Der Boss und die Eiskönigin

 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 22. April 2020
  • |
  • 130 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7337-1652-3 (ISBN)
 
Penny hat ein delikates Geheimnis. Um jeden Preis will sie es für sich behalten, viel zu viel hängt davon ab! Aber das wird schwierig, als ihr Boss, der charmante Dr. Ethan Lewis, ihr tief in die Augen schaut. Ausgerechnet Ethan ... Ahnt er, was sie vor ihm verbirgt?
Carol Marinelli wurde in England geboren. Gemeinsam mit ihren schottischen Eltern und den beiden Schwestern verbrachte sie viele glückliche Sommermonate in den Highlands. Nach der Schule besuchte Carol einen Sekretärinnenkurs und lernte dabei vor allem eines: Dass sie nie im Leben Sekretärin werden wollte! Also machte sie eine Ausbildung zur Krankenschwester und arbeitete fünf Jahre lang in der Notaufnahme. Doch obwohl Carol ihren Job liebte, zog es sie irgendwann unwiderstehlich in die Ferne. Gemeinsam mit ihrer Schwester reiste sie ein Jahr lang quer durch Australien - und traf dort sechs Wochen vor dem Heimflug auf den Mann ihres Lebens ... Eine sehr kostspielige Verlobungszeit folgte: Lange Briefe, lange Telefonanrufe und noch längere Flüge von England nach Australien. Bis Carol endlich den heiß ersehnten Heiratsantrag bekam und gemeinsam mit ihrem Mann nach Melbourne in Australien zog. Beflügelt von ihrer eigenen Liebesgeschichte, beschloss Carol, mit dem Schreiben romantischer Romane zu beginnen. Doch das erwies sich als gar nicht so einfach. Nacht für Nacht saß sie an ihrer Schreibmaschine und tippte eine Version nach der nächsten, wenn sie sich nicht gerade um ihr neugeborenes Baby kümmern musste. Tagsüber arbeitete sie weiterhin als Krankenschwester, kümmerte sich um den Haushalt und verschickte ihr Manuskript an verschiedene Verlage. Doch niemand schien sich für Carols romantische Geschichten zu interessieren. Bis sich eines Tages eine Lektorin von Harlequin bei ihr meldete: Ihr Roman war akzeptiert worden! Inzwischen ist Carol glückliche Mutter von drei wundervollen Kindern. Ihre Tätigkeit als Krankenschwester hat sie aufgegeben, um sich ganz dem Schreiben widmen zu können. Dafür arbeiten ihre weltweit sehr beliebten ihre Heldinnen häufig im Krankenhaus. Und immer wieder findet sich unter Carols Helden ein höchst anziehender Australier, der eine junge Engländerin mitnimmt - in das Land der Liebe ...

PROLOG

Aber die Patienten, die mochten sie.

Chefnotarzt Ethan Lewis blickte von seinen Notizen auf, als eine junge Frau eine ältere Dame im Rollstuhl zum Dienstzimmer schob. Die Dame im Rollstuhl trug noch ihr Patientenarmband, hielt die Medikamententüte für frisch Entlassene und eine Süßigkeitenbox in den Händen und fragte nach Penny Masters.

"Ich denke, Frau Doktor macht Mittagspause", erklärte Lisa, die Stationsschwester. "Ich schaue aber mal, ob ich sie finde."

"Ach nein, stören Sie sie nicht. Meine Mutter wollte ihr nur das hier als Dankeschön geben. Sie war ja ganz wunderbar, als Mum eingeliefert wurde."

"Ist doch kein Problem", sagte Lisa und griff zum Haustelefon. "Ich denke mal, sie ist in ihrem Büro."

Ja, klar, dachte Ethan für sich. Während andere im Pausenraum lunchen, verzieht Penny sich ins Büro, arbeitet Liegengebliebenes auf. Schon den ganzen Tag wollte er mit ihr sprechen. Mal locker etwas bereden, sie um einen Gefallen bitten. Doch locker reden, wie Ethan langsam merkte, war mit Penny gar nicht möglich. Seit mehr als drei Monaten arbeitete er in der Notaufnahme des Peninsula Hospital. Die stark ausgelastete Strandklinik sicherte die medizinische Versorgung einiger Küstenvororte Melbournes. Im Team der Notaufnahme waren fast alle nett und kollegial und kamen gut mit Ethans entspannter Art zurecht.

Fast alle.

Er sah Penny herüberkommen. Mustergültig, wie gewohnt. Zierlich und schlank. Das glatte blonde Haar ordentlich zusammengebunden. Und zum knielangen blauen Wickelkleid trug sie trendige, flache Schuhe. Eine Art weibliches Business-Outfit, was auf der Station eher unüblich war - die meisten Kollegen, Ethan eingeschlossen, bevorzugten bequeme und praktische Krankenhauskluft. Penny achtete immer auf Schick und schlüpfte für alles und jeden in Handschuhe und OP-Kittel.

"Mrs Adams, freut mich, dass Sie wieder so gut aussehen", sprach Penny ihre ehemalige Patientin gleich mit dem richtigen Namen an. Und ohne dass man ihn ihr hatte nennen müssen, wie Ethan feststellte. Penny wusste ihn. Ansonsten jedoch lächelte sie zwar freundlich, aber rein professionell. Gab auch nicht die Hand. Blieb allerdings stehen und erkundigte sich, wenn auch mehr beruflich interessiert, nach dem Befinden ihrer Patientin, als sie hörte, dass die Tochter noch Fragen zu den Medikamenten ihrer frisch entlassenen Mutter hatte. Also ging sie alle Mittel mit ihr durch, erklärte alle einfach und verständlich.

"Vielen Dank, nun hab ich's verstanden", sagte Mrs Adams' Tochter. "Ich wollte bloß nicht dauernd bei der Schwester nachfragen."

"Nein, bitte fragen Sie immer unbedingt."

Ja, die Patienten, die liebten Penny.

Die störte es überhaupt nicht, dass sie peinlich pingelig war und unglaublich stur auf ihren Behandlungsplänen beharrte.

Es waren die Kollegen, die sich mit ihr herumärgerten. Wollte Penny bei einem Patienten viertelstündliche Kontrollgänge, ließ sie keine Entschuldigung gelten, wenn sie versäumt wurden. Orderte Penny Schmerzmittel, interessierte es sie nicht, dass man eventuell am Medikamentenwagen anstehen musste. Oder gerade keiner die korrekte Dosierung checken konnte. Ihr Patient brauchte ja alles sofort.

Penny begleitete Mrs Adams und ihre Tochter zum Ausgang, wechselte einige Worte und kam dann zurück.

"Na, was hast du denn gekriegt?", empfing Schwester Jasmine, die gleichzeitig auch Pennys echte Schwester war, sie neugierig.

Penny blickte auf die Packung in der Hand. "Macadamianüsse in Schokolade." Sie streifte das Zellophan ab. "Die lass ich hier. Da kann sich jeder bedienen."

Besonders nett ist sie ja nicht zu ihrer Schwester, dachte Ethan, als Penny die Schokonüsse auf den Tisch legte und wieder zur Tür ging. Hätte man es ihm nicht gesagt - er wäre nie darauf gekommen, die beiden könnten überhaupt miteinander verwandt sein.

Jasmine war dunkelhaarig und kurvenreich, Penny blond und ganz schlank.

Jasmine lächelte, gab sich freundlich, kollegial. Penny dagegen war zugeknöpft und auf Abstand bedacht. Ethan war nur nicht bereit, sich an ihre unausgesprochenen Distanzregeln zu halten.

"Kann ich mal kurz mit Ihnen reden, Penny?", rief er ihr hinterher.

"Eigentlich mach ich gerade Mittagspause", rief sie zurück.

So langsam war Ethan nun doch anzumerken, dass er im Sternzeichen Stier geboren war. Seine braunen Augen funkelten gereizt, und wären die sprichwörtlichen Hörner tatsächlich unter seinem dichten schwarzen Haar versteckt gewesen, so hätte Penny jetzt einen Blick darauf erhaschen können. Es brauchte zwar einiges, damit Ethan derart aus der Ruhe geriet - aber Penny schaffte es allmählich. Dass es Probleme geben würde, war Ethan allerdings klar, noch bevor er die Stelle antrat. Denn außer ihm hatten sich noch zwei Stationsärzte um den Chefposten beworben.

Jed, Jasmines frisch angetrauter zweiter Ehemann.

Und Penny.

In Anbetracht dieser starken Konkurrenz war Ethan einigermaßen erstaunt gewesen, als man ihm den Job anbot. Okay, Jed wechselte an eine große Cityklinik. So viel wusste Ethan mittlerweile. Penny aber blieb, und ja, die Situation war schwierig. Immer wieder sagte er sich, dass Pennys Selbstwertgefühl wohl angekratzt war und sie noch Zeit brauchte, bis sie ihn in der Funktion akzeptierte, die sie eigentlich angestrebt hatte.

Tja, nun wurde es mal Zeit. Irgendwann musste Penny sich mit der Tatsache abfinden, dass er der Boss war. Als Penny sich wieder in die Pause verabschieden wollte, kehrte Ethan erstmals entschlossen den Vorgesetzten heraus.

