Undómièl

Von Schatten und Licht
 
 
TWENTYSIX (Verlag)
  • 2. Auflage
  • |
  • erschienen am 11. September 2018
  • |
  • 312 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7407-1963-0 (ISBN)
 
Stella begibt sich nach Irland, um dort eine Au-Pair-Stelle anzunehmen.
Dort angekommen muss sie allerdings feststellen, dass es keine Gastfamilie gibt.
Sie findet sich bald in einer Welt voller Magie und Mythen wieder, in der sie die Rolle des Abendsterns übernehmen soll, um den Schatten Einhalt zu gebieten.
Mit dem attraktiven Halb-Sidhe Brian an ihrer Seite, muss sie nicht nur das Abenteuer ihres Lebens bestehen, sondern auch Lügen, Intrigen und dem Tod ins Auge blicken.

Überarbeitete Neuauflage
2. Auflage
  • Deutsch
  • 0,55 MB
978-3-7407-1963-0 (9783740719630)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Sabrina Mann wurde 1983 in Rheinland-Pfalz geboren und schrieb bereits als Kind Kurzgeschichten und Gedichte.
Die Leidenschaft für das geschriebene Wort fesselte sie schließlich so lange, bis sie beschloss, ihre Gedanken und Phantasien niederzuschreiben.
Herausgekommen ist eine spannende Trilogie über Liebe und Hass, Leidenschaft und Stärke.

2

Da ich weder Motorengeräusche, noch eine Reaktion auf meine inzwischen gefühlten hundert vergeblichen Anrufe erhielt, packte ich meine zwei Reisetaschen, mein Handy und ging los. Glücklicherweise hatte ich eine tolle Navigationsapp geladen, mit der ich hoffentlich zu meinem vorübergehenden Zuhause finden würde.

Wäre ich doch nur noch mal zur Bank gefahren, um mir Bargeld zu holen, so könnte ich jetzt mit dem Taxi fahren. Aber natürlich dachte ich nicht so weit.

Laut meinem Navi brauchte ich zu Fuß vier Stunden und zwanzig Minuten. Allerdings kannte das Navi die Straße nicht, den Ort Crainshire schon. Das konnte ja heiter werden! Nach der ersten halben Stunde war ich schon so erschöpft, dass ich am liebsten einfach mitten im Gras sitzen geblieben wäre. Aber wenn ich hier draußen nicht übernachten wollte, musste ich wohl oder übel weiterlaufen. Es gab hier keine Wege und so ging ich, mehr oder weniger querfeldein, in die Richtung, die das Navi vorgab. Ich schwitzte und hatte bald unerträglichen Durst. Ich hielt kurz an, um meine lange Jeans hochzukrempeln und band meine Haare zusammen, die ich bis eben noch offen getragen hatte. Wieso nur hatte ich kein Wasser eingepackt? An Sekt dachte ich, und ärgerte mich mal wieder über meine Planlosigkeit. Sekt war aber besser als nichts. Ich leerte den restlichen Piccolo in drei zügen und erstarrte im nächsten Moment. Ich wurde beobachtet, ich fühlte es ganz genau. Nur von wem? Ich drehte mich langsam um mich selbst, konnte aber niemanden entdecken.

Nicht panisch werden, weiterlaufen, dachte ich mir und schleppte mich weiter vorwärts, ohne das Gefühl beobachtet zu werden, zu verlieren. Ich kam an einem Waldstück vorbei und entdeckte zwei Eichhörnchen, die an einer alten Eiche fangen spielten.

Und da stand er plötzlich. Zwischen zwei Haselnusssträuchern, etwa fünfzig Meter hinter den Eichhörnchen. Der majestätische weiße Wolf aus meinen Träumen schaute zu mir herüber.

Er war noch viel schöner, als in meinen Träumen. Seine blauen Augen strahlten wie der Ozean, sein weißes halblanges Fell war von rostbraunen Strähnen durchzogen und wiegte sanft im Wind. Er war sehr groß, bestimmt würde er mir bis über die Hüfte reichen, und strahlte eine königliche Kraft und Würde aus. Ich hatte nie das Glück gehabt einem wilden Wolf gegenüber zu stehen, da sie bei uns in Deutschland lange ausgerottet waren und sich nun erst wenige Exemplare wieder ansiedelten.

