Im Sog der Wellen

 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 11. August 2020
  • |
  • 316 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7519-9309-8 (ISBN)
 
Nicht schon wieder ein Waschgang! Die zwölfjährige Clara kriegt Panik beim Anblick der nächsten Monsterwelle, die auf sie zustürmt. Sie hatte sich so auf den Bretagne-Urlaub gefreut, aber wie blöd von ihr, dem Surfkurs zuzustimmen! Etwas Gutes hat es allerdings - sie kann ihrer großen Schwester Lui zeigen, dass sie kein kleiner Angsthase mehr ist, und sie lernt den tollen Surfer Julien kennen. Der scheint sich jedoch mehr für Lui zu interessieren. Als die drei ein Umweltverbrechen beobachten, fassen sie einen brisanten Beschluss. Kopfüber stürzen sie sich in die brenzlige Aufklärung dieses Falles, der alles andere als ungefährlich ist.

Ein frischer Urlaubskrimi für Jugendliche - Achtung, kann surfsüchtig machen!

Bretonische Stimmung, die nicht nur Windsurfer, Surfer und Stand up Paddler begeistert, sondern auch Fans der Bretagne und Meeresliebhaber.
1. Auflage
  • Deutsch
  • 0,42 MB
978-3-7519-9309-8 (9783751993098)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Loane Ludwig ist ein Pseudonym. Die Autorin kommt aus Deutschland und ist passionierte Surferin mit einer großen Liebe für die Bretagne.

Kapitel 1


"Der ist doch wahnsinnig, der wird erfrieren!" Mit Unverständnis beobachtete Clara den ergrauten Herren, der soeben am Strand der Baie des Trépasses geparkt hatte. Er holte sein Stand-up-Paddle-Brett vom Dach seines uralten Peugeot und machte sich, nur in Badehose bekleidet, auf den Weg zum Wasser. Es hatte gerade mal achtzehn Grad Lufttemperatur, und die Wassertemperatur lag nur knapp darüber. Clara zog sich staunend ihren warmen Neoprenanzug an und verkniff sich ein Frösteln. Die Bucht konnte man im Deutschen mit Bucht der Verstorbenen übersetzen. Wollte der Herr dem Namen alle Ehre erweisen, oder was hatte er vor? Ihre große Schwester Luisa holte sie aus dem Grübeln.

"Clara komm endlich, es geht los! Ab ins Wasser. Ich bin so aufgeregt, ich könnte ausflippen!" Luisa, genannt Lui, war vierzehn Jahre alt und mit ihren ein Meter siebzig ein großes und hübsches Mädchen mit einer blonden Wuschelmähne, die wild in alle Richtungen abstand. "Richtig klein die Wellen heute, da lachen ja die Hühner. Wetten, dass ich die Erste im Kurs bin, die auf einer Welle reitet?!"

Das war wieder typisch für ihre Schwester, dachte sich Clara. Die konnte es als sportliche Draufgängerin offenbar nicht abwarten, sich in gefährliche Fluten zu stürzen. Hoffentlich hatte keiner außer Clara Luis große Klappe gehört. Das würde sonst echt peinlich werden, wenn ihre Schwester gleich nur auf die Nase fallen würde. Während Lui vor sich hinplapperte, zog sich Claras Magen vor Angst zusammen. Die Wellen waren aus ihrer Sicht alles andere als klein - so gute zwei Meter brachen weiter draußen mit lautem Getöse.

Clara freute sich riesig auf den Sommerurlaub in der Bretagne, aber wie hatte sie sich von ihren surfverrückten Eltern nur dazu überreden lassen können, den Wellenreitkurs der lokalen Surfschule mitzumachen? Immerhin war sie mit ihren zwölf Jahren deutlich kleiner als ihre Schwester und auch ansonsten so ziemlich das genaue Gegenteil. Mit ihren goldblonden Haaren, die sie immer ordentlich geflochten trug, und ihrem zierlichen Körperbau, sah sie aus wie eine kleine Elfe aus einem Märchenland - sagte zumindest Lui, wenn sie Clara auf die Palme bringen wollte.

