Cattle Valley: Mehr als gedacht

 
 
Cursed Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 21. August 2020
  • |
  • 124 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-95823-838-1 (ISBN)
 
Fitnesstrainer Mario Benta hat sich geschworen, nie wieder das hübsche Anhängsel eines reichen Mannes zu sein. Als sich Cattle Valleys Milliardär Asa Montgomery an ihn wendet, damit er ihm nach einer schweren Verletzung wieder auf die Beine hilft, sträubt sich Mario deshalb auch zunächst aus Prinzip dagegen. Vor allem, weil er schon lange eine Schwäche für Asa hat und nicht weiß, wie lange er dem anderen Mann widerstehen kann, wenn sie so viel Zeit miteinander verbringen. Aber Asa ist überraschend hartnäckig und als Mario schließlich doch nachgibt, stellt er schnell fest, dass Asa mehr ausmacht als nur sein Geld und er in Mario auch mehr sieht als nur seinen Körper.

Band 14 der "Cattle Valley"-Reihe. Buch ist in sich abgeschlossen.
  • Deutsch
  • Taufkirchen
  • |
  • Deutschland
  • 0,95 MB
978-3-95823-838-1 (9783958238381)

 

Kapitel 1


 

 

Mario Benta wischte gerade die Trainingsräder ab, als Rio von einer langen Mittagspause zurückkehrte. Das Grinsen auf dem Gesicht des großen Mannes sprach Bände.

»Ich nehme an, du hattest eine ergiebige Mittagspause?«, wollte Mario wissen.

Rio zwinkerte ihm zu. »Sehr ergiebig, danke der Nachfrage.«

Mario warf sich den Lappen über die Schulter und ging zur Safttheke hinüber. »Ist Nate immer noch mit diesem Architekten im Gespräch darüber, eine neue Arena zu entwerfen?«

Rio stürzte ein Glas Apfelsaft hinunter, bevor er genüsslich schmatzte. »Ja. Die große Diskussion dreht sich mittlerweile darum, wer dafür bezahlen wird. Nate besteht darauf, sein eigenes Geld einzusetzen, aber Ryan und ich versuchen ihm beizubringen, dass dieses Geld an anderer Stelle dringender gebraucht wird, zum Beispiel um diese Unterkunft in D.C. zu unterstützen.«

»So viel Aufmerksamkeit, wie Cattle Valley bekommen hat, seit dieser verfluchte Artikel veröffentlicht wurde, sollte es uns möglich sein, ein Unternehmen als Sponsor zu gewinnen oder so was.« Mario war kein Geschäftsmann, aber selbst er wusste, dass die Arena Millionen kosten würde. Es gab nur eine Person in der Stadt, die so viel Geld besaß, und wenn Asa Montgomery bis jetzt noch nicht angeboten hatte, seinen Geldbeutel zu öffnen, dann würde es auch nicht passieren.

Mario nahm den Lappen von seiner Schulter und warf ihn in den Wäschekorb. In irgendeiner Weise an Asa zu denken, hatte den Effekt, ihn gleichzeitig zu deprimieren und wütend zu machen. »Schätze, ich fahre mal bei Deb's vorbei und hole mir einen Happen zu essen.«

»'kay«, erwiderte Rio, während er sein Saftglas wieder auffüllte.

Mario war schon fast zur Tür hinaus, als das Telefon klingelte. Er blieb stehen und drehte sich um, als Rio sich meldete.

»Warte mal.« Rio grinste und hielt den Hörer hoch. »Es ist Asa.«

Mario schüttelte den Kopf. »Sag ihm, dass ich Mittagspause habe.«

Ohne abzuwarten verließ Mario das Gym und stieg in seinen verbeulten Pick-up. Er drehte den Zündschlüssel und betete, dass das verdammte Ding anspringen würde. Er wusste, dass es an der Zeit war, das alte Mädchen zu ersetzen, doch Lola hatte ihm jetzt fast dreizehn Jahre lang treue Dienste geleistet und er brachte es nicht über sich, sich von ihr zu trennen.

Nach mehreren Versuchen erwachte Lola brüllend zum Leben und spuckte schwarzen Rauch. Er schmunzelte und schüttelte den Kopf. Es war ein Wunder, dass die Umweltschützer nicht auf dem Rasen vor seinem Haus campierten.

Er bog auf die Straße ab und machte sich auf den Weg zum Diner. Seit zwei Wochen ließ er Asas Anrufe nun schon ins Leere laufen. Als er zum ersten Mal zu seinem Festnetztelefon gegriffen und den Namen des Mannes auf dem Display gesehen hatte, hatte er sich fast zu Tode erschreckt.

Zugegeben, anfangs war er begeistert gewesen, doch dieses Gefühl hatte sich rasch in Ärger verwandelt. Nach dem Einsturz der Tribüne hatte er zwei Tage lang im Krankenhaus gesessen und gehofft, Asa würde nach ihm rufen lassen. Jedes Mal, wenn er sich erkundigt hatte, ob er seinen Freund sehen durfte, war ihm von einem von Asas Speichelleckern mitgeteilt worden, dass er keine Besucher empfing.

Mario war so verletzt und verärgert über die Zurückweisung gewesen, dass er abwartete, bis sich sein Anrufbeantworter einschaltete. Danach hatte er sich die Nachricht angehört und sofort gelöscht. Was zum Teufel stimmte nicht mit diesem Mann? Erst weigerte er sich, ihn im Krankenhaus zu sehen, und dann besaß er die Frechheit, Mario ein verdammtes Gehalt anzubieten, um ihm bei seiner Rehabilitation zu helfen. Mario wusste, dass Asa sich bei all seinem Geld auch einen Vollzeittherapeuten ins Haus holen könnte, wenn er wollte.

Was Mario am meisten schmerzte, war die Tatsache, dass er Asa ohne Bezahlung geholfen hätte, wenn er einfach darum gebeten hätte, anstatt ihn in diesen Tagen nach der Tragödie wie ein lästiges Insekt zu behandeln. Jetzt konnte der Mann ihm gar nicht genug zahlen, um seine Vergebung zu erlangen.

Als er vor dem Diner parkte, klingelte sein Handy. Er nahm es vom Sitz und warf einen Blick auf das Display.

»Hey«, meldete er sich.

»Ich weiß nicht, was zwischen dir und Asa los ist, aber ich soll dir sagen, dass er verdoppelt. Worum zum Teufel geht es dabei?«

»Mistkerl.« Mario holte tief Luft. »Ich gehe zu ihm und werde ihm persönlich darauf antworten.«

»Sag nichts, was du später bereuen könntest. Ich weiß, dass er dich verletzt hat, aber er hat eine schwere Zeit durchgemacht«, argumentierte Rio.

»Bis später.« Mario legte auf und machte sich auf den Weg zu Asas Monstrosität eines Hauses.

Wie konnte der Bastard auch nur den Versuch wagen, seine Entscheidung mit noch mehr Geld beeinflussen zu wollen. Mario schlug mit der Faust gegen das Lenkrad. So wie er sich gerade fühlte, würde Asa Glück haben, wenn Mario ihm nur gehörig die Meinung sagte, denn eigentlich wollte er dem Idioten eine verpassen.

Er hielt vor dem protzigen Sicherheitstor und drückte auf den Klingelknopf.

»Ja«, erklang eine ihm unbekannte Frauenstimme.

»Mario Benta für Asa«, knurrte Mario.

»Einen Moment.«

Mario zupfte an dem kleinen Bärtchen unterhalb seiner Unterlippe. Das tat er häufig, wenn er unter Strom stand. Einige Sekunden später schwangen die Torflügel aus schwarzem Eisen nach innen.

Angeberischer Schweinehund. Mario fuhr die lange, gewundene Einfahrt hinauf und hielt unter dem ausladenden Säulenvorbau, der über die Auffahrt des aus Baumstämmen und Stein erbauten Hauses hinausragte. Mario sprang aus dem Wagen und stieg die Stufen hinauf.

