Eine kleine Geschichte Islands

 
 
Suhrkamp Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 4. Dezember 2011
  • |
  • 360 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-518-77060-3 (ISBN)
 
Island: Insel aus Feuer und Eis, Heimat der Trolle und Elfen - dieser Band bietet einen fundierten und anschaulichen Überblick über die Geschichte des faszinierenden Landes im hohen Norden.

Von der Landnahme durch die Wikinger über die literarische Blüte im Mittelalter bis hin zu den Auswirkungen der Finanzkrise reicht der Bogen, der hier geschlagen wird. Das rauhe Klima, aber auch Naturkatastrophen, wie zum Beispiel Vulkanausbrüche, haben die isländische Geschichte immer wieder entscheidend geprägt. Neben den historischen Ereignissen finden die kulturellen Entwicklungen des Landes besondere Beachtung, ebenso wie der Alltag und die Lebensbedingungen der Menschen.
1. Auflage
  • Deutsch
  • Berlin
  • |
  • Deutschland
Suhrkamp
  • 1,56 MB
978-3-518-77060-3 (9783518770603)
3518770608 (3518770608)
weitere Ausgaben werden ermittelt
<p>Sigurður Líndal, geboren 1931, war Professor für Jura und ist Präsident der Isländischen Literaturgesellschaft. Er lebt in Reykjavík.</p>

1 - Cover [Seite 1]
2 - Informationen zum Buch/Autor [Seite 2]
3 - Titel [Seite 3]
4 - Impressum [Seite 4]
5 - Eine kleine Geschichte Islands [Seite 5]
6 - Inhaltsverzeichnis [Seite 7]
6.1 - Entdeckung und Besiedlung [Seite 9]
6.1.1 - Thule und Island [Seite 9]
6.1.2 - Nordische Landnahme in Island [Seite 10]
6.1.3 - Grönland und Vínland [Seite 13]
6.1.4 - Die isländische Landnahme im Kontext der europäischen Geschichte [Seite 15]
6.1.5 - Verfahren der Landnahme [Seite 16]
6.1.6 - Einwohnerzahl [Seite 17]
6.1.7 - Herkunft der isländischen Bevölkerung [Seite 18]
6.2 - Begründung eines isländischen Staatswesens [Seite 20]
6.2.1 - Die Gesetze des Úlfljótur [Seite 20]
6.2.2 - Die Gründung des Alþingi [Seite 21]
6.2.3 - Wahl einer Thingstätte [Seite 22]
6.3 - Die politische Struktur des isländischen Freistaates [Seite 25]
6.3.1 - Goden und Godentümer [Seite 25]
6.3.2 - Das Frühjahrsthing [Seite 27]
6.3.3 - Das Alþingi [Seite 28]
6.3.4 - Der Gesetzessprecher [Seite 29]
6.3.5 - Die Lögrétta [Seite 30]
6.3.6 - Der zeitgenössische Rechtsbegriff [Seite 31]
6.3.7 - Aufzeichnung von Gesetzen [Seite 34]
6.3.8 - Die Richter und ihre Aufgaben [Seite 35]
6.3.9 - Die Viertelgerichte [Seite 36]
6.3.10 - Das Fünfergericht [Seite 37]
6.3.11 - Allgemeine Kennzeichen der Gerichtsbarkeit [Seite 39]
6.3.12 - Die Landkreise [Seite 40]
6.4 - Heidnische Traditionen und die Anfänge des Christentums [Seite 42]
6.4.1 - Heidentum [Seite 42]
6.4.2 - Christlicher Einfluss [Seite 44]
6.4.3 - Die Annahme des Christentums [Seite 45]
6.4.4 - Die Etablierung des Christentums [Seite 46]
6.4.5 - Isländische Kirchenleitung [Seite 47]
6.4.6 - Organisation der Kirche [Seite 48]
6.5 - Einzelne Bereiche der Gesetzgebung [Seite 51]
6.5.1 - Strafen und andere Sanktionen [Seite 51]
6.5.2 - Die Sippe [Seite 51]
6.5.3 - Eigentumsrechte und Handel [Seite 52]
6.5.4 - Die Ehe [Seite 52]
6.5.5 - Erbe [Seite 53]
6.6 - Innere Kämpfe [Seite 55]
6.6.1 - Auseinandersetzungen zwischen weltlichen und geistlichen Herrschern [Seite 55]
6.6.2 - Zunehmender Unfriede [Seite 55]
6.6.3 - Die politische Philosophie des isländischen Freistaates [Seite 61]
6.6.4 - Wo lag die Schwachstelle? [Seite 66]
6.7 - Die Etablierung staatlicher Gewalt in Island [Seite 71]
6.7.1 - Der Alte Vertrag 1262-64 [Seite 71]
6.7.2 - Welche Vorteile brachte der Alte Vertrag? [Seite 72]
6.7.3 - Gesetzgebung und Alþingi [Seite 73]
6.8 - Neue Regierungsinstitutionen [Seite 76]
6.8.1 - Der König [Seite 76]
6.8.2 - Der Reichsrat [Seite 77]
6.8.3 - Der Hof und die Kanzlei [Seite 77]
6.8.4 - Häuptlingsversammlungen [Seite 78]
6.8.5 - Die Bezirksvorsteher [Seite 79]
6.9 - Das Alþingi [Seite 81]
6.9.1 - Die veränderte Stellung des Alþingi [Seite 81]
6.9.2 - Die Lögrétta [Seite 82]
6.10 - Kompetenzen des Königs und der königlichen Regierung [Seite 85]
6.10.1 - Ergänzungen des Alten Vertrags 1302 [Seite 85]
6.11 - Veränderte Regierungsformen und neue Gesetze [Seite 87]
6.11.1 - Umsetzung von Gesetzen durch staatliche Gewalt [Seite 87]
6.11.2 - Veränderte Prozessordnung und Strafen [Seite 87]
6.11.3 - Eigentumsrecht und Vertragsfreiheit [Seite 88]
6.12 - Staat und Kirche - Umbrüche und Kämpfe [Seite 89]
6.12.1 - Machtansprüche der Kirche [Seite 89]
6.12.2 - Die Kirche und die Revision der Gesetzgebung [Seite 90]
6.12.3 - Die Kirche in der Offensive [Seite 90]
6.12.4 - Einführung des neuen Christenrechts 1275 [Seite 92]
6.12.5 - Die Stellung der Kirche [Seite 94]
6.12.6 - Neue Kämpfe [Seite 95]
