Wer wollen wir sein? Ein Ausblick auf die Zukunft der Menschheit

 
 
Crotona Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 5. März 2021
  • |
  • 200 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-86191-228-6 (ISBN)
 

Wirtschaft und Gehirn, Artensterben und das Unbewusste, Medizin und Spiritualität, Wissenschaft und Religion: Auf den ersten Blick haben diese Bereiche kaum etwas miteinander zu tun. Aber es gibt Zusammenhänge, die wir als Mensch und als Menschheit besser verstehen müssen, wenn wir nicht nur als Individuen gesunden, sondern auch unsere in vielerlei Hinsicht gefährdete Welt bewahren wollen. Wir müssen unsere Art des Wirtschaftens und unsere Lebensweise radikal verändern. Wir müssen unsere geistigen, seelischen und intellektuellen Potenziale entwickeln und unsere inneren Welten besser verstehen lernen. Denn nichts davon ist zufällig entstanden und nichts davon ist unveränderlich. Wir brauchen eine Rückbesinnung auf das, was uns zu humanen Wesen werden ließ und eine Hinwendung zu dem, was uns heil im Sinne von ganz machen könnte. Und wir brauchen ein neues Maß an individueller Verantwortung und globaler Solidarität", schreibt Annette Lübbers im Vorwort ihres Buches. Dieses aufrüttelnde Plädoyer für einen umfassenden Perspektivwechsel stellt einer Welt im Krisenmodus - und damit jedem von uns - die alles entscheidende Frage: WER WOLLEN WIR SEIN?

1. Auflage
  • Deutsch
  • 0,22 MB
978-3-86191-228-6 (9783861912286)
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Über die Autorin

Annette Lübbers lebt und arbeitet im Sauerland. Ihre berufliche Laufbahn begann sie in der Wirtschaft, gefolgt von einem vierjährigen Engagement in der Studienabteilung eines internationalen Versöhnungsprojekts in Israel. Nach Abschluss eines Zeitungsvolontariats machte sie sich 2004 als freie Journalistin mit den Themenschwerpunkten Ökologie, Umweltschutz und alternative Medizin selbstständig.

 

Vorwort


Wirtschaft und Gehirn, Artensterben und das Unbewusste, Medizin und Spiritualität, Wissenschaft und Religion: Auf den ersten Blick haben diese Bereiche kaum etwas miteinander zu tun. Mein Anliegen ist es, die dennoch vorhandenen Zusammenhänge aufzuzeigen. Ich bin davon überzeugt, dass die unterschiedlichen Perspektiven, mit denen wir auf uns selbst und auf unsere Welt blicken, zusammengeführt werden müssen, wenn wir nicht nur als Individuen gesunden, sondern auch unsere in vielerlei Hinsicht gefährdete Welt bewahren wollen. Im Angesicht der globalen Herausforderungen, vor die sich die Menschheit im 21. Jahrhundert gestellt sieht, wird es kaum ausreichen, hier und da an kleinen Stellschrauben zu drehen. Wir müssen unsere Art des Wirtschaftens und unsere Lebensweise radikal verändern. Wir müssen unsere geistigen, seelischen und intellektuellen Potenziale entwickeln und unsere inneren Welten besser verstehen lernen; denn nichts davon ist zufällig entstanden und nichts davon ist unveränderlich. Wir brauchen eine Rückbesinnung auf das, was uns zu humanen Wesen werden ließ, und eine Hinwendung zu dem, was uns heil im Sinne von ganz machen könnte. Wir brauchen ein neues Maß an individueller Verantwortung und globaler Solidarität. Ein Maß, das sich an unseren tatsächlichen Fähigkeiten und nicht an unseren oft kleinmütigen und vorwiegend sich selbst verpflichteten Egos orientiert. WER WOLLEN WIR SEIN?

