Ein verheißungsvolles Angebot

 
Day Leclaire (Autor)
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
1. Auflage | erschienen am 19. Juni 2011 | 144 Seiten
 
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978-3-86349-196-3 (ISBN)
 
'Ich möchte, dass wir uns verloben!' Kellnerin Larkin kann Rafaelo Dante nur anstarren: Hat der Mann mit den jadegrünen Augen wirklich gerade um ihre Hand angehalten? Sie kennt den millionenschweren Unternehmer doch erst seit ein paar Minuten! Schnell klärt Rafaelo die Situation auf: Damit seine Familienangehörigen aufhören, ihn verkuppeln zu wollen, soll Larkin für ein paar Monate seine Verlobