Die 39 Zeichen - Die Spur des Zulu-Kriegers

Band 7
 
 
cbj (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 30. September 2011
  • |
  • 208 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-05523-3 (ISBN)
 
Dem tödlichen Anschlag von Isabel Kabra nur knapp entronnen, stoßen Dan und Amy in Südafrika auf die nächste heiße Spur: Eine mysteriöse Postkarte, die Zulukönig Shaka zeigt, führt sie direkt ... ins Hauptquartier der Tomas'! In letzter Sekunde gelingt den Geschwistern die Flucht nach Madagaskar, ins ehemalige Haus ihrer Großmutter. Doch dort erwartet sie eine böse Überraschung und sie müssen endlich der bitteren Wahrheit über ihre Vergangenheit ins Auge sehen!

  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
  • 0,88 MB
978-3-641-05523-3 (9783641055233)
3641055237 (3641055237)
weitere Ausgaben werden ermittelt

Erstes Kapitel


Amy Cahill glaubte nicht an böse Omen. Aber schwarzer Schnee fiel vom Himmel, die Erde unter ihren Füßen bebte, ihr Bruder miaute, und ihr Onkel Alistair hüpfte in einem rosafarbenen Schlafanzug am Strand entlang.

All das war nicht gerade ermutigend, so viel musste selbst sie zugeben.

»Ahoi, Nellie!«, schrie Alistair über die Javasee hinweg, die Hände wie einen Trichter um den Mund gelegt. »Rette uns, tapferes Mädchen!«

Amy wischte sich eine dunkle Flocke von der Wange. Asche.

Stammte die noch von gestern Abend?

Denk nicht daran. Nicht jetzt.

Vom Meer her war entfernt ein Motorengeräusch zu hören, das immer näher kam. In dem Boot, das auf die kleine indonesische Insel zusteuerte, auf der Amy und Dan mit Alistair gestrandet waren, saß ihr Au-pair-Mädchen Nellie Gomez.

In der unheimlichen morgendlichen Dunkelheit verschmolzen Wasser und Himmel zu einer blaugrauen Wand und Nellie schien durch die Luft zu schweben.

»Mrrp!«, jaulte Dan.

»Was tust du da?«, fragte Amy.

»Ich imitiere das Miauen eines Ägyptischen Maus.« Dan sah seine Schwester entnervt an. Für ihn schien diese Erklärung absolut logisch.

»Saladin hat furchtbare Angst vor Wasser. Wenn er mein Miauen hört, kommt er vielleicht an Deck und wir sehen ihn endlich wieder. Vermisst du ihn denn gar nicht?«

Amy seufzte. »Doch. Aber nach allem, was gestern Abend passiert ist . Ja, Dan, ich hab Saladin wirklich gern, aber ehrlich gesagt habe ich die letzten Stunden nicht viel an ihn gedacht. «

Aus der Ferne vernahm sie ein Donnergrollen. Als sie aufs Meer hinausblickte, brannten ihr die Augen und eine einzelne Träne hinterließ eine graue Spur auf ihrer Wange. Wie konnte ein Feuer vom Vorabend noch so viel Asche produzieren? Es war doch nur ein Gebäude gewesen. Ein Haus - in dem sie, Dan und Alistair beinahe verkohlt wären, wenn nicht .

Denk nicht an sie. Denk an normale Dinge. An Eis. An Hausaufgaben. Fernsehen. Saladin.

Aber die Bilder des letzten Abends schwirrten ihr unaufhaltsam durch den Kopf. Flammen, die an den Wänden emporzüngelten . Dans verängstigter Gesichtsausdruck . Alistair, der nach ihnen rief . dann . ein Schrei vor dem Fenster . von genau dem Menschen, den sie am wenigsten erwartet hatten. immerhin hatte diese Frau sie in Russland beinahe umgebracht.

Und du dachtest, sie wollte euch bei lebendigem Leibe verbrennen lassen. Aber sie war es nicht. Es war nicht Irina.

