Menschenhafen

Thriller
 
 
Lübbe (Verlag)
1. Auflage | erschienen am 20. Mai 2011 | 560 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8387-0955-0 (ISBN)
 
"Papa, was ist das? Da drüben auf dem Eis?" Ein strahlend schöner Wintertag. Anders steht mit seiner sechsjährigen Tochter im Leuchtturm der Insel Gåvasten und schaut aufs Meer hinaus. Eis, überall Eis. Und Schnee. Was hat seine Tochter da in der Ferne erspäht hat? Da ist doch nichts. Kurz darauf läuft Maja hinaus, um nachzusehen - und der Albtraum beginnt. Obwohl sie auf der freien Eisfläche nicht verschwinden kann, passiert genau das. Plötzlich ist sie weg. Spurlos verschwunden. Anders und seine Frau haben kein Kind mehr ... Jahre später erreichen Anders plötzlich mysteriöse Botschaften. Lebt Maja etwa noch?
Luebbe Digital Ebook
1. Aufl. 2011.
Paul Berf
Deutsch
0,69 MB
978-3-8387-0955-0 (9783838709550)
3838709551 (3838709551)
weitere Ausgaben werden ermittelt
"KÖRPER IM WASSER (S. 240-241)

Hüte dich vor dem Meer, hüte dich vor dem Meer Das Meer ist so groß, das Meer ist so groß …

Abwicklung


Das Morgengrauen schlich sich hinter den Inseln im Osten an, und ein Zipfel der Sonnenscheibe tauchte zwischen den windgepeitschten Kiefern auf Botskär auf. Anders stand am hinteren Ende von Simons Bootssteg und blinzelte in das herannahende Licht. Trotz Steppjacke und Schal fror er und konnte nicht aufhören zu zittern. Er zuckte zusammen, als Simon hinter seinem Rücken eine Kette ins Boot fallen ließ. Er versuchte einen Punkt aus Wärme in seinem Inneren zu finden, versuchte Maja zu finden. Aber da war nichts, und er fühlte sich wie die abgestreifte Haut eines Menschen.

Er drehte sich um. Die Ketten bildeten einen Haufen im Bug von Simons Plastikboot. Im Heck lag Elin. Er wusste nicht mehr, warum sie beschlossen hatten, sie in zwei schwarze Plastiksäcke zu hüllen und diese mit Klebeband zu umwickeln. Er wünschte sich, sie hätten es nicht getan, denn er hätte ihre leer starrenden Augen dem menschenförmigen Bündel auf dem Boden des Boots vorgezogen. Es sah furchtbar aus, und er wollte nicht in seine Nähe kommen. »Sollen wir das wirklich tun?«

»Ja«, erwiderte Simon. »Ich glaube, es ist die einzige Möglichkeit.« Mit halb eingetrocknetem Kot auf den Beinen war Anders zum Telefon gekrochen und hatte Simon angerufen. Simon war gekommen, hatte Elins Gesicht mit einem Küchenhandtuch bedeckt und Anders geholfen, sich zu waschen. Anschließend hatten sie sich am Küchentisch gegenübergesessen und zum Fenster hinausgestarrt, bis eine einsame rosa Wolke wie als Startflagge für den neuen Tag am Himmel vorüberzog. Es gab zwei Möglichkeiten. Kein Mensch würde ihnen glauben, dass zwei tote Teenager gekommen waren und Elin in einem Eimer ertränkt hatten. Andererseits wussten alle bloß, dass Elin seit dem Brand verschwunden war.

Die eine Alternative bestand folglich darin, eine Geschichte zu erfinden, ein Ammenmärchen, das die Polizei angesichts der Tatsache, dass es hier um einen Mord ging, bei den Vernehmungen genauestens unter die Lupe genommen hätte. Wäre Anders tatsächlich in der Lage, bei einer frei erfundenen Geschichte zu bleiben, wenn die Beamten ihn unter Druck setzten? Wahrscheinlich nicht. Blieb die andere Alternative. Elin verschwinden zu lassen und zu tun, als wäre es niemals passiert. Nachdem Simon eine Weile mal so, mal so argumentiert hatte, vor allem innerlich, kamen sie gemeinsam zu dem Schluss, dass Letzteres das kleinere Übel war.

Anders hatte daraufhin die Taschenlampe genommen und war in den Schuppen gegangen, um zwei Plastiksäcke zu holen. In dem Verschlag blieb er stehen, und seine Knie gaben nach. Er hatte eine Bowlingkugel in der Brust. Eine schwarze, glänzende Sphäre aus Schuld. Er hatte nicht eingegriffen, als sie Elin ermordeten, hatte im Bett gelegen und zugesehen. »Das ist nicht meine Schuld«, flüsterte er. Sag es einmal, zweimal, tausendmal. Am Ende glaubst du es vielleicht sogar. Das Atmen fiel ihm schwer, weil die Kugel im Weg lag und auf seine Lunge drückte. Steif ließ er die Taschenlampe über die Wände des Schuppens huschen und erblickte die Plastikflasche. Wermut … Er schraubte den Deckel ab, hob die Flasche an den Mund und nahm zwei Schlucke. Wenn er damit eine Absicht verfolgte, dann die wegzubrennen. Was weggebrannt werden sollte, wusste er jedoch nicht."

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