Meeresrauschen und Inselträume

Neuerscheinung der Bestseller-Autorin
 
 
HarperCollins (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 1. August 2018
  • |
  • 416 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-95967-764-6 (ISBN)
 
Schon immer war Nina für andere der Fels in der Brandung. Deshalb ist die alleinstehende Arzthelferin auf Blackberry Island gestrandet und arbeitet, wo andere ausspannen - während Mutter und Schwester ihre Träume leben. Nina hat ihrer Familie zuliebe ihre große Liebe und das geplante Medizinstudium aufgegeben. Soll das wirklich alles gewesen sein? Jetzt will Nina endlich Kurs aufs eigene Glück nehmen. Aber sie muss lernen, dass man zuerst loslassen muss, um dem Herzen zu folgen ... "Ein sehr vergnüglicher und einsichtsvoller, witziger und treffender Blick auf Selbstaufopferung." Booklist "Susan Mallery ist ein wunderbarer, niemals kitschiger Roman über Freundschaft, Familie und Verzeihen gelungen." Für Sie über "Wie zwei Inseln im Meer"
weitere Ausgaben werden ermittelt
New York Times-Bestsellerautorin Susan Mallery wird von den Kritikern als mitreißende Autorin gefeiert und unterhält mit ihren witzigen, emotionalen Romanen über Frauen und ihre Beziehungen Millionen von Leserinnen auf der ganzen Welt. Sie lebt mit ihrem Mann und ihrem unerschrockenen Zwerpudel in Seattle, wo das Wetter zwar nicht gut, der Kaffee dafür aber umso besser ist.

1. KAPITEL

Der Kampf zwischen Betty Boop und bunten Herzen endete mit Nina Wentworths Beschluss, dass heute ein Betty-Boop-Tag sein würde. Sie schlüpfte in den kurzärmeligen Schwesternkittel und bewegte sich bereits in Richtung Bad, bevor er über ihre Hüften gerutscht war.

»Sei nicht zu eng, sei nicht zu eng«, sang sie und kam vor dem Spiegel zum Stehen, wo sie nach ihrer Bürste griff.

Der Stoff legte sich, wie er sollte, und ließ noch ein paar Zentimeter Luft übrig. Nina seufzte erleichtert auf. Der Zwischenfall gestern Abend mit den drei Brownies und einem großzügigen Glas Rotwein hatte keinen bleibenden Eindruck auf ihren Hüften hinterlassen. Sie war froh darüber, und sie würde später auf dem Crosstrainer Buße tun. Oder zumindest schwören, nie mehr als einen Brownie auf einmal zu essen.

Zehn Sekunden bürsten, eine Minute flechten, und ihre blonden Haare sahen gepflegt und ordentlich aus. Sie flitzte hinaus in den Flur und in die Küche, wo sie sich ihren Schlüsselbund schnappte und weiter zur Hintertür eilte. Sie streckte bereits ihre Hand nach dem Knauf aus, als das Telefon klingelte.

Sie sah auf die Uhr, dann auf das Telefon. Jeder in ihrem Umfeld - Freunde, Familie, Kollegen - hatte ihre Handynummer. Es rief nur selten jemand auf dem altmodischen Festnetztelefon an, und wenn, dann waren es keine guten Neuigkeiten. Nina machte wieder kehrt und wappnete sich innerlich gegen Unheil.

»Hallo?«

»Hey, Nina. Hier ist Jerry von Zu schön, um wahr zu sein. Ich habe gerade erst aufgemacht, und ich habe hier eine Kundin, die mir eine Kiste mit Plunder, äh, mit Sachen verkaufen will. Ich glaube, die sind aus eurem Laden.«

Nina schloss die Augen und unterdrückte ein Stöhnen. »Lass mich raten: Anfang zwanzig, rote Haare mit lila Strähnen und ein seltsames Vogel-Tattoo auf dem Hals?«

»Das ist die Frau. Sie sieht mich etwas böse an. Denkst du, sie ist bewaffnet?«

»Ich hoffe nicht.«

»Ich auch.« Jerry klang nicht besonders beunruhigt. »Wie heißt sie?«

»Tanya.«

Hätte Nina mehr Zeit gehabt, wäre sie an Ort und Stelle kollabiert. Aber sie hatte einen richtigen Job und musste los. Einen Job, der in keinem Zusammenhang mit dem Desaster stand, das der familieneigene Antiquitätenverkauf war.

