelte. »Könnte ich bitte mal meinen Sohn sprechen?«

Justus sah wieder hinüber zu Bob, doch der war immer noch damit beschäftigt, auf dem Boden herumzukriechen. »Bob ist gerade … etwas verhindert.«

»Ist er auf der Toilette?«

Justus lachte. »Nein, er sucht eine seiner Kontaktlinsen.«

»Hat er etwa schon wieder eine verloren? Du kannst ihm gleich sagen, Justus, dass wir ihm diesmal keine neuen bezahlen. Er wollte seine Brille unbedingt gegen diese Dinger eintauschen, also soll er zusehen, wie er sie finanziert, wenn er sie ständig verliert.«

»Schon gefunden!«, rief Bob und hielt triumphierend das kostbare Kleinod in der Hand. »Moment!« Er ging zum Telefon hinüber und nahm Justus den Hörer aus der Hand. »Papa? Nein, alles in Ordnung, ich habe sie gefunden und sie ist heil.«

Bob sprach eine Weile mit seinem Vater, während Justus sich daranmachte, die Zentrale wieder aufzuräumen. Der Campinganhänger diente seinen beiden Freunden und ihm als Büro ihres Detektivunternehmens. Er stand auf dem Gelände des Gebrauchtwarenhandels, den Justus’ Onkel Titus und dessen Frau Mathilda betrieben. Im Laufe der Jahre hatten die Jungen aus der anfangs eher spärlich eingerichteten Zentrale ein richtiges Büro gemacht. Neben einem Telefon, einem Faxgerät, einem Kopierer und natürlich dem unverzichtbaren Computer hatten sie sich auch ein kleines Kriminallabor und eine Dunkelkammer im hinteren Teil des Anhängers eingerichtet. Hier in der Zentrale hatte schon so mancher spannende Fall seinen Anfang genommen.

»Das ist ja wirklich klasse, Papa«, sagte Bob und lenkte Justus’ Aufmerksamkeit wieder auf sich. »Ja, ich werde sie gleich mal fragen. Ich bin sicher, sie sind begeistert. Und ein Hotelzimmer bekommen wir auch gestellt? Fantastisch! Okay, alles Weitere heute Abend. Bis dann.« Er legte auf.

»Na, was wollte dein Vater?«

»Stell dir vor, er hat einen Auftrag für uns!«, rief Bob begeistert.

»Ein neuer Fall?«, fragte Justus interessiert.

»Nicht direkt. Eher ein journalistischer Auftrag. In Los Angeles findet doch in den nächsten Tagen das große Filmfestival statt. Die Stadt ist mal wieder im absoluten Starfieber und vor lauter Touristen und Filmstars wird man keinen Fuß auf die Erde bekommen. Und über eben diesen Rummel will die Los Angeles Post, für die mein Vater arbeitet, eine Sonderbeilage herausgeben, mit vielen Fotos und kleinen Geschichten, die sich am Rande eines solchen Festivals ereignen.« Bob machte eine dramatische Pause.

»Und?«, fragte Justus neugierig. Er hasste es, auf die Folter gespannt zu werden, obwohl er es sich selbst oft nicht verkneifen konnte, das mit anderen zu tun.

»Und wir sollen die Fotos machen. Eigentlich wollte mein Vater diesen Job übernehmen, doch er hat zu viel im Büro zu tun. Also will er uns diese Arbeit übertragen. Wir bekommen Kameras gestellt, werden ein paar Tage lang durch Los Angeles laufen und Schnappschüsse machen. Außerdem wohnen wir im Hotel – und die Los Angeles Post bezahlt alles. Na, ist das nichts?«

»Klingt gut. Aber wo ist der Haken?«

»Nun sei doch nicht so misstrauisch«, begehrte Bob auf, enttäuscht darüber, dass Justus nicht so begeistert war, wie er es sich erhofft hatte. »Es gibt keinen Haken.«

»Es gibt einen«, meinte der Erste Detektiv. »Wir müssen tagelang durch eine von Touristen völlig überfüllte Stadt laufen, die schreiend auf die Straße springen, nur weil die Limousine von Jodie Foster vorbeifährt.«

»Na und? Ist doch spaßig. Und wenn wir diese Szene fotografieren, erhalten wir vielleicht noch einen Extrabonus von Jodie Fosters Agenten, der das Foto für Werbezwecke einsetzen wird.«

In diesem Augenblick klingelte draußen eine Fahrradglocke. »Das ist bestimmt Peter«, vermutete Justus, und tatsächlich betrat wenige Augenblicke später der Zweite Detektiv, ein hochgewachsener, sportlicher Junge, die Zentrale.

»Hallo, ihr beiden. Endlich Ferien, was? Wie war deine Mathearbeit, Bob?«

Bob winkte ab. »Frag nicht. Es gibt Neuigkeiten.« Schnell berichtete er Peter von dem Auftrag, den sein Vater ihnen gegeben hatte. »Was sagst du dazu? Unser Erster ist nicht gerade begeistert.«

»He, das habe ich nie gesagt«, verteidigte sich Justus. »Ich bin mir nur nicht sicher, ob es eine so tolle Idee ist, die kurzen Herbstferien im überfüllten Los Angeles zu verbringen.«

»Ich finde es toll. Vielleicht kannst du deinen Vater ja dazu bringen, uns Presseausweise zu beschaffen, damit kommen wir dann hautnah an die Stars heran. Es gibt nur ein Problem bei der Sache: Ich habe eigentlich keine Zeit«, sagte Peter und sah betreten zu Boden.

»Was soll das heißen?«, wollte Bob wissen. »Hat Kelly dich schon wieder über die Ferien in Beschlag genommen?«

»Quatsch«, verteidigte sich Peter. »Du tust ja gerade so, als ob Kelly über mich bestimmen könnte.«

Bob und Justus grinsten sich an. »Soll ich darauf wirklich antworten?«, fragte Bob den Ersten Detektiv.

Peter wehrte ab. »Hört auf mit dem Unsinn. Euch geht es ja nicht anders. Was ist denn mit Elizabeth und Lys?«

»Elizabeth fährt über die Ferien mit ihren Eltern zu irgendwelchen Verwandten, sie ist also sowieso nicht in Rocky Beach«, sagte Bob.

»Und Lys hat nach den Ferien ein paar wichtige Prüfungen im College, für die sie büffeln muss. Um nicht abgelenkt zu werden, hat sie sich für eine Woche im Hotel ihrer Freundin Amanda Black eingenistet«, ergänzte Justus. »Ihr wisst doch, ihre ehemalige...

Dateiformat: EPUB
Kopierschutz: Wasserzeichen-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Verwenden Sie eine Lese-Software, die das Dateiformat EPUB verarbeiten kann: z.B. Adobe Digital Editions oder FBReader - beide kostenlos (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat EPUB ist sehr gut für Romane und Sachbücher geeignet - also für "fließenden" Text ohne komplexes Layout. Bei E-Readern oder Smartphones passt sich der Zeilen- und Seitenumbruch automatisch den kleinen Displays an. Mit Wasserzeichen-DRM wird hier ein "weicher" Kopierschutz verwendet. Daher ist technisch zwar alles möglich - sogar eine unzulässige Weitergabe. Aber an sichtbaren und unsichtbaren Stellen wird der Käufer des E-Books als Wasserzeichen hinterlegt, sodass im Falle eines Missbrauchs die Spur zurückverfolgt werden kann.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

5,99 €
inkl. 19% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
ePUB mit Wasserzeichen-DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen