Die drei ??? Feuermond Teil 1: Das Rätsel der Meister (drei Fragezeichen)

 
 
Kosmos (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 9. Dezember 2013
  • |
  • 384 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-440-14380-3 (ISBN)
 
Die drei ??? übernehmen ihren 125. Fall! Dabei treffen sie auf ihren alten Widersacher, den Bilderdieb Victor Hugenay. Doch schnell zeigt sich, dass es noch weitere Gegner gibt, die hinter dem Gemälde "Feuermond" her sind. Werden die drei Detektive Das Rätsel der Meister (Teil 1) lösen können? Oder verirren sie sich auf dem Pfad der Täuschung(Teil 2)? Die Nacht der Schatten (Teil 3) wird es zeigen ...

Teil 1 der Jubiläumstrilogie.
  • Deutsch
  • Stuttgart
  • |
  • Deutschland
  • 1,23 MB
978-3-440-14380-3 (9783440143803)
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Flammen in der Nacht


Die Nacht war ungewöhnlich kühl und neblig, als Bob Andrews den Kinosaal verließ und hinaus auf die nächtliche Straße trat. Die wenigen anderen Zuschauer, die die Spätvorstellung des kleinen Kinos in Pacific Palisades besucht hatten, waren schon während des Abspanns gegangen. Bob sah auf die Uhr. Er musste dringend nach Hause. Das Zeitlimit, das seine Eltern ihm für heute Abend gegeben hatten, war schon um zwanzig Minuten überschritten. Bob öffnete das Fahrradschloss, schwang sich auf den Sattel und radelte los.

Wegen des starken Nebels beschloss er, einen kleinen Umweg durch die Berge zu nehmen, anstatt die Küstenstraße entlangzufahren. Dort wurde man bei diesen Witterungsverhältnissen als Radfahrer manchmal einfach übersehen.

Zehn Minuten später erreichte Bob den Stadtrand von Rocky Beach. Das kleine kalifornische Küstenstädtchen lag dunkel und ruhig vor ihm. Niemand war mehr unterwegs. Ein Hund bellte irgendwo in der Ferne. Eine schwarze Katze, die von links nach rechts die Straße überquerte, huschte unter ein geparktes Auto, als das Licht der Fahrradlampe sie erfasste. Der Rest der Stadt schien längst zu schlafen.

Bob fuhr an einer seit Jahren verlassenen Tankstelle und der elektrischen Umspannstation vorbei. Direkt dahinter lag das alte Verwaltungsgebäude der Stadt Rocky Beach, ein hässlicher, verwitterter Betonklotz. Es stand inzwischen leer und sollte zum Glück bald abgerissen werden, da die Stadtverwaltung in das Rathaus umgezogen war.

Während Bob munter die Filmmusik aus dem Abspann pfiff und sich auf sein warmes Bett freute, geschah es:

Aus den Augenwinkeln sah er einen grellen Lichtblitz, ein Knall wie von einer Bombe betäubte seine Ohren, und eine Sekunde später wurde Bob wie von einer unsichtbaren Faust getroffen vom Fahrrad geschleudert. Er landete zwei Meter neben seinem Rad hart auf dem Asphalt und ein heißer Schmerz zuckte durch seine Schulter. Er schützte seinen Kopf mit seinen Armen und blieb atemlos liegen.

Etwas prasselte auf ihn herab. Er hörte das Fauchen von Feuer, roch beißenden Qualm, und eine Welle glühender Luft fegte über ihn hinweg. Bob riskierte einen Blick.

Das Verwaltungsgebäude brannte lichterloh. Rabenschwarze Rauchpilze quollen aus den zersprungenen Fenstern, deren Scheiben in winzigen Splittern auf ihn herabgeregnet waren. Die Straßenbeleuchtung war erloschen. Der Strom schien ausgefallen zu sein.

Bob starrte auf das Flammenmeer. Das Flackern spiegelte sich in den Speichen seines Fahrrads, dessen Reifen sich noch drehten. Die Hitze brannte auf seiner Haut. Jede Sekunde erwartete er eine zweite Explosion. Trotzdem konnte er sich nicht von der Stelle rühren. Er war wie gelähmt. Erst als ihn jemand plötzlich von hinten berührte, erwachte Bob aus seiner Starre.

