Eine Familie für Doktor Maguire

 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 22. April 2020
  • |
  • 130 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7337-1654-7 (ISBN)
 
Eine Frau und Kinder hat sich Notarzt Conor Maguire bisher versagt, denn die Männer in seiner Familie sterben früh. Der bezaubernden Krankenschwester Tamara kann er trotzdem nicht widerstehen. Und bald will er mehr von ihr als zärtliche Küsse ...
  • Deutsch
  • 1,58 MB
978-3-7337-1654-7 (9783733716547)

1. KAPITEL

"Das war knapp." Schwester Tamara Washington sah den Kollegen der Kinder-Intensivstation nach, wie sie ihren kleinen Patienten zum Fahrstuhl schoben.

"Der Albtraum aller Eltern", stimmte ihr Conor zu und ließ sich auf einen Stuhl fallen. "Für einen Moment habe ich gedacht, wir hätten ihn verloren." Das Baby hatte lebensbedrohlich hohes Fieber, und bei der Suche nach der Ursache hatte es plötzlich aufgehört zu atmen.

"Hast du aber nicht. Haben wir nicht." Manchmal erstaunte es sie, dass es möglich war, ein solch winziges Wesen zu reanimieren. Das nahm sie immer wieder mit. Aber heute hatte sie wirklich Schwierigkeiten, ihre Emotionen außen vor zu lassen. Es war irgendwie zu nah, fast schon beängstigend. Tausend Gedanken schwirrten durch ihren Kopf, als sie Conor anstarrte, der gerade Notizen in die Krankenakte des Babys schrieb. Sie musste es ihm sagen.

"Ist mir eine Warze am Hinterkopf gewachsen?" Bei seinem irischen Akzent stellten sich ihre Nackenhaare auf. Und noch ein paar andere Regionen ihres Körpers meldeten sich zu Wort.

"Kannst du mir am Ende des Tages ein paar Minuten deiner Zeit widmen?" Tamaras Magen zog sich bei dieser heiklen Frage zusammen. Diese Minuten würden Dr. Maguires ruhiges und sorgloses Leben für immer verändern. Egal, für welchen Weg er sich entscheiden würde.

"Natürlich." Er hob eine Augenbraue. "Was bedrückt dich denn? Ist es die Bewerbung zum Medizinstudium?" Er war sehr geduldig bei diesem Thema, obwohl sie ihm bereits mehrere Löcher in den Bauch gefragt hatte. Tamara sah sich in der Notaufnahme der Auckland Central Klinik um. Dies war der Ort, an dem sie sich zu Hause fühlte und wo sie sich am sichersten fühlte. Das hier war ihr Revier.

"Ich bin's. Die, die bei jedem i noch die i-Tüpfelchen kontrolliert, bevor sie eine E-Mail versendet." Sie würde auch jede noch so renommierte Universität von ihren Qualitäten überzeugen. Sie hatte alles hundertmal kontrolliert, um bloß nichts zu übersehen.

"Diese i-Tüpfelchen wird der Adressat aber nicht erkennen können." Conor warf ihr ein Lächeln zu, das ihr ein Kribbeln in der Magengegend verursachte. Aber im Moment war sie zu angespannt, um ihm Beachtung zu schenken.

"Ich werde dieses Thema heute ad acta legen." Im wahrsten Sinne des Wortes. "Ablage P" gewissermaßen. Von diesem Medizinstudium hatte sie all die Jahre geträumt. Für diesen Traum hatte sie alles getan, und nun hatte sich dieser Traum in einen blauen Strich auf einem weißen Plastikstäbchen verwandelt. Zwei Packungen, verschiedene Marken, ein und dasselbe Ergebnis. Kein Zweifel. Tamara legte ihre Hand auf ihren Bauch und nagte besorgt an ihrer Unterlippe. Vielleicht war es besser, dass ihr Mund zu beschäftigt war, um die Worte zu äußern, die in ihrem Kopf herumschwirrten. Ihr Leben schien im Moment nur aus irgendwelchen gemeinen Fallen zu bestehen, tief und gefährlich. Es war ihr Leben, oder? Diese Frage stellte sie sich in letzter Zeit immer häufiger.

