Spaghetti mit Schokosoße

 
 
Lübbe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 20. Mai 2011
  • |
  • 160 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8387-0727-3 (ISBN)
 
An diesem Wochenende kann Joram nur einen Tag bei Papa verbringen. Der hat nämlich kein Klavier in seiner Wohnung, und Joram muss unbedingt für die Aufnahmeprüfung am Musikinternat üben. Dass Papa sich ausgerechnet diesen Tag aussucht, um Joram zu verkünden, dass er eine neue Freundin hat, ist irgendwie typisch. Auch noch eine mit einer kompletten Großfamilie im Schlepptau. »Anders« sollen sie alle sein, und Joram erfährt bald, was das bedeuten soll, denn Papa fährt mit ihm schnurstracks zu den Neuen. Dort herrscht das totale Chaos. Und dann will Elisa, Jorams neue »Schwester«, ihm auch noch mithilfe eines Käfer-Experimentes weismachen, dass das Musikinternat gar nicht das ist, was er sich eigentlich wünscht. Joram ist drauf und dran zu glauben, in einem verrückten Traum gelandet zu sein.
1. Aufl. 2011
  • Deutsch
  • 5,53 MB
978-3-8387-0727-3 (9783838707273)
3838707273 (3838707273)
weitere Ausgaben werden ermittelt
"18:45 Uhr (S. 122-123)

»Also dann.« Papa schaltet den Motor aus und dreht sich zu Joram um. »Ich komm lieber nicht mit rauf, oder?« »Besser nicht. Ich erklär das Mama schon.« Joram hakt seine Finger in die Lasche vom nicht benutzten Rucksack und greift nach dem Türknopf. »Joram?« »Ja?« »Du machst das am Mittwoch mit links, das weiß ich. Aber ich drück dir trotzdem die Daumen.« Papa-Joram-Blick. »Danke«, sagt Joram. Aber er schafft keinen Joram-Papa-Blick. Dazu fühlt er sich innerlich zu zerknittert. »Rufst du mich nach der Prüfung an?« Papa hält ihm seine Faust hin. »Okay.« Joram lässt den Türgriff wieder los, macht auch eine Faust und pockt sie auf Papas. »Dann bis Mittwoch, Kumpel! Ich warte noch, bis du drin bist.« »Brauchst du nicht.« Joram steigt aus. »Vielleicht ist Mama gar nicht da.« Joram schlägt die Tür zu und beugt sich noch mal zu Papas Fenster vor. »Mama ist immer da.«

»Was machst du denn jetzt schon hier?« Joram ist halb erleichtert und halb enttäuscht, als er Mama sieht. Sie steht in der Tür und ist total verstrubbelt, was bedeutet, dass sie am Schreiben war und sich wie immer in den Nachdenkpausen die Haare gerauft hat Das wiederum bedeutet, dass sie noch halb im Biber-Blixie-Universum steckt und die richtige Welt nur ganz langsam zu ihr durchdringt. Und das wiederum bedeutet, dass sie keine messerscharfen, klugen Fragen stellen wird, die Joram nach spätestens drei Minuten dazu bringen, alles haarklein zu erzählen. Und das ist eben halb erleichternd, halb enttäuschend. Joram legt seine Tasche ab und bringt den Rucksack in sein Zimmer. »Papa und ich haben beschlossen, dass ich besser hier übernachte.« Mama macht die Wohnungstür zu.

»Ach?« »Ich wollte ja sowieso morgen früh wiederkommen.« Er holt seine Kulturtasche raus, geht ins Badezimmer und verstaut sie im Waschbeckenschrank. »Ja, schon, aber …« Mama steht immer noch im Flur. »Willst du denn jetzt noch üben?« »Wie spät ist es denn?« Mama guckt auf ihre Uhr und runzelt die Stirn, als hätte sie so ein Gerät noch nie gesehen. Joram bekommt plötzlich schreckliche Sehnsucht nach ihr. Er stellt sich ihren Geruch vor.

Er stellt sich vor, wie sie sich zusammen unter die Sofadecke kuscheln und er ihr seinen verrückten, seinen aberwitzigen, seinen unfassbaren Tag erzählt. Mit allen verrückten, aberwitzigen, unfassbaren Einzelheiten. Aber das kann er natürlich nicht. Papa-Sachen erzählt er schon lange nur noch sehr vorsichtig. Und seit heute ist unklar, ob er ihr jemals wieder was von Papa erzählen kann. Seit heute gibt es nämlich kein ›Papa‹ mehr. Seit heute gibt es nur noch ein ›Papa und …‹. Und das will Mama garantiert nicht hören. Mama starrt immer noch ihre Uhr an, aber Joram kann an ihrem Blick erkennen, dass sie langsam aus dem Biber-Blixie-Universum aufersteht. Jetzt könnte es gefährlich werden. »Gleich halb acht«, sagt sie."

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