Wer zuerst kommt, küsst zuerst

 
 
MIRA Taschenbuch (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 25. Juli 2011
  • |
  • 250 Seiten
 
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978-3-89941-923-8 (ISBN)
 
Lexi Titan kann die Schlagzeilen schon förmlich vor sich sehen: Reiche Tochter heiratet noch reicheren Geschäftsmann, um ihr Unternehmen zu retten. Aber sie weiß, dass sie keine andere Wahl hat. Cruz Rodrigues braucht sie, um in der High Society von Texas akzeptiert zu werden - und sie braucht ihn, um ihre Wellnessfarm nicht zu verlieren. Also willigt Lexi ein, für sechs Monate seine Frau zu werden. Dass sie damit den Zorn ihres einflussreichen Vaters auf sich zieht, ist noch das kleinste Problem. Denn je näher der Tag rückt, an dem ihre Ehe enden soll, desto weniger ist Lexi bereit, Cruz wieder gehen zu lassen.
  • Deutsch
  • Köln
  • 0,44 MB
978-3-89941-923-8 (9783899419238)
3899419235 (3899419235)
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19 - 19. KAPITEL [Seite 313]
20 - 20. KAPITEL [Seite 332]

1. KAPITEL


Es sind doch nur zwei Millionen. Ist das etwa ein Problem?"

Lexi Titan zwang sich zu einem Lächeln. "Natürlich nicht", log sie, während sie sich fragte, ob John, ihr Bankberater, den Verstand verloren hatte. Zwei Millionen Dollar? Sie sollte zwei Millionen Dollar in einundzwanzig Tagen aufbringen? Na klar. Sie würde einfach nach Hause gehen und die Sofaritzen absuchen. Irgendwo zwischen den Kissen musste doch noch der eine oder andere zerknüllte Eine-Million-Dollar-Schein stecken.

"Zur Not kannst du ja deinen Vater fragen", schlug John vor und studierte dabei die Unterlagen auf seinem Schreibtisch, als wären sie das Interessanteste auf der Welt.

Lexi lächelte. "Vielen Dank für den Tipp", erwiderte sie, als sie aufstand. Ihren Vater fragen? Eher nicht. Selbst wenn Jed Titan gewillt wäre, sie aus der Sache herauszuhauen - ihn um Hilfe zu bitten würde ihren sorgfältig ausgeklügelten Dreijahresplan mit einem Schlag zunichte machen. "Ich melde mich wieder."

"Warte nicht zu lange, Lexi." John erhob sich und schüttelte ihr die Hand. "Wenn du das Geld in drei Wochen nicht aufgetrieben hast, verlierst du alles."

John hatte es tatsächlich geschafft, die Katastrophe ihres Lebens in einem einzigen Satz zusammenzufassen.

"Ich überlege mir was", sagte sie. "Du hörst in ein paar Tagen von mir."

John wirkte verlegen. "Eigentlich sehen wir uns ja schon heute Abend, auf der Benefizveranstaltung deiner Schwester."

Wo er allen und jedem die Nachricht über ihr Unvermögen auf die Nase binden würde? "Gilt für Bankberater eigentlich dasselbe wie für Anwälte? Hast du so etwas wie eine Schweigepflicht?"

"Ja", versicherte er ihr. "Wir halten uns an einen Ehrenkodex. Meine Lippen sind versiegelt."

Hoffentlich sagte er die Wahrheit. "Dann bis heute Abend", verabschiedete sie sich mit gespieltem Enthusiasmus. Sie nahm ihre Tasche und verließ das elegante Büro.

Frust und Verärgerung jagten sie den mit Teppich ausgelegten Flur entlang. Sie schlüpfte durch den nächsten Ausgang und ging über den Parkplatz zu ihrem Auto. Als sie auf dem Fahrersitz saß, musste sie sich zusammenreißen, um nicht die Stirn gegen das Lenkrad zu schlagen. Sie konnte es akzeptieren, wenn es mal schlecht lief. Aber sie fand es unerträglich, wenn sie selbst schuld daran war.

"Wenn du Mist baust, musst du stark sein."

