Ein Mann für ein Jahr

 
 
HarperCollins Germany (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 1. Oktober 2011
  • |
  • 144 Seiten
 
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E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-86349-025-6 (ISBN)
 
Niemals, das hat sich Dane geschworen, wird er in Texas sesshaft oder hängt sein Herz an eine Frau. Doch dann setzt ihm sein Vater ein Hochzeits-Ultimatum, und Suzy Winterstone tritt in sein Leben. Sie ist die süßeste Blondine, der Dane je begegnet ist. Außerdem hat sie zwei entzückende kleine Zwillingsmädchen. Himmel! Hätte man ihn nicht warnen können, dass so ein hinreißendes Trio auch dem härtesten Kerl den Kopf verdrehen kann?! Doch um seinen Vater zufriedenzustellen und gleichzeitig seinen Prinzipien treu zu bleiben, gibt es nur eins: eine Ehe auf Zeit .

1. KAPITEL

Suzy Winterstone mochte die Morgan-Ranch nicht. Sie war zu groß, zu abgelegen und bei Nacht sehr unheimlich. Als sie das Haus betrat, fröstelte sie, aber nicht vom Januarwind. Wie in einem alten Film quietschte die Tür, wenn sie geöffnet wurde. Suzy sagte sich, dass die Scharniere alt und verrostet waren, doch dann fiel ihr ein, was Josiah Morgan ihr erzählt hatte: dass ein Farmhelfer sich um das Anwesen kümmerte. Also waren die Scharniere nicht verrostet, sondern einfach nur gruselig.

Mit einem Meter achtundsechzig und vierundfünfzig Kilo fühlte Suzy sich Gespenstern nicht gewachsen. Josiah hatte ihr geschrieben, dass die Ranch dringend eine Haushälterin brauchte. Sie suchte einen Job und träumte von einer Arbeit, bei der sie ihre Kinder um sich haben konnte. Dies war die einmalige Chance, diesen Traum zu verwirklichen. Josiah Morgan hatte gesagt, dass sie ihm einen Gefallen tun würde. Er war immer sehr großzügig zu ihr gewesen, und dieses Angebot war keine Ausnahme.

Als er hörte, dass ihr Freund nach drei Jahren Beziehung verschwunden war und sie mit den Zwillingen zurückgelassen hatte, richtete er ein Sparkonto ein, damit die Mädchen später aufs College gehen könnten. Suzy konnte ihr Glück kaum fassen, aber Mr Morgan war in Union Junction als spendabler Mensch bekannt. Manche Leute behaupteten, er sei verrückt, doch die meisten - Suzy eingeschlossen - fanden ihn freundlich und großväterlich.

Bis zum Mutterschaftsurlaub hatte Suzy als Krankenschwester gearbeitet und war daher versichert. Natürlich hätte sie wieder in der Klinik anfangen können, aber abgesehen von den quietschenden Türen war die Ranch bei Tageslicht besehen ein ganz schöner Ort, und sie freute sich auf den Job. Josiah wollte, dass alles sauber war und das Haus zu jedem Feiertag geschmückt wurde, als würde eine Familie darin wohnen. Da sie nähen konnte, hatte er bei ihr neue Vorhänge bestellt. Die Stoffe, die er dafür ausgesucht hatte, lagen irgendwo herum, aber wenn sie wollte, konnte sie andere kaufen - solange sie das Haus zu dem machte, was Mr Morgan "eine kultivierte und enkelkindgerechte Umgebung" nannte.

Suzy betrat ein großes Zimmer mit einem Kamin und hohen Fenstern. Sie ging die Treppe hinauf und warf einen Blick in die ungeheizten Schlafzimmer. Dem Haus fehlte die menschliche Wärme, und sie konnte verstehen, warum Josiah darauf bestand, dass sie in seiner Abwesenheit mit ihren kleinen Töchtern hier wohnte.

Sie entschied sich, den Job anzunehmen - und gleich morgen früh die Tür zu ölen.