6.13 - Rechtsstellung des Königs und der Bischofskirche [Seite 98]
6.13.1 - Huldigung 1319 und Einigung zwischen König und Kirche 1354-1358 [Seite 98]
6.13.2 - Zwei Regierungssysteme - Staat und Kirche [Seite 99]
6.14 - Der König und Island [Seite 101]
6.14.1 - Umwälzungen in den nordischen Ländern [Seite 101]
6.14.2 - Königsunion zwischen Island und Schweden 1355-1374 [Seite 102]
6.14.3 - Kriege in den nordischen Ländern [Seite 103]
6.14.4 - Innerisländische Kämpfe im 14. Jahrhundert [Seite 104]
6.14.5 - Die Königsunion zwischen Island und Dänemark 1383 [Seite 106]
6.14.6 - Die Kalmarer Union 1397 [Seite 107]
6.14.7 - Die rechtliche Stellung Islands [Seite 108]
6.15 - Beziehungen zu anderen Staaten im 14. Jahrhundert [Seite 111]
6.15.1 - Der Islandhandel - ausschließliches Recht der Norweger [Seite 111]
6.15.2 - Isländischer Export: Von Wollstoffen zum Fisch [Seite 112]
6.15.3 - Bergen erhält das Handelsmonopol [Seite 113]
6.16 - Die weltliche Macht in Island im 15. Jahrhundert [Seite 115]
6.16.1 - Die Große Plage 1402-1404 [Seite 115]
6.16.2 - Kopenhagen wird Hauptstadt Islands [Seite 116]
6.16.3 - Der Gesetzescodex Langaréttarbót 1450 [Seite 119]
6.16.4 - Unruhen und Unsicherheit im 15. Jahrhundert [Seite 121]
6.16.5 - Schwer ist diese Plage [Seite 122]
6.17 - Kirchenpolitik ab der Mitte des 14. Jahrhunderts bis zur Reformation [Seite 125]
6.17.1 - Bemühungen um Recht und Organisation [Seite 125]
6.17.2 - Die Infrastruktur der Kirche [Seite 127]
6.17.3 - Die Kirche als Bildungsinstitution [Seite 129]
6.17.4 - Die Lebensweise des Klerus [Seite 132]
6.17.5 - Die Klöster [Seite 133]
6.17.6 - Kirchliche Riten [Seite 134]
6.17.7 - Sündiges Volk [Seite 135]
6.17.8 - Veränderte Einstellung zu Jesus Christus [Seite 136]
6.17.9 - Die Gottesmutter und andere Heilige [Seite 136]
6.17.10 - Die Bildung des gemeinen Volkes [Seite 137]
6.17.11 - Kirchenbauten [Seite 138]
6.18 - Die Position Islands im internationalen Gefüge [Seite 140]
6.18.1 - England und Island [Seite 140]
6.18.2 - Ungesetzliche Handelsschifffahrt [Seite 141]
6.18.3 - Hamburg und Island [Seite 144]
6.18.4 - Vertrag mit den Engländern 1490 [Seite 146]
6.18.5 - Unterbindung des deutschen Fischfangs vor Island [Seite 148]
6.19 - Grönland und die neue Welt [Seite 150]
6.19.1 - Grönland [Seite 150]
6.19.2 - Die neue Welt [Seite 151]
6.20 - Wirtschaft [Seite 152]
6.20.1 - Einleitung [Seite 152]
6.20.2 - Landwirtschaft [Seite 152]
6.20.3 - Handwerk [Seite 155]
6.20.4 - Fischfang [Seite 156]
6.20.5 - Handel [Seite 157]
6.20.6 - Handelsreisen [Seite 158]
6.21 - Die Stände [Seite 160]
6.21.1 - Einleitung [Seite 160]
6.21.2 - Bauern - Landlose - Sklaven [Seite 160]
6.21.3 - Klerus [Seite 162]
6.21.4 - Treuegeschworene - Adel [Seite 163]
6.22 - Alltagsleben [Seite 165]
6.22.1 - Wohnraum [Seite 165]
6.22.2 - Tägliches Leben [Seite 166]
6.23 - Geistige Kultur [Seite 168]
6.23.1 - Dichtung [Seite 168]
6.23.2 - Prosa [Seite 170]
6.23.3 - Isländersagas [Seite 173]
6.23.4 - Gelehrte Schriften [Seite 174]
6.24 - Königsmacht und Kirche gegen Ende des 15. Jahrhunderts [Seite 176]
6.24.1 - Stärke der Kirche - Schwäche der Königsmacht [Seite 176]
6.24.2 - Deutscher Einfluss in Island [Seite 177]
6.25 - Die Reformation in Island [Seite 179]
6.25.1 - Im Zenit der Macht [Seite 179]
6.25.2 - Eine neue Kirchenordnung [Seite 179]
6.25.3 - Die letzte Schlacht 1548-1550 [Seite 182]
6.25.4 - Auswirkungen der Reformation [Seite 184]
