Cattle Valley: Eine neue alte Liebe

 
 
Cursed Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 17. April 2020
  • |
  • 122 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-95823-816-9 (ISBN)
 
Nach der Katastrophe der Cattle Valley Days erholt sich Carol McGowan nur langsam. Zum Glück hilft Feuerwehrhauptmann George Manning ihr dabei, doch als George ihr seine Liebe gesteht, ist Carol zunächst skeptisch. Mit bisexuellen Männern hat sie schon schlechte Erfahrungen gemacht und kann auf den Herzschmerz gut verzichten. Dass George 19 Jahre lang eine heimliche Affäre mit dem Country-Sänger Trick Allen geführt hat und noch nicht gänzlich über ihn hinweg ist, macht die ganze Situation nicht gerade besser. Aber vielleicht kann zwischen Carol, Trick und George ja eine Beziehung entstehen, von der zuvor keiner von ihnen zu träumen gewagt hat...
  • Deutsch
  • Taufkirchen
  • |
  • Deutschland
  • 0,98 MB
978-3-95823-816-9 (9783958238169)

 

Kapitel 1


 

 

Als Carol die Augen öffnete, fand sie das hinreißende Gesicht des schlafenden George Manning neben sich vor. Wie oft hatte sie schon davon geträumt, neben George aufzuwachen? Das Piepsen des Herzmonitors auf der anderen Seite des Bettes brachte sie wieder in die Realität zurück.

Sie erinnerte sich daran, vor einigen Tagen beim Aufwachen Georges Gesicht über sich gesehen zu haben. Seine haselnussbraunen Augen waren voller Sorge gewesen. Was hatte solche Emotionen in dem Mann ausgelöst? Obwohl sie während der vergangenen Monate viel Zeit miteinander verbracht hatten, hatte George kein einziges Mal einen Annäherungsversuch gewagt. Sehr zu ihrer Enttäuschung.

Sie hob die Hand und strich mit den Fingern durch sein kurzes dunkelbraunes Haar. Georges Augenlider flatterten ein paarmal, bevor er die Augen öffnete.

»Hey«, sagte Carol. Obwohl seit ihrer Operation mehrere Tage vergangen waren, klang ihre Stimme immer noch ein bisschen heiser.

»Wie fühlst du dich?«, fragte George. Auch wenn er jetzt wach war, ließ er sich weiterhin von Carols Fingern streicheln.

»Wahrscheinlich ausgeruhter als du. Warum gehst du nicht nach Hause und holst dir eine Mütze Schlaf?«

George schüttelte den Kopf, jedoch nicht heftig genug, um Carols Hand abzuschütteln. »Mir geht's gut. Wenigsten bin ich hier drin bei dir. Mario hat zwei Tage lang im Foyer geschlafen.«

»Bist du überhaupt mal zu Hause gewesen?«, wollte sie wissen, während sie eine seiner Augenbrauen mit der Fingerspitze nachfuhr. Obwohl die Fahrt nach Sheridan nur eine Dreiviertelstunde dauerte, ahnte Carol, dass der Mann seit der Katastrophe keine einzige Nacht in seinem eigenen Bett verbracht hatte.

»Ich bin jeden Tag nach Cattle Valley zurückgefahren, um zu duschen und mich umzuziehen. Ich wusste nicht, ob sie mich bei dir bleiben lassen, wenn ich stinke.«

Carol fing an zu lachen und legte hastig eine Hand auf ihren Bauch.

»Soll ich die Schwester holen?« George stand auf und bot ihr ein Glas Wasser an.