"Gut." Er sah ihr in die kühlen blauen Augen. "Sowie Sie aber damit fertig sind, richten Sie es bitte ein, zu mir zu kommen, ja? Ich muss mit Ihnen sprechen."

Sie zuckte nur einmal kurz, ehe sie nachfragte: "Und in welcher Angelegenheit?"

Nein, so was wie locker reden, das war mit Penny nicht möglich. "Nächstes Wochenende hab ich Bereitschaft. Wäre es möglich, dass Sie mich Sonntagnachmittag ein paar Stunden vertreten? Ich möchte mit meinem Cousin zu einem Footballspiel und ."

"Ich habe schon etwas vor", unterbrach ihn Penny, noch bevor er es näher erklären konnte. "Sorry" fügte sie nicht hinzu.

Das machte Penny nie.

Sie wandte sich zum Gehen. Und Ethan spannte den Kiefer an und rang, was ihm selten passierte, um Fassung. Es juckte ihn in den Fingern, sie auf die Schulter zu tippen, ihr zu sagen, dass er nicht bloß fragte, weil seine Mannschaft am Wochenende spielte, sondern weil sein Cousin auf der Warteliste für Herztransplantationen stand.

Aber brachte es ihm wirklich was, bei Penny die Mitleidskarte zu ziehen? Das konnte er sich doch schenken. Ethan sammelte sich kurz - lächelte sogar, als Penny abmarschierte.

"Na, hast du sie ausgespielt?", würde Phil fragen, wenn er ihn am Abend anrief.

"Nein."

"Gut. Heb sie dir für Frauen auf, die du rumkriegen willst", würde er erwidern.

Ja, es war ein makabres Spiel. Aber eins, das Phil durchhalten und sie gelegentlich zusammen lachen ließ.

Nein, für Penny zückte er sicher nicht die Mitleidskarte.

"Sonntag bringen wir unsere Mutter zum Flughafen." Jasmine sprang auf, um sich von den Schokonüssen zu nehmen, und lieferte die Erklärung nach, die Penny nicht gegeben hatte. Als ob sie es für ihre schwierige Schwester noch irgendwie geradebiegen wollte. Doch Penny war nicht schwierig - sie war ein Eisblock! "Schon ewig so geplant."

"Kein Problem." Ethan widmete sich wieder seinem Schriftkram, während Jasmine sich schnell eine zweite Handvoll Schokonüsse einsteckte und hinausging.

"Sie könnten vielleicht Gordon fragen", schlug Schwester Lisa vor, als sie mit Ethan allein im Zimmer war. Denn Ethan hatte ihr vor ein paar Tagen von seinem Cousin erzählt.

"Mal sehen", antwortete Ethan. Gordon hatte drei Söhne und wurde bald wieder Vater. "Der braucht sein Wochenende mit der Familie genauso wie Penny." Ethan konnte sich eine gewisse Schärfe nicht verkneifen, als er ihren Namen aussprach.

"Sie wissen es nicht, oder?" Lisa war zwar gerade dabei, den Pflegedienstplan aufzustellen, hatte aber auch den frostigen Wortwechsel zwischen Penny und Ethan mitbekommen. Und da sie beide Seiten kannte, konnte Lisa auch beide verstehen. "Vor einigen Monaten wurde die Mutter von Jasmine und Penny mit Herzstillstand bei uns eingeliefert. Und die beiden hatten gerade Dienst."

Ethan verzog das Gesicht. Für alle Kollegen in der Notaufnahme war es das Katastrophenszenario überhaupt: einen guten Freund oder nahen Verwandten behandeln zu müssen. "Konnten Sie die beiden denn raushalten?"

"Schwerlich! Na ja, wir schafften es, Jasmine bei der Reanimation außen vor zu lassen. Zumindest sie hat es damit nicht so krass mitbekommen wie Penny." Lisa legte ihren Stift hin und erzählte Ethan, was an jenem Tag passiert war.

"Als die Sanitäter Mrs Masters hereinrollten, zog Penny sich gerade für den OP um", begann Lisa. "Ähm, Sie wissen ja, was für eine Prozedur das immer bei ihr ist." Lisa verdrehte die Augen. "Penny allein verbraucht fast unser halbes Kontingent an Kitteln. Na ja, jedenfalls brüllt sie normalerweise immer gleich ihre Anweisungen. Das haben Sie bestimmt schon mitgekriegt. Deshalb wusste ich auch sofort, dass etwas nicht stimmte. Penny stand nämlich nur wie erstarrt da. Rief nach Jed - er war an dem Tag der zweite Stationsarzt -, der versorgte aber einen anderen...

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