Nur eine Nacht mit Dr. MacBride?

 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 12. August 2020
  • |
  • 130 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7337-1819-0 (ISBN)
 
Feuer in einer Grundschule! Bis zum Rand ihrer Kräfte versorgt die hübsche Sanitäterin Victoria mit Dr. Dominic MacBride die Kinder. Doch für sie selbst kommt jede Rettung zu spät. Denn zwischen ihr und dem sexy Arzt ist etwas geschehen, das ihr Leben für immer ändern wird ...
Carol Marinelli wurde in England geboren. Gemeinsam mit ihren schottischen Eltern und den beiden Schwestern verbrachte sie viele glückliche Sommermonate in den Highlands. Nach der Schule besuchte Carol einen Sekretärinnenkurs und lernte dabei vor allem eines: Dass sie nie im Leben Sekretärin werden wollte! Also machte sie eine Ausbildung zur Krankenschwester und arbeitete fünf Jahre lang in der Notaufnahme. Doch obwohl Carol ihren Job liebte, zog es sie irgendwann unwiderstehlich in die Ferne. Gemeinsam mit ihrer Schwester reiste sie ein Jahr lang quer durch Australien - und traf dort sechs Wochen vor dem Heimflug auf den Mann ihres Lebens ... Eine sehr kostspielige Verlobungszeit folgte: Lange Briefe, lange Telefonanrufe und noch längere Flüge von England nach Australien. Bis Carol endlich den heiß ersehnten Heiratsantrag bekam und gemeinsam mit ihrem Mann nach Melbourne in Australien zog. Beflügelt von ihrer eigenen Liebesgeschichte, beschloss Carol, mit dem Schreiben romantischer Romane zu beginnen. Doch das erwies sich als gar nicht so einfach. Nacht für Nacht saß sie an ihrer Schreibmaschine und tippte eine Version nach der nächsten, wenn sie sich nicht gerade um ihr neugeborenes Baby kümmern musste. Tagsüber arbeitete sie weiterhin als Krankenschwester, kümmerte sich um den Haushalt und verschickte ihr Manuskript an verschiedene Verlage. Doch niemand schien sich für Carols romantische Geschichten zu interessieren. Bis sich eines Tages eine Lektorin von Harlequin bei ihr meldete: Ihr Roman war akzeptiert worden! Inzwischen ist Carol glückliche Mutter von drei wundervollen Kindern. Ihre Tätigkeit als Krankenschwester hat sie aufgegeben, um sich ganz dem Schreiben widmen zu können. Dafür arbeiten ihre weltweit sehr beliebten ihre Heldinnen häufig im Krankenhaus. Und immer wieder findet sich unter Carols Helden ein höchst anziehender Australier, der eine junge Engländerin mitnimmt - in das Land der Liebe ...

1. KAPITEL

"Hallo, meine Hübsche!"

Victoria lächelte freundlich, als sie mit ihrem Kollegen Glen das Wohnzimmer betrat. Dort lag die sechsjährige Penny Craig auf dem Sofa. Im Flur hatte Victoria bereits mit ihrer Mutter Julia gesprochen. Normalerweise würden zwei Sanitäter in ihren grünen Uniformen eine Sechsjährige wohl erschrecken, aber Penny war leider daran gewöhnt.

"Victoria!"

Obwohl es Penny nicht gut ging, richtete sie sich ein Stück auf, und ihre großen grauen Augen leuchteten. Sie freute sich ganz offensichtlich, dass ihre Lieblingssanitäterin gekommen war, um sie in das Paddington Children's Hospital zu fahren.

"Sie hat gehofft, dass Sie heute Dienst haben."

Victoria lächelte Julia zu und setzte sich auf die Sofakante zu ihrer Patientin. "Gestern habe ich noch gedacht, dass ich dich lange nicht mehr gesehen habe."

"Ihr ging es in letzter Zeit wirklich gut", sagte Julia.

Penny Craig war mit einer seltenen angeborenen Herzkrankheit zur Welt gekommen und hatte bereits einen Großteil ihres Lebens im Paddington verbracht. Ihr dunkles Haar war zu Zöpfen geflochten, und sie steckte in einem Pyjama. Darüber hatte sie sich das kleine rosa Tanzröckchen gezogen, das sie Tag und Nacht trug. Penny wollte Balletttänzerin werden. Das erzählte sie jedem.

"Aber deine Mum sagt, dass es dir heute nicht gut geht?", fragte Victoria und fühlte Pennys Puls.

"Mir ist übel, und ich bin febril."

Die meisten Kinder würden wohl sagen, dass ihnen schlecht sei und sie Fieber hätten, aber Penny hatte so viel Zeit mit Ärzten verbracht, dass sie sich an ihre Sprache angepasst hatte - und das mit sechs Jahren. Sie hatte tatsächlich Fieber. Als Victoria ihre Vitalwerte überprüfte, schlug das kleine Herz viel zu schnell.

"Ich habe schon mit dem Krankenhaus gesprochen. Sie kommt direkt auf die Herzstation", sagte Julia, während Victoria ihre Tochter gründlich untersuchte. Es war kein Notfall, aber bei Pennys Geschichte war es so besser.

"Allerdings", fügte Julia hinzu, "wollen sie ihr zuerst in der Notaufnahme die Brust röntgen."

Was schwierig werden könnte. In der Notaufnahme mochten sie es wirklich nicht, als Durchgangsstation für das ganze Krankenhaus betrachtet zu werden. Damit musste Victoria sich öfter herumschlagen. Erst vor drei Tagen hatte sie eine hitzige Diskussion mit Dominic MacBride darüber gehabt, einem pädiatrischen Unfallchirurgen. Victoria hoffte, dass er heute Abend nicht wieder Dienst haben würde, denn sie bekamen sich oft in die Haare, wenn sie ihre Patienten auf die Station brachte.

Ganz allgemein war es im Paddington allerdings immer noch besser als in den meisten Krankenhäusern. Die Mitarbeiter waren freundlich, und die Stationen tauschten sich untereinander aus.

Außerdem war Penny ein kleiner Star.

Sie würden es einfach auf sich zukommen lassen müssen.

"Du hast hübsche Ohrringe", sagte Penny, als Victoria ihr den Blutdruck maß.

"Danke."

Eigentlich trug Victoria bei der Arbeit keinen Schmuck. Das war zu unpraktisch, denn sie wusste schließlich nie, was sie erwartete. Ihre langen dunkelbraunen Haare hatte sie wie immer in einem unordentlichen Knoten zusammengefasst, und natürlich trug sie bei der Arbeit auch kein Make-up.

Deswegen fielen ihre Diamantstecker auch sofort ins Auge. Sie waren ein Geschenk ihres Vaters gewesen, und Victoria trug sie nur zu besonderen Anlässen. Gestern Abend war sie auf einer Veranstaltung gewesen und hatte vergessen, sie abzunehmen.

Penny war für die Fahrt ins Krankenhaus bereit. Um sie nicht unnötig zu beunruhigen, trugen Victoria oder Glen sie meist in das Ambulanzfahrzeug, doch seit Victoria die Krankentrage einmal als Thron bezeichnet hatte, hatte Penny, die sich für Märchen begeisterte, keine Angst mehr davor. Nun wollte sie sogar selbst draufklettern. Julia überprüfte, ob sie alles dabeihatte. Ein kurzer Ausflug ins Paddington, der sich zu einem längeren Aufenthalt entwickelte, war für sie nichts Neues mehr.

"Bereit zum Abflug?", fragte Victoria, und Penny streckte beide Daumen in die Luft. Der Frühling ließ noch immer auf sich warten, sodass draußen Dunkelheit herrschte, obwohl erst früher Abend war.

"Hat Ihre Schicht gerade erst angefangen, oder sind Sie nach uns fertig?", fragte Julia, als Victoria sich hinten im Krankenwagen zu ihnen setzte.

"Ich bin gleich fertig", antwortete Victoria.

"Haben Sie heute Abend etwas Schönes vor?"

"Nicht wirklich", erwiderte Victoria und drehte sich zu Penny.

Das stimmte nicht. Denn Victoria hatte ein Date.

Ein zweites Date. Und sie fragte sich, warum sie sich darauf eingelassen hatte, obwohl das erste Date nicht besonders gut gewesen war. Ach richtig, weil sie mit Glen gesprochen und er gemeint hatte, dass man von einem ersten Date nicht zu viel erwarten sollte.

Das würde sie Julia natürlich nicht verraten. Victoria erzählte nicht vielen Menschen etwas, insbesondere nicht den Patienten. Sie war zurückhaltend, aber nicht unzugänglich, freundlich, aber nicht zu freundlich. Ihre Patienten schätzten sie für ihr professionelles Verhalten.

Im Privatleben hatte sie Freunde, aber auch die ließ sie lieber reden, statt von sich selbst etwas preiszugeben. Victoria war von niemandem abhängig.

