Das Scarlatti-Erbe

Roman
 
 
Heyne Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 1. Dezember 2011
  • |
  • 360 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-07212-4 (ISBN)
 
Ein Erbe mit teuflischen Folgen für die Menschheit

In der Schweiz treffen sich die Finanz- und Industriegiganten Europas und Amerikas, um die Welt vor ihrem genialen, aber unberechenbaren Ulster Stewart Scarlatti zu retten.


  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
Heyne
  • Breite: 118 mm
  • 0,65 MB
978-3-641-07212-4 (9783641072124)
3641072123 (3641072123)
weitere Ausgaben werden ermittelt
TEIL DREI (S. 311-312)

41.


Der Zug polterte über die alte Rhône-Brücke in den Bahnhof von Genf. Elizabeth Scarlatti saß in ihrem Abteil und blickte zuerst auf die Flußschlepper, dann auf das ansteigende Ufer und schließlich auf die Gleise. Genf war eine saubere Stadt. Sie sah aus wie frischgewaschen, und das half mit, die Tatsache zu verbergen, daß Dutzende von Nationen und Tausende von Geschäftsgiganten diese neutrale Stadt dazu mißbrauchten, ihre im Konflikt liegenden Interessen zu verstärken. Während sich der Zug der Stadt näherte, dachte sie, daß jemand wie sie nach Genf gehörte.

Oder daß Genf vielleicht einem Menschen wie ihr gehörte. Sie musterte ihr Gepäck, das auf dem gegenüberliegenden Sitz aufgetürmt war. Ein Koffer enthielt die Kleider, die sie brauchte. Drei kleinere Taschen waren mit Papieren vollgestopft, mit Papieren, die tausend Schlüsse enthielten und die zusammen eine ganze Batterie von Waffen bildeten. Darunter befanden sich auch Zahlen, die detailliert den Besitz jedes einzelnen Mannes in Zürich darstellten. Zusätzliche Informationen erwartete sie in Genf, aber das war eine andere Art von Bewaffnung. Was sie nämlich in Genf erwartete, war eine komplette Darstellung sämtlicher Scarlatti-Interessen, der gesetzliche Schätzwert jedes einzelnen Besitzes, der von den Scarlatti-Firmen kontrolliert wurde.

Was das Ganze so tödlich machte, war die Beweglichkeit der Firmen. Und jedem Baustein ihres Wohlstands war eine Kaufverpflichtung gegenübergestellt. Diese Kaufverpflichtungen waren einzeln aufgeführt. Und durch ein Telegramm an Elizabeths Anwälte konnte blitzschnell erreicht werden, daß man diesen Verpflichtungen nachkam. Jedem dieser Blöcke folgten nicht etwa die üblichen zwei Spalten mit Schätzwert und Verkaufswert, sondern drei Spalten. Die dritte Spalte enthielt einen Nachlaß, der dem Käufer bei jeder Transaktion ein kleines Vermögen garantierte.

In jedem einzelnen Fall handelte es sich um ein Kaufmandat, das keiner ablehnen konnte. All dies spielte sich in den höchsten Etagen der Finanz ab, und alles war infolge der Komplexität des Bankwesens auf die grundlegende Basis wirtschaftlichen Anreizes zurückgeführt, auf den Profit. Und dann verließ sich Elizabeth noch auf einen letzten Faktor. Dabei handelte es sich um das genaue Gegenteil ihrer Instruktionen. Aber auch das war kalkuliert.

Die versiegelten Instruktionen, die sie über den Atlantik geschickt hatte, enthielten die eindringliche Festlegung, daß jeder Kontakt – um die Aufgabe zu vollenden, mußten ganze Gruppen von Verwaltern in Zwölf-Stunden-Schichten Tag und Nacht arbeiten – unter äußerster Geheimhaltung, hergestellt werden sollte, und nur mit denjenigen, deren Autorität auch große finanzielle Festlegungen erlaubte. Die garantierten Gewinne schützten alle vor irgendwelchen Anklagen, verantwortungslos gehandelt zu haben.

Jeder würde als ein Held daraus hervorgehen, sei es nun für sich selbst oder gegenüber seiner Wirtschaftsgruppe. Aber der Preis bestand in höchster Sicherheit, bis das Notwendige geschehen war. Der Lohn entsprach dem Preis. Millionäre, Handelsfürsten und Banker in New York, Chicago, Los Angeles und Palm Beach fanden sich mit ihren würdigen Kollegen aus einer der berühmtesten Anwaltsfirmen New Yorks in Konferenzräumen versammelt. Die Stimmen waren gedämpft und die Blicke wissend. Hier wurden Vermögen verdient. Unterschriften wurden geleistet.

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