Nachtschicht für zwei

 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 26. August 2020
  • |
  • 130 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7337-1827-5 (ISBN)
 
Diese Kurven ... Als Jasmine sich zum Medizinregal reckt, ist es um Dr. Devlin geschehen. Nach dem Drama mit seiner Ex wollte er Kolleginnen zwar meiden, doch die neue Schwester ist süß, sinnlich, unkompliziert ... und unterstellt ihm plötzlich etwas Ungeheuerliches.
Carol Marinelli wurde in England geboren. Gemeinsam mit ihren schottischen Eltern und den beiden Schwestern verbrachte sie viele glückliche Sommermonate in den Highlands. Nach der Schule besuchte Carol einen Sekretärinnenkurs und lernte dabei vor allem eines: Dass sie nie im Leben Sekretärin werden wollte! Also machte sie eine Ausbildung zur Krankenschwester und arbeitete fünf Jahre lang in der Notaufnahme. Doch obwohl Carol ihren Job liebte, zog es sie irgendwann unwiderstehlich in die Ferne. Gemeinsam mit ihrer Schwester reiste sie ein Jahr lang quer durch Australien - und traf dort sechs Wochen vor dem Heimflug auf den Mann ihres Lebens ... Eine sehr kostspielige Verlobungszeit folgte: Lange Briefe, lange Telefonanrufe und noch längere Flüge von England nach Australien. Bis Carol endlich den heiß ersehnten Heiratsantrag bekam und gemeinsam mit ihrem Mann nach Melbourne in Australien zog. Beflügelt von ihrer eigenen Liebesgeschichte, beschloss Carol, mit dem Schreiben romantischer Romane zu beginnen. Doch das erwies sich als gar nicht so einfach. Nacht für Nacht saß sie an ihrer Schreibmaschine und tippte eine Version nach der nächsten, wenn sie sich nicht gerade um ihr neugeborenes Baby kümmern musste. Tagsüber arbeitete sie weiterhin als Krankenschwester, kümmerte sich um den Haushalt und verschickte ihr Manuskript an verschiedene Verlage. Doch niemand schien sich für Carols romantische Geschichten zu interessieren. Bis sich eines Tages eine Lektorin von Harlequin bei ihr meldete: Ihr Roman war akzeptiert worden! Inzwischen ist Carol glückliche Mutter von drei wundervollen Kindern. Ihre Tätigkeit als Krankenschwester hat sie aufgegeben, um sich ganz dem Schreiben widmen zu können. Dafür arbeiten ihre weltweit sehr beliebten ihre Heldinnen häufig im Krankenhaus. Und immer wieder findet sich unter Carols Helden ein höchst anziehender Australier, der eine junge Engländerin mitnimmt - in das Land der Liebe ...

3. KAPITEL

"Na, wie ist es gelaufen?", empfing ihre Mutter sie schon an der Tür.

"Gut", antwortete Jasmine. "Sorry, dass du so lange warten musstest."

"Schon okay. Simon schläft." Jasmine folgte ihrer Mutter in die Küche, und Louise setzte Teewasser auf. "Also, wann fängst du an?"

"Ich weiß ja nicht mal, ob ich den Job habe."

"Ich bitte dich .", rief ihre Mutter über die Schulter, ". Krankenschwestern werden händeringend gesucht, kommt doch ständig in den Nachrichten."

Fragwürdige Komplimente machen - das konnte ihre Mutter gut. Jasmine brannten Tränen in den Augen. Richtig begeistert war Louise ohnehin nie gewesen, dass Jasmine in die Krankenpflege wollte. Sie hatte vielmehr gemeint, Jasmine könnte Medizin studieren wie Penny, wenn sie sich in der Schule mehr dahinterklemmte. Und obwohl sie es beide nie so direkt sagten, war klar, dass sowohl Mutter als auch Schwester dachten: Penny macht Karriere - Jasmine nur ihren Job. Obendrein einen, den jeder machen konnte. Jasmine brauchte ja bloß ihre Schwesterntracht anzuziehen und vorzuführen, oder?

"Ich habe mich als Pflegefachkraft beworben, Mum", erklärte Jasmine. "Und außer mir noch einige andere." Darauf ging ihre Mutter aber nicht ein. Und Jasmine bezweifelte einmal mehr, ob es wirklich richtig gewesen war, wieder in ihre Nähe zu ziehen. Ihre Mutter war nicht mütterlich - immer nur erfolgreich, witzig, klug und karrierebewusst. Und sie wollte schlichtweg auch solche Töchter - schließlich hatte sie neben ihrer Karriere noch die Mutterrolle gemeistert und Jasmine und Penny allein großgezogen, nachdem der Kindsvater sie verlassen hatte.

Jasmine wollte es ja auch allein schaffen. Sie brauchte doch nur eine Pause, ein wenig Hilfe, damit sie das alles durchstand. Und beides hatte die Mutter ihr auch gegeben - auf ihre Art.

Nachdem Jasmine vier Wochen wieder zu Hause wohnte, bekam Louise ein nettes Häuschen zum Vermakeln herein. Direkt am Strand, Miete überraschend niedrig - und Jasmine griff sofort zu. Andere Dinge machten ihr weit mehr zu schaffen. Denn das Krankenschwestersein mit den vielen Schichtdiensten, das war so ganz ohne Unterstützung wirklich nicht einfach zu schaffen.

"Ich werde auch nachts ran müssen." Jasmine sah ihre Mutter die Schultern anspannen, als sie heißes Wasser in zwei Becher mit Teebeuteln goss. "Alle drei Monate für zwei Wochen."

"Ich hab nicht zwei Kinder großgezogen, um mich nun um deins zu kümmern", warnte Louise sie. "Die nächste Zeit werde ich dir helfen, so gut ich kann. Aber abends habe ich oft Hausbesichtigungen. Und im Mai gehe ich auf Kreuzfahrt."

"Ich weiß. Sowie ich die Zusage habe, suche ich mir eine feste Babysitterin."

"Und wenn du dienstfrei hast, informierst du mich bitte mindestens einen Monat im Voraus."

"Mach ich."

Jasmine ließ sich von ihrer Mutter einen Becher Tee geben. Auch wenn sie sich vielleicht eine Umarmung dazu gewünscht hätte. Oder irgendeine andere kleine Aufmunterung. Aber so etwas gab es in diesem Hause nicht.

"Hast du mal daran gedacht, dir was zu suchen, wo du Kind und Beruf besser vereinbaren kannst? Gab's da nicht eine Stelle auf dieser Station, wie hieß sie noch gleich, MA .?"

"MRT", half Jasmine ihrer Mutter auf die Sprünge. "Ja, stimmt, auf der Kernspin war eine frei, sogar mit super Arbeitszeiten. Aber es ist einfach nicht das, was ich wirklich will. Ich mag die Notaufnahme, Mum. Penny würdest du auch nicht zu einer Arbeit drängen, die sie nicht interessiert."

"Penny hat auch kein einjähriges Kind zu versorgen", entgegnete ihre Mutter. Woraufhin sie einige Minuten nur stumm dasaßen.

"Du solltest mal wieder zum Frisör", platzte Louise irgendwann in die Stille. "Und du müsstest etwas mehr Wert auf dein Äußeres legen, wenn du wieder anfängst zu arbeiten", fügte sie hinzu. Auf ihre typisch knurrige Art gab sie ihr Einverständnis zu dem, was ihre Tochter Jasmine vorhatte. "Und du solltest ein bisschen abnehmen."

Jasmine wusste nicht, ob sie lachen oder weinen sollte, entschied sich für Ersteres.

"Was ist da so komisch?"

"Du", antwortete Jasmine. "Heißt die Devise nicht 'Abwarten und Tee trinken'?"

"Nicht bei mir." Ihre Mutter lächelte. "Warum gehst du nicht heim?"

"Simon schläft."

"Ich nehme ihn heute. Mein Abendtermin ist geplatzt. Und du kannst bestimmt so eine Nacht für dich allein gut gebrauchen."

Manchmal, und immer wenn Jasmine es am wenigsten erwartete, konnte ihre Mum echt nett sein.

"Ach, das wäre toll." Seit Simon auf der Welt war, hatte Jasmine keine Nacht mehr für sich gehabt. "Danke, Mum."

"Dafür nicht. Ich sollte mich mal mit der Granny-Rolle vertraut machen."

"Na, gut. Lass mich nur schnell noch mal nach ihm sehen."

"Wenn du ihn nicht aufweckst."

Jasmine weckte ihn nicht auf. Simone schlummerte, mit Däumchen im Mund, auf dem Bauch. Er lag friedlich in ihrem alten Gitterbettchen in ihrem alten Kinderzimmer. Der bloße Anblick lohnte alle Mühen. Simon war ihr Ein und Alles. Sie konnte einfach nicht verstehen, warum Lloyd nichts mit ihm zu tun haben wollte.

"Meinst du, er vermisst seinen Dad?", fragte Jasmine ihre Mutter.

"Besser kein Dad als einer, der keiner sein will", erwiderte Louise. "Aber ich weiß es nicht richtig, Jasmine. Als du klein warst, habe ich mich das auch gefragt." Sie lächelte ihre Tochter an. "Offenbar liegt der Männergeschmack bei uns in der Familie. Kein Wunder, dass Penny ihnen abgeschworen hat."

"Hat sie dir je erzählt, was passiert ist?", hakte Jasmine nach. Penny war nämlich erst verlobt gewesen - und plötzlich nicht mehr. Sie wollte auch nicht darüber reden.

"Sie meinte nur, dass es Probleme gab und sie besser jetzt Schluss machen wollten als später."

Bevor Kinder die Dinge noch mehr komplizieren, dachte Jasmine, aber äußerte es nicht.

"Ich weiß, es sind gerade harte Zeiten, aber es kommen auch wieder leichtere", sagte ihre Mutter.

"Und wenn nicht?"

"Dann legst du dir besser eine Elefantenhaut zu." Luise zuckte mit den Schultern. "Hast du Penny erzählt, dass du dich am Peninsula beworben hast?"

"Ich hab sie gesehen, als ich mich vorgestellt habe."

"Und?" Louise verzog das Gesicht. Sie wussten beide nur zu gut, wie Penny auf so eine Neuigkeit reagieren würde.

"Sie will mich dort nicht - vor allem nicht in der Notaufnahme. Erfreut war sie nicht gerade."

"Na ja, es ist ihre Station. Du weißt, wie sehr sie immer ihr Territorium verteidigt. Früher hat sie Bindfäden am Türrahmen ihres Zimmers festgeklebt. So wusste sie immer gleich, wenn man während ihrer Abwesenheit in ihrem Zimmer gewesen war", gab Louise zu bedenken und fügte hinzu: "Penny wird vorbeikommen und mit dir reden wollen."

Jasmine hoffte das zwar nicht. Doch Louise sollte recht behalten. Ein paar Stunden später, Jasmine war schon wieder bei sich zu Hause, klopfte jemand laut an die Tür.

"Geht das nicht auch leiser?", empörte sich Jasmine, als sie öffnete. "Wenn Simon hier wäre ."

"Wir müssen reden", kam Penny gleich zur Sache und rauschte an Jasmine vorbei ins Wohnzimmer.

Ihre Bluse war immer noch frisch und weiß, ihre Haare lagen perfekt, und ihre Augen blitzten so wütend wie am Morgen auf dem Krankenhausflur. "Bei unserem Treffen letzte Woche hast du nichts davon gesagt. Kein Wort!"

"Ich bin ja gar nicht dazu gekommen."

"Was soll das heißen?"

Jasmine hörte an Pennys Stimme, dass diese auf Konfrontation gebürstet war. Sie konnte die Büchse der Pandora förmlich zwischen ihnen auf dem Boden stehen sehen. Es kribbelte ihr in den Fingern, sie zu öffnen. Um das alles endlich mal auszudiskutieren. Einfach zu sagen, wie sauer sie immer noch war, weil Penny es nicht zu Simons erstem Geburtstag geschafft hatte. Nicht mal eine Karte hatte sie geschrieben. Aber dass Jasmine kam, um Pennys neuesten Erfolg zu feiern, war natürlich selbstverständlich gewesen!

"Na, beim Abendessen wollten wir doch deinen frisch erworbenen Doktortitel feiern", antwortete Jasmine ruhig. Verbitterung half ja nichts. "Mir war klar, dass dir mein Vorstellungsgespräch nicht passen würde. Und ich wollte dir den Abend nicht verderben."

"Du hättest deine Bewerbung vorher mit mir abklären müssen! Es ist meine Station!"

"Hoffentlich bald auch meine", wagte sich Jasmine vor. Aber ihre Worte trafen auf taube Ohren.

"Weißt du, wie schwer ich's habe?", wütete Penny weiter. "Der ganze Quatsch von wegen Gleichberechtigung und so . Ich muss doppelt so gut sein, doppelt so tough wie die alle. Da wird eine Oberarzt-Stelle frei. Und ich habe nicht vor, mir diese Chance entgehen zu lassen."

"Was hat das denn damit zu tun, dass ich dort vielleicht anfange?"

"Dort darfst du eigentlich kein Privatleben haben. Dass du das nicht verstehst, Jasmine. Ich habe hart gearbeitet, um in diese Position zu kommen. Der derzeitige Chefarzt ist noch so ein Chauvi alter Schule. Vor Kurzem hat er sich mal wieder über Frauen lustig gemacht. Von wegen erst sich ausbilden lassen und dann schwanger werden und Teilzeit arbeiten wollen." Sie sah ihre Schwester an. "Ja, ich könnte mich beschweren und 'ne Welle...

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