Isabel Kabra hatte es getan. Sie hatte bereits vor vielen Jahren ihr Haus in Massachusetts in Brand gesetzt, wo Dan und Amys Eltern den Flammen nicht mehr hatten entkommen können. Und jetzt brachte Isabel es endlich zu Ende. Sie war eine Mörderin.Eine Lucian-Killermaschine mit Perlen und Parfüm.

Bis zum gestrigen Abend hatte Isabel zu jenen beiden Menschen gehört, vor denen Amy am meisten Angst hatte.

Die zweite Person war ebenjene Frau gewesen, die unter dem Fenstersims nach ihnen gerufen hatte.

Hätte man Amy noch vor einem Tag gebeten, die unwahrscheinlichsten Ereignisse aufzuzählen, die in einer Million Jahren eintreten könnten, so hätte sie diese drei Dinge in einem Atemzug genannt: Die Erde verwandelt sich in einen Käse, mein Bruder sagt mir, dass er mich lieb hat und: Irina Spasky opfert ihr Leben - für uns.

Aber Irina hatte sich mithilfe einer Stange aufs Dach geschwungen,mitten hinein in die Flammen, und ihnen diese dann vors Fenster gehalten. Sie waren an ihr hinuntergerutscht und hatten sich in Sicherheit gebracht. Aber plötzlich war Irina vor Amys Augen im Feuer verschwunden. Warum?

Wie konnte sich ein Mensch nur so wandeln?

»Erde an Amy«, unterbrach Dan ihre Überlegungen. »He, kannst du hören, was Nellie sagt?«

Hör auf, darüber nachzugrübeln, Amy. Stopp. Amys Gedanken stoben in alle Richtungen davon und wurden von der rauchigen Luft verschluckt.

Draußen auf dem Meer winkte Nellie wie wild. Hinter ihr baute sich ein dunkler Himmel mit unheilvoll tiefhängenden Wolken auf.

»Das arme Mädchen sieht verängstigt aus«, meinte Alistair.

»Es kommt ein Sturm auf«, sagte Amy.

»Vielleicht erschrickt sie auch dein Anblick, Onkel Alistair«, gab Dan zu bedenken. »Dein Pyjama sieht ziemlich Furcht einflößend aus.«

Alistair blickte an sich herab. Sein seidener Schlafanzug war zerfetzt und rußgeschwärzt vom Feuer der vergangenen Nacht. »Oje. Entschuldigt mich, ich sollte mich wohl besser umkleiden. «

Jetzt deutete Nellie auf etwas hinter ihr, in die Richtung einer Insel namens Rakata. Amy erstarrte. Im Jahre 1883 war dort der Krakatau-Vulkan ausgebrochen. Es war eine der schlimmsten Naturkatastrophen der Geschichte.

Amy erinnerte sich an das, was der Motorboot-Skipper zu ihnen gesagt hatte, der sie hierher gebracht hatte.

Heute nicht gut . viel aktiv.

Sie spürte die Asche auf ihren Wangen und auf einmal ergab alles Sinn. Nellie machte sich nicht nur Sorgen wegen des Sturms.

»I-Ich glaube, sie meint den Vulkan«, sagte Amy.

Dans Augen leuchteten auf. »Wow. Du meinst wie in Pompeji? Von wegen dumdideldum, wir machen mal grad den Abwasch, und dann paff, zong sind wir pulverisiert?«

»Das ist kein Witz«, erwiderte Amy. »Nur zu deiner Information: Das letzte Mal, als der Vulkan ausgebrochen ist, entstanden überall in der Südsee riesige Flutwellen. Sechsunddreißigtausend Menschen starben.«

Dan holte tief Luft. »Amy, mach mal halblang. Nellie ist gleich hier, und in ein paar Minuten brausen wir davon, mit Saladin im Arm, und alles läuft wieder in geregelten Bahnen .«

»Wir haben keinen Hinweis, Dan«, gab Amy zu bedenken. »Selbst wenn wir es hier herausschaffen, wohin sollen wir dann gehen? Zurück nach Boston, wo das Jugendamt uns wieder zu Tante Beatrice bringt?«

