Stoneheart 1: Geraubte Flamme

Magisch-gefühlvoller Fantasy-Liebesroman
 
 
Carlsen (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 30. April 2020
  • |
  • 469 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-646-30218-9 (ISBN)
 
Neues von der Erfolgsautorin Asuka Lionera!
**Ein Herz aus Stein und Glut**
Ezlain lebt in einer Welt, in der Männer das Sagen haben. Doch das hält sie nicht davon ab, gegen alle Regeln aufzubegehren. Als Strafe für ihren Ungehorsam soll sie den einzigen Menschen verlieren, der ihr jemals nahestand - ihre Sklavin Cressa. Um dem zu entgehen, beschließen die zwei Frauen ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Als Männer getarnt heuern sie auf einem Schiff an und fliehen vor den Zwängen ihrer alten Heimat. Doch das Meer trennt die beiden und trägt Ezlain an den einsamen Strand einer geheimnisvollen Insel. Hier begegnet sie einem Fremden, der ebenso rätselhaft ist, wie sie sich ihr ganzes Leben lang gefühlt hat .
Mystisch-raue Atmosphäre trifft auf magisch-romantischen Fluch: ein Fantasy-Liebesroman, der unter die Haut geht.
Schlägt ein Herz in deiner Brust oder ruht ein Stein darin?
//Dies ist der erste Band der mystisch-dramatischen Buchserie "Stoneheart" von der beliebten Fantasy-Autorin Asuka Lionera. Alle Romane der Fantasy-Liebesgeschichte bei Impress:
-- Stoneheart 1: Geraubte Flamme
-- Stoneheart 2: Befreites Feuer//
Diese Reihe ist abgeschlossen.
weitere Ausgaben werden ermittelt
Asuka Lionera wurde 1987 in einer thüringischen Kleinstadt geboren und begann als Jugendliche nicht nur Fan-Fiction zu ihren Lieblingsserien zu schreiben, sondern entwickelte auch kleine RPG-Spiele für den PC. Ihre Leidenschaft machte sie nach ein paar Umwegen zu ihrem Beruf und ist heute eine erfolgreiche Autorin, die mit ihrem Mann und ihren vierbeinigen Kindern in einem kleinen Dorf in Hessen wohnt, das mehr Kühe als Einwohner hat.

Kapitel 1


Ezlain

Am Abend zuvor .

Ich wippe mit dem Fuß, während ich Cressas Bemühungen, mein zerzaustes Haar zu bändigen, mehr oder weniger geduldig über mich ergehen lasse. Zwischendurch stößt sie einen Fluch aus, über den ich beinahe grinsen muss, doch ich bleibe ernst und nicke hin und wieder, während sie mir eine Standpauke hält.

»Wie oft muss ich dir noch sagen, dass du dich mit deiner hellen Haut nicht in der Mittagssonne draußen herumtreiben sollst, Ezlain?«, schilt sie mich. »Dadurch treten deine Sommersprossen noch mehr hervor und ich weiß so schon kaum, wie ich sie überschminken soll.«

Ich würde ihr gern sagen, dass sie das nicht tun muss. Mich stören sie zwar auch - vor allem die auf dem Nasenrücken -, doch ich käme von selbst nie auf die Idee, sie zu kaschieren. Es ist meine Tante Beatrice, die der Ansicht ist, dass ich mit ihnen wie ein gewöhnliches Bauernmädchen aussehe.

Ein Umstand, der von ihr keineswegs geduldet wird.

In den letzten Jahren hat sie sämtliche Hebel in Bewegung gesetzt, um mich zu einer der begehrtesten jungen Frauen des Landes zu machen. Neben einer grundlegenden Schulbildung habe ich unzählige Stunden Unterricht in Tanz und Konversation bekommen, um mich auf mein Leben in den höchsten Kreisen Ilgarons vorzubereiten.

Ich hasste jede einzelne davon.

Der bloße Gedanke, dass ich mich heute Abend wieder zu einem Lächeln zwingen muss, während ich mit wildfremden Leuten reden und so tun soll, als bereite es mir Freude, lässt mich beinahe würgen.

Seit ich denken kann, wurde ich von meiner Tante aufgezogen. Nachdem meine Eltern verstorben waren. Ich kann mich nicht einmal mehr an ihre Gesichter erinnern, da ich viel zu klein war. Nicht einen Tag ließ Tante Beatrice bisher Zweifel daran, dass ich eine Belastung für sie bin, die sie von ihrer rebellischen und verhassten Schwester aufs Auge gedrückt bekommen hat. Doch da ihre eigene Ehe kinderlos geblieben ist, bin ich ihre einzige Chance, in der strengen ilgaronischen Hierarchie einige Sprossen nach oben zu klettern. Ihr Mann, Onkel Alexander, ist der Befehlshaber einer kleineren Kriegseinheit und fast das ganze Jahr über in fremden Ländern unterwegs. In dieser Zeit gibt Tante Beatrice einen rauschenden Empfang nach dem nächsten, auf denen ich herumgezeigt werde wie ein seltenes Tier im Käfig.

»Ich war vorsichtig«, sage ich, als Cressa aufhört zu schimpfen. »Ich habe einen Hut getragen. Siehst du?« Ich ziehe mir das Hemd von der Schulter und zeige ihr die vornehm weiße Haut. »Kein Sonnenbrand.«

Im Spiegel sehe ich, dass Cressa die Augen verdreht. »Wenn deine Tante dich dabei erwischt, wie du dich auf dem Feld mit den Sklaven herumtreibst .«

»Ich weiß«, unterbreche ich sie schnell. Allein die Vorstellung, welche Strafe mir dann blüht, bereitet mir eine Gänsehaut.

Ein kleines Lächeln huscht über ihren Mund, während sie mir weiter das rötlich schimmernde Haar bürstet. »Aber wenigstens konnte ich dank deines Ungehorsams Tiro wiedersehen.«

Ich schenke ihr im Spiegel ebenfalls ein Lächeln. Seit einiger Zeit weiß ich, dass sie etwas für den muskulösen, hochgewachsenen Tiro empfindet, der mir hin und wieder zeigt, wie ich mich mit einfachen Waffen verteidigen kann. Natürlich haben wir keine echten Waffen zur Verfügung, sondern nehmen für unsere Übungen alles, was wir finden können: Stöcke, Äste oder die Stiele der Harken und Rechen, mit denen die Sklaven die Feldarbeit verrichten. Es gibt keinen Grund für mich, derlei Dinge zu trainieren, aber die Bewegung tut mir gut. Alles ist besser, als den ganzen Tag im Anwesen zu hocken und Löcher in die Luft zu starren. Ich bin nicht sonderlich gut, trotzdem macht es mir Spaß. Und Spaß ist etwas, was ich viel zu wenig habe. Manchmal glaube ich, dass ich mich nur hinaus aufs Feld schleiche, um gegen die strikten Regeln meiner Tante zu rebellieren. Und um mir zu beweisen, dass ich innerlich noch nicht so abgestumpft bin, wie sie mich gern hätte.

Und wenn ich auf dem Feld bin, muss mir Cressa, als meine persönliche Sklavin, wohl oder übel folgen - und läuft zufällig Tiro über den Weg, den sie sonst gar nicht zu sehen bekäme.

Cressa beißt sich auf die volle Unterlippe, während eine zarte Röte ihre olivfarbenen Wangen noch dunkler werden lässt. »Als ich . zu euch kam, wart ihr .« Sie wirft mir einen unsicheren Blick zu.

Ich ziehe eine Augenbraue nach oben und bedeute ihr so, weiterzusprechen.

»Nun ja, er . Tiro war dir ziemlich nah.«

Beinahe hätte ich laut losgeprustet. Vom Standpunkt eines außenstehenden Betrachters muss es durchaus verdächtig ausgesehen haben, wie Tiro mich mit seinem massigen Körper gegen einen Baumstamm drückte, während ich verbissen versuchte, ihn mit dem Stock in meinen Händen auf Abstand zu bringen. Natürlich hatte ich keine Chance gegen ihn, weshalb ich einige der Tricks anwenden musste, die er mir beigebracht hat. Mit voller Kraft trat ich ihm also auf die Zehen, schubste ihn dann zurück und wollte ihm den Stock gegen die Nase rammen. Nur wenige Zentimeter vor meinem Ziel hielt ich inne, lange genug, um Überraschung in seinem Blick aufblitzen zu sehen. Ihn zu überrumpeln ist ein Kunststück, das mir noch nicht oft gelungen ist.

Cressa sind meine Fortschritte in Selbstverteidigung egal. In ihren Augen ist das sowieso nur Zeitverschwendung, schließlich werde ich als junge Frau aus gehobenem Hause niemals in eine Situation geraten, in der ich auf diese Art von Wissen zurückgreifen müsste. Was Cressa nicht egal ist, ist, dass Tiro mir nahe war. Sehr nahe. Ich konnte die Hitze seines Körpers durch die Kleidung spüren, roch die Mischung aus Schweiß und Erde, die ihm stets anhaftet, und fühlte seinen warmen Atem auf meinem Gesicht, als er mich immer weiter zurückdrängte.