»Du hast zugelassen, dass deine Mutter diese Frau einstellt?«, fragte Jerry.

»Ja.«

»Du solltest es besser wissen.«

»Tu ich auch. Ich werde gleich die Polizei anrufen und sie zu dir rausschicken. Kannst du Tanya solange bei dir festhalten?«

»Na klar, mein Mädchen.«

»Super. Ich komme dann nach der Arbeit vorbei und hole die Sachen ab.«

»Ich werde sie für dich verwahren«, versprach Jerry.

»Danke.«

Nina legte den Hörer auf und lief dann hinaus zu ihrem Wagen. Sobald ihr Handy mit der Freisprechanlage verbunden war, wählte sie die Nummer der örtlichen Polizeiwache und erklärte dem Beamten, was passiert war.

»Schon wieder?«, fragte Deputy Sam Payton in belustigtem Ton. »Hat deine Mutter diese Frau eingestellt?«

Nina fuhr vorsichtig rückwärts aus der Einfahrt. Mit Jerrys Spott konnte sie umgehen. Jerry hatte sein ganzes Leben auf der Insel verbracht - er durfte sie hänseln. Aber Sam war relativ neu hier. Er hatte sich noch keine Spottrechte erworben.

»Hey, hier spricht eine Steuerzahlerin, die eine Straftat anzeigt«, sagte sie.

»Ja, ja. Ich schreibe es auf. Was hat die Frau alles mitgenommen?«

»Ich habe nicht gefragt. Sie ist gerade im Pfandhaus. Im Zu schön, um wahr zu sein

»Das kenne ich«, sagte Sam. »Ich fahre gleich mal rüber und schaue mir die Sache an.«

»Danke.«

Sie legte auf, bevor er ihr Tipps zu Einstellungskriterien geben konnte, und fuhr den Hügel hinauf. Der Morgenhimmel war klar - ungewöhnlich für den Frühling im Pazifischen Nordwesten. Das schöne Wetter kam normalerweise erst kurz vor dem Sommeranfang. Im Westen glitzerte blaues Wasser. Im Osten lag das Festland von Washington.

Während Nina höher und höher fuhr, wurde die Aussicht immer besser, aber als sie vor den drei Häusern im Queen-Anne-Stil hielt, auf der Spitze des Hügels, war das Letzte, was ihr in den Sinn kam, kurz innezuhalten und die spektakuläre Kombination von Himmel und Meer zu genießen.

Sie eilte die Eingangstreppe zum mittleren Haus hoch, in dem ihre Chefin wohnte und praktizierte. Dr. Andi, wie sie genannt wurde, war eine beliebte Kinderärztin auf der Insel. Besser gesagt, die einzige Kinderärztin. Sie war vor einem Jahr hierhergezogen, und ihre Praxis florierte seit der Eröffnung im September. Dr. Andi war außerdem frisch verheiratet und schwanger.

Nina schloss die Haustür auf und ging hinein. Auf ihrem Weg durch die Praxis schaltete sie das Licht ein, kontrollierte die Temperatur auf dem Thermostat und fuhr die drei Computer am Empfang hoch.

Nachdem sie ihre Tasche in ihrem Spind verstaut hatte, loggte sie sich am Computer ein, öffnete den Terminkalender und sah, dass der erste Patient für heute abgesagt hatte. Andi würde über die zusätzliche Zeit froh sein, um in die Gänge zu kommen. Sie kämpfte immer noch mit Morgenübelkeit.

Nina checkte kurz ihre E-Mails und leitete einige davon an die Buchhalterin und Office-Managerin weiter, dann ging sie in den Pausenraum, um sich einen Kaffee zu machen. Keine fünf Minuten nach ihrer Ankunft stieg sie die Treppe zu den Privaträumen ihrer Chefin hoch.

Sie klopfte einmal, bevor sie eintrat. Andi, eine große, hübsche Brünette mit Locken, saß in der Küche am Tisch, den Kopf in ihre Hände gestützt.

»Immer noch so schlimm?«, fragte Nina und ging an den Küchenschrank.

