Die medizinisch nicht indizierte Beschneidung des männlichen Kindes.

Rechtslage vor und nach Inkrafttreten des § 1631d BGB unter besonderer Berücksichtigung der Grundrechte.
 
 
Duncker & Humblot (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 28. Januar 2015
  • |
  • 217 Seiten
 
E-Book | PDF mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-428-54584-1 (ISBN)
 
Der Autor untersucht die Frage der rechtlichen Zulässigkeit medizinisch nicht indizierter Beschneidungen männlicher Minderjähriger auf Veranlassung ihrer Eltern. Nach einem kulturhistorischen Abriss und der Betrachtung medizinischer Aspekte prüft er umfassend, ob der vom Bundesgesetzgeber als Reaktion auf das sogenannte 'Kölner Beschneidungsurteil' in das BGB eingefügte § 1631d verfassungsgemäß ist. Er gelangt zu dem Ergebnis, dass § 1631d BGB in mehrfacher Hinsicht verfassungswidrig ist. Denn zum einen überwiegt angesichts der Tragweite und der Irreversibilität des Eingriffs das Grundrecht der Minderjährigen auf körperliche Unversehrtheit das elterliche Erziehungsrecht und deren Grundrecht auf Religionsfreiheit. Zum anderen liegt eine nicht gerechtfertigte Diskriminierung männlicher Minderjähriger wegen des Geschlechts vor, da der Eingriff bei ihnen zulässig sein soll, während selbst milde Formen weiblicher Beschneidung durch § 226a StGB als Verbrechen unter Strafandrohung stehen.
 
'Medically Not Indicated Circumcision of Male Minors'

The book examines the question of the legality of medically not indicated circumcision of male minors with parental consent. Based on cultural history and medical aspects, the author examines comprehensively whether § 1631d BGB, which was newly inserted into the German civil code (BGB) by federal legislation as a reaction to the so-called 'Cologne circumcision judgment', is constitutional, especially with regards to the basic right of minors to physical integrity and the basic right of equality.
  • Dissertationsschrift
  • |
  • 2014
  • |
  • Universität Leipzig
  • Deutsch
  • Berlin
  • |
  • Deutschland
  • 2,31 MB
978-3-428-54584-1 (9783428545841)
10.3790/978-3-428-54584-1
weitere Ausgaben werden ermittelt
Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Mannheim und Tübingen sowie dem Referendariat in Konstanz und Istanbul legte Andreas Manok im Jahr 1990 das Zweite Juristische Staatsexamen ab. Seither ist er als Rechtsanwalt tätig. Es folgten Weiterbildungen zum Fachanwalt für Arbeitsrecht und für Medizinrecht. Von 2009 bis 2011 absolvierte er den Masterstudiengang Medizinrecht der Dresden International University. Im Anschluss hieran promovierte er am Lehrstuhl von Prof. Dr. Bernd-Rüdiger Kern an der Universität Leipzig. Andreas Manok ist Partner einer mittelständischen Kanzlei in Ravensburg. Er berät und vertritt überwiegend Ärzte und andere Leistungserbringer im Gesundheitswesen in allen berufsspezifischen Rechtsangelegenheiten.
1. Einführung

2. Genitalbeschneidungen

Historischer, religiöser und kultureller Kontext - Männliche Genitalbeschneidung - Weibliche Genitalbeschneidung

3. Rechtslage vor Inkrafttreten des § 1631d BGB

Männliche Beschneidung in der bisherigen Judikatur - Das 'Beschneidungs-Urteil' des Landgerichts Köln - Die Zirkumzision als Körperverletzung i.S.d. §§ 223 ff. StGB - Ergebnis

4. Rechtslage nach Inkrafttreten des § 1631d BGB

Gang des Gesetzgebungsverfahrens - Verfassungsgemäßheit des § 1631d BGB - Konformität des § 1631d BGB mit überstaatlichen Menschen- und Grundrechten - Konformität des § 1631d BGB mit dem AGG - Zusammenfassung der Ergebnisse und Fazit

5. Nachkodifizielle Judikatur und aktuelle Praxis

6. Schlussbetrachtung und Ausblick

Literatur-und Sachwortverzeichnis
»Ich bewerte es als ein starkes und ganz vortreffliches. Manok hat gründlich recherchiert, auch in historisch-religiöser und physiologisch-medizinischer Hinsicht, er drückt sich klar, präzise und gefällig aus, seine Gedankenführung ist argumentativ, ohne Leerlauf und Schritt für Schritt geprägt von besonnener Abwägung. Besonders beeindruckt haben mich die strenge Sachlichkeit und die geduldige Fairness gegenüber dem Meinungsgegner, die seine Wiedergaben und Stellungsnahmen auszeichnen.« Prof. Dr. Rolf D. Herzberg, in: JuristenZeitung, 7/2016

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