Clara sah nicht nur zerbrechlich aus, sie hatte auch sonst eine eher ruhige und sensible Art, über die sie sich oft genug selbst ärgerte. Allerdings war sie durchaus der Überzeugung, dass diese auch Vorteile bot. Denn immerhin war sie bisher ohne Blessuren und Konflikte durchs Leben gekommen. Ganz im Gegensatz zu Lui, die regelmäßig Streit suchte und ein Dauerabo in der Klinik besaß.

Vor lauter Angst vor der ersten Surfstunde, hatte Clara den älteren Herren ganz vergessen. Als sie nochmals aufs Meer blickte, entdeckte sie ihn nun beim Reiten einer großen Welle. Das sah zugegebenermaßen so aus, als wüsste er, was er da tat. Und es sah einfach toll aus. Mit kraftvollen, aber gleichzeitig geschmeidigen Bewegungen, steuerte er sein großes Brett vom Wellental an die Wellenspitze und wieder hinunter. Clara bemerkte erstaunt, dass der Anblick ihr ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert hatte. Vielleicht machte das Surfen ja doch Spaß? Behutsam packte sie sich ihr Übungsbrett und rannte ihrer großen Schwester hinterher an die Wasserlinie, wo sich schon alle anderen Teilnehmer des Jugendkurses versammelt hatten.

"Guten Morgen zusammen! Ich bin Cléo, eure Surflehrerin und das hier ist mein Kollege Philipe", begrüßte sie eine junge, sympathische Frau, die gerade mal so groß wie Lui war und ebenso wuschelige, allerdings pechschwarze Haare trug. In ihrem sportlichen Surfanzug sah sie wie die perfekte Wellenreiterin aus. Philipe hingegen war hochgewachsen mit kurzen schwarzen Haaren und einer typisch französischen, markanten Nase. Er schien ein lustiger Typ zu sein. Clara war nicht entgangen, dass sein fröhliches Lachen immer wieder über den Strand schallte.

"Ihr Lieben, bevor wir uns gemeinsam ins Wasser stürzen, erklären wir euch erst mal alles, was ihr über das Meer hier, die Wellen, die Gezeiten, die Strömungen und eure Bretter wissen müsst. Wir wollen euch ja wieder heile an Land bringen. Und heute sind die Wellen nicht gerade klein", eröffnete Philipe mit einem schelmischen Grinsen den Kurs.

"Siehst du? Von wegen kleine Wellen!" Clara stieß Lui an und schaute zerknirscht.

In der nächsten halben Stunde erklärten Cléo und Philipe den zehn Jugendlichen alles Wesentliche und halfen ihnen, die Wellen von Land aus zu lesen. Lui plapperte munter mit dem einen oder anderen Teilnehmer. Es waren sechs Jungen und vier Mädchen, die in den Sommerferien waren und die nächsten Tage gemeinsam den Zehn-Uhr-Morgenkurs absolvieren wollten.

"Zum Glück allesamt totale Anfänger, so wie wir", flüsterte Lui Clara zu und atmete sichtlich durch. In diesem Moment meldete sich einer der Jungen bei Cléo.

"Ich surfe schon seit einigen Jahren und wollte mich weiter verbessern. Kann ich das denn in diesem Kurs auch tun? Es sind ja sonst nur Anfänger - aber ich habe auch keinen Fortgeschrittenenkurs gefunden", erklärte er mit leiser Stimme. Cléo bejahte dies fröhlich und zwinkerte ihm aufmunternd zu.

Der Junge war nur minimal größer als Lui, hatte dunkle, strubbelige Haare, die ihm ins Gesicht fielen, und stechend grüne Augen. Sein Name war Julien, das hatte Clara sich bei der Vorstellung gemerkt. Für sein Alter hatte er breite Schultern und war durchtrainiert.

Lui beobachtete ihn mit einem kritischen Sportlerblick. "Na, dem zeig ich, was eine echte Surferbraut alles kann", flüsterte sie.