Ich war überwältigt von diesem Anblick und gleichzeitig erstaunt darüber, wie ruhig und gelassen er dort stand, um mich zu beobachten. Ich traute mich kaum zu atmen. Nicht das ich Angst hatte er würde mir etwas tun. Ich wusste ja, das Wölfe eher scheu waren und Rotkäppchen nur ein Märchen. Nein, ich wollte mich nicht bewegen, weil ich ihn nicht verscheuchen wollte.

Er legte jetzt seinen Kopf schief, bevor er kehrtmachte und in den Wald hinein davon trottete.

Nun was sollte ich tun? Sollte ich weiter dem Navi folgen oder dem Wolf hinterher?

Keine allzu schwierige Entscheidung. Der Wolf natürlich. Er hatte die Abenteuerlust in mir geweckt und wer weiß, vielleicht gab es im hinteren Teil des Waldes noch mehr von Ihnen. Außerdem hatte ich ja vielleicht auch Glück und würde hinter dem Wald auf Einheimische stoßen, die mir dann helfen könnten zu den McTevishs zu gelangen.

Ein Blick aufs Handy zeigte mir, dass es bereits vierzehn Uhr war und sogleich knurrte mein Magen, da ich heute außer meinen Chips noch nichts gegessen hatte.

Macht nichts, sagte ich zu mir, durchhalten, weiterlaufen. Ich lief mitten in den Wald hinein, ohne auch nur die leiseste Ahnung zu haben, wohin ich lief oder wo ich mich genau befand. Das gute Handy war, kurz nachdem ich die Uhrzeit abgefragt hatte, ausgegangen und somit war ich völlig orientierungs- und zeitlos.

Irgendwo tiefer im Wald, hörte ich ein leises Heulen. Definitiv ein Wolf. Ich lief also in die Richtung, aus der das Heulen kam. Meine Füße taten immer mehr weh, ich hatte gefühlte hundert Blasen an den Füßen und mein Durst und Hunger steigerten sich allmählich ins Unerträgliche. Hinzu kam, dass ich immer müder und kraftloser wurde.

Ich stolperte bald nur noch vor mich hin und bildete mir schon ein, Kinder lachen zu hören. Mir war schwindelig und mein Kopf hämmerte. Was hatte ich mir nur dabei gedacht? Wie kann man nur so doof sein? Vielleicht suchte Familie McTevish bereits nach mir. Aber ich musste ja unbedingt diesem Wolf hinterher.

Ich war inzwischen so erschöpft, dass ich nur noch hier, auf dem Waldboden, sitzen bleiben und vor mich hin jammern wollte. Da, schon wieder ein Heulen! Diesmal klang es etwas näher. Aber ich konnte mich beim besten Willen nicht aufraffen. Gerade als mir fast die Augen zugefallen wären, spürte ich einen Windhauch und keine drei Meter neben mir, stand meine altbekannte weiße Gestalt und starrte mich an.

Ich hatte sie bestimmt schon zwei Jahre nicht mehr gesehen und erschrak deshalb umso mehr. Was wollte sie hier? Ich dachte, sie wäre an das Haus in Krelingshausen gebunden, schließlich hatte ich sie seit meinem Auszug nicht mehr gesehen. Wieder ein Heulen und jetzt machte die Gestalt etwas, dass sie noch nie gemacht hatte. Sie drehte sich in dieselbe Richtung, aus der das Heulen kam und verschwand. Normalerweise stand sie immer nur reglos herum. Das hier war wirklich seltsam. Vielleicht war es doch besser, mich aufzurappeln und weiterzugehen. Aber sollte ich wirklich dem Wolf hinterher, wenn doch diese Gestalt in die gleiche Richtung verschwand? Andererseits hatte ich wirklich absolut keine Ahnung, wo ich hinlaufen sollte, geschweige denn, wie ich aus diesem Wald finden konnte. Also raffte ich mich auf und stolperte weiter dem Heulen hinterher. Ich war bereits kurz davor aufzugeben, als ich den weißen Wolf entdeckte. Wieder schaute er mich an. Diesmal irgendwie durchdringender. Er hatte so etwas wie Güte im Blick, obgleich er eine gewisse Kühle und Gefährlichkeit ausstrahlte.