In Gedanken noch bei den quietschenden Scharnieren, ging sie in das letzte Zimmer am hinteren Korridor. Wie die anderen war es dunkel und kalt. Josiah hatte die Heizung heruntergedreht, aber jetzt, im Januar, wollte sie es für die Babys wärmer haben. Vielleicht sollte sie in dieses Zimmer ziehen und die Kinder gegenüber unterbringen.

Suzy schrie auf, als etwas sie packte und aufs Bett warf. Geistesgegenwärtig rollte sie sich auf den Boden und kroch auf allen vieren zur Wand, bevor kräftige Hände nach ihr griffen. Dann ging das Licht an, und sie sah, wer sie festhielt - der attraktivste Mann, dem sie je begegnet war. Seine dunklen Augen glitzerten wie die eines Piraten, der zufrieden seine Beute bewunderte.

"Was haben wir denn hier?", fragte er, schien jedoch keine Antwort zu erwarten. Panik stieg in ihr auf. "Eine sehr hübsche, sehr böse Einbrecherin?"

"Ich würde niemals etwas stehlen!", protestierte sie.

Langsam ließ er den Blick an ihr hinabwandern. Und wieder hinauf. Sie war ihm dankbar, dass er nicht auf ihre Brüste starrte, dennoch hatte sie das Gefühl, als hätte er sie gerade mit den Augen ausgezogen. Sie konnte ein Frösteln nicht unterdrücken.

"Trotzdem haben Sie dieses Land und dieses Haus unbefugt betreten." Er lächelte. "Ich muss die Polizei rufen. Zum Glück für Sie kenne ich ein paar der Deputies." Ohne den Blick von ihrem Gesicht zu nehmen, drückte er sie ein wenig fester an sich.

Keine Frage, er genoss die Situation. Ein Adrenalinstoß machte sie mutig, und sie riss den Arm aus seinem Griff. "Ich bin die neue Haushälterin. Und da Mr Morgan mir gesagt hat, dass außer meiner Familie und mir niemand hier ist, sind Sie der Eindringling, und ich rufe die Polizei."

Der gut aussehende Mann runzelte die Stirn. "Tja, dann haben wir ein Problem. Zufällig lebe ich allein auf dieser Ranch, oder mit einem meiner Brüder, falls er auftaucht. Von einer Frau war nie die Rede. Ich bin Dane Morgan, Josiah Morgans drittältester Sohn. Und wer zum Teufel sind Sie?"

Sie hob das Kinn. "Suzy Winterstone. Ihr Vater hat mich eingestellt."

Er wich etwas zurück. "Suzy Winterstone?"

Sie nickte. "Ja." Dass er ihren Namen zu kennen schien, war kein gutes Zeichen.

"Mein Dad hat Sie als Haushälterin eingestellt?", fragte er ungläubig. "Hier?"

"Ja, das hat er."

Er starrte sie einen Moment lang an, und in seinem Blick lag nichts als Zorn. Der Mann machte ihr Angst. Er sah aus wie jemand, der imstande war, sie aus dem Haus zu werfen, nur um sich abzureagieren.

"Verdammter Dad", entfuhr es ihm schließlich. "Gerade hoffe ich, dass er endlich zur Vernunft kommt, da erweist er sich mal wieder als störrischster Esel aller Zeiten."

"Mr Morgan war sehr gut zu mir und meinen ."

Er zog sie an sich und küsste sie kurz, aber heftig. Genauso plötzlich schob er sie von sich. "Ich bin nicht mein Vater. Wenn Sie den Job annehmen, sollten Sie wissen, dass Sie mit mir hier leben werden. Und glauben Sie mir, ich bin kein sehr umgänglicher Mensch."

Suzy ließ sich nicht anmerken, wie sehr er sie aus der Fassung gebracht hatte. "Das soll mich wohl einschüchtern? Offenbar hoffen Sie, dass Sie mich davon abhalten können, die Stelle zu nehmen. Tut mir leid, aber Mr Morgan will mich haben, und ich brauche den Job. Und Sie zu ertragen ist mir immer noch lieber, als mit meinen Babys ganz allein auf der Ranch zu wohnen."