Bevor er überhaupt dazu kam anzuklopfen, wurde die Tür geöffnet und eine ältere Dame bat ihn herein.

»Bitte folgen Sie mir«, sagte die Frau.

»Vielen Dank, Ma'am.«

Mario versuchte, den Blick nicht über die hohe Balkendecke oder den zweigeschossigen Kamin aus Flussgestein schweifen zu lassen. Er würde sich nicht von Asas Besitz beeindrucken lassen, auf gar keinen Fall, niemals. Die Frau, bei der es sich vermutlich um die Haushälterin handelte, führte ihn zu einem großen rundum verglasten Raum im hinteren Teil des Hauses.

»Ihr Gast, Sir«, verkündete sie.

»Danke, Miss Guttenberg.«

Mario ballte die Hände an seinen Seiten zu Fäusten und bekam Asa zum ersten Mal seit diesem schrecklichen Tag zu Gesicht. Er war überrascht, dass der normalerweise tadellos gepflegt auftretende Mann so vernachlässigt aussah. Asa schien nicht nur auf eine Rasur zu verzichten, Mario schätzte auch, dass er ziemlich viel Gewicht verloren hatte. Wer zum Teufel kümmerte sich um den Mann?

»Wie ich sehe, hast du meine Nachricht erhalten«, begrüßte Asa ihn grinsend.

Dieser Gesichtsausdruck reichte aus, um Mario wieder an seine angefressene Laune zu erinnern. »Habe ich und ich bin hergekommen, um dir zu sagen, dass du dir dein Angebot in den Arsch schieben kannst. Ich würde noch nicht mal für dich arbeiten, wenn du das Gehalt verdreifachen würdest.«

Marios Antwort schien Asa zu schockieren, doch offensichtlich war er zu stolz, um etwas dagegen einzuwenden. »Nun gut. Ich werde dich nicht noch einmal belästigen.«

Asa richtete seine Aufmerksamkeit wieder auf den Ausblick durch die deckenhohen Fenster. Mario betrachtete das Objekt so vieler seiner Fantasien und empfand eher Mitleid als alles andere. Wo waren all seine Groupies hin? Beinahe hätte er gefragt, doch dann überlegte er es sich anders und wandte sich zum Gehen.

»Wenn du deine Meinung änderst.«, setzte Asa an.

»Werde ich nicht.« Mario wartete nicht darauf, dass Miss Guttenberg ihn zur Tür brachte. Er stürzte aus dem Haus, sprang in seinen Pick-up und ließ die Villa in einer Wolke aus schwarzem Rauch hinter sich zurück.

Er war sich nicht sicher, auf wen er wütender war: auf sich selbst oder Asa. Der verdammte Kerl hatte seine Gefühle bei mehr als nur einer Gelegenheit verletzt und trotzdem hatte Mario immer noch Mitleid mit ihm. Der bekannte Millionär sah nicht nur beschissen aus, Mario hatte auch das starke Gefühl, dass sich Asa genauso fühlte.

Mario lenkte seinen Wagen in die Richtung des Gym. Ihm war der Appetit vergangen. Während der Fahrt begann sein Zorn, sich langsam in Luft aufzulösen. Er wusste, dass er trotz allem immer noch etwas für den reichen Mistkerl empfand. Wenn er nur nicht so ein Arschloch wäre.

 

***

 

»Sir, ein Anruf für Sie«, verkündete Miss Guttenberg, als sie Asa das Telefon reichte.

»Wer ist dran?«, formte er mit den Lippen. Insgeheim hoffte er, dass Mario sich endlich umentschieden hatte.

»Ihre Schwester«, wisperte sie zurück.

Asa verdrehte die Augen. Seit dem Unglück hatte seine Familie nicht ein einziges Mal angerufen, um sich nach seinem Gesundheitszustand zu erkundigen, ohne eine Möglichkeit zu finden, ihn um mehr Geld zu bitten.

»Hey, June«, grüßte er sie.

»Wie geht es dir, Asa?«, fragte die vierunddreißigjährige Mutter von fünf Kindern.

»Bin auf dem Weg der Besserung. Was kann ich für...

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