Stürmisch wie der Wüstenwind

 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 1. August 2018
  • |
  • 130 Seiten
 
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E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7337-5889-9 (ISBN)
 
Das ist also die Frau, die er heiraten soll - und sie hat keine Ahnung davon! Prinz Kardal rettet Sabrina aus der Wüste, und auch wenn sie sich kratzbürstig und widerspenstig gibt: Das Temperament der Rothaarigen reizt ihn. Wie nur kann er sie zähmen? Und wie wird sie reagieren, wenn sie herausfindet, dass er der Scheich ist, dem sie versprochen ist?

1. KAPITEL

Sabrina Johnson hatte Sand im Mund und auch an diversen anderen Körperstellen, wo er eigentlich nichts zu suchen hatte, spürte sie den feinen gelben Staub.

Was bin ich bloß dumm, hielt sie sich vor, während sie unter ihrem Umhang kauerte und dem Heulen des Sturms lauschte. Man musste wirklich ziemlich verrückt sein, wenn man ganz allein Hunderte von Kilometern in die Wüste fuhr, die letzten Spuren der Zivilisation hinter sich ließ und sich mit einem Pferd und einem Lastenkamel auf die Suche nach einer geheimnisumwitterten Stadt begab. Nach einer Stadt, die noch dazu vielleicht gar nicht existierte!

Ein besonders heftiger Windstoß warf Sabrina fast um. Sie zog die Beine fester an ihren Körper, presste den Kopf auf die Knie und schwor sich, nie wieder impulsiv zu handeln. Vorausgesetzt, sie überlebte. Niemals wieder!

Sie hatte sich verirrt, war in einen Sandsturm geraten, und darüber hinaus wusste niemand, dass sie hier war. Also suchte auch niemand nach ihr. Ohne ein Wort zu ihrem Vater oder ihren Brüdern hatte sie sich weggeschlichen. Wenn sie zum Abendessen nicht erschien, vermuteten bestimmt alle, sie würde in ihrem Zimmer schmollen oder sie sei nach Paris zum Einkaufen geflogen.

Auf die Idee, sie könnte sich in der Wüste verirrt haben, kam sicher keiner. Ihre Brüder hatten sie mehr als einmal gewarnt, ihre verrückten Ideen würden sie noch das Leben kosten. Und genau danach sah es im Moment aus.

Es war so heiß und trocken, dass sie hustete. Doch das Kratzen im Hals wurde sie dennoch nicht los. Wie lange würde der Sturm noch dauern? Und wie sollte sie danach den richtigen Weg finden? Hoffentlich wurde sie nicht in die Luft gewirbelt und weggeweht. Solche Geschichten hatte sie schon gehört, wenn auch von ihren Brüdern, und die hielten sich nicht immer an die Wahrheit.

Scheinbar nach Ewigkeiten ließ das Heulen nach, die einzelnen Böen waren nicht mehr so stark, und Sabrina konnte leichter atmen. Vorsichtig spähte sie unter dem Umhang hervor, um die Lage einzuschätzen.

Rasch stellte sie etwas Gutes und etwas Schlechtes fest. Das Gute war die Tatsache, dass sie lebte. Noch. Das Schlechte war, dass Pferd und Lastenkamel verschwunden waren und mit ihnen Proviant, Wasser und Landkarten.

Das Schlimmste aber war, dass durch den Sturm die Piste, der sie gefolgt war, nicht mehr zu erkennen war. Ebenso waren sämtliche markanten Punkte verschwunden, die sie sich von dem Ort, an dem Geländewagen und Pferdeanhänger zurückgeblieben waren, bis hierher gemerkt hatte. Es konnte Wochen oder gar Monate dauern, bis der Wagen entdeckt wurde. Wie sollte sie so lange überleben?

Sabrina stand auf und drehte sich langsam im Kreis. Nichts kam ihr bekannt vor. In der Ferne tobte noch der Sturm. Sand stieg in Wolken zum Himmel hoch und verdüsterte die Sonne, die bereits tief am Horizont stand.