Conor unterbrach ihre Gedanken. "Solange es hier ruhig ist, könnten wir doch etwas essen und trinken gehen."

"Nein!" Bei dem Gedanken an das fettige Essen im Pub drehte sich ihr der Magen um. Und Alkohol konnte sie in der nächsten Zeit sowieso vergessen. Sie spürte den Schweiß unter ihrem Kittel. Vergangenen Freitag hatte sie sich zum ersten Mal unwohl gefühlt, und seitdem war sie in einer schrecklichen Verfassung. Nachdem ihr klar geworden war, dass ihr gut durchdachtes, von Kontroll-Tamara durchgeplantes Leben sich nun von Grund auf ändern würde. Natürlich hatte sie das Offensichtliche bekämpft, die wachsende Verzweiflung geleugnet, weil sie wusste, dass sie eine weitere Runde bei der Lebensplanung verloren hatte.

"Warum nicht?", fragte er irritiert. Er hatte das Wochenende anscheinend nicht mit dem Kampf gegen das Unausweichliche verbracht. Aber an diesen Punkt würde auch er bald kommen.

"Können wir in dein Büro gehen?" Dann kannst du in privater Umgebung ausflippen. "Ich werde deine Zeit nicht lange in Anspruch nehmen. Versprochen!" Seine eisblauen Augen weiteten sich für einen kurzen Moment.

"Es geht also doch um die Bewerbung für die Universität?" Als Chefarzt der Notaufnahme hatte er die Bewerbung an die Universität von Anfang unterstützt, damit sie nächstes Jahr mit dem Studium beginnen konnte.

"Das allerletzte Mal." Daran gab es leider keinen Zweifel.

"Okay, in meinem Büro, wenn wir hier mit den Knochenbrüchen und Kopfschmerzen fertig sind." Sein irischer Akzent ließ sie wieder schwach werden und umschmeichelte ihr Herz, das jetzt eigentlich hart aus Stahl hätte sein können, damit sie am besten gar nichts für ihn empfand. Aber es war nicht einfach, den Sex-Appeal dieses Mannes zu ignorieren. Eine einzige Nacht hatten sie zusammen verbracht - mit verheerenden Folgen. Gut, sie konnte das kribbelnde Gefühl zwischen ihren Schenkeln nicht leugnen, sein irischer Charme war einfach umwerfend. Und der Sex mit ihm war heiß, er war einfallsreich und sehr, sehr gut. Sie spürte, wie ihre Wangen bei dem bloßen Gedanken daran rot wurden. Es war Sex. Nicht mehr.

Manchmal musste sie sich kneifen, um sicherzugehen, dass sie das nicht nur geträumt hatte. Aber jetzt hatte sie ja den Beweis, das mit dem Kneifen hatte sich daher erledigt.

Der Alarm schrillte und unterbrach jede weitere Unterhaltung zwischen ihnen. Conor sprang von seinem Stuhl auf.

Ein Auto war mit einem Lkw zusammengestoßen. Gebrochene Rippen mit Verdacht auf innere Verletzungen. Tamara eilte ihm nach, ihr Blick haftete auf seinem schwarzen Haar, das bis in den Nacken reichte. Und sie erinnerte sich daran, wie ihre Finger durch diese glänzende, wellige Pracht strichen. Damit war jetzt wohl Schluss. Nun würden sie ein neues Spiel beginnen. Ihm beizubringen, dass sie sein Baby unter ihrem Herzen trug, würde ihn bestimmt umhauen. Sie hörte, wie die Rettungssanitäterin Conor einen Lagebericht gab. Unvermittelt setzte sie wieder ihr professionelles Gesicht auf, straffte den Rücken und verbannte alle Gedanken, die nichts mit Arbeit zu tun hatten.