"Ach ja, die Babys. Die süßen kleinen Schätzchen, die meinem Vater den Ruhestand versüßen sollen."

"Haben Sie damit ein Problem?" Sie betrachtete ihn unauffällig. Er war sexy, aber das machte ihn noch lange nicht vertrauenswürdig. "Sie scheinen eine Abneigung gegen Kinder zu haben, da kann es Ihnen doch egal sein, ob Ihr Vater sich für meine Babys interessiert."

Er schüttelte den Kopf und verschränkte die Arme vor der breiten Brust. "Seien Sie gewarnt - was immer zwischen uns beiden passiert, es wird Ihnen keinen Ehering einbringen."

"Darauf können Sie wetten, Mister. Dieses Haus ist groß genug für uns beide, und wir müssen uns nicht begegnen. Ich erwarte, dass genug Holz für die Kamine da ist, und möchte weder schmutzige Fußabdrücke noch leere Bierdosen sehen. Mr Morgan hat nichts davon gesagt, dass ich das Haus mit einem Mann teilen oder ihn sogar noch bedienen muss. Ich werde ihm mitteilen, worauf wir beide uns geeinigt haben."

"Ich habe mich auf überhaupt nichts geeinigt."

Sie ging zur Tür, bevor er erneut nach ihr greifen konnte. Es war gar nicht mal so unangenehm gewesen. Im Gegenteil, Dane Morgan küsste ziemlich gut. Aber es passte ihr nicht, dass der Adonis sie vorher nicht um Erlaubnis gefragt hatte. Sie nahm nie ein Blatt vor den Mund. Am besten, sie machte ihm gleich klar, wo die Grenzen lagen. "Falls Sie sich über mich beschweren wollen, wenden Sie sich an meinen Arbeitgeber."

"Und zweifellos würde Dad für die schnippische kleine Miss Babymaker Partei ergreifen." Er machte einen Schritt auf sie zu und lachte schallend, als sie auf den Flur flüchtete.

"Idiot", murmelte sie auf dem Weg nach unten, "wollen wir doch mal sehen, wie er reagierte, wenn ich ihm Reis ins Bett streue. Das Lachen wird ihm schon noch vergehen!"

Falls der arrogante Kerl glaubte, er würde sie daran hindern können, einen anständig bezahlten Job anzunehmen und bei ihren Kindern zu bleiben, würde er sein blaues Wunder erleben. Dane Morgan schien sich auf sein Aussehen einiges einzubilden und war entschieden zu selbstsicher.

Sie nahm sich vor, ihm eine Lektion zu erteilen.

"Und wir losen aus, wer welches Schlafzimmer bekommt!", rief Suzy nach oben.

Sein fröhliches Lachen hallte durchs Haus.

"Suzy Winterstone ist also süß", sagte Gabriel Morgan zu seinem älteren Bruder Dane, der bei ihm und seiner Frau Laura zu Besuch war.

Dane musste zugeben, dass Gabriel sich als junger Familienvater wohlzufühlen schien. Aber das änderte nichts daran, dass der jüngste Sohn der Morgans seinem Vater auf den Leim gegangen war.

Das würde Dane nicht passieren. "Sie ist viel attraktiver, als ich erwartet habe. Das muss man Dad lassen - er hat einen guten Geschmack." Er seufzte. "Leider hat sie auch ein ziemlich loses Mundwerk." Ein Mundwerk, das er geküsst hatte und gern wieder küssen würde. Er mochte Blondinen, vor allem kurvige und schlagfertige.

Trotzdem hätte er sich niemals dazu hinreißen lassen dürfen.

Laura war in der Küche, und Dane hörte sie über seine Bemerkung lachen. Ihre Kinder - seine Nichte und sein Neffe - backten Plätzchen. Hoffentlich...

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