Der Möwe Gertrud

und eine tödliche Sporteinheit
 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 20. November 2019
  • |
  • 512 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7504-7272-3 (ISBN)
 
Gertrud und seine Freunde sind zurück. Diesmal wird es mehr als nur verzwickt. Sörens erster Arbeitstag zurück bei der Berliner Polizei verliert seine Ruhe, als er und seine Kollegin zu einer Leiche in einem noblen Fitnessstudio gerufen werden. Schnell sind tadellose Hauptverdächtige ausgemacht. Die Ermittlungen führen scheinbar ins Leere. Wer spielt hier ein falsches Spiel? Auf die Hilfe von Bernd und Renate kann er diesmal nicht bauen. Die haben eine Baustelle, die sie völlig vereinnahmt. Sören¿s Gedanken drehen sich im Kreis und er weiß nicht, ob er die losen Enden zusammenfügen kann. Zu viele Verdächtige mit glasklaren Motiven. Die schwere Krise seiner Freunde. Und warum soll er daran Schuld sein? Warum ist Bernd so wütend auf ihn? Über die Grenzen geht er allerdings aus einem ganz anderen Grund.
1. Auflage
  • Deutsch
  • 0,47 MB
978-3-7504-7272-3 (9783750472723)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Matthias Lüdicke, geboren am 07.10.1965 in Berlin. Heute lebt er in einer Mietwohnung. Fast am weltberühmten Kurfürstendamm. Nach dem Abschluss der Realschule hat er eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann erfolgreich absolviert. Eine Tätigkeit in einer Bundesbehörde, eine anschließende Selbstständigkeit im Dienstleistungssektor und sein langjähriges, ehrenamtliches Engagement in der Berliner Obdachlosenhilfe runden das berufliche Bild ab. Seit seiner Schulzeit schlummerte in ihm der Wunsch zu schreiben. Als er mehrere Schreibkurse erfolgreich absolviert hatte, wollte er dem Bedürfnis endlich nachgeben.

Donnerstag


Kapitel 23


Vorsichtig schiebt sie die Decke zur Seite, schaltet den Wecker aus. Bernd schlummert tief und fest, schnarcht leise vor sich hin. Barfuß schleicht sie aus der Kajüte. Auf dem Tisch in der angrenzenden Kombüse traut sie ihren Augen nicht.

"Wann hat er das denn gemacht?" Renate überlegt. Schließlich kommt sie zu dem Schluss, dass er nachts wieder nicht schlafen konnte. Das kommt bei ihm seit Hamburg öfters vor. Das traumatische Ereignis in der Wohnung. In höchster Lebensgefahr, nicht wissend, wie das ausgeht. Die Gewalt, die er erleben musste. Psychisch und physisch.

Eine rote Rose steht kerzengerade in einer Vase, davor ein handgeschriebener Zettel.

"Guten Morgen, mein Engel", beginnt die Nachricht. Sie setzt sich auf einen Stuhl, schnuppert an der Rose. Dann liest sie weiter.

"Danke für den schönen Abend ." Neben diesen Satz hat er einen zwinkernden Smiley gemalt.

"Ja, es war wirklich ein sehr schöner Abend." Renate hält verträumt den Zettel in der Hand. Nachdem sie gestern im Pier Feierabend machte, ist sie sofort zur Dicken Bertha geschlendert.

"Ich will dir nur sagen, dass ich dich wahnsinnig liebe. Ein Leben ohne dich kann und möchte ich mir nicht mehr vorstellen." Bei diesen Worten muss Renate schlucken. Sie treffen genau in ihr Herz.

Drücken aus, was sie auch empfindet.

"Bitte vergiss mich nicht." Sie schüttelt langsam den Kopf.

"Das werde ich garantiert nicht."

"P.S. Wir sehen uns gleich im Pier."

Renate muss schmunzeln.

"Wer schreibt heute noch P.S?" Aber Bernd wäre nicht Bernd, wenn er nicht noch einen drauf setzen würde.

"P.P.S. Du siehst in deinem Schlafzeug richtig niedlich aus." Ein grinsendes Smiley und ein Herz beenden die Nachricht.