Der knurrende Magen erinnerte sie daran, dass sie seit dem Frühstück nichts gegessen hatte. Und sie hatte die Hauptstadt sogar vor Sonnenaufgang verlassen, besessen von dem Wunsch, die sagenumwobene Stadt der Diebe zu finden, um ihrem Vater zu beweisen, dass es sie wirklich gab. Er hatte sie stets wegen ihrer Faszination für diese Stadt geneckt, und nun war sie hier gestrandet.

Was sollte sie machen? Weiter nach der verborgenen Stadt suchen? Nach Bahanien zurückkehren und ihr Leben lang von ihrem Vater und ihren Brüdern ignoriert werden? Oder hier verdursten? Die dritte Möglichkeit gefiel ihr zwar am wenigsten, erschien ihr jedoch angesichts der Umstände am wahrscheinlichsten.

"Ich gebe nicht kampflos auf", sagte Sabrina entschlossen, band das Kopftuch fester, schüttelte den Umhang aus, faltete ihn zusammen und hängte ihn sich über die Schulter.

Sie orientierte sich an der untergehenden Sonne. Wenn sie ein Stück nach Süden marschierte und sich dann nach Westen wandte, fand sie bestimmt den Wagen wieder. Darin lagerten noch Proviant und Wasser, weil sie nicht alles auf dem Kamel untergebracht hatte. Wenn sie erst gegessen und getrunken hatte, konnte sie bestimmt klarer überlegen, wie es weitergehen sollte.

Schleichende Angst folgte ihr wie ein Wüstenschakal, während sie gleichmäßig ausschritt. Doch sie vertrieb die Bestie. Sie war Sabrina Johnson und hatte schon Schlimmeres überstanden. Das stimmte zwar nicht, weil sie noch nie in einer solchen Gefahr geschwebt hatte, aber es war niemand da, der ihr den Schwindel hätte vorhalten können.

Eine halbe Stunde später hätte sie liebend gern ein Taxi gerufen. Eine Dreiviertelstunde später hätte sie ihre Seele für ein Glas Wasser verkauft. Eine Stunde später siegte die Angst. Sabrina war sicher, in der Wüste sterben zu müssen. Die Augen kratzten, so trocken waren sie, die Haut spannte, und die Kehle brannte wie Feuer.

Ob der Tod in der Wüste dem Erfrieren ähnelte? Wurde sie irgendwann müde und schlief ein?

"Bei meinem Glück bestimmt nicht", murmelte sie. "Ich sterbe garantiert langsam und qualvoll."

Dennoch setzte sie einen Fuß vor den anderen und achtete nicht auf die verlockende Fata Morgana, die im Schein der untergehenden Sonne vor ihr auftauchte, eine Oase und ein Wasserfall - und zuletzt etliche Reiter auf Pferden, die auf sie zukamen.

Pferde? Sie blieb stehen. Waren das wirklich Pferde? Tatsächlich, sie spürte das Trommeln der Hufe unter den Füßen. Das bedeutete, dass Rettung nahte. Rettung oder etwas weniger Wünschenswertes.

Sabrina hatte die Sommer in Bahanien bei ihrem Vater verbracht, um die Lebensweise seines Volkes kennenzulernen. Natürlich hatte er keine Zeit gehabt, um ihr etwas beizubringen, aber einige Leute aus seiner Dienerschaft hatten sich um sie gekümmert. Von denen hatte sie unter anderem erfahren, dass in der Wüste das Gesetz der Gastfreundschaft herrschte.

Andererseits war sie in Los Angeles zur Schule gegangen, und die Haushälterin ihrer Mutter hatte ihr eingeschärft, nie mit Fremden zu sprechen. Sollte sie abwarten oder sich verstecken? Sabrina sah sich um. Weit und breit gab es kein Versteck.

Die näher kommenden Männer waren traditionell in Burnus und Djellaba gekleidet. Die langen Umhänge flatterten hinter ihnen her, und sie ritten auf starken und doch eleganten Pferden, bahanischen Tieren, die speziell für die Wüste gezüchtet wurden.