Dan schaute in die Richtung, in die Alistair verschwunden war. »Wetten, der weiß, wohin es als Nächstes geht?«

»Prima. Und wenn er sich frisch gemacht hat, fragen wir ihn einfach«, spottete Amy. »Hast du zufällig einen Lügendetektor dabei? Wo steckt Alistair überhaupt?«

Nach Amys Ansicht war Alistair alles andere als vertrauenswürdig. Mal tauchte er als Beschützer und bester Freund auf und im nächsten Moment hinterging und betrog er sie. Wohin war er jetzt schon wieder gelaufen, um sich umzuziehen? Würde er wieder verschwinden, so wie in Seoul,als sie in der Höhle eingeschlossen gewesen waren?

Die Ekaterina waren seit Jahren auf der Suche nach den Zeichen. Genau wie alle anderen Cahill-Familienzweige auch: die Tomas, die Lucians und die Janus. Und sie alle besaßen Geld, Erfahrung und die Bereitschaft zu töten. Sie waren haushoch im Vorteil.

Das Testament ihrer Großmutter Grace hatte es schließlich auf die Spitze getrieben. Einzelne Cahills waren eingeladen worden, sich einer bizarren Suche nach 39 Zeichen anzuschließen, die ihrem Besitzer unvergleichliche Macht verleihen würden. Aber das Testament hatte auch einen Ausweg angeboten: Amy und Dan hätten je eine Million Dollar entgegennehmen und die Jagd nach den Zeichen anderen überlassen können.

Diese Entscheidung wäre sicherlich normal gewesen.

Aber Grace hätte gewollt, dass die beiden diese Herausforderung annahmen. Amy konnte sich nicht vorstellen, gegen Grace' Willen zu handeln. Und Dan konnte sich nicht vorstellen, die Möglichkeit, unvorstellbare Macht zu erlangen, auszuschlagen. Und da waren sie nun, vier Kontinente und etliche Hinweise später: ein 14-jähriges Mädchen, ihr elfjähriger Bruder und ein Au-pair-Mädchen,zu dessen einzigen Qualifikationen das illegale Downloaden irgendwelcher Punklieder und das Erdulden von Tätowierschmerzen zählte. So schien es jedenfalls am Anfang .

Aber auf ihrer Suche nach den Zeichen war das Abnormale inzwischen ja normal geworden.

Wieder durchbrach Nellies Stimme die Luft. Sie war jetzt näher, und der Bootsmotor wurde schwächer, weil sie sich zum Anlegen bereitmachte. Ihr Rufen war nun kristallklar zu vernehmen.

»Polizei!« Sie deutete hinter sich. »POLIZEI!«

»Wollen die etwa den Vulkan verhaften?«, fragte Dan sarkastisch.

»Jetzt komm!«, rief Amy, packte ihren Bruder am Arm und rannte zu Alistair. »Ein Haus ist abgebrannt, Dan, und ein Mensch ist ums Leben gekommen! Bei so etwas wird die Polizei nun mal aktiv. Onkel Alistair! Nellie wird von der Polizei verfolgt! «

Alistair trat in einem faltenlosen grauen Seidenanzug und einem strahlend sauberen gelben Hemd aus dem nahen Wald. Seine Melone saß perfekt auf seinem Kopf. Als er hörte, was Nellie rief, wurde er kreidebleich. »Isabel .«, murmelte er. »Sie wird der Polizei erzählt haben, dass wir die Schuldigen sind. Das wäre ganz nach ihrem modus operandi

Dan stöhnte. »Himmel! Erst kann ich dich ganz locker verstehen, und dann Bamm! haust du diese Fremdwörter raus.«

Alistair pikste die Spitze seines Stocks behutsam in Dans Fuß und nagelte ihn sozusagen fest. Er beugte sich hinunter zu seinem Neffen. »Ich weiß, was du vorhast. Du glaubst, deine Späße könnten uns aufheitern. Aber manche Dinge haben ganz und gar nichts Heiteres - etwa, in Jakarta ins Gefängnis geworfen zu werfen. Denn genau dorthin, junger Mann, sind wir...

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