»Hi, und ja. Es ist nicht so, als müsste ich mich tatsächlich übergeben, aber ich fühle mich ständig so.« Sie hob ihren Kopf und schnupperte in der Luft. »Trinkst du Kaffee?«

»Ja.«

»Ich vermisse das Kaffeetrinken. Ich bin ein Wrack. Ich muss mal mit meinen Eltern über meine Vorfahren reden. Offenbar stamme ich nicht von einer besonders zähen Sippe ab.«

Nina nahm eine Tasse aus dem Schrank, füllte sie mit Wasser und stellte sie in die Mikrowelle. Dann holte sie einen Teebeutel aus der Speisekammer.

»Keinen Ingwertee«, sagte Andi stöhnend. »Bitte nicht. Ich hasse das Zeug.«

»Aber es hilft.«

»Lieber ist mir übel.«

Nina zog die Augenbrauen hoch.

Andi sackte auf ihrem Stuhl zusammen. »Ich bin so eine Versagerin. Sieh mich an. Ich trage ein Kind in der Größe einer Limabohne in mir und kriege jetzt schon eine Krise. Das ist peinlich.«

»Und trotzdem stellt sich das Bedürfnis, sich reif zu verhalten, offenbar nicht ein.«

Andi lächelte. »Schon komisch, wie das funktioniert.«

Die Mikrowelle klingelte. Nina tauchte den Teebeutel in das heiße Wasser und trug die Tasse zum Tisch.

Andis Wohnküche war ein offener Raum mit lackierten Einbauschränken und viel Granit. Das große Fenster, vor dem der Tisch stand, zeigte nach Osten. Das Festland schimmerte nur ein paar Meilen entfernt.

Andi hatte den Altbau aus der Jahrhundertwende gekauft, als sie nach Blackberry Island gezogen war. Unbeeindruckt von den kaputten Fenstern und den uralten Rohrleitungen, ließ sie das Haus von Grund auf sanieren. Während der Umbauphase verliebte sie sich in ihren Bauunternehmer. Was zu ihren derzeitigen Magenproblemen geführt hatte.

»Dein erster Termin hat abgesagt«, bemerkte Nina.

»Gott sei Dank.« Andi schnupperte an ihrem Tee, rümpfte die Nase und nahm dann einen Schluck. »Es ist der Ingwer. Wenn ich Tee ohne Ingwer trinken würde, könnte ich ihn besser hinunterbekommen.«

»Die Sache ist die: Ingwer ist genau der Bestandteil, der deinen Magen beruhigt.«

»Das Leben ist pervers.« Andi nahm wieder einen Schluck, dann lächelte sie. »Dein Kittel gefällt mir.«

Nina sah an sich herunter. »Betty und ich kennen uns schon ziemlich lange.«

Einer der Vorteile, wenn man für eine Kinderärztin arbeitete, war, dass eine fröhliche Aufmachung begrüßt wurde. Nina hatte eine ganze Sammlung von Kitteln mit bunten, lustigen Motiven in ihrem Schrank. Es war keine Haute Couture, aber es half, die Kinder zum Lächeln zu bringen, und allein darauf kam es an.

»Ich muss wieder runter«, sagte sie. »Dein erster Termin ist nun um halb neun.«

»Okay.«

Nina stand auf und wandte sich in Richtung Treppe.

»Hast du nach der Arbeit schon was vor?«, fragte Andi.

Nina dachte daran, dass sie im Pfandhaus vorbeischauen musste, um die Sachen abzuholen, die Tanya zu verhökern versucht hatte. Anschließend musste sie im Laden eine Bestandsaufnahme machen, um herauszufinden, ob noch mehr gestohlen worden war, und danach ihre Mutter über den Vorfall informieren und ihr endlich klarmachen, wie wichtig es war, die Referenzen von Bewerbern tatsächlich zu überprüfen. Wobei sie ihr das schon so lange predigte, wie sie zurückdenken konnte, aber die Lektionen schienen nie zu fruchten. Egal, wie oft Bonnie gelobte, sich zu bessern, es änderte sich nichts. Und Nina durfte hinterher die Scherben auflesen.

»Eigentlich schon. Warum?«

»Ich war seit einer Woche nicht mehr beim Pilates«, antwortete Andi. »Es ist wichtig, dass ich weiter Gymnastik mache. Hast du Lust, mich zu begleiten? Es macht mehr Spaß, wenn du dabei bist.«

»Heute Abend kann ich nicht, aber Montag...

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