Ein Bolzplatz für Bouaké

Wie der Sport die Welt verändert und warum ich mich stark mache für die Schwachen
 
 
Random House ebook (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 12. April 2011
  • |
  • 256 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-06477-8 (ISBN)
 
Willi Lemke - im Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit

Willi Lemke, weithin bekannter Fußballmanager und beliebter Politiker, erlebt als UN-Sonderbeauftragter für Sport und Entwicklung außergewöhnliche, emotionale Begegnungen und Momente, manchmal bedrückend, aber meistens voller Hoffnung. Davon erzählt er in diesem Buch und zeigt, welche völkerverbindende, friedenstiftende und zukunftsweisende Kraft der Sport haben kann.

Für Willi Lemke hat der Sport die Aufgabe, Menschen mitzureißen, für eine Sache zu begeistern statt gegen etwas zu kämpfen. Denn Sport ist eine universelle Sprache, die Brücken bauen und Herzen öffnen kann. Lemke weiß natürlich auch, dass der Sport keine Kriege verhindern kann, aber: »Er kann zum Beispiel dazu beitragen, traumatisierte Kindersoldaten wieder ins normale Leben zurückzuführen.«
Mit großem Engagement setzt sich Lemke rund um den Globus für konkrete Verbesserungen in den ärmsten und von Kriegen erschütternden Gegenden unserer Welt ein. Und so gibt es seit seinem Besuch in der umkämpften westafrikanischen Stadt Bouaké jetzt einen Bolzplatz, auf dem Blauhelmsoldaten mit den ehemaligen Rebellen Fußball spielen, statt aufeinander zu schießen.

Ein sehr persönliches Buch zu einem wichtigen Thema, in dem Willi Lemke sein politisches Anliegen und seine außergewöhnlichen Erlebnisse auf mitreißende Art und Weise erzählt.



Willi Lemke, geboren 1946, war fast zwanzig Jahre lang erfolgreicher Manager des SV Werder, ehe er 1999 in die Politik wechselte und Senator in Bremen wurde. 2008 berief ihn der UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon als Sonderberater für Sport im Dienst von Frieden und Entwicklung.
  • Deutsch
  • 1,32 MB
978-3-641-06477-8 (9783641064778)
3641064775 (3641064775)
weitere Ausgaben werden ermittelt
12 Rebellen und ein Bolzplatz für Bouaké (S. 121-122)

Ein Tischtennisprojekt für Mädchen im Norden von Kairo. Das klang spannend, besonders weil sich viele Sportinitiativen in Afrika ausschließlich auf Jungen konzentrieren – und hier war eines, das anscheinend das weibliche Geschlecht in den Fokus gerückt hatte. Gefunden hatte ich es in einer 2005 von den Vereinten Nationen herausgebrachten Broschüre mit einer Auflistung von Aktionen, die als besonders förderungswürdig gelten.

Da ich nun meine zweite Reise nach Afrika plante, fragte ich meine Mitarbeiter im Genfer Büro, ob ich mir dieses Modell ansehen könne. Nach ihrer Recherche sagten sie: »Seit zweieinhalb Jahren existiert es nicht mehr. Es ist in sich zusammengebrochen, weil der damalige Geldgeber, eine ausländische Regierung, die Finanzierung eingestellt hat.« »Gab es denn keine weiteren Sponsoren?« »Nein.« »Und die ägyptische Regierung?« »Die hatte offensichtlich kein Interesse daran, das Projekt weiterzuverfolgen. «

Man klärte mich auch darüber auf, dass es sehr schwer sei, überhaupt Sportvorhaben in Afrika, ganz gleich ob in Nigeria, Kenia, Südafrika oder eben Ägypten, durch die jeweiligen Regierungen zu initiieren. Von deren Wichtigkeit müssten die verantwortlichen Afrikaner erst überzeugt werden, viele würden Sport für Luxus halten. In ihren Augen – Ausnahmen bilden nur die Sportminister – sei es sinnvoller, Straßen, Krankenhäuser oder Schulen zu bauen. Das beste Projekt, das hatte ich inzwischen verstanden, würde jedoch zu nichts führen, wenn es nicht von den Afrikanern mitgetragen würde.

Von einem Tag auf den anderen hatten die Mädchen in Kairo also nicht mehr Tischtennis spielen können – das war ganz offensichtlich keine nachhaltige Entwicklungspolitik. Für mich und meine Arbeit hieß das: nur Initiativen zu fördern, die auf einem vorhandenen Fundament stehen, von der örtlichen Sportpolitik mitgetragen und von der Bevölkerung angenommen werden. Mit anderen Worten: Man muss nicht immer etwas Neues machen, um Besseres zu erreichen, sondern an gute Ideen anknüpfen. Wenig sinnvoll schien es auch, Projekte zu unterstützen, die ausschließlich von ausländischen Entwicklungshelfern geleitet werden, da diese meist nach einer bestimmten Zeit ausgetauscht werden – und möglicherweise ein unterschiedliches Engagement bei ihrer Arbeit an den Tag legen – oder ganz ausscheiden, wenn ein Geldgeber Einsparungen vornimmt.

Was zugleich bedeutete, dass immer mehrere Partner mit im Boot sein mussten. Ideal schien es auch zu sein, wenn die Projektleiter aus dem betreffenden Land stammen, aus den Slums kommen, wenn sie sich völlig mit den Zielen des Vorhabens identifizieren, sie zu ihren eigenen machen. Mit Sicherheit konnte meine »innere Liste« kein Patentrezept sein, aber es waren Kriterien, nach denen ich mich in Zukunft richten wollte. Wo aber konnte ich Projekte finden, die meine Vorgaben erfüllten?

Die Frage nach dem Wo implizierte auch schon ein weiteres Problem: Angesichts der alten Kolonialtraditionen waren einige Länder von den Briten geprägt, andere von den Franzosen, Belgiern, Portugiesen oder Deutschen. Aber gerade die Nationen, deren Amtssprache Englisch oder Französisch ist, sehen sich in puncto internationaler Organisationen als starke Konkurrenten. Peinlich genau wird darauf geachtet, ob ein Land mit dieser oder jener Amtssprache möglicherweise mehr gefördert wird als ein anderes. Meine erste Afrikareise hatte mich nach Südafrika und Kenia gebracht – Amtssprache jeweils Englisch, in Kenia auch Swahili.

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