"Lui, mach dich doch einfach mal locker! Es ist doch super, dass jemand im Kurs schon gut surft und uns etwas zeigen kann. Du musst nicht immer die Beste sein!", schimpfte Clara. Lui machte sie mit ihrem ständigen Sich-messen-Müssen wahnsinnig. Julien schaute etwas schüchtern zu Lui und nickte den Schwestern kurz zu, dann war er auch schon mit seinem kleinen Surfbrett auf dem Weg ins Wasser. Die Sicherungsleine am Bein, stürzte er sich ins Meer und paddelte energisch hinter die ersten brechenden Wellen, um auf den passenden Moment zu warten. Nach wenigen Augenblicken schien er etwas gesehen zu haben, denn er fing kräftig an zu paddeln und stand Sekunden später auf einer Welle, die er mit einigen Kurven abritt.

"Krass, das glaube ich jetzt nicht - so einfach ist das?", staunte Lui und nahm ihr Anfängerbrett.

Clara konnte sich ein verzweifeltes Auflachen nicht verkneifen, und Cléo zwinkerte Lui zu und meinte fröhlich: "Das ist die richtige Einstellung."

Clara folgte den Kursteilnehmern ins Wasser und merkte, wie ihr Herzschlag sich beschleunigte, als die erste Weißwasserwalze auf sie zustürmte. Wie Philipe es ihnen erklärt hatte, hob sie die Brettspitze mit einem Anflug leichter Panik gerade noch rechtzeitig über das Weißwasser und wurde dann mit roher Gewalt von der Welle Richtung Land gerissen. Verzweifelt hielt sie sich an ihrem Brett fest, das es tatsächlich über die Welle geschafft hatte.

Heftig atmend versuchte Clara wieder sicheren Stand auf dem sandigen Boden zu erlangen und sortierte Brett und Gedanken. Lui neben ihr wurde gerade von einer großen Schaumwalze umgeworfen und tauchte fluchend, aber mit einem Grinsen wieder auf. Sie schien tatsächlich Spaß an diesem Wahnsinn zu haben.

Als die gefühlt hundertste Welle auf Clara zukam, fehlte ihr die Kraft, das Brett erneut hochzuheben. Sie holte tief Luft, ließ ihr Brett los und tauchte unter der Welle durch. Sie hatte das Gefühl, dass ihr das Bein rausgerissen würde, als ihr Surfbrett kräftig über die Sicherungsleine zog.

Mit schlechtem Gewissen blickte sie schnell hinter sich. Cléo hatte ihnen vorhin erklärt, dass sie das Brett nur im äußersten Notfall loslassen sollten und das auch nur, wenn sie sich vorher vergewissert hätten, dass keiner in der Nähe sei, der es an die Birne bekommen könne. Das hatte Clara in ihrer Panik aber völlig vergessen. Zum Glück hatte niemand es abbekommen, und keiner schien ihren Fauxpas bemerkt zu haben.

Nach einer Stunde Kampf auf dem Meer atmete Clara erleichtert auf, als Cléo zum Kursende pfiff. Immerhin hatten sie es alle geschafft, nicht zu ertrinken, sondern nach jedem Waschgang lebend wiederaufzutauchen. Clara hatte beobachtet, wie Julien eine Welle nach der anderen gesurft war, als wäre es das Einfachste auf der Welt. Philipe hatte ihm Techniktipps für seine Haltung geben. Sie stellte leicht verwundert fest, dass alle Teilnehmer zwar fix und fertig zu sein schienen, aber auch glücklich lächelten. Nun, sie hatten sich gemeinsam den Meeresgewalten gestellt und waren, bis auf ein paar blaue Flecken, unbeschadet zurück an Land gekommen.

"Ich kann nicht mehr. Keine Ahnung wie ich das Brett noch zur Schule tragen soll", sagte Clara und kniete sich schwer atmend in den Sand.

"Gib mal her", meinte Julien, der gerade vorbeikam. "Ich kann das in die freie Hand nehmen. Mein Brett wiegt ja nix." Schon hatte er...

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