Carol schüttelte den Kopf und trank einen Schluck. »Bring mich einfach nicht noch mal zum Lachen.«

George nahm Carols Hand in seine und beugte sich vor, um sie auf die Stirn zu küssen. »Tut mir leid.«

Carol grinste. »Sei nicht albern. Du hast es ja nicht mit Absicht gemacht.«

Sie sah ihm in die Augen. Es gab so vieles, was sie ihn fragen wollte. Sein Verhalten nach dem Zusammenbruch der Tribüne verwirrte sie. »Solltest du nicht auf der Feuerwache sein?«

Georges Adamsapfel hüpfte ein paarmal, bevor er antwortete: »Ich will gerade nirgendwo anders sein als bei dir.«

Sie kniff die Augen zusammen und griff nach Georges Hand. »Was ist los?«

George setzte sich wieder hin und legte die Wange an ihre miteinander verflochtenen Finger. »Ich liebe dich.«

Fassungslos schnappte Carol nach Luft. »Was? Das kann nicht sein.«

George stützte sich mit den Armen auf dem Bett ab und lehnte sich zu ihr. »Ich kann nicht einmal annähernd in Worte fassen, wie oft ich dich schon küssen wollte. Dich in mein Bett bringen und dort behalten wollte, aber bestimmte Dinge haben mich immer davon abgehalten.«

»Trick zum Beispiel?«

George senkte den Blick. »Ja, Trick zum Beispiel. Erst nach dem Einsturz ist mir klar geworden, dass ich meine Zeit mit ihm verschwende.«

Carol schüttelte den Kopf. In Georges Augen erkannte sie widerstreitende Gefühle. »Du warst lange mit ihm zusammen.«

»Neunzehn Jahre. Verdammt noch mal zu lange, um in die Rolle der geheimen Affäre gedrängt zu werden. Ich habe das so satt. Ich will ein echtes Leben, mit einem echten Partner.«

In ihrem Kopf drehte sich alles und Carol ließ Georges Hand los. Sie mochte vielleicht erst eine ernste Beziehung in ihrem Leben geführt haben, doch am Ende war sie allein sitzen gelassen worden. Es war Jahre her, seit sie zusammen mit Rodney und Lyle nach Cattle Valley gezogen war. Damals hatte sie gedacht, sie könnten endlich offen als Familie auftreten. Das hatte sich alles geändert, als ihre Männer beschlossen hatten, zu zweit besser dran zu sein. Rodney und Lyle waren nach Seattle abgehauen, ohne noch mal zurückzublicken.

Nein. Diesem Gedankengang konnte sie nicht schon wieder folgen. Sie schüttelte den Kopf. »Du liebst ihn immer noch. Ich kann nicht.«

George brachte sie mit einem sanften Kuss zum Schweigen. Ihre Lippen verweilten in der keuschen Berührung, bis er sich schließlich zurückzog. »Gib mir eine Chance.«

Ihre unmittelbare Reaktion war, Danke, aber nein danke zu sagen, doch ihr Herz hielt sie davon ab. Wie oft hatte Quade sie damit aufgezogen, dass sie in Cattle Valley blieb? In einer Stadt, in der die meisten Männer entweder schwul oder bi waren. Sie schien das Schicksal geradezu herauszufordern. Carol hatte entgegnet, dass sie das nicht tat, sondern nur dafür sorgte, dass sie sich nie wieder verliebte.

Während ihr die Erinnerung an Georges Kuss noch lebhaft vor Augen stand, fragte sie sich, ob sie einem Mann jemals wieder ihr Herz anvertrauen konnte. Trick war die unberechenbare Variable in dieser Gleichung. Obwohl sie den attraktiven Mann bereits kennengelernt hatte, hatte sie ihn immer nur als Georges Partner gesehen.

»Was ist mit Trick?«, hakte sie abermals nach.

»Ich habe ihm gesagt, dass es vorbei ist.«

»Gib mir etwas Zeit, um darüber nachzudenken.« Sie würde es George nicht verraten, aber eigentlich wollte sie sehen, ob die Sache mit dem Country-Sänger tatsächlich vorbei war.

Nach allem, was sie durchgemacht hatte, wusste Carol, dass ihr Herz keinen weiteren Verrat mehr ertragen würde. Sie zweifelte nicht daran, dass George alles in seiner Macht stehende tun würde, um in Bezug auf Trick sein Wort zu halten, doch das Herz stimmte nicht immer mit dem Verstand überein.