6.25.5 - Wachsender Finanzbedarf des Königs [Seite 185]
6.26 - Neuformation der Kirche [Seite 188]
6.26.1 - Langsame Veränderungen [Seite 188]
6.26.2 - Gegenoffensive der Kirche [Seite 189]
6.27 - Weltliche Regierung [Seite 193]
6.27.1 - Königsmacht und Alþingi [Seite 193]
6.27.2 - Offensive der staatlichen Macht [Seite 196]
6.27.3 - Strafen [Seite 198]
6.27.4 - Hexerei und Scheiterhaufen [Seite 199]
6.28 - Allgemeine Lebensbedingungen [Seite 202]
6.28.1 - Wirtschaftliche Bedingungen 1550-1600 [Seite 202]
6.28.2 - Hungersnot [Seite 204]
6.28.3 - Seeräuber [Seite 205]
6.28.4 - Außenhandel 1602-1640 [Seite 207]
6.28.5 - Landespolitik 1630-1662 - wachsende Königsmacht [Seite 208]
6.29 - Einführung der absoluten Monarchie [Seite 210]
6.29.1 - Anerkennung der Erbmonarchie durch die Stände [Seite 210]
6.29.2 - Absolutismus in Island 1662 [Seite 211]
6.29.3 - Änderungen im Beamtensystem [Seite 212]
6.29.4 - Das Königsgesetz 1665 [Seite 214]
6.29.5 - Höchste Beamte in Island [Seite 216]
6.29.6 - Gesetze und Gesetzgebung [Seite 217]
6.29.7 - Das Alþingi [Seite 218]
6.30 - Wirtschaftliche Situation im 18. Jahrhundert [Seite 220]
6.30.1 - Landwirtschaft und Fischfang [Seite 220]
6.30.2 - Arbeitsmarkt und Arbeitsbedingungen [Seite 221]
6.30.3 - Fortschrittsbestrebungen [Seite 222]
6.30.4 - Maßnahmen zum Wiederaufbau [Seite 223]
6.30.5 - Distrikthandel 1695-1742 [Seite 224]
6.31 - Die wirtschaftliche Wende [Seite 225]
6.31.1 - Neue Wirtschaftspolitik [Seite 225]
6.31.2 - Neuerungen in der Landwirtschaft [Seite 226]
6.31.3 - Erhebung zur ökonomischen Situation [Seite 227]
6.31.4 - Neuerungen im Fischfang [Seite 228]
6.31.5 - Handelsgesellschaften und königlicher Handel [Seite 229]
6.32 - Die Kirche im 18. Jahrhundert [Seite 232]
6.32.1 - Bischofssitze in Finanznot [Seite 232]
6.32.2 - Aufklärung und Pietismus [Seite 232]
6.33 - Klimaveränderungen und Vulkanausbrüche [Seite 234]
6.33.1 - Kälteperioden und Naturkatastrophen [Seite 234]
6.33.2 - Das Vulkanjahr 1783 [Seite 235]
6.33.3 - Reaktionen im In- und Ausland [Seite 236]
6.34 - Beginn des Wiederaufbaus [Seite 238]
6.34.1 - Vorschläge der Kommission [Seite 238]
6.34.2 - Zusammenlegung der Diözesen [Seite 238]
6.34.3 - Aufhebung des Handelsmonopols [Seite 239]
6.34.4 - Entfaltung der Stadt Reykjavík [Seite 241]
6.35 - Das Ende des Alþingi [Seite 243]
6.35.1 - Die letzte Thingversammlung in Þingvellir [Seite 243]
6.36 - Island und Großbritannien [Seite 246]
6.36.1 - Island unter britischem Einfluss [Seite 246]
6.36.2 - Britischer Handel in Island [Seite 248]
6.36.3 - Der Kieler Frieden 1814 [Seite 251]
6.37 - Entstehung und Entwicklung des Nationalstaates [Seite 253]
6.37.1 - Die Situation nach den Napoleonischen Kriegen [Seite 253]
6.37.2 - Klima und Volkswirtschaft 1815-1870 [Seite 253]
6.37.3 - Handel [Seite 256]
6.37.4 - Politisches Erwachen [Seite 257]
6.37.5 - Neugründung des Alþingi [Seite 259]
6.37.6 - Ende der absoluten Monarchie 1848 - Rechtsstellung Islands [Seite 260]
6.37.7 - Dänische Verfassung 1849 und Unruhe in Island [Seite 262]
6.37.8 - Isländische Nationalversammlung 1851 [Seite 263]
6.38 - Literatur [Seite 265]
6.38.1 - Zeitalter der Gelehrsamkeit [Seite 265]
6.38.2 - Weltliche Dichtung [Seite 266]
6.38.3 - Das isländische kulturelle Erbe [Seite 267]
6.38.4 - Weitere Schriften [Seite 268]
6.38.5 - Aufklärung [Seite 269]
6.38.6 - Romantik [Seite 270]
6.39 - Schulbetrieb und Bildung [Seite 272]
6.39.1 - Die Domschulen [Seite 272]
