Tage wie Sonnengold

 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 7. Oktober 2020
  • |
  • 252 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7526-5218-5 (ISBN)
 
Adrian verachtet Hannah und ihr arrogantes Wesen.
Hannah verachtet Adrian für seine rebellische Art.
Doch als sie gezwungen werden, zusammen durch Namibia zu reisen, müssen sie erkennen, dass sie sich beide getäuscht haben.
Gemeinsam stellen sie sich ihren Vorurteilen, ihren Ängsten und ihrer Vergangenheit. Und ihren wahren Gefühlen.
Aber ein Happy End ist nicht in Sicht. Denn Adrians Bruder Hendrik steht zwischen den beiden und hat einen perfiden Plan ausgeheckt,
der aufzugehen scheint ...

Band 1 einer Dilogie.
Band 2 "Nächte wie Mondsilber" ist im Oktober 2020 erschienen.
1. Auflage
  • Deutsch
  • 0,30 MB
978-3-7526-5218-5 (9783752652185)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Carola Leipert schreibt stilvolle Geschichten über die Liebe und das Leben. Ihr Biologiestudium ver-schlug sie 2003 nach Südafrika, wo sie längere Zeit arbeitete. Hier entstand die Idee für ihren
Debütroman »Das Tal des Zebras«.
Sie lebt heute mit ihrer Familie in Hessen. Weitere Informationen über die Autorin finden Sie auf ihrer Internetseite:
www.carola-leipert.de

1


ADRIAN

Frankfurt Flughafen

Im Sprint hastete ich in die Abflughalle und sah mich suchend um. Der Plan war, möglichst spät am Flughafen aufzukreuzen, damit nicht mehr viel Zeit für Diskussionen blieb. Und ich betete, dass dieser Plan funktionieren würde, sonst war ich ganz schön am Arsch.

Mein Blick blieb an einer Frau hängen, die aufstand und mich anstarrte. Wow! Ich stieß einen Pfiff aus und ging mit einem durchtriebenen Grinsen auf sie zu.

»Holla! Na, wenn das nicht unsere Hannah ist!« Um sie noch ein bisschen mehr zu triezen, ließ ich meine Zunge anzüglich über die Lippen schnellen. Ihre Augen weiteten sich vor Schreck. Sie war nicht leicht aus der Fassung zu bringen, aber wenn man wusste, welche Knöpfe man drücken musste .

Jedes Mal aufs Neue bereitete es mir einen großen Spaß, sie zu provozieren und zu sehen, wie weit ich gehen konnte.

Heute war es ein Kinderspiel.

»Adrian! Was machst du denn hier?« Sie spie die Worte fast aus, dazu ihr angewiderter Blick. Ja, ich war nicht ihre Nummer eins, das wusste ich. Doch wie sehr sie mich verachtete, obwohl sie mich nicht wirklich kannte, das schmerzte schon. Trotzdem breitete sich Genugtuung bei dem Gedanken in mir aus, was gleich folgen würde.

Mit wackeligen Schritten stakste sie auf mich zu. Unverzüglich warf ich einen Blick auf ihre Schuhe. Plateausandalen. Lieber Himmel! Was hatte die Frau vor?

»Wo ist Hendrik?« Sie stoppte vor mir, ihre Augen panisch geweitet, ihre Körperhaltung kerzengerade. Ich ließ meinen Blick an ihr hinabgleiten und dann wieder hinauf. Sie sah hinreißend aus in diesem schwarzen Jumpsuit und es war völlig klar, was sie mit ihrem Outfit bezweckte. Doch leider musste ich ihr da jetzt einen Strich durch die Rechnung machen.

»Hallo, Hannah! Schön, dich zu sehen.«

Sie stieß ein wütendes Schnauben aus.

»Schickes Outfit, steht dir.« Das tat es wirklich.

»Adrian! Wo ist Hendrik?« Ihre rotgeschminkten Lippen zitterten. Das Rot wirkte aufgetakelt. Sie wollte um jeden Preis das sexy Weibchen sein. Für meinen Bruder, den Arsch!