Er wandte sich um. Ein Mann mit ungepflegten, langen, grauen Haaren stand hinter ihm. Sein Gesicht war schmutzig, seine Zähne fleckig und er roch schlecht. Besorgt blickte er Bob an. »Alles in Ordnung, Bob Andrews?«

»Rubbish-George!«, brachte Bob hervor, als er den Stadtstreicher erkannte.

Rubbish-George sagte irgendetwas, doch Bob hatte ein schreckliches Piepen im Ohr und konnte ihn kaum verstehen.

»Alles klar«, sagte er schnell. »Es ist alles in Ordnung. Mir geht es gut.«

Ein gewaltiges Krachen ließ ihn herumfahren. Ein Stück Außenwand des Gebäudes sackte wie ein Kartenhaus zusammen, stürzte herab und schlug krachend in einer Staubwolke auf. Ein stockwerkhohes Stück Beton kippte auf das Gelände der Umspannstation und knickte einen Strommast um wie einen Zahnstocher. Rubbish-George zerrte Bob auf die Füße und brachte ihn in sichere Entfernung. Bobs Beine sackten weg, als er versuchte, allein zu gehen. Er setzte sich wieder hin. Nun kamen die ersten Menschen heran. Viele trugen nur Pyjamas und Morgenmäntel. Entsetzt starrten sie auf das zerstörte Gebäude und die tosenden Flammen.

Die Feuerwehr traf ein. Innerhalb von Minuten wurden drei große Löschzüge in Stellung gebracht und an Hydranten angeschlossen. Das Wasser, das die Feuerwehrleute durch die geborstenen Fenster spritzten, hatte kaum Wirkung gegen das Feuer. Während sich weißer Wasserdampf in den schwarzen Qualm mischte, trafen die Krankenwagen ein. Sanitäter liefen eilig umher und suchten nach Verletzten. Einer von ihnen trat auf Bob zu. »Was ist mit dir, Junge? Geht es dir gut?«

»Ich … ja, ich … ich bin nur vom Fahrrad gefallen. Ich …« Weiter kam er nicht. Der junge Mann brachte ihn zum Krankenwagen, wo er sich auf die Pritsche setzen konnte. Jemand legte ihm eine Wolldecke um die Schulter, maß seinen Puls, stellte ihm Fragen und untersuchte die schmerzende Schulter.

»Nur ein blauer Fleck«, hieß es schließlich, und Bob bekam einen Becher Kaffee in die Hand gedrückt. »Dein Kreislauf ist etwas angeschlagen. Du hast einen leichten Schock. Bleib einfach hier sitzen. Wir rufen deine Eltern an, damit sie dich abholen.«

»Was? Nein. Das … geht schon. Danke.« Bob versuchte ein Lächeln und nippte an seinem Kaffee, der höllenstark war. Die Straße rund um das brennende Gebäude war notdürftig abgesperrt. Die Menge der Schaulustigen wurde immer größer. Ein Kamerateam tauchte auf. Doch Bob hatte nur Augen für die Flammen, die ungebremst in den Himmel loderten, bevor sie sich im schwarzen Qualm verloren.

Es war ein seltsames Gefühl, als Peter Shaw den Boden unter den Füßen verlor. Als hätte eine göttliche Macht die Schwerkraft ausgeschaltet. Plötzlich schwebte er gen Himmel, weiter und weiter hinauf. Unter ihm glitzerte der Ozean und die Küstenlinie breitete sich als gigantisches Panorama vor ihm aus. Je höher er stieg, desto stiller wurde es. Das Knattern des Motorbootes unter ihm ging langsam im leisen Rauschen des Windes unter. Es herrschte eine himmlische Ruhe. Peter fühlte sich plötzlich, als sei er der einzige Mensch auf der Welt. Am liebsten wäre er ewig weitergeschwebt.

Die Titelmelodie von ›Mission Impossible‹ riss ihn jäh aus seinen Träumen. Sein Handy. Verdammt! Wieso hatte er es überhaupt bei sich?