Der Wolf winselte kurz, drehte sich nach links und trottete abermals davon. Ich hatte auf einmal das Gefühl, ihm folgen zu müssen, er wolle mich Führen und für die nächsten paar Schritte kehrten auch die Lebensgeister zurück und trieben mich voran.

Plötzlich sah ich Licht. Der Wald war zu Ende und ich rannte beinahe um aus ihm heraus zu gelangen. Ich stolperte über eine Wurzel und konnte mich gerade noch an einem stacheligen Brombeerbusch festhalten, um nicht zu Fallen. Ob zig kleine fiese Dornen in den Händen tatsächlich besser waren als offene Knie, darüber lässt sich streiten. Mir stiegen Tränen in die Augen. Ich wollte einfach nur noch in eine heiße Badewanne und dann ins Bett. Ich hatte plötzlich große Sehnsucht nach Zuhause. Die Dornen musste ich später entfernen. Es dämmerte bereits und ich sollte mich beeilen, wenn ich nicht mitten in der Pampa, unter den Sternen schlafen wollte.

Als ich nun aus dem Wald draußen war, fielen mir Steine auf. Mehrere große Steine. Und in der Mitte der vielen Steine befand sich eine Art Hügel. War das ein Steinkreis? Irgendeine Kultstätte vielleicht?

Ich war definitiv zu erschöpft, um mir darüber Gedanken zu machen, aber dieser Ort hatte etwas Magisches. Ich musste unbedingt noch mal herkommen, wenn ich mich ausgeschlafen hatte, um mir das ganze hier genauer zu betrachten.

Ich ging um diesen Steinkreis, oder was es auch immer war, herum und staunte nicht schlecht, als ich hinter einem kleinen Bach ein Haus entdeckte. Ich war so froh über diesen Anblick, dass ich sämtliche Wehwehchen vergaß und direkt auf das Haus zusteuerte. Der Bach war, nun als ich davorstand, nicht mehr ganz so schmal und so warf ich erst meine Reisetaschen auf die andere Seite, um anschließend selbst hinüber zu springen. Was mir dann mehr oder weniger gut gelang. Ich landete natürlich nicht wie eine Athletin auf den Füßen, sondern auf allen Vieren im Matsch. Was soll's, dachte ich mir, gleich hätte ich es geschafft. Nur noch ein paar Meter.

Ich packte meine Taschen und lief direkt auf das Gebäude zu, dass jetzt vor mir lag. Es machte einen urigen Eindruck. Klein, alt und etwas vernachlässigt stand es vor mir. Dennoch wirkte es einladend und der Gedanke, an etwas zu Trinken und ein Telefon, gab mir den Mut direkt auf die Haustüre zuzusteuern. Neben dem Eingangsbereich befand sich ein kleiner Acker, der total mit Unkraut überwuchert war und die vielen verwilderten Rosen am Haus machten es fast unmöglich, eine Klingel oder ein Namensschild zu Finden. Ich wollte gerade die Rosen etwas beiseiteschieben, als ich Geräusche vernahm. Diese mussten von irgendwo hinter dem Haus kommen. Ich ließ meine Taschen vor der Türe stehen und lief ums Haus herum. Dort entdeckte ich einen halbwegs ordentlichen Gemüsegarten, in dessen Mitte ein alter steinerner Brunnen stand. Ein paar Hühner befanden sich in einem sehr rostigen Auslauf mit ziemlich heruntergekommener Überdachung. Ich drehte mich in Richtung Haus, da die Geräusche von hier zu kommen schienen und sah oben auf dem Dach eine Frau, die anscheinend damit beschäftigt war, ihr...

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