"Durch den Aufprall auf das Lenkrad sind die Rippen gebrochen und die Lunge perforiert."

Conor unterbrach die Kollegin. "Tamara, lass dir die Details erklären, ich bringe den Patienten schon mal zum Röntgen."

Die Ruhe, mit der er dies sagte, täuschte. Der Grad seines irischen Akzents verriet, wie ernst es um das Unfallopfer stand. Er eilte bereits mit der Trage Richtung OP-Trakt, der andere Rettungssanitäter folgte ihm. Sie durften jetzt keine Zeit verlieren. Wenn der Mann wirklich eine perforierte Lunge hatte, entwich ihm bei jedem Atemzug Sauerstoff, sodass die Gefahr bestand, dass er in kürzester Zeit ersticken konnte.

"Wie viel Zeit ist seit dem Unfall vergangen?", fragte Tamara besorgt.

"Ungefähr fünfzehn Minuten. Es war an der Ecke Grafton Road. Wir waren gerade zu einem anderen Unfall unterwegs, als der Notruf kam. Als wir hörten, was los war, haben wir ihn vorgezogen."

"Gut, dass Sie keine Zeit verloren haben."

Nachdem die Sanitäterin aufgezählt hatte, welche Verletzungen Jimmy Crowe noch erlitten hatte, seufzte Tamara erleichtert auf. Sie würde die nächsten Stunden viel zu tun haben und an nichts anderes mehr denken können.

"Tamara, wir brauchen Sauerstoff", sagte Conor, als sie in den OP-Trakt kam. "So schnell wie möglich."

"Okay." Sie drückte ihrer Kollegin die Unterlagen in die Hand.

"Kelli, kannst du Conor bitte die Eckpunkte vorlesen?" Während sie das Sauerstoffgerät anschloss, kreuzte sie innerlich die Finger, dass es noch nicht zu spät war und dass der Sauerstoff den Mann retten würde. Sie und Kelli arbeiteten mit Conor daran, den Atem und die Blutungen unter Kontrolle zu bekommen. Sie hatten einen Port gelegt, um Jimmy Crowe intravenös mit Medikamenten versorgen zu können. Michael, der Assistenzarzt auf der Station, kam zu ihnen.

"Brustquetschung?"

Conor nickte. "Ja."

Tamara wischte Blut vom Mund des Patienten.

"Bitte alle zurücktreten", rief der Radiologe von seinem Platz aus. Klick, klick. Die Röntgenaufnahmen wurden aus verschiedenen Blickwinkeln gemacht, um den bestmöglichen Überblick zu bekommen.

Kaum war er fertig, fragte Conor: "Was haben wir?"

"Gib mir eine Minute."

"Wir haben keine Minute." Tamara verstand seine Ungeduld. Das Leben des Patienten hing von dem ab, was die Röntgenbilder zeigen würden. Die Aufnahmen erschienen in Sekundenschnelle auf dem Bildschirm. Conor studierte sie intensiv, und sie sah ihm an, dass er alles tun würde, diesen Mann zu retten.

"Frakturen an der rechten Seite des Brustkorbs, aber keine gebrochenen Rippen an der Vorderseite. Die Lunge ist verschont geblieben."

Tamara schaute von der Seite auf den Bildschirm. Sie war immer noch sehr angespannt.

"Ich denke, er hat ganz schön Glück gehabt."

"Auf den ersten Blick ja. Aber er verliert sehr viel Blut, es könnten auch noch innere Verletzungen hinzukommen." Conor hat inzwischen das Labor beauftragt, das Blut zu untersuchen, falls Blutkonserven nötig werden sollten. Er drehte sich zu dem Radiologen um. "Ich brauche Bilder vom Becken und vom Arm, wenn wir schon mal dabei sind."

"Kein Problem!"

Ein paar Minuten später sah Conor auf den Röntgenaufnahmen, dass die Milz verletzt war.

"Ich frage mich, wie das passiert ist. Er hat noch weitere Verletzungen unterhalb der Rippen. Ich werde ein...

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