Sie stöhnte, als sie in ihrem Kopf eine Stimme aus der Vergangenheit hörte, die diese Familienweisheit vortrug. Sie steckte in großen Schwierigkeiten, und die Einzige, der sie die Schuld daran geben konnte, war sie selbst.

Dreißig Minuten später hatte sie Dallas hinter sich gelassen und die Stadtgrenze von Titanville erreicht. Sie ignorierte das Schild, das sie mahnte, fünfzig zu fahren, und düste die Schnellstraße hinunter. Ihr Leben war ein riesiger Misthaufen, der noch viel größer wurde, als sie hinter sich eine Sirene hörte.

Lexi fuhr an den Straßenrand und ließ die Scheibe herunter. Sie wartete, bis der Deputy Sheriff neben ihr stand, nahm dann die Sonnenbrille ab und seufzte.

"Falls Sie mich verhaften wollen - könnten Sie mich vorher bitte ein bisschen vermöbeln? Dann könne ich nämlich die Polizei verklagen."

"Weil es so eine lahme Woche ist?", fragte die Polizistin.

"Weil ich ein wenig Geld brauche."

"Über welche Summe reden wir?"

"Zwei Millionen Dollar."

Deputy Dana Birch stieß einen Pfiff aus. "Ich habe im Auto noch einen Rabatt-Coupon von einem Einrichtungsladen, aber das wird wohl kaum reichen." Sie warf einen Blick auf die Uhr. "Willst du darüber reden? Ich habe in fünfzehn Minuten Mittagspause. Wir könnten uns bei Bronco Billy's treffen."

Lexi nickte. "Das wäre toll. Aber ich werde dir nur die Ohren volljammern."

"Das bin ich ja schon gewohnt", erwiderte Dana unbekümmert. "Und jetzt hör auf so zu rasen. Du weißt, dass ich das nicht leiden kann."

"Schon gut. Tut mir leid."

Eine Viertelstunde später setzte sich Dana zu Lexi an den Tisch. Es war noch früh, halb zwölf, weshalb in dem Restaurant nicht viel los war. Lexi hatte sich die Wartezeit damit vertrieben, sich die zahlreichen Clint-Eastwood-Poster an den Wänden anzusehen. Bronco Billy's feierte Clint auf jede erdenkliche Art. Seine Filme liefen in Endlosschleifen in den scheinbar wahllos aufgestellten Fernsehern, es gab T-Shirts und DVDs zu kaufen, und der "Ist heute dein Glückstag, Penner?"-Eisbecher war in der Gegend der absolute Knaller.

Dana schaute gar nicht erst in die Karte, sondern fragte sofort: "Was ist passiert? Hat dir jemand zu unsanft die Bikinizone gewachst?"

Lexi tat, als hätte sie die schnippische Bemerkung nicht gehört. Normalerweise hatten sie und Dana großen Spaß daran, sich wegen ihrer extrem unterschiedlichen Auffassungen von weiblicher Schönheit zu kabbeln. Lexi war Inhaberin eines luxuriösen Wellnesstempels und überzeugt davon, dass eine Frau das Beste aus sich machen sollte. Dana hingegen fand, dass es völlig ausreichend war, wenn sie während ihrer täglichen dreiminütigen Dusche eine Pflegespülung in den Haaren verteilte. Lexi war sich nicht mal sicher, ob Dana wusste, wozu man Mascara benutzte.

Dana hatte dunkle, kurze Haare, trug während der Arbeit eine Uniform und in ihrer Freizeit Jeans und T-Shirt. Die beiden Frauen kannten sich, seit sie zehn waren, und Lexi hatte Dana in all den Jahren erst dreimal im Kleid gesehen.

Dana lehnte sich zurück. "Alles klar, du hast also ernste Sorgen. Was ist los?"

"Das mit den zwei Millionen vorhin war kein Spaß. Ich muss mir überlegen, wie ich sie in drei Wochen auftreibe."

"Wirst du erpresst oder so?"