Wie wir wurden, was wir sind

Im Zentrum der menschlichen Evolution stehen vier Revolutionen. Bis etwa ins Jahr 70.000 v. Chr. unterschieden sich die Urmenschen und ihre Lebensweise nur wenig von anderen Säugetieren. Auch wenn die ältesten bekannten Werkzeuge etwa 2,5 Millionen Jahre in die Geschichte zurückreichen und das Feuer bereits vor etwa 300.000 Jahren unter die Kontrolle des Menschen geriet. An die Spitze der Nahrungskette schaffte es der Mensch erst mit der sogenannten kognitiven Revolution vor etwa 70.000 Jahren, in der neue Denk- und Kommunikationsformen entstanden. Mit vergleichsweise wenigen Lauten und Zeichen erhielten die Menschen die Möglichkeit, eine unendliche Vielzahl von möglichen Sätzen unterschiedlicher Bedeutung zu artikulieren. Damit war es ihnen möglich, mehr und mehr Informationen über ihre Umwelt zu sammeln, zu speichern und an ihre Nachkommen weiterzugeben. Als einzige Säugetierart konnte der frühe Mensch sich nicht nur über Sichtbares und Fühlbares austauschen, sondern auch über Fiktives, Erträumtes und für wahr Gehaltenes. Im Anschluss daran entwickelten sich die ersten Bildschriften, die aber noch Hunderte von Zeichen brauchten, um kleine Geschichten zu erzählen. Das erste Buchstabensystem heutiger Prägung war das phönizische Alphabet, das aus 22 Konsonanten besteht, die etwa vom 11. bis zum 5. Jahrhundert v. Chr. im Nahen Osten Verwendung fanden. Die Griechen entwickelten aus dem semitischen Vorläufer ein neues Alphabet, zu dem auch Vokale gehörten.

Ohne die kognitive Revolution - Sprache plus Schrift - wäre die Menschheit nicht fähig gewesen, Mythen, Legenden, Gemeinwesen, Religionen, Wirtschaftssysteme und politische Ideologien zu erschaffen. Neben der natürlich-sichtbaren Welt erstanden so geistige Welten, die nur in den Köpfen der Menschheit existierten und bis heute existieren. Mit der kognitiven Revolution begannen sich die frühen Menschen von Afrika und Eurasien über die gesamte Welt auszubreiten. Dabei hinterließen die Jäger und Sammler keinen großen ökologischen Fußabdruck auf der noch halbwegs jungfräulichen Erde.

Der nächste wegweisende Schritt in der Entwicklung der Menschheit machte aus Wanderern Sesshafte. Möglich wurde dieser Schritt durch die landwirtschaftliche, die zweite wegweisende Revolution, die etwa vor 11.500 Jahren im Nahen und Mittleren Osten begann. Mit der Domestizierung von Nutzvieh und wilden Pflanzen begannen die Menschen das Jäger- und Sammlerleben aufzugeben und sich auf Höfen und in kleinen Dörfern anzusiedeln. Lange galt dieser epochale Schritt als eine der wesentlichsten Errungenschaften der Menschheitsgeschichte. Der israelische Historiker Yuval Noah Harari hält diese Ansicht allerdings für ein Ammenmärchen.

Die landwirtschaftliche Revolution läutete keine Ära des angenehmen Lebens ein, ganz im Gegenteil, der Alltag der Bauern war härter und weniger befriedigend als der ihrer Vorfahren. Die Jäger und Sammler ernährten sich gesünder, arbeiteten weniger, gingen interessanteren Tätigkeiten nach und litten weniger unter Hunger und Krankheiten.1

Eine Entscheidung, die schon wenige Jahrzehnte später nicht mehr revidierbar war; denn erst die landwirtschaftliche Revolution und der damit einhergehende Handel sorgten dafür, dass die Zahl der Menschen exponentiell anstieg. Die Auswirkungen dieser Entscheidung haben wir wohl niemals deutlicher gespürt als heute, wo etwa 7,6 Milliarden Menschen dem Planeten ihren eisernen Stempel aufdrücken.

Die Erfindung des Buchdrucks markierte den Beginn der dritten Revolution des Menschen. Allerdings wird sie zu Unrecht Johannes Gutenberg zugeschrieben. Bereits 300 Jahre zuvor wurden in China Drucksachen hergestellt. Aber erst Gutenberg etablierte das neue "Massenmedium" mit beweglichen Metalllettern und der Druckerpresse in Europa. Mit weitreichenden Folgen: Das damals noch überschaubare Wissen der Welt wurde nun erstmals in großer Zahl reproduzierbar und damit auch für jene zugänglich, denen Bibliotheken weitgehend verschlossen blieben. Mit anderen Worten: Die Bildung wurde demokratisiert.

