Wie verführt man einen Highlander?

 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 30. Januar 2018
  • |
  • 320 Seiten
 
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978-3-7337-3404-6 (ISBN)
 
Schottland, 1710: Gegen ihren Willen wurde die junge Engländerin Margot mit dem schottischen Clanführer Arran McKenzie verheiratet. Schockiert vom rauen Leben in den Highlands floh die unerfahrene Adelige jedoch nach drei Monaten zurück in ihre Heimat. Jetzt, drei Jahre später, ist sie zu ihrem Gatten zurückgekehrt - erneut nicht freiwillig! Weil England der Krieg droht, soll sie Arrans Pläne ausspionieren, denn der stolze Schotte gilt als Verräter an der Krone. Um ihr Ziel zu erreichen, muss Margot die liebende Ehefrau spielen - mit ungeahnt leidenschaftlichen Folgen! Denn Arran verlangt, dass sie fortan seine willige Geliebte ist ...
  • Deutsch
  • 2,52 MB
978-3-7337-3404-6 (9783733734046)
3733734041 (3733734041)
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PROLOG

Norwood Park, England

1706

Miss Lynetta Beauly fragte Miss Margot Armstrong, was ihr an den jungen Gentlemen am besten gefiel, die sie umschwärmten wie Bienen den Honig. Damit meinte sie natürlich nur diejenigen der Herren, die über Vermögen und die richtigen Verbindungen verfügten, doch Miss Armstrong kam dennoch keine einzelne Sache in den Sinn, die sie mit Überzeugung hätte nennen können.

Die Wahrheit war nämlich, dass sie alles an ihnen mochte. Sie mochte die Großen genauso gern wie die Kleinen, die Breitschultrigen und die schmal Gebauten. Sie gefielen ihr, wenn sie ihre gepuderten Perücken trugen und wenn sie ihr natürliches Haar zu Zöpfen flochten. Es gefiel ihr, wenn sie sie zu Pferd sah und wenn sie in der Kutsche fuhren und auch, wenn sie durch die weitläufigen Gärten von Norwood Park schritten, wo sie mit ihrem Vater und ihren zwei Brüdern wohnte. Sie mochte es, wie sie sie ansahen und dabei lächelten, aber vor allem, wenn sie beim Lachen den Kopf zurückwarfen, wenn sie etwas Amüsantes gesagt hatte. Das kam ganz offensichtlich häufig vor, denn einer - oder auch fünf - schien immer zu lachen und sagte dann: "Wie geistreich Sie sind, Miss Armstrong!"

Margot mochte die jungen Gentlemen sogar so gern, dass sie ihren Vater zu Lynettas sechzehntem Geburtstag dazu überredet hatte, ihrer lieben Freundin zu Ehren einen Ball auf Norwood Park veranstalten zu dürfen.

"Lynetta Beauly?", hatte ihr Vater mit einem gelangweilten Seufzer gefragt, während er in einen Brief vertieft war, der ihm Neuigkeiten aus London gebracht hatte. "Die ist doch noch gar nicht alt genug dafür."

"Aber sie wird doch sowieso diese Saison in die Gesellschaft eingeführt", erinnerte Margot ihn zuversichtlich.

"Warum veranstalten ihre Eltern dann kein Fest für sie?", entgegnete ihr Vater und fuhr sich dabei mit der Spitze seiner Schreibfeder unter die Perücke, um sich am Kopf zu kratzen.

"Papa, du weißt doch, dass ihren Eltern die Mittel fehlen."

"Du hast dazu auch nicht die Mittel, Margot. Ich bin der Einzige hier auf Norwood Park, der in der Lage ist, für diese junge Dame, für die ich keine spezielle Zuneigung empfinde, einen Ball auszurichten." Bei diesen Worten schüttelte er den Kopf, so albern fand er den Vorschlag seiner Tochter. "Warum liegt dir denn so viel daran?"

Ganz offensichtlich war Margot bei dieser Frage rot geworden. Lynetta fand, dass das einer ihrer gravierendsten Fehler war - Margot konnte nie verbergen, was in ihrem Kopf vorging, weil ihre helle Haut schon beim kleinsten Anlass rosa und schließlich puterrot wurde.