6.39.2 - Universitätsbildung [Seite 272]
6.39.3 - Naturwissenschaften [Seite 273]
6.39.4 - Volksbildung [Seite 274]
6.40 - Nach der Nationalversammlung [Seite 276]
6.40.1 - Trennung der isländischen und dänischen Finanzen [Seite 276]
6.40.2 - Entscheidung über die Position Islands im dänischen Reich [Seite 277]
6.40.3 - Verfassung 1874 [Seite 278]
6.40.4 - Nationalfeier 1874 [Seite 279]
6.41 - Die Gouverneursepoche 1872-1904 [Seite 280]
6.41.1 - Der Minister für Island und der Gouverneur [Seite 280]
6.41.2 - Das Alþingi [Seite 281]
6.41.3 - Aktives und passives Wahlrecht [Seite 282]
6.41.4 - Allgemeine politische Beteiligung [Seite 282]
6.41.5 - Finanzpolitik [Seite 284]
6.42 - Die Union zwischen Island und Dänemark [Seite 286]
6.42.1 - Revision der Verfassung [Seite 286]
6.42.2 - Sieg der Kompromisslösung [Seite 287]
6.42.3 - Selbstverwaltung [Seite 289]
6.42.4 - Erneuter Unabhängigkeitskampf [Seite 290]
6.42.5 - Verfassungsänderung 1915 - mehr Demokratie [Seite 292]
6.42.6 - Island und der erste Weltkrieg [Seite 293]
6.42.7 - Island im britischen Einflussbereich [Seite 293]
6.43 - Staatliche Souveränität Islands 1918 [Seite 296]
6.43.1 - Das dänisch-isländische Unionsgesetz [Seite 296]
6.43.2 - Das Königreich Island [Seite 297]
6.43.3 - Die Staatskirche [Seite 298]
6.43.4 - Umsetzung des Unionsgesetzes [Seite 300]
6.43.5 - Isländische Außenpolitik [Seite 301]
6.43.6 - Das Oberste Gericht und die Entwicklung der Gerichtsbarkeit [Seite 302]
6.44 - Umwälzungen in den Erwerbszweigen [Seite 304]
6.44.1 - Landwirtschaft [Seite 304]
6.44.2 - Revolution im Fischfang [Seite 304]
6.44.3 - Industrie und Dienstleistung [Seite 307]
6.44.4 - Verkehrswege [Seite 308]
6.44.5 - Überwindung der Subsistenzwirtschaft [Seite 310]
6.44.6 - Veränderte Lebensweise [Seite 312]
6.45 - Strukturelle Veränderungen in der Gesellschaft [Seite 313]
6.45.1 - Bevölkerungswachstum und Klimabedingungen [Seite 313]
6.45.2 - Auswanderung nach Amerika [Seite 314]
6.45.3 - Arbeitsmarkt und Gewerkschaften [Seite 315]
6.45.4 - Neue Parteien [Seite 317]
6.45.5 - Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise [Seite 320]
6.46 - Der Zweite Weltkrieg [Seite 323]
6.46.1 - Britische Besatzung Islands 1940 [Seite 323]
6.46.2 - Militärischer Schutz durch die USA 1941 [Seite 324]
6.47 - Die Gründung der Republik 1944 [Seite 327]
6.47.1 - Streit um Verfahrensfragen [Seite 327]
6.48 - Außenpolitik [Seite 329]
6.48.1 - Programmatik in der Außenpolitik [Seite 329]
6.48.2 - Beitritt zur NATO und Militärbasis [Seite 329]
6.48.3 - Übergabe der Handschriften durch Dänemark [Seite 331]
6.48.4 - Ausweitung der Hoheitsgewässer und der ausschließlichen Wirtschaftszone [Seite 333]
6.49 - Restriktionspolitik und staatliche Interventionen [Seite 337]
6.49.1 - Schwierige Wirtschaftslage [Seite 337]
6.49.2 - Umschwung 1960 [Seite 338]
6.49.3 - Wirtschaftsentwicklung und Arbeitsmarkt nach 1983 [Seite 341]
6.49.4 - Zunehmende Bindung an Europa [Seite 342]
6.50 - Bildung und Kultur [Seite 344]
6.50.1 - Volksbildung im 19. Jahrhundert [Seite 344]
6.50.2 - Sekundar- und Hochschulbildung [Seite 345]
6.50.3 - Verschiedene Wissenschaften [Seite 347]
6.50.4 - Realismus und Neuromantik in der Literatur [Seite 350]
6.50.5 - Medien [Seite 352]
6.51 - Sozialpolitik und Frauenrechte [Seite 354]
6.51.1 - Wohlfahrtssystem [Seite 354]
6.51.2 - Wachsender Einfluss der Frauen [Seite 354]
6.51.3 - Schlussbemerkungen [Seite 356]
6.52 - Literaturverzeichnis [Seite 360]