»Tja, es gibt eine klitzekleine Planänderung .«, ließ ich schließlich die Katze aus dem Sack. und musterte ihre Haare.

»Was für eine Planänderung?« Ihre eisblauen Augen verengten sich und wurden dunkel. Diesen Blick kannte ich. Jedes Mal, wenn wir uns begegneten, provozierte ich sie so lange, bis ihre Augen diese Dunkelheit annahmen. Aber etwas irritierte mich. Es waren ihre Haare. Wow! Sie hatte sie extra färben lassen und trug jetzt Strähnchen. Ganz schön viel Aufwand, nur um Hendriks Gunst zurückzuerlangen. Trotz ihres arroganten Wesens hatte ich ihr mehr Klasse zugetraut. Doch offenbar hatte ich mich getäuscht. Sie konnte einem schon fast wieder leidtun.

»Hendrik kann leider nicht kommen. Du weißt ja, wie sehr er sich für diesen Auftrag engagiert hat. Und nun hat er ganz kurzfristig den Zuschlag dafür erhalten und kann unmöglich weg.«

Glatt gelogen! Er fickte sein kleines Blondchen, aber das konnte ich ihr wohl kaum sagen. Ich hasste mich selbst für meine Lüge.

»Wie bitte?« Ihre Stimme übersteuerte auf brenzlig hysterisches Niveau. Zittrig riss sie ihre Handtasche vom Arm und begann, darin wie wild zu kramen.

»Hannah, es tut ihm wirklich leid.«

Nein, tat es ihm nicht, nicht im Geringsten. Dieser verdammte Mistkerl!

»Ich werde ihn anrufen«, sagte sie bestimmt.

Ich griff nach ihrem Arm, um sie daran zu hindern. »Du wirst ihn nicht erreichen. Er ist in der Firma und hat das Handy ausgeschaltet.«

Mechanisch ließ Hannah den Arm sinken und sah mich an. Ihr Atem ging schnell. »Und jetzt?«, fragte sie mit tränenerstickter Stimme. Plötzlich war sie gar nicht mehr so selbstsicher. Sieh mal einer an!

»Ich werde mit dir fliegen.«

BÄM! Sie stand vor mir wie zur Salzsäule erstarrt. Ein Anblick, den ich durchaus noch länger hätte genießen können, wenn die Zeit nicht so gedrängt hätte.

»Was?«, stieß sie hervor.

»Ja, Schätzchen, wir beide werden jetzt in den Flieger nach Namibia steigen.«

Sie schnappte nach Luft. Ich konnte förmlich sehen, wie ihr Verstand ratterte, um die Information zu verarbeiten, die er soeben erhalten hatte. Das war meine Chance!

Bevor sie weitere Einwände vorbringen konnte, schnappte ich mir ihr Gepäck und lief mit schnellen Schritten Richtung Check-In-Schalter. Sie hatte keine andere Wahl, als mir zu folgen.

Und tatsächlich kam sie mir hinterher, vor sich hin schimpfend und wild auf ihrem Handy herumtippend. Sollte sie. In diesem Punkt hatte ich nicht gelogen. Hendrik hatte, feige wie er war, sein Handy ausgeschaltet und würde es auch so schnell nicht mehr anstellen. Er war einfach eine miese Ratte und würde es vermutlich immer bleiben.

Erleichtert stellte ich fest, dass sich die Warteschlange vor dem Check-In bereits aufgelöst hatte. Was die Mitarbeiterin am Schalter der Air Namibia allerdings anders sah.

»Sie sind spät dran«, rügte sie uns und nahm unser Gepäck entgegen.

Ich warf einen Blick auf die Uhr. »Ach, das schaffen wir noch«, antwortete ich mit einem charmanten Lächeln, mit dem ich die Frauen bisher alle hatte einfangen können. Alle, bis auf Hannah. Sie war schon immer gegen meinen Charme immun gewesen.