Gutenberg lebte gegen Ende des sogenannten Mittelalters, das in Europa die zeitlich nicht genau definierte Epoche zwischen dem Ende der Antike und dem Beginn der Neuzeit beschreibt. An vielen Stellen wird diese Epoche als dunkel, rückständig und wissensfern beschrieben. Die Menschen in Europa lebten streng getrennt nach Ständen - König, Kleriker, Adel, Ritter und Bauersleute - und zumeist unter der Knute von Fürsten, die höchstens einem fernen König oder Kaiser als Lehnsmänner Gehorsam schuldeten. Gekennzeichnet war dieses Zeitalter von absolutistischen - angeblich von Gott erwählten - Herrschern, die Judikative, Legislative und Exekutive in ihrer Hand vereinigten.

Wäre ein spanischer Bauer um das Jahr 1000 eingeschlafen und knapp 500 Jahre später vom Lärm der Matrosen geweckt worden, die mit Christoph Kolumbus die drei Segelschiffe Santa Maria, Nina und Pinta bestiegen, dann hätte sich die Welt in der Zwischenzeit kaum verändert.2

Mit diesem Bild beschreibt Yuval Noah Harari die relative Konstanz des menschlichen Alltags im damaligen Europa. Getragen wurde dieses System jahrhundertelang von einer Kirche, die im Bunde mit den weltlich Herrschenden den rechtlosen Bauern die demütige Annahme ihrer zumeist jämmerlichen Existenz predigte. Obwohl das aufstrebende Bürgertum ebenfalls zum dritten und damit zum niedrigsten Stand gehörte, vermochten die Handwerker, Kaufleute sowie das sogenannte Bildungsbürgertum - etwa Ärzte, Künstler, Beamte und Lehrer - gegen Ende des 16. und zu Beginn des 17. Jahrhunderts dem absolutistischen Herrschaftsanspruch des ersten Standes Widerstand entgegenzubringen. Das Zeitalter der Aufklärung setzte ab 1720 dem Aberglauben, den Vorurteilen und den Denkverboten die menschliche Vernunft als Grundlage allen Handelns entgegen. Sehr zum Ärger von Kirche und Obrigkeiten, die als geistige und weltliche Herrscher ihre Macht über Körper, Seele und Geist ihrer Untertanen nicht kampflos verlieren wollten. Ganz im Zeichen der Aufklärung stand die Französische Revolution, die Ständewesen und Absolutismus in einem blutig-wilden Sturm hinwegfegte. In dieser wirren Zeit der Veränderung wurden die ersten demokratischen Verfassungen geschrieben - etwa jene der Vereinigten Staaten, unterzeichnet am 17. September 1787 von George Washington - und die ersten universal gültigen Menschenrechte auf dem Boden des französischen Wahlspruchs "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" formuliert.

Etwa zeitgleich begann - etwa um 1770 - das Zeitalter der Industriellen Revolution. Eine Epoche, in der eine technische Erfindung auf die andere folgte und die innerhalb weniger Jahrzehnte aus einer vorwiegend landwirtschaftlich geprägten Gesellschaft eine Industriegesellschaft und damit einen ganz neuen "Stand" erschuf: das Proletariat, die Arbeiterklasse. Aus ehemaligen Bauern und Handwerkern wurden nun Fabrikarbeiter. Neue Technologien und Techniken entstanden fast über Nacht, aus kleinen Manufakturen wurden Fabriken, und die Produktivität vervielfachte sich. Die Mechanisierung hielt Einzug in die Landwirtschaft, die Ernährungslage verbesserte sich, die Bevölkerungszahlen stiegen sprunghaft; und die vielen nachwachsenden Arbeiter brauchten Lohn und Brot. Also mehr Technisierung, mehr Fabriken, mehr Bergwerke, mehr rauchende Schlote, mehr Umwelt- und Luftverschmutzung, mehr von Industrieabfällen verseuchte Gewässer, mehr menschliches Elend in den Massenquartieren, mehr Epidemien mangels Hygiene, mehr Urbanisierung, mehr Landflucht, mehr Flächenversiegelungen, mehr "Kultur" statt Natur, mehr Mobilität - und mehr Profit! Mehr....

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