Entdeckung und Besiedlung


Thule und Island


Darüber, wer Island entdeckt hat, liegen keine Quellen vor. Doch bereits der griechische Entdecker Pytheas von Massilia erwähnt die Insel Thule in seinem Bericht über eine Erkundungsfahrt gegen Ende des 4. Jh. v.?Chr. Leider sind seine Schriften nur in Fragmenten erhalten, sodass sie lediglich begrenzten Quellenwert haben. Unter der Führung Caesars drangen die Römer 55 v.?Chr. erstmals bis nach England vor und besetzten die Insel von 43 n.?Chr. bis etwa 410 n.?Chr. Ausgehend von diesen Tatsachen ist es nicht ausgeschlossen, dass einzelne Schiffe auf dem Weg von und nach England abgetrieben wurden und nach Island gerieten, auch wenn es keine Belege für einen Aufenthalt oder eine Niederlassung in Island gibt.

Während des Mittelalters hatte die Schrift Historia naturalis von Plinius dem Älteren (23-79 n.?Chr.) den größten Einfluss auf die Vorstellungen, die man sich von der Insel Thule machte. Sowohl Isidor von Sevilla (gest. 636) als auch der Mönch Beda (gest. 735) bezogen sich auf die Historia naturalis. Letzterer betonte – gestützt auf Augenzeugenberichte –, dass in Thule die Mitternachtssonne einige Tage lang zu sehen sei, während Plinius wiederum berichtete, dass der Tag dort sechs Monate währte. Dies lässt darauf schließen, dass Plinius mit Thule das heutige Island meinte.

In seiner Schrift Liber de mensura orbis terræ von 825 schreibt der Mönch Dicuilus, der Gelehrter am Hofe Karls des Großen war, von irischen Mönchen, die sich 30 Jahre zuvor auf der Insel Thule aufgehalten haben sollen. Dabei beschreibt er den Lauf der Sonne, das Klima und das gefrorene Meer nördlich der Insel. Diese Schilderungen ähneln sehr denen der Landnehmer von den Gegebenheiten in Island.

Nordische Landnahme in Island


Isländische Quellen berichten davon, dass Schiffe aus den nordischen Ländern bei Fahrten über den Atlantik vom Kurs abkamen und so durch Zufall in Island landeten. Doch dabei kann es sich auch um bloße Mutmaßungen späterer Chronisten handeln. Zwar werden die Namen einiger Männer genannt, doch muss man bedenken, dass Berichte dieser Art lange nur mündlich weitergegeben wurden, bevor man sie im 12. und 13. Jh. niederschrieb. Nichtsdestotrotz kann davon ausgegangen werden, dass skandinavische Seefahrer seit Mitte des 9. Jh. nach Island kamen, auch wenn die organisierte Landnahme erst später einsetzte.