"Hallo!", rief sie, als die Männer sie erreichten, und bemühte sich um einen unbekümmerten Tonfall. Aufgrund der trockenen Kehle und der wachsenden Angst gelang ihr das jedoch nicht sonderlich gut. "Ich habe mich im Sandsturm verirrt. Sie haben nicht zufällig in der Gegend ein Pferd und ein Kamel gesehen?"

Anstatt zu antworten, umkreisten die Männer sie und unterhielten sich dabei in einer Sprache, die sie kannte, aber nicht verstand. Sie waren eindeutig Nomaden. Es blieb abzuwarten, ob das für sie gut oder schlecht war.

Einer der Männer deutete auf sie. Sabrina wich nicht von der Stelle, obwohl die anderen sich ihr immer weiter näherten. Sollte sie sagen, wer sie war? Nomaden würden auf den Namen ihres Vaters freundlich reagieren, aber Verbrecher würden sie gefangen nehmen, um Lösegeld zu erpressen. Immerhin hätte sie die Männer damit beeindrucken können, dass sie Sabrina Johnson war, auch bekannt als Prinzessin Sabra von Bahanien, obwohl sie im Moment nicht danach aussah. Doch vielleicht wäre sie dann umgebracht worden.

"Ich möchte eine Sklavin haben, aber du wärst wahrscheinlich nicht gut."

Sie wirbelte zu dem Mann herum, der gesprochen hatte und von dem sie wegen seiner Kleidung kaum etwas sehen konnte. Er war groß, hatte gebräunte Haut, dunkle Augen und lächelte.

"Sie sprechen ja meine Sprache", stellte sie verblüfft fest.

"Du sprichst nicht die Sprache der Wüste", erwiderte er. "Und du findest dich hier nicht zurecht. Was machst du hier draußen?"

"Das ist unwichtig", wehrte Sabrina ab. "Aber vielleicht könnten Sie mir ein Pferd leihen, damit ich zu meinem Wagen reiten kann."

Auf einen Wink des Mannes stieg einer der anderen ab. Schon glaubte Sabrina, man würde ihren Wunsch erfüllen. Der Mann hatte tatsächlich auf sie gehört, was in Bahanien sehr ungewöhnlich war. Normalerweise ignorierten Männer völlig, was Frauen .

Der Nomade griff nach ihrem Kopftuch und zog daran. Sabrina schrie auf, und die Männer verstummten, als sie das lange rote Haar sahen, ein Erbe von ihrer Mutter, das in üppigen Locken auf ihren Rücken fiel. Die meisten Leute waren von der ungewöhnlichen Kombination von braunen Augen, rotem Haar und honigfarbener Haut fasziniert, vor allem in dieser Gegend.

Die Männer redeten miteinander, aber Sabrina verstand sie trotz aller Anstrengung nicht.

"Sie meinen, ich sollte dich verkaufen."

Der Sprecher schien der Anführer zu sein. Sabrina bemühte sich, keine Angst zu zeigen, und straffte sich. "Brauchen Sie so dringend Geld?", fragte sie möglichst verächtlich.

"Es erleichtert das Leben, selbst hier draußen."

"Was ist aus der Gastfreundschaft der Wüste geworden? Die Gesetze Ihres Landes lassen nicht zu, dass Sie mich schlecht behandeln?"

"Es gibt Ausnahmen, wenn sich jemand so albern anstellt wie du."

Er gab dem Mann neben ihr ein Zeichen, doch bevor der Kerl sie packte, rannte Sabrina los. Hinter sich hörte sie Hufschläge und sie lief noch schneller, doch es reichte nicht. Nach höchstens zwanzig Metern wurde sie auf ein Pferd gezogen und gegen eine muskulöse Brust gedrückt.

"Wohin wolltest du denn laufen?", fragte der Reiter und gab sie nicht frei, obwohl sie sich wehrte. Sie...

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