"Ich verstehe", meinte ihr Vater schließlich wohlwollend, lehnte sich in seinem Stuhl zurück und faltete die Hände auf seinen Bauch. "Hast du etwa ein Auge auf einen jungen Gentleman geworfen? Geht es darum?"

Also . sie war nun wirklich nicht erpicht darauf, ihn darüber aufzuklären, dass sie auf alle ein Auge geworfen hatte. Sie nestelte an einer Haarsträhne, die auf ihrer Schulter lag. "Also, ganz so hätte ich das nicht ausgedrückt", murmelte sie, während sie angelegentlich das Brokatmuster eines Sessels im Arbeitszimmer ihres Vaters betrachtete. "Es gibt niemand Besonderen, ehrlich nicht."

Ihr Vater grinste. "Also gut. Ihr sollt ja auch euren Spaß haben. Veranstalte von mir aus deinen Ball", sagte er und scheuchte sie mit einer Handbewegung hinaus.

Ein paar Wochen später fielen alle Bewohner aus einem Umkreis von fünfzig Meilen um Norwood Park herum in der Gegend ein, denn es war in ganz England bekannt, dass die Bälle auf Norwood Park so luxuriös und elegant waren, wie man es sonst nur in den Häusern von Mayfair in London erlebte.

In den fünf vergoldeten Leuchtern brannten Dutzende von Bienenwachskerzen und auf der Tanzfläche drehten sich junge Damen in Kleidern in allen Farben des Regenbogens. Beim Zuschauen konnte einem schwindelig werden. Die lebhafte Musik stammte von einer Kapelle, die eigens aus London angereist war. Die Damen hatten ihr Haar mithilfe von Draht und Netzen hoch und kunstvoll aufgetürmt. Ihre Frisuren wirkten, als ob es keine Schwerkraft gäbe. Ihre Tanzpartner waren attraktive junge Männer aus gutem Hause. Sie kleideten sich in Brokat und Seide, ihre Westen und Jacken waren kunstvoll bestickt. Ihre Perücken waren frisch gepudert und ihre Schuhe waren so auf Hochglanz poliert, dass sich das Kerzenlicht, das sich von den Leuchtern an der Decke in den Saal ergoss, in ihnen spiegelte.

Sie tranken französischen Champagner, obwohl es eigentlich verboten war, Handel mit Frankreich zu treiben, aßen Kaviar und schlüpften hin und wieder hinter eine der großen Topfpflanzen, um einen Kuss zu ergattern.

Margots Kleid war extra für diesen Anlass genäht worden - ihr Umhang war aus hellgrüner Seide und Lynetta sagte, dass diese Farbe ihre grünen Augen und ihr kastanienbraunes Haar besonders schön zur Geltung brachte. Ihren Haarturm hatte sie mit kleinen Vogelfiguren geschmückt, die kunstvoll aus Papier gefertigt waren. Um den Hals trug sie eine glitzernde Kette aus Diamanten und Perlen, die ihrer verstorbenen Mutter gehört hatte.

Margot hatte zu Ehren von Lynettas Geburtstag eine Torte backen lassen. Dieses essbare Bauwerk hatte drei Etagen, die Norwood Park nachempfunden waren. Sie war mitten im Saal aufgestellt worden und wurde von allen Gästen bestaunt. Auf den mit Zuckerguss verzierten Brüstungen tanzten kleine Figürchen aus Marzipan. In einer Ecke standen zwei Mädchenfiguren, eine blond und eine mit kastanienbraunem Haar, die Margot und Lynetta darstellen sollten.

Es waren so viele Gäste gekommen, dass es nicht genug Platz für alle zum Tanzen gab. Besonders Margot hatte an diesem Abend noch fast gar nicht getanzt. Trotzdem ließ sie Mister William Fitzgerald nicht aus den Augen, vielleicht hatte sie ja später noch Glück.