»Na dann wünsche ich Ihnen einen guten Flug!« Die Dame am Schalter schenkte mir ein breites Lächeln und reichte mir die Bordingpässe.

Ich packte Hannahs Hand und rannte los.

Leider kamen wir nicht so schnell voran, wie ich es mir gewünscht hätte, denn Hannas dämliche Plateausandalen waren für einen Sprint quer durch den Flughafen nicht gemacht.

Beim Sicherheitscheck verloren wir zusätzliche Zeit. Ich passierte die Kontrolle und ein lauter Piepton ertönte.

»Alle Taschen geleert?«, fragte mich der Kontrolleur streng.

»Ja.«

»Dann nehmen Sie bitte Ihren Gürtel ab.«

Hannah, die bereits die Sicherheitskontrolle passiert hatte, stand zwei Meter von mir entfernt und beobachtete das Ganze abwartend.

»Aber natürlich, gern.« Unsere Blicke trafen sich. Ich ließ sie nicht aus den Augen, während ich langsam und genüsslich den Gürtel aus den Schlaufen zog. Ihr Blick folgte meinen Händen. Ich lachte leise auf und legte den Gürtel in eine Schale. Auch sie ließ mich nicht aus den Augen, während ich ein zweites Mal die Kontrolle passierte. Ihre Wangen waren gerötet. Es brauchte keine Worte, um ihre Gedanken zu erraten.

Böses Mädchen!

Ich legte den Gürtel wieder an, griff mir mein Gepäck und sprintete los, Hannah im Schlepptau.

»Geht das nicht schneller?«, rief ich ihr über meine Schulter zu.

»Nein, nicht mit den Schuhen.«

»Dann zieh die verdammten Dinger aus!« Ich blieb so abrupt stehen, dass sie fast in mich hineingerannt wäre.

»Hast du 'nen Knall? Ich laufe hier doch nicht barfuß herum!«

Ich baute mich vor ihr auf. Meine Geduld war am Limit. »Entweder du ziehst die Scheißtreter jetzt aus oder legst damit einen Zahn zu, sonst war's das mit der Reise!«

»Gut, dann war's das.« Jetzt provozierte sie mich. Aber das war definitiv der falsche Moment.

»Okay, aber dann übernimmst du die vollen Kosten«, blaffte ich sie an.

Das wütende Funkeln in ihren Augen verschwand. Sie riss sich die Sandalen von den Füßen und rannte los.

»Jetzt komm schon!«, schrie sie, während sie sich an den anderen Passagieren vorbeischlängelte. Wow! Diese Frau überraschte mich heute ein ums andere Mal. Na, das konnte ja noch was werden. Grinsend rannte ich hinter ihr her Richtung Abfluggate.

Der Plan ging auf. Doch wir waren so spät, dass unsere Namen bereits über die Lautsprecher ausgerufen wurden. Fuck!

Wir rasten durch die Gänge und kamen schließlich völlig abgekämpft am Gate an. Tatsächlich waren wir die Letzten. Mit tadelnder Miene empfing uns die Stewardess und wir nahmen schnell unsere Plätze ein. Einige Passagiere warfen uns missbilligende Blicke zu, die ich jedoch gekonnt ignorierte.

Zufrieden lehnte ich mich in den Sitz und gab mir einen Moment, wieder zu Luft zu kommen. Wir hatten es geschafft! Ich hatte es geschafft! Ein Gefühl des Triumphes überkam mich. Ich war mir nicht sicher gewesen, ob es gelingen würde. Hendrik hingegen schon. »Hannah wird keinen Aufstand machen, dafür ist sie nicht der Typ«, hatte er mir noch bei einem letzten Telefonat gesagt. Er hatte ja keine Ahnung!

Vorsichtig schaute ich zu ihr rüber, doch Hannah hatte sich abgewandt und sah aus dem Fenster. Sie konnte also auch wütend sein, so richtig wütend. Unsere Wege hatten sich nicht oft gekreuzt, aber wenn, dann hatte sie immer einen auf kultiviert und unnahbar gemacht. Ein paar...

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