"Du Schlawiner!" Renate hat nackt geschlafen.

Nachdem ihre Morgentoilette erledigt ist, füllt sie die Tasse mit dem brasilianischen Exportartikel und schlendert leise an Deck. Auf ihrem Lieblingsstuhl nimmt Renate Platz. Laut flatternd landet Gertrud wenig elegant an Deck, watschelt gemütlich zu seinem Kissen. Im Schnabel einen zappelnden Fisch.

"Du kannst doch noch fliegen." begrüßt Renate die Möwe, die gerade zu einer wenig eleganten Landung angesetzt hat.

Renate drückt ihre Zigarette im Aschenbecher aus und macht sich auf den Weg ins Pier 13. Vorher nimmt sie die Nachricht von Bernd und schreibt ein paar Zeilen auf die Rückseite.

Kapitel 24


Pier 13 ist bereits am Morgen gut besucht als Bernd, frisch rasiert und gestylt, eintritt. Shantys erfüllen den Raum. Knut begrüßt jeden Gast mit einem donnernden "Moin, ihr Landratten." Die kürzlich abgeschlossenen Umbau- und Renovierungsarbeiten waren nicht nur nötig. Nein, sie haben sich absolut gelohnt. Das vorher dunkle Bistro erstrahlt nun in hellen Farben. Nächtelang haben sie damals beraten, geplant und organisiert. Knut hat seine, wie er sagt, Leute, mit einbezogen.

"Ihr sollt euch hier genauso wohlfühlen, wie die Landratten", hat er argumentiert. Auch wenn Knut technischen Neuerungen gegenüber nicht sehr offen gegenüber steht, haben seine Mitarbeiter sich durchgesetzt. Kevin, der mittlerweile zu den fest angestellten Mitarbeitern zählt, Sabrina, die Renate während ihres Aufenthaltes in Hamburg vertrat.

Ja, und Renate selbst.

Bernd, der als Freund und Stammgast mittlerweile zum Inventar des Pier 13 gehört, hat die Idee mit einem Stammtisch eingebracht.

"Darüber muss ich erst einmal nachdenken. Wir sind doch keine Kneipe." Zwei Tage später wurde der Wunsch erfüllt und es gab den Stammtisch. An Bernds Lieblingsplatz im Pier 13. Blick auf den Müggelsee, seine Bertha und den Gastraum stets im Auge. Und einem eigens angefertigten Schild.

Die Plastik einer Möwe hält einen Zettel im Schnabel, auf dem "RESERVIERT" steht.

"Knut, alter Seebär, ich grüße dich." Bernd betritt das Bistro, klopft Knut auf die Schulter. Er begrüßt Kevin und Sabrina.

"Hat eure merkwürdige Köchin eigentlich Zeit, mir ein Piratenfrühstück zu machen?"

Er spricht etwas lauter. Erfolgreich. Die Tür mit der Aufschrift "Küche" öffnet sich einen Spalt und die Köchin streckt ihren Kopf durch.

"Ich werde dir gleich von wegen merkwürdig." Sie blickt gespielt zornig, muss aber gleichzeitig grinsen.

"Och, Schätzelein", flötet Bernd,

"Ich hab dich doch so lieb". Er legt seinen Dackelblick auf.

"Das will ich dir auch raten." Mit Schwung verschwindet Renate wieder in der Küche.

Als sie ihn heute früh verlassen hatte, war er noch tief im Traumland.

"Frühstück bei Knut?"

Ein rotes Herz hatte die Notiz auf der Rückseite seiner Nachricht abgerundet. Bernd kommt ohne ein ordentliches Frühstück nicht in die Gänge. Zwei bis dreimal in der Woche nimmt er das im Pier 13 ein. Knuts Piratenfrühstück ist der Hammer.

Kevin kommt fröhlich pfeifend mit dem Frühstück zu Bernd, stellt es vor ihm ab.

"Na, ausgeschlafen?"

"Aufgehört", knurrt Bernd. Er ist eindeutig noch nicht im gute Laune Modus. Es kostet ihn eine ungeheure Disziplin, nicht jeden, der ihn anschaut, zu beißen. Seit er mit Renate liiert ist, hat sich das gebessert. Aber dennoch zählt für ihn der Spruch:

"Der frühe Vogel kann mich mal."