Die wichtigsten schriftlichen Quellen über die Landnahme Islands sind das Buch der Isländer (Íslendingabók) und das Landnahmebuch (Landnámabók). Das Buch der Isländer ist ein kurzer Abriss der isländischen Geschichte von 870 bis 1120. Es wurde zwischen 1122-1133 von dem Priester Ari dem Gelehrten (Ari fróði, 1067-1148) geschrieben. Das Landnahmebuch ist hauptsächlich in drei Versionen aus dem späten 13. und frühen 14. Jh. überliefert, wobei es sich auf Quellen aus der Zeit bis ungefähr ins Jahr 1130 stützt. Das Buch verzeichnet ca. 430 Landnehmer einschließlich ihres Wohnsitzes, ihrer Vorfahren und Verwandten. Inwieweit das Landnahmebuch eine zuverlässige Quelle über die Anfänge der Besiedlung Islands darstellt, ist umstritten. Die Isländersagas, von denen die meisten im 13. Jh. und zu Beginn des 14. Jh. entstanden sind, berichten ebenfalls von der Landnahme. Auch wenn das Buch der Isländer von Ari dem Gelehrten in sehr knappem Stil geschrieben ist, stellt es letztlich die zuverlässigste Quelle über diese Zeit dar. Über den Beginn der Besiedlung heißt es dort:

 

Island wurde zuerst von Norwegen aus besiedelt in den Tagen Haralds des Haarschönen, des Sohnes Halfdans des Schwarzen; das war damals […] als Ivar, Sohn des Ragnar Lodbrok, Edmund den Heiligen, König der Angeln, erschlagen ließ. Das geschah aber 870 Winter nach Chr. Geb., wie dies in seiner Geschichte geschrieben steht. Ingolf hieß er, ein Norweger, von dem in glaubhafter Weise gesagt wird, dass er zum erstenmale von Norwegen nach Island schiffte damals als Harald der Haarschöne 16 Winter alt war, aber zum zweitenmale einige Winter später; er siedelte im Süden der Insel in Reykjavík […]

?In jener Zeit war Island auf den Strecken zwischen Gebirg und Strand mit Wald bewachsen. Da lebten hier Christen, von den Norwegern »Papen« genannt; sie verliessen jedoch nachher die Insel, weil sie nicht mit den Heiden hier leben wollten, und hinterließen irische Bücher und Glocken und Krummstäbe, woraus man ersehen konnte, dass es Irländer waren.

?Es begann nun aber damals eine sehr bedeutende Auswanderung von Norwegen hier heraus nach Island, bis dass König Harald, weil er eine Verödung des Landes fürchtete, einen Bann darauf legte.[1] (Buch der Isländer, 1. Kapitel).

 

Während oben erwähnt wurde, dass Island vor Beginn der Landnahme nicht besiedelt war, heißt es in der zitierten Stelle, dass es irische Mönche gab, die jedoch mit der nordischen Besiedlung das Land verließen. Ihre frühe Anwesenheit hatte allerdings keinen Einfluss auf die isländische Geschichte, da sie aufgrund ihres Glaubens und ihrer Lebensweise keine Landwirtschaft betrieben und somit auch keine dauerhaften Spuren hinterließen.

Isländische Texte des 13. und 14. Jh. nennen als einen der Hauptgründe für die Landnahme Islands die Versuche Harald I. zur Einigung Norwegens oder wie es dort heißt, seine Tyrannei. Aufgrund der topografischen Gegebenheiten war Norwegen in viele kleine Staaten unter der Führung von Häuptlingen oder Königen zersplittert. Die inneren Kämpfe zwischen diesen Kleinstreichen endeten mit dem Sieg Haralds, ohne dass Norwegen jedoch zu einem geeinten Reich wurde. Auch im Landnahmebuch wird die Tyrannei Harald I. als wichtigste Ursache für die Besiedelung Islands genannt. Zugleich werden dort aber auch zwei weithin bekannte Landnehmer erwähnt, die zu den Freunden Haralds zählten, sodass die gegebene Erklärung nicht hinreichend sein kann. Selbst wenn es diese Kämpfe waren, die dazu führten, dass einige dem Land den Rücken kehrten und nach Island auswanderten, so sind andere Erklärungen doch naheliegender.