Mister Fitzgerald sah wirklich blendend aus in seinem silberfarbenen Brokat und der lockigen Perücke. Margot himmelte ihn jetzt schon seit zwei Wochen aus sicherer Entfernung an und dachte eigentlich, dass das Interesse beiderseitig sei, so wie er sich um sie bemühte. Aber heute Abend hatte er bereits alle anderen unverheirateten Frauen zum Tanz aufgefordert, nur sie nicht.

"Nimm dir das nicht so zu Herzen", riet Lynetta ihr, die noch immer errötet war, weil sie die letzten drei Tänze getanzt hatte. "Es kann dafür nur zwei Gründe geben - entweder spart er sich den besten Tanz des Abends für dich auf oder er bringt es nicht über sich, dich aufzufordern, weil du so eine fürchterliche Tänzerin bist."

Margot warf ihrer Freundin einen vernichtenden Blick zu. "Danke Lynetta, ich freue mich immer, wenn man mich daran erinnert, dass ich nicht tanzen kann." Wenn man Lynetta glauben durfte, war das ihr zweitgrößter Fehler - sie hatte einfach kein natürliches Rhythmusgefühl.

"Tja", sagte Lynetta mit einem Schulterzucken, "ich wollte ja bloß eine plausible Erklärung dafür geben, warum er dir heute so gar keine Aufmerksamkeit schenkt."

"Bitte, Liebes, pass auf, dass du dich nicht überanstrengst, wenn du mir dabei hilfst, zu verstehen, dass er an mir einfach nicht interessiert ist."

"Aber es ist immer noch besser, wenn deine Art zu tanzen der Grund ist, als irgendetwas anderes, noch Schlimmeres", stellte Lynetta gut gelaunt fest.

"Und was könnte das wohl sein?", entgegnete Margot, die jetzt wirklich ein wenig gekränkt war.

"Ich wollte doch bloß sagen, dass es mir lieber wäre, wenn jemand etwas an meinen Tanzkünsten auszusetzen hätte, als wenn man es langweilig fände, sich mit mir zu unterhalten", sagte Lynetta sanft. "Und sich mit dir zu unterhalten ist niemals langweilig."

Margot wollte gerade zu einer Gegenrede ansetzen, aber im selben Augenblick ging ein Aufruhr durch die Menge der Gäste. Margot und Lynetta sahen sich um. Margot konnte keinen Anlass für die Aufregung erkennen. "Was ist denn los?"

"Ich kann überhaupt nichts erkennen", meinte Lynetta, während sie und Margot die Hälse reckten, um zu sehen, was bei der Tür vor sich ging.

"Es ist irgendjemand gekommen", erklärte ein Gentleman neben ihnen. "Ein unerwarteter Gast, wie mir scheint."

Margot und Lynetta schnappten gleichzeitig nach Luft und rissen die Augen auf, während sie einander ansahen. Es gab nur einen einzigen Menschen von Bedeutung, der heute Abend nicht dabei war: der ausgesprochen begehrenswerte Montclare, der mit großem Bedauern abgesagt hatte, weil er nach London gerufen worden war. Lord Montclare hatte alles, was einen Mann zu einer ausgezeichneten Partie machte. Sein Vermögen verschaffte ihm ein Einkommen von zehntausend Pfund im Jahr; er würde eines Tages den Titel des Viscount of Waverly erben; er hatte rehbraune Augen mit dichten Wimpern und ein gewinnendes Lächeln und er kannte keine Allüren. Die Gerüchteküche behauptete allerdings, dass Montclare bereits ein Auge auf eine Erbin aus London geworfen hatte . aber trotzdem machten sich Margot und Lynetta Hoffnungen.

Die beiden Mädchen, die wie immer genau wussten, was die jeweils andere dachte, rannten fast aus dem Ballsaal auf den Balkon über der Eingangshalle, um sich den unerwarteten Gast anzusehen. Sie hatten es so eilig, dass sie mit ihren Handschuhen auf dem glatt polierten Stein der Brüstung beinahe abgerutscht wären, als sie sich darüber beugten.

Es war nicht Montclare. "Oh, bitte nicht", murmelte Lynetta.

Es war nicht einmal einer der vielen...

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