Bernd beobachtet das Treiben im Pier. Einige Gäste kennt er vom Sehen. Gäste, die mit ihren Schiffen in der Scharfen Lanke geankert haben oder auf dem angeschlossenen Campingplatz ein paar freie Tage genießen.

Er schmiert Butter auf sein Brötchen. Darauf streicht er reichlich Nussnugatcreme. Den ersten Bissen geniest er mit Blick aufs Wasser. Bemüht, den Geräuschpegel auszublenden.

"Guten Morgen." Er hat Sabrina nicht kommen gehört. "Darf ich?" Bernd nickt und deutet auf einen freien Stuhl.

Nach einigen Schlucken Kaffee und dem ersten halben Brötchen durchbricht er das Schweigen.

"Wie gefällt es dir eigentlich, im Pier zu arbeiten?"

"Das ist das Beste, was mir passieren konnte", schwärmt Sabrina.

Sie hat sich sehr gut eingelebt. Knut hat ihr vor Kurzem erst zu verstehen gegeben, dass er auf sie nicht mehr verzichten kann und möchte. Sie arbeitet wirklich gerne hier. Mit den Kollegen versteht sie sich ausgezeichnet. Die anfängliche Skepsis, die Renate ihr entgegenbrachte, ist verflogen. Kevins unkonventionelle Art hat sie schnell in seinen Bann gezogen. Und da ist noch Knut. Ein herzensguter Mensch, der sich hinter einer rauen Schale versteckt.

Ihre fröhliche Art kommt bei den Gästen gut an.

Sie ist beliebt. Bei den meisten zumindest.

Zu Bernd hat sie schnell einen guten Draht gefunden. Sie sind auf einer Wellenlänge.

"Sabrina!". Knuts dunkle Stimme übertönt die Geräuschkulisse.

"Chef?", antwortet sie.

"Du müsstest Kevin unter die Flügel greifen. Ich habe gleich einen Termin."

"Kevin?", ruft Sabrina in Kevins Richtung.

"Mach du ruhig Pause. Wenn ich Hilfe brauche, rufe ich", antwortet Kevin mit nasaler Stimme.

Kapitel 25


Die Tür zum Pier 13 wird geöffnet. Eine Frau betritt die Bühne. In einem hautengen, blauen Kleid, passende Schuhe. Für einen kurzen Augenblick herrscht absolute Stille im Pier. Das Fallen einer Stecknadel wäre ohrenbetäubend gewesen. Sie hat eine neongrüne Tasche über die Schulter gehängt. Kevin, der zuerst aus der Erstarrung erwacht, sieht seine Chance.

"Ich begrüße sie herzlichst im Pier 13", flötet er.

"Darf ich ihnen etwas bringen?"

Sie betrachtet Kevin mit einem abschätzigen Blick, zieht ihre Augenbrauen in die Höhe.

"Ich gehe nicht davon aus, den Chef vor mir zu haben?"

"Äh...nein", antwortet Kevin, während er die makellose Figur der Frau scannt.

"Wenn du fertig mit Gaffen bist, melde mich bei deinem Chef an. Wir haben einen Termin."

"Mit ihnen hätte ich auch gerne einen Termin"

rutscht es Kevin raus. Sofort schießt ihm die Röte ins Gesicht.

"Noch so eine Bemerkung und mir fällt etwas ein, was dir keine Freude bereiten wird" zischt sie aus zusammen gebissenen Zähnen. Sie sagt es mit einer Kälte in ihrer Stimme, dass Kevin zusammen zuckt.

"Du Wicht", setzt sie leise nach.

"Knut." Kevins Stimme zittert.

Knut erscheint aus der Küche, erblickt eine Frau in einem, wie er findet, viel zu grellen Kleid.

"Gabriele Huthmacher", stellt sie sich vor und reicht Knut die Hand.

Postwendend macht Kevin auf dem Hacken kehrt, stampft zum Stammtisch. Bernd und Sabrina...

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