Die Besiedlung Islands muss im Kontext der großen Expansionsbewegung der Wikingerzeit betrachtet werden. Sie bildete eine Fortsetzung der von Skandinavien ausgehenden Wikingerfahrten in Richtung Westen. Dabei spielt es im Grunde keine Rolle, ob Island durch Zufall entdeckt wurde oder ob man bspw. Gerüchte über die Fahrten irischer Mönche kannte. Die Bevölkerung in Skandinavien und vor allem in Norwegen wuchs damals stetig an. Die in Westnorwegen gelegenen Siedlungen konnten sich wegen des knappen Landes aber nicht weiter vergrößern, wodurch die Auswanderung noch befördert wurde. Hinzu kam das große Können im Schiffbau und in der Seefahrt, sodass der Weg über das Meer wie ein natürlicher Pfad in ein neues Zuhause erscheinen musste. Während es auch auf den nördlich von Schottland gelegenen Inseln, auf denen sich bereits Norweger niedergelassen hatten, eng wurde, gab es in Island ausreichend Land. Die Insel war fruchtbar, die Gewässer voll von Fischen, die Erdwärme versprach Annehmlichkeiten und das Klima war aller Wahrscheinlichkeit nach deutlich wärmer als in späteren Jahrhunderten. Man kann also davon ausgehen, dass die Landnehmer zumeist friedlich waren und einfach nach besseren Lebensbedingungen suchten.

Grönland und Vínland


In einigen Quellen heißt es, dass Seefahrer in Richtung der Ostküste Grönlands abgetrieben wurden und dort überwinterten. So ist bekannt, dass Erik der Rote (Eiríkur rauði Þorvaldsson) Norwegen wegen Totschlags verlassen musste und sich in Island ansiedelte. Als er auch dort in Streit geriet und für schuldig befunden wurde, segelte er nach Westen, um das Land zu suchen, von dem die Menschen in Island schon gehört hatten. Er fand dieses Land und erkundete es drei Jahre lang, bevor er nach Island zurückkehrte. Im Jahr 985 rüstete er eine Expedition aus, um das Land zu besiedeln, wobei ihn 25 Schiffe begleiteten. Nur 14 der Schiffe gelangten ans Ziel, die anderen sanken oder mussten umkehren. Dem neuen Land gab Erik den Namen Grænland (Grünland), obwohl dieses kaum zutreffend war. Doch Erik glaubte, die Menschen würden sich eher in einem Land mit einem positiven Namen niederlassen. Wahrscheinlich war Island zu dieser Zeit schon so dicht besiedelt, dass Wirtschaftsland knapp wurde und es sich anbot, nach Grönland überzusiedeln.

In Grönland entstanden vor allem zwei Siedlungen an der Westküste. Die nördlich gelegene wurde Vestribyggð (Westsiedlung) genannt, die südlichere Eystribyggð (Ostsiedlung). Erik der Rote siedelte selbst in der Ostsiedlung auf dem Hof Brattahlíð, wo ein dauerhafter Siedlungskern entstand (heute Quassiarsuk). Über die gesellschaftliche Ordnung Grönlands zu jener Zeit ist nicht viel bekannt. Doch man weiß, dass es eine allgemeine Thingversammlung (allsherjarþing) gab, die zunächst in Brattahlíð stattfand und später in Garðar im Fjord Einarsfjörður (heute Igaliku), wo nach der Einführung des Christentums der Bischofssitz gegründet wurde.

Die ersten Nachrichten über den nordamerikanischen Kontinent stammten von...

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