Lexi musste lächeln. "Du bist wirklich durch und durch ein Cop. Keine Erpressung. Nur ich, eine dämliche und gierige Kuh." Sie seufzte. "Als ich aus der Firma meines Vaters ausgestiegen bin, um mein eigenes Geschäft aufzuziehen, hatte ich ein kleines Erbe von meiner Großmutter. Das reichte zwar, um das Venus Envy zum Laufen zu bringen, aber für mehr auch nicht. Abgesehen von meiner Wohnung hatte ich keinerlei Privatvermögen. Und ohne die richtige Bilanz ist es weit weniger von Bedeutung, eine Titan zu sein, als die Leute denken. Auf jeden Fall kam ich gehörig ins Schlingern. Vor ungefähr zwei Jahren rief mich eines Tages mein Bankberater an. Einer seiner Kunden wolle mir für die Vergrößerung meines Geschäfts zwei Millionen Dollar leihen. Die Bedingungen waren simpel - ich brauchte bloß meine Raten direkt an ihn zu zahlen. Er wollte nicht mal einen Geschäftsanteil. Mit dem Geld kaufte ich das Gebäude und vergrößerte und renovierte mein Day Spa. Ein Traum hatte sich erfüllt. Aber es gab einen Haken."

"Wie fast immer", warf Dana ein.

"Der Investor hielt seine Identität geheim, und das Darlehen war rückforderbar. Er konnte jederzeit die Rückzahlung der vollen Summe binnen einundzwanzig Tagen verlangen." Sie zuckte die Achseln. "Der Countdown hat heute begonnen."

Dana fluchte. "Steckt dein Dad dahinter? Das klingt verdächtig nach Jed."

"Ich weiß es nicht", gestand Lexi. "Aber ich habe mich das auch schon gefragt." Jed Titan war in der Geschäftswelt von Texas eine lebende Legende. Hatte ihr Vater ihr einen Kredit gewährt, nur um ihn zurückzuverlangen? Gewissermaßen als Test?

"Aber ich tendiere zu Nein", fuhr Lexi fort, "weil Jed nicht so subtil ist. Wenn er mich fertigmachen wollte, würde er es offen tun."

"Wer ist es dann?"

"Ich habe nicht die geringste Ahnung. Und mein Bankberater wird es mir auch nicht verraten."

Dana schnaubte verächtlich.

"Was?", fragte Lexi.

"Dein Bankberater. Du hast einen Bankberater. Ich kenne da so einen kleinen Geldautomaten neben der Drogerie, aber wir waren nie mehr als flüchtige Bekannte."

"Alle Geschäftsleute haben Bankberater", erklärte Lexi, doch sie wusste, dass Dana ihr nicht glaubte, wenn auch zu Unrecht. Jeder dachte, es bedeutete etwas, eine Titan zu sein. Vielleicht stimmte das ja sogar - aber was es auch bedeuten mochte, es war nicht zwangsläufig gut.

"Was hast du denn jetzt vor?", wollte Dana wissen. "Im Ernst, ich habe fünftausend Dollar gespart. Die kannst du gern haben, aber das dürfte dir wohl kaum eine Hilfe sein."

"Lieb von dir, dass du es mir anbietest, aber danke. Das ist die Ironie an der Sache. Jeder geht davon aus, dass die Titan-Mädchen im Geld schwimmen, aber so ist es nicht. Na gut, Skye hat das Erbe von ihrer Mutter, aber Izzy und mir geht es wie jedem anderen auch: Wir hangeln uns von einem Gehaltsscheck zum nächsten. Jed verfügt über das gesamte Familien-vermögen, und er will, dass wir uns beweisen, bevor wir einen Teil vom Familiengeschäft bekommen. Deshalb habe ich das Day Spa ja überhaupt erst aufgebaut. Es war mein großartiger Plan, um zu zeigen, dass ich es auch allein schaffe. Und ich denke gar nicht daran, jetzt alles an irgendeinen gesichtslosen Mistkerl zu verlieren. Ich werde einen Weg finden, die zwei Millionen aufzutreiben. Ich werde alles tun. Ganz egal, was."

Dana tippte auf das Namensschild auf ihrer linken Brusttasche. "Vorsicht, kleine Lady. Du willst doch nicht etwa gegen das Gesetz verstoßen?"

"Falls doch, werde ich es dir nicht auf die Nase binden."

"Immerhin."

Die Kellnerin kam. Sie bestellten Burger mit Pommes Frites...

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