Split 1: Götterseele

Fantasy-Liebesroman, der dich in die geheimnisvolle Götterwelt der Azteken führt
 
 
Carlsen (Verlag)
  • erschienen am 2. August 2018
  • |
  • 301 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-646-60451-1 (ISBN)
 
**Wenn das Göttliche in dir dein ganzes Leben verändert.**
Schon seit sie denken kann, schwärmt die 17-jährige Lani für Sam, ihren göttlich attraktiven Nachbarn. Doch dieser ist ein absoluter Einzelgänger und verhält sich stets kalt und abweisend. Ganz im Gegensatz zu seiner charismatischen Zwillingsschwester Samantha, die Lani eines Nachts kennenlernt und mit der sie sich auf Anhieb versteht. Erst mit der Zeit merkt Lani, dass die beiden Geschwister ein außergewöhnliches Geheimnis verbindet, das sie um jeden Preis wahren wollen. Und dass sie erst einmal Sams wahres Wesen verstehen muss, um ihm näherzukommen.
//Alle Bände der fesselnden Reihe von Meike Lohrke:
-- SPLIT 1: Götterseele
-- SPLIT 2: Götterruf
Diese Reihe ist abgeschlossen//
weitere Ausgaben werden ermittelt
Meike Lohrke ist 1989 in Augsburg geboren und lebt derzeit mit ihrem Partner in einem Schuhkarton in München. Als Kind begann sie mit dem Schreiben von Geschichten, um ihren fiktiven Charakteren ein Zuhause zu geben - auch heute noch muss sie schreiben, um nachts ruhig schlafen zu können. Wenn sie selbst liest, greift sie immer noch am liebsten zu Jugendbüchern und Fantasy.

1. KAPITEL


Lani

Es ist still in Sugar Land. Es ist so still, dass sich Bettys Stöckelschuhe laut wie ein Presslufthammer anhören, als sie über einen Abflussdeckel stolpert. Sie kichert im Arm von Neal Miller, dem Mannschaftskapitän der »Sugar-Skulls«. Betty hatte schon immer eine Schwäche für Sportler. Die mit den gefährlicheren Sportarten wie American Football ganz besonders. Neal ist mindestens genauso angetrunken wie wir und manövriert Betty weiter durch die ausgestorbenen Straßen unserer Wohnsiedlung.

Barfuß laufe ich langsam mit den schwarzen Stöckelschuhen in der Hand hinter den beiden her und kichere ebenso. Eigentlich ist nichts an der Situation besonders lustig, doch der Alkohol prickelt durch unsere Blutgefäße und macht unsere Gemüter besonders leicht. Niemand ist mehr auf der Straße unterwegs, in wenigen Stunden geht die Sonne auf und erweckt das ruhige Wohngebiet wieder zum Leben. Sugar Land ist ein südwestlich gelegener Stadtteil von Houston, Texas, und von vielen kleinen Kanälen unterwandert. Obwohl Neal eigentlich in entgegengesetzter Richtung wohnt, begleitet er uns nach Hause. Er hat schon länger ein Auge auf Betty geworfen. Wir kommen an dem Spielplatz vorbei, auf dem ich die meiste Zeit meiner Kindheit verbracht habe. Betty erzählt Neal, dass sie keine Unterwäsche trägt, und verfällt in einen so starken Lachanfall, dass ich Angst habe, sie könnte wieder Nasenbluten kriegen. Neal dagegen bekommt ganz glasige Augen und scheint mit den Gedanken plötzlich ganz woanders zu sein. In seinem Gesicht machen sich dunkelrote Flecken bemerkbar. Eine der verlassenen Schaukeln bewegt sich in der Dunkelheit ein wenig hin und her und ein Schauer überkommt mich. Ein kühler Wind streicht mir um die nackten Arme.

Plötzlich zieht ein kurzer Augenblick vor meinem inneren Auge vorbei. Wie ich mit meinen Puppen im Kletterturm sitze und Aiden und Sam aus meiner Straße nicht mit mir spielen wollen. Der kleine Aiden, wie er schluchzend von seinem wutentbrannten Vater vom Spielplatz geschleift und dann von dessen Ohrfeige ruhig gestellt wird. Wie Sam völlig neben der Spur dasitzt und kreidebleich auf die Schaukel starrt, die Hände noch voller Sand vom Boden. Ich kann mich nicht mehr erinnern, was damals passiert ist, aber danach habe ich Aiden nur noch ein einziges Mal gesehen, als er ein paar Tage später in einer Trage in den Krankenwagen gehievt wurde. Auf einmal fühle ich mich völlig ernüchtert, mir wird ein bisschen schlecht. Schnell wende ich den Blick von dem Spielplatz ab, der im Dunkeln etwas Unheilvolles an sich hat. Es ist nicht mehr weit zu mir nach Hause, doch komischerweise zieht sich der Weg endlos lang hin. Meine Füße fühlen sich ganz taub an, obwohl es eigentlich nicht kalt ist.

***

»Lani Harper?«

Betty und ich liegen nebeneinander in meinem Bett, die Musik aus dem Club hallt uns noch ein bisschen in den Ohren nach. Irgendwie mag ich dieses Gefühl nach einer durchzechten Nacht. Es fühlt sich an, als ob man sich immer noch ein bisschen herumdrehen würde. Die Füße pochen und man hat immer diesen bestimmten nervigen Ohrwurm, der einen die ganze Nacht nicht loslässt. Neal hat sich von einem Taxi abholen lassen, seine Eltern sind sehr gut betucht. Warum er uns nicht gleich mit dem Taxi nach Hause gefahren hat, weiß ich nicht. Wahrscheinlich waren wir alle drei zu betrunken, um auf diesen Einfall zu kommen.

»Ja, Betty Brown?«, murmle ich. Wir sind beide im Halbschlaf und können doch nicht richtig einschlafen. Meine kleine Nachtleuchte versetzt den Raum in gedimmtes Licht, damit man nachts ins Badezimmer findet. Obwohl ich schon 17 Jahre alt bin, ist mir die Dunkelheit immer noch unheimlich.

»Willst du mich heiraten?«, will Betty wissen und hat dabei schon die Augen geschlossen.

»Hm?«

»Na ja, du weißt schon, wenn ich meinen Traumkerl mit 60 immer noch nicht gefunden habe. Und wir unsere Oma-WG aufmachen. Dann könnten wir Steuern sparen«, nuschelt sie weiter. Betty gehört zu den Personen, die in absolut jeder Situation etwas zu sagen haben, sogar wenn ihr Gehirn schon schläft.

»M-hm«, stimme ich ihr zu und erkämpfe mir ein bisschen Decke zurück.

»Neal hat mir den ganzen Abend auf die Titten geglotzt.«

Ich muss lachen und werde wieder ein bisschen wach.

»Wär ja schlimm wenn nicht . bei dem hohen Preis für so wenig Top«, antworte ich. Sie blinzelt mich an und grinst, ihre rötlichen Locken fallen ihr über das sommersprossige Gesicht.

»Na ja, damit ist er jedenfalls durchgefallen.«

Ich merke, dass ich fast wieder einnicke und schiebe die Decke zu meinen Füßen ein wenig herum.

»Wer ist durchgefallen?«, kommt es dann etwas verspätet von mir zurück. Es ist schwer, ihr durch meinen schläfrigen Nebel im Kopf zu folgen. Von dem Alkohol dreht sich der Raum fast ein wenig zu viel.

»Na Neal. Er hat noch nicht mal den Titten-Test bestanden. Garantiert kein Fall für was Festes«, sagt Betty und steckt mir ihren Finger ins Ohr, als ich wieder ein wenig wegdrifte. Ich schlage nach ihr, treffe aber nur ins Leere. Betty ist so verzweifelt auf der Suche nach einem - in ihren Worten - perfekten Mega-Typen, dass sie sich schon Dinge wie den Titten-Test einfallen lässt, um jede noch so kleine Schwäche sofort zu erkennen.

»Tut mir leid Betty, aber bei deiner Ausstattung wirst du keinen Kerl finden, der den Test besteht. Höchstens vielleicht, er ist schwul, und selbst da bezweifle ich, dass er dir wirklich nur in die Augen sehen würde. Sogar ich musste ein paar Blicke riskieren«, necke ich sie spaßeshalber. Betty seufzt und murmelt noch etwas, dann schlummern wir schließlich doch ein.

Als der Wecker am Morgen klingelt, liegt Betty wieder quer über meinem Bett und hat mich bis an die Kante gedrängt. Sie hört weder den Wecker noch spürt sie meinen Versuch, sie wachzurütteln. Ich gebe es auf und schlendere im Morgenmantel und mit dickem Kopf in die Küche.