Sie und Glen arbeiteten seit zwei Jahren zusammen, und so lange hatte Victoria auch gebraucht, um ihm überhaupt etwas Persönliches zu erzählen. Glen war ein Familienmann mit einem Mondgesicht. Er ließ sich von Victorias Verhalten nicht einschüchtern, sondern lächelte über ihren manchmal recht schroffen Umgangston. Er war glücklich mit seiner Frau Hayley verheiratet, und sie hatten vierhundert Kinder.

Na gut, vier Kinder. Glen quasselte gern über seine Familie und all die Kleinigkeiten, die seinen Alltag ausmachten. Victoria schwieg. Nicht einmal ihm gegenüber würde sie sich groß über ihr Liebesleben auslassen.

Ihr nicht vorhandenes Liebesleben.

Wie so häufig, begann Julia nun, Penny eine Geschichte zu erzählen, während sich der Krankenwagen durch den freitäglichen Berufsverkehr schob. Blaulicht und Sirene blieben ausgeschaltet. Es war nicht nötig, und Penny war an diese Fahrten schon so gewöhnt, dass sie keine Freude mehr an dem Drama hatte.

"Ich finde, es sieht aus wie ein Zauberschloss", sagte Penny, als sie das Paddington Children's Hospital erblickte.

Das viktorianische Gebäude aus roten Ziegelsteinen hatte mehrere Türmchen, und Victoria musste über Pennys Bemerkung lächeln. Als sie ein Kind war, hatte sie das Gleiche gedacht. Sie wusste noch, wie sie immer auf dem Rücksitz gesessen hatte, während ihr Vater auf das Krankenhaus zuraste, wo mal wieder ein wichtiger Fall auf ihn wartete.

"Es ist ja auch ein Zauberschloss", sagte sie, und Penny grinste.

"Und Pennys zweites Zuhause", ergänzte Julia.

So wie es auch Victorias zweites Zuhause war. Sie kannte jeden Korridor, jeden Winkel und jede Ecke. Das Türmchen, das Penny sich gerade ansah, war über eine Tür hinter den Patientenakten am Empfang zugänglich.

Lange Zeit war es Victorias Lieblingsort gewesen. Sie hatte sich hineingeschlichen, wenn niemand hinsah, und war die Spiraltreppe hinaufgeklettert. Dort oben hatte sie getanzt, geträumt oder sich Geschichten ausgedacht.

Das machte sie noch immer. Na gut, Geschichten dachte sie sich nicht mehr aus, aber ab und zu schlich sie sich noch immer davon und genoss den Ausblick über London, der ihr ganz allein gehörte.

"Wie schade, dass es geschlossen wird", seufzte Julia.

"Das steht ja noch gar nicht fest", erwiderte Victoria, auch wenn sie nicht überzeugt war. Der Plan, das Paddington mit dem Riverside, einem großen, modernen Krankenhaus am Stadtrand, zusammenzulegen, schien tatsächlich konkrete Formen anzunehmen.

Deswegen demonstrierten seit einigen Tagen immer wieder einige Menschen vor dem Gebäude. Still hielten sie ihre Plakate hoch, um das Krankenhaus zu retten.

Victorias Vater arbeitete mittlerweile ebenfalls im Riverside. Wenn sie sich unterhielten, ging es bei ihnen um die Arbeit. Auch die Veranstaltung gestern Abend war für ihn gewesen: Er hatte eine Auszeichnung erhalten, und in ihrem Gespräch nach der Zeremonie hatte es sich angehört, als ob der Zusammenschluss beschlossene Sache war.

Natürlich war das Grundstück, auf dem das wunderschöne alte Gebäude stand, viel wert. Letztendlich ging es doch immer ums Geld.

"Ich will nicht, dass es geschlossen wird", sagte Penny, während sie auf die hell erleuchtete Einfahrt vor der Notaufnahme einbogen. "Hier fühle ich mich immer so sicher."

Bei Pennys Worten spürte Victoria, wie sich in ihrem Inneren ein Knoten bildete. Auch wenn ihr Vater damals immer nur kurz bei der Arbeit vorbeischauen wollte, blieb er meist mehrere Stunden, und Victoria musste ganz allein im Paddington auf ihn warten. Doch auch sie hatte sich immer sicher gefühlt.

"Ich weiß." Victoria nickte Penny zu. "Aber Riverside ist ein ganz tolles Krankenhaus, und die Mitarbeiter dort sind auch sehr nett."

"Aber es ist nicht das Gleiche." Penny schüttelte den Kopf, Tränen in den grauen Augen.

"Darüber musst du dir aber jetzt keine Gedanken machen." Victoria versuchte, sie zu beruhigen. "Und vielleicht passiert es ja auch gar nicht."

Nur sich selbst konnte sie leider nicht beruhigen.

"Penny!" Karen, eine...

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