Doch in mir regte sich nichts.

»Bist du etwa eifersüchtig?«, ziehe ich sie auf.

Cressa rümpft die Nase, wie sie es immer tut, wenn sie sich über mich ärgert - was ziemlich oft vorkommt.

»Um eifersüchtig zu werden, müsste ich erst verliebt sein. Hast du davon gehört?«

»Von Liebe? Klar«, erwidere ich. »In etwa so, wie ich von Drachen und Einhörnern und allerlei anderen Gestalten gehört habe, über die die Krieger berichten, wenn sie aus einem fernen Land heimkehren.«

Seufzend schüttelt Cressa den Kopf. »Darüber macht man keine Witze, Ezlain.«

Ich verziehe den Mund, verkneife mir aber den nächsten bissigen Kommentar. »Du weißt, dass ich nichts empfinden kann.«

Während die anderen jungen Frauen aus gutem Hause, mit denen ich mich hin und wieder treffen muss, bereits vor etwa fünf Jahren damit begonnen haben, für die jungen Männer, die Sklaven oder Kämpfer in der Armee sind, zu schwärmen, stand ich nur daneben und runzelte die Stirn. Auch ich bewunderte ihre Stärke und ihr Können, aber da war nie . mehr. Keine Spur des aufgeregten Flatterns im Bauch oder des wild klopfenden Herzens, wovon ich so oft in Büchern las oder die anderen Mädchen mir berichteten.

Bisher rede ich mich damit heraus, dass der Richtige noch nicht dabei war, aber angesichts der Masse an Männern, die mir meine Tante als potenzielle Heiratskandidaten vorsetzt, ist das schier unmöglich. Ich wurde bestimmt schon jedem freien Mann im heiratsfähigen Alter vorgestellt. Ich reagiere einfach nicht auf sie - auch nicht auf Frauen. Daran kann es also auch nicht liegen.

Mein Blick fällt auf ein kleines Kästchen, das rechts von mir auf dem Frisiertisch steht. Ich weiß: Darin liegt ein zerschlissenes Buch über die große Liebe, das einmal meiner Mutter gehörte und in dem sie einige Briefe und ein paar zarte, getrocknete Blumen aufbewahrte, die eine besondere Bedeutung für sie gehabt haben mussten. Außerdem liegen in dem Kästchen eine alte, angelaufene Münze und ein vergilbtes Stück Papier, das entfernt an eine Karte erinnert. Jedoch ist es mir nie gelungen, die Schrift darauf zu entziffern. Das Buch und die Münze sind alles, was ich noch von meiner Mutter habe, deshalb hüte ich beides wie einen Schatz, obwohl es von keinerlei Wert ist.

Als Jugendliche habe ich das Buch so oft gelesen, dass ich es fast auswendig konnte. Ich fieberte mit bei der Geschichte um das reiche Mädchen, das von zu Hause wegläuft, um mit ihrem Geliebten, einem berüchtigten Piratenkapitän, zusammen sein zu können. Doch in der Wirklichkeit suche ich vergebens nach diesen Gefühlen, die mein Herz schneller schlagen lassen würden.

Mit Zeige- und Mittelfinger fahre ich gedankenverloren über die wulstige Narbe, die knapp unter meinem Schlüsselbein verläuft.

»Ich habe ein Herz aus Stein«, erinnere ich Cressa. »Du brauchst dir keine Sorgen zu machen: Tiro ist vor mir genauso sicher wie jeder andere Mann in diesem Land.«

Ich kann mich nicht daran erinnern, wann und wie ich mir die Verletzung zugezogen habe, doch die Größe der Narbe lässt mich darauf schließen, dass es eine schlimme Wunde gewesen sein muss. Vor vielen Jahren habe ich einige Sklaven dabei belauscht, die meinten, eine Hexe hätte mir einst das Herz herausgeschnitten und es durch einen Stein ersetzt. Das sei der Grund, warum ich jeden jungen Mann abwies und - mit Ausnahme meiner besten Freundin Cressa - niemanden an mich heranließe.

Ich schnaube und schüttele auf Cressas fragenden Blick hin den Kopf. Dann habe ich eben ein Herz aus Stein und weiß nicht, was Liebe ist. Na und? Ich komme auch ohne diesen Kram klar!

»Ich wollte dir nicht vorwerfen, dass du und Tiro .« Schnell widmet sich Cressa wieder meinem Haar und steckt es kunstvoll auf. »Es ist nur . Manchmal...

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