Wer wagte es, ihn anzurufen, während er gerade an der kalifornischen Küste entlangflog? Eigentlich kam dafür nur eine Person in Frage. Peter überlegte einen Moment, ob er es einfach klingeln lassen sollte. Doch schließlich siegte seine Neugier.

Justus hielt sich nicht mit Begrüßungen auf. »Zweiter! Wo steckst du?«

»Wenn du es genau wissen willst: Du störst meine Meditation in der Schwerelosigkeit. Ich hänge nämlich gerade unter einem nagelneuen Gleitschirm und lasse mich von Jeffreys Motorboot in luftige Höhen ziehen. Es ist super, du solltest unbedingt –«

»Toll, Peter! Aber komm so schnell wie möglich zurück auf den Boden der Tatsachen! Es ist etwas passiert! Wir treffen uns in der Zentrale!«

Den ganzen Rückweg vom Strand bis zum Gebrauchtwarencenter T. Jonas schwankte Peter zwischen Ärger und Sorge. Der Ausflug in luftige Höhen hatte ein abruptes Ende gefunden. Aber Justus hätte nicht darauf bestanden, wenn es nicht wirklich wichtig wäre. Peter schaltete einen Gang höher.

Das Gebrauchtwarencenter war genau genommen kaum mehr als ein Schrottplatz, auch wenn sein Besitzer, Justus’ Onkel Titus, das nicht gern hörte, da er sich weitgehend vom Schrotthandel verabschiedet und sich auf Trödel aller Art spezialisiert hatte. Doch trotz der ausgeprägten Ordnungsliebe seiner Frau Mathilda war es den beiden niemals wirklich gelungen, das Chaos, das das Gelände beherrschte, zu bändigen. Daher passte der Name ›Schrottplatz‹ nach wie vor.

Peter raste mit seinem Mountainbike durch das geöffnete, schmiedeeiserne Tor auf den Platz und kollidierte beinahe mit dem Briefträger. Peter riss an den Bremsen und kam Staub aufwirbelnd einen halben Meter vor dem Mann zum Stehen.

»He, nicht so stürmisch, junger Mann!«, rief dieser lachend.

»’tschuldigung. Aber ich habe es wirklich eilig.«

»Hier.« Der Briefträger reichte ihm einen Umschlag. »Post für die drei Detektive. Das seid ihr doch, oder?«

Peter nickte. »Danke. Schönen Tag noch!« Er steuerte auf den baufälligen, von der Sonne ausgeblichenen Campinganhänger zu, der in der hinteren Ecke gleich neben der Freiluftwerkstatt stand. Der Anhänger fügte sich so gut in das Durcheinander des Schrottplatzes ein, dass man ihn auf den ersten Blick gar nicht wahrnahm. Doch das war Peter, Justus und Bob nur recht, denn in Wirklichkeit war der Anhänger das Hauptquartier der drei ???, die Zentrale. Der äußere Schein trog: Im Innern war der Wohnwagen mit den modernsten Geräten ausgestattet. Im Laufe der Jahre hatten die drei Detektive nicht nur einen Computer und ein Telefon zusammengetragen, sondern auch diverse technische Spielereien und ein vollständig eingerichtetes Kriminal- und Fotolabor.

Und einen Fernseher. Der ungewöhnlich laut gedreht war, als Peter die Zentrale betrat. Justus hockte davor, das Gesicht nur eine Armlänge vom Bildschirm entfernt. Der Erste Detektiv drehte sich nicht einmal zu Peter um, sondern wies nur stumm auf die laufende Nachrichtensendung.

Ein brennendes Haus bei Nacht. Peter erkannte sofort das alte Stadtverwaltungsgebäude am Stadtrand von Rocky Beach. Stumm vor Schreck lauschte er dem Sprecher, der die Bilder dokumentierte.

»Und so sah es letzte Nacht um null Uhr zwanzig aus: Im Innern des Gebäudes gab es eine Explosion, die einen Teil der Außenwand zusammenbrechen ließ. Eine benachbarte Umspannstation wurde schwer beschädigt, woraufhin der Strom in Rocky Beach für...

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