»Bitte stoß mich nicht weg«, bat George.

»Werde ich nicht, aber ich habe auf die harte Tour gelernt, dass das, was jemand sagt, und das, was jemand tut, nicht immer dasselbe ist.«

»Darf ich bleiben?«

»Natürlich. Neben Quade bist du mein bester Freund. Wie sollte ich das ohne dich überstehen?«

»Hey. Ich dachte, ich wäre dein bester Freund«, sagte Nate, als er das Zimmer betrat.

Obwohl sie sich beschissen fühlte, ging es Carol gut genug, um Nate zu ärgern. »Du meinst wohl die größte Nervensäge in meinem Leben«, erwiderte sie in ihrem typischen trockenen Tonfall.

Nate grinste und beugte sich zu ihr hinunter, um ihr einen Kuss auf die Stirn zu drücken. »Es muss dir besser gehen.«

Carol bedachte Nate mit einem gespielt finsteren Blick. »Warum bist du so gut gelaunt? Freut es dich so sehr, zu sehen, dass ich das Bett hüten muss?«

Leise lachend stand George auf und gab Carol einen flüchtigen Kuss. »Ich fahre zum Duschen nach Hause. Ist es in Ordnung, wenn ich danach wieder zurückkomme?«

»Nur, wenn du mir ein paar Tacos mitbringst. Ich mag vielleicht hier rumliegen, aber ich habe nicht vergessen, welcher Tag heute ist.«

George schüttelte den Kopf. »Ich glaube nicht, dass du Jays scharfes Taco-Fleisch schon verträgst. Aber sobald du entlassen wirst, haben wir ein Date.«

Carol spürte, wie sich Röte über ihre Wangen ausbreitete. »Das klingt nach einem Plan.«

Sobald George das Zimmer verlassen hatte, schlug Nates Neugier zu. »Was zum Geier war das denn?«, wollte er wissen, während er sich auf den Stuhl setzte, den George gerade geräumt hatte.

»Das geht dich gar nichts an, Mr. Tratschtante.«

Nate presste sich die Hand an die Brust. »Ich bin zutiefst getroffen.«

Carol grinste. Obwohl sie sich beide ständig gegenseitig aufzogen, war Nate ein großartiger Freund. »George hat mir seine Liebe gestanden.«

Nate fiel die Kinnlade herunter. »Oh mein Gott.«

»Ja. Genau das habe ich mir auch gedacht.«

Nate rückte näher zu ihr heran. »Also, was machst du jetzt?«

Carol lächelte und verdrehte die Augen. Wie auch immer die Dinge standen, für Tratsch und Klatsch war Nate immer zu haben. Sie seufzte innerlich. Ihr war bewusst, dass diese Beurteilung nicht fair war. In letzter Zeit war Nate durch die Hölle gegangen. Vielleicht würde es ihm helfen, wieder zu seinem alten Ich zurückzufinden, wenn sie ganz altmodisch ein bisschen tratschten.

»Ich weiß es nicht. Ich meine, ich mag ihn. Okay, ich mag ihn sehr. Aber du weißt, was ich davon halte, mich mit zwei Männern einzulassen.«

Nate schüttelte den Kopf und warf einen Blick über seine Schulter. »Zwei Männer? Also ich habe nur einen mit dir zusammen im Zimmer gesehen.«

»Ja, aber George hat einen Liebhaber.«

Nate blinzelte. »Was? Unser George? George Manning? Seit wann?«

Carol biss sich auf die Unterlippe. Sie wusste, dass die Beziehung von George und Trick ein Geheimnis war, und George hatte ihr einen riesengroßen Vertrauensvorschuss gewährt, indem er ihr überhaupt erst davon erzählt hatte. »Das kann ich dir nicht sagen.«

Nates...

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