Mein Bruder Ben schmiert sich gerade einen Toast und nickt mir kurz zu. Er ist 19, zwei Jahre älter als ich, und ebenso kein Morgenmensch. Unsere Konversationen begrenzen sich morgens auf ein Nicken und gegenseitigem Erdnussbutterzuschieben. Gerade, als ich mir heißes Wasser in die Teetasse gießen will, geht draußen die Alarmanlage eines Autos an. Ich zucke zurück, schon landet die Tasse auf der Seite und das dampfende Wasser tropft auf den Küchenboden. Wenigstens habe ich mir die Zehen nicht verbrannt. Ben seufzt und wirft mir das Geschirrhandtuch zu.

»Also mit Teetassen hast du's ja ganz besonders«, murrt er. Es vergeht eigentlich keine Woche, in der ich nicht irgendetwas umstoße. Und das, obwohl ich noch nicht mal in der Reichweite dieser Gegenstände bin. Zumindest bilde ich mir ein, nicht in Reichweite zu sein .

»Lani, vielleicht solltest du dir einen Schnabelbecher aus Plastik zulegen«, sagt Betty, als sie sich verschlafen zu uns an den Tisch setzt. Ich brumme vor mich hin und mache mir einen neuen Tee, während ich mich noch wundere, wie sie so schnell aus ihrem komatösen Tiefschlaf erwachen konnte.

»Na Betty, wie läuft die Suche nach dem Traumprinzen?«, erkundigt sich Ben, der plötzlich viel wacher aussieht. Bettys Blick verdüstert sich.

»Den gibt es nicht«, knurrt sie. Gestern hatte ich nicht das Gefühl, dass sie von Neal derart enttäuscht war. Nüchtern betrachtet fällt ihr sein niedriger Intelligenzquotient wohl doch auf, auch wenn er ein netter Kerl ist.

»Zumindest sind solche Jungs nicht erreichbar«, füge ich hinzu. Ben verdreht die Augen.

»Das liegt daran, dass ihr Frauen so scheiß anspruchsvoll seid. Ich meine, was ist denn mit diesem Kerl aus eurem Biologie-Kurs, der hier in der Straße wohnt .? Wie hieß er noch gleich?«, wundert sich Ben und rührt in seinem Kaffee. Betty und ich seufzen gleichzeitig Sams Namen und hängen kurz unseren Gedanken nach.

»Unerreichbar«, sagt Betty dann und schüttelt den Kopf.

»Der spielt in einer völlig anderen Liga«, bestätige ich nickend. Meine braunen Haare hängen mir wild ins Gesicht und zum zehnten Mal an diesem Morgen versuche ich sie irgendwie mit einem Haargummi zu bändigen.

»So? Warum?«

Betty seufzt wieder und verdreht die Augen. Ben kann so etwas natürlich nicht verstehen, er kann sich die Mädchen reihenweise aussuchen, ohne sich großartig anstrengen zu müssen. Und das, obwohl er meiner Meinung nach nicht mal halbwegs so gut aussieht wie Sam.

»Darum eben«, murre ich und bedeute Betty, zurück in mein Zimmer zu gehen.

***

Stunden später lungern wir immer noch im Pyjama in meinem Zimmer herum. Es ist ein richtig fauler Sonntag und wir gucken uns gerade Pocahontas an. Wir sitzen auf dem Bett und lehnen mit dem Rücken an der Wand, während wir uns eine Schokolinse nach der anderen in den Mund schieben. Solche Tage liebe ich am meisten.

»Das könnten du und Sam sein«, sagt Betty, als Pocahontas auf den gut aussehenden John Smith trifft. Wie immer zieht sie mich mit meinem heimlichen Schwarm auf und piekst mir dabei schelmisch grinsend in die Seite.

». mit deinen hawaiianischen Gesichtszügen und seinen unglaublich tollen Haaren .«

Ich verdrehe die Augen.

»Du übertreibst. Da wird sowieso nichts draus. Wir kennen uns seit dem Kindergarten und er hat nie irgendein Interesse an mir gezeigt. Ich glaube, wir haben zuletzt vor zwei Jahren miteinander geredet. Und außerdem haben Hawaiianer absolut nichts mit Indianern gemeinsam«, sage ich genervt. Pocahontas singt gerade »Das Farbenspiel des Winds« und Betty singt schief mit. Nein. Jemand wie Sam ist für jemanden wie mich wirklich unerreichbar.

***

Der Montag lauert wie ein böses Tier...

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