Liebesglück im Doppelpack

 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 2. August 2021
  • |
  • 130 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7515-1276-3 (ISBN)
 
Was für ein ungehobelter Kerl! Und gleichzeitig so anziehend! Seinen Vater wird Lucys Mutter an Weihnachten heiraten, doch Caden Sharpe lässt keine feierliche Stimmung aufkommen. Lucy muss wissen, warum der Rancher sie so ablehnt - obwohl sie Leidenschaft zwischen ihnen spürt ...

1. KAPITEL

Lucy Renner stellte ihren Leihwagen auf der Sharpe Ranch vor der riesigen Scheune ab und blickte sich neugierig um.

Auf dem Weg durch das malerische Bergstädtchen Crimson in Colorado hatte sie in der Bäckerei namens Life is Sweet einen kurzen Halt eingelegt und war wie eine alte Freundin begrüßt worden, obwohl sie sich wie eine Außenseiterin fühlte.

Katie Crawford, die Inhaberin, hatte ihr einen extrastarken Espresso mit einem ofenwarmen Keks serviert und sich erkundigt, was der Anlass für ihren Besuch in Crimson war und welche Pläne sie für die Feiertage hatte.

So nett diese Frau auch wirkte, Lucy traute betont zuvorkommenden Leuten nicht über den Weg. Auffällige Freundlichkeit bedeutet, dass man etwas von mir will. Zumindest in meiner Welt.

Deswegen schrillten bei ihr permanent die Alarmglocken, seit ihre Mutter drei Tage zuvor angerufen hatte, "nur um zu plaudern". Denn Maureen meldete sich nur, wenn sie etwas brauchte. Und Lucy konnte einfach nicht Nein sagen.

Diesmal war sie in das idyllische Crimson beordert worden, das wie in Weihnachtsstimmung getaucht wirkte. Die Bäckerei wie das gesamte Zentrum waren über und über festlich dekoriert.

Unzählige Lichterketten, Tannengirlanden und kitschige Dekos machten Lucy noch missmutiger, als sie ohnehin schon war. Sie mochte Weihnachten nicht. Sie stand nicht auf den Zauber. Durch jahrelange Arbeit im Einzelhandel wusste sie, dass Weihnachtsstimmung nur eine Masche war, um den Kunden das hart verdiente Geld aus der Tasche zu ziehen. Und seit frühester Kindheit erlebte sie immer wieder, wie Maureen Fröhlichkeit verbreitete, nur um ihre jeweiligen Pläne voranzutreiben.

Damit wollte Lucy nichts mehr zu tun haben. Ihr einziges Bestreben für die Feiertage bestand darin, den Besuch zu überstehen und sich wieder in ihr beschauliches Leben in Tampa zurückzuziehen.

Sie stieg aus dem warmen Auto und zog wegen des harschen Winterwindes ihre dünne Jacke fester um sich. Das Tageslicht schwand allmählich, während sie stehen blieb und sich umsah. Hinter der Scheune stand ein zweistöckiges Farmhaus in einem Wäldchen, dessen kahle Bäume in der kalten Brise schwankten. Rauch kräuselte sich behaglich aus dem Backsteinkamin; bunte Lichter blinkten in einem Fenster.

Sie schrie erschrocken auf, als irgendetwas ihre Beine streifte, und blickte hastig zu Boden. Eine rote Tigerkatze drängelte sich zwischen ihren Füßen hindurch, trottete zum Scheunentor und zwängte sich durch einen schmalen Spalt hinein. Einen Moment später ertönte ein leises Wiehern, gefolgt von aufgeregtem Jaulen.

Impulsiv folgte Lucy den Geräuschen. Als Teenager hatte sie eine Zeit lang Reitunterricht, spendiert von Maureens Ehemann Nummer drei. Der Stallgeruch, diese betörende Mischung aus Heu, Leder und Tier, war ihr damals zum liebsten Duft auf der ganzen Welt geworden. Beim Abschied von dem Mietpferd, das sie als ihr eigenes erachtet hatte, war ihr das Herz sehr, sehr schwer geworden.

Inzwischen war sie wesentlich reifer und vorsichtiger in Herzensdingen, doch dieser Geruch machte sie noch immer glücklich.

Die Scheune war groß und überraschend warm dank der riesigen Heizgeräte an der hinteren Wand. Stallabteile säumten eine breite Gasse. Ein Pferd steckte den Kopf über die halbhohe Boxentür und schnaubte zur Begrüßung.

"Hey, du!", rief Lucy ihm zu. "Du bist ja ein hübscher Kerl!"

Sie blickte sich um. Die Deckenbeleuchtung brannte, doch kein Mensch war zu sehen. Rechts führte eine Tür in ein Büro. Sie spähte hinein. Auf einem Schreibtisch lag ein sehr ordentlicher Papierstapel. Es gab keinen Hinweis darauf, wer diesen Raum benutzte.

Vielleicht Garrett Sharpe, der reiche Ranchbesitzer und Maureens Verlobter? Eher nicht. Angesichts seiner regen Geschäftstätigkeit in verschiedenen Branchen hatte er vermutlich einen Verwalter, der sich um die Ranch kümmerte.

Wer auch immer für die Stallungen verantwortlich zeichnete, war eindeutig ein sehr akkurater Mensch. Sogar das Zaumzeug, das an einer Wand hing, war fein säuberlich aufgereiht.

Lucy entdeckte neben der Bürotür einen Korb mit Äpfeln, nahm einen heraus und näherte sich dem Pferd. Es stampfte mit einem Huf auf und nickte mit dem Kopf, wie um sie anzulocken.

Sie präsentierte ihm den Apfel auf der flachen Hand, tätschelte ihm den Hals und genoss das seidige Fell unter den Fingern.

Ein Fiepen ertönte, gefolgt von einem ganzen Konzert aus Gejaule und Gequieke.

Sie ging weiter, von Box zu Box, griff durch die Gitterstäbe und streichelte jedes einzelne Tier, das sich ihr zur Begrüßung näherte. Sie zählte vier weitere Pferde und mindestens ein Dutzend Hunde.

Am Ende der Stallgasse befanden sich zwei Türen. Vorsichtig spähte sie in den ersten Raum. Hölzerne Käfige säumten die Wände; unzählige Kaninchenaugen blickten ihr entgegen.

"Was ist das denn für eine komische Ranch?", flüsterte sie.

Wie als Antwort hoppelten die Häschen hin und her.

Neugierig wandte sie sich der zweiten Tür zu. Was mochte sich dahinter verbergen? Lamas? Alpakas?

Der Raum war voll von Katzen. Nun, vielleicht nicht ganz voll, aber es waren sehr, sehr viele. Während sie sich verwundert umblickte, flitzte ein schwarzes Kätzchen zwischen ihren Beinen hindurch in die Stallgasse.

Lucy schloss die Tür und bückte sich nach dem Ausreißer. Der entzog sich jedoch ihrer Reichweite, indem er unter ein breites, niedriges Regalbrett kroch.

Sie fühlte sich, als wäre sie unverhofft in jemandes Privatsphäre eingedrungen. In einen verwunschenen Tiergarten oder in das Schloss aus Die Schöne und das Biest. Wem auch immer dieser seltsame Ort gehört, du bist nicht Belle und dürftest nicht hier sein.

Doch sie konnte nicht gehen, ohne das Kitten unbeschadet in das Katzenzimmer zurückzubringen. Also ging sie auf Knie und Hände und spähte unter das Regal.

"Miez, Miez", lockte sie, "komm zu mir."

Der kleine Kater, der sich in den hintersten Winkel verkrochen hatte, starrte sie eine Sekunde lang aus seinen grünen Augen an. Dann hob er ein Bein und begann, seine Kronjuwelen zu putzen.

"Das kannst du später erledigen." Sie kroch tiefer unter das Regal. "Du Knirps bist noch viel zu winzig, um von deiner Mama getrennt zu sein."

"Er ist sieben Wochen alt", verkündete eine sonore Stimme hinter ihr.

Mit einem erschrockenen Aufschrei riss Lucy den Kopf hoch und stieß so hart an das Brett, dass sie Sterne sah.

Das Tier huschte an ihr vorbei, während sie sich unter dem Regal hervorzwängte. Mit pochendem Kopf und Tränen in den Augen, noch immer auf Händen und Knien, spähte sie über die Schulter. Der größte Cowboy, den sie je erblickt hatte, starrte mit gerunzelter Stirn zu ihr hinab. Das eigensinnige Katerchen lag in seine Armbeuge gekuschelt.

Ein toller erster Eindruck, Lucy! Sie rappelte sich hoch und reichte ihm die Hand. "Hi. Ich bin Lucy Renner. Ich bin ."

"Die Tochter der Goldgräberin", warf er mit rauer Stimme ein, die an knirschenden Kies unter Autoreifen erinnerte. "Sie sehen genau wie sie aus - nur nicht so verlebt."

Mit offenem Mund starrte sie ihn an. Sie konnte zwar nicht gutheißen, wie ihre Mutter die Männer wechselte, aber dieser Möchtegern-Marlboro-Mann, attraktiv wie die Sünde und doppelt so gefährlich, fiel gewaltig aus der Rolle.

Er schob sie recht unsanft beiseite, öffnete die Tür zum Katzenzimmer und beförderte das Kätzchen hinein. "Außerdem sind Sie unbefugt in meine Scheune eingedrungen."

"Sie sind ungehobelt", stieß sie zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor.

"Das macht meine Worte nicht weniger zutreffend."

Sie klopfte sich den Staub von der Hose, straffte die Schultern und starrte den Mann an. "Ich glaube nicht, dass es Mr. Sharpe gefällt, wie Sie über seine zukünftige Frau sprechen."

Er wandte sich ab, doch sie packte ihn am Arm, denn sie wollte sich nicht von seiner mächtigen Gestalt einschüchtern lassen. Wenn sie eines gut konnte, dann war es, sich selbstsicherer zu geben, als sie sich fühlte. Falsche Zuversicht besaß sie im Übermaß, und auf keinen Fall wollte sie sich oder ihre Mutter von irgendeinem Rancharbeiter beleidigen lassen. "Wie heißen Sie? Ich werde dafür sorgen, dass heute Ihr letzter Arbeitstag für Garrett Sharpe ist."

Der Mann starrte auf ihre Finger. Der pinkfarbene Nagellack wirkte total fehl am Platz auf dem groben dunkelbraunen Canvas seiner schweren Jacke. Dann begegnete er ihrem Blick. Seine durchdringenden grünen Augen wirkten hart wie Granit. Beinahe unhörbar leise antwortete er: "Mein Name ist Caden Sharpe. Garrett ist mein .", er hielt inne, als würde ihm das Wort im Halse stecken bleiben, ". Vater."

"Ich habe gedacht, Garretts Sohn wäre vor ein paar Jahren gestorben", konterte sie spontan - und bereute es sofort, weil sie ihn zusammenzucken sah. Vielleicht hat Maureen da was falsch verstanden oder die Fakten bewusst verdreht, um mich herzulocken.

Mit nahezu unbewegten Lippen entgegnete er: "Das war Tyson. Mein Bruder."

Und damit schüttelte er ihre Hand ab, als würde sie ihm körperliche Schmerzen zufügen, und stelzte davon.

Caden zwang sich, die Scheune in gemäßigtem Schritt zu verlassen, obwohl ihm kalter Schweiß über den Rücken rann und seine Hände zitterten wie Espenlaub.

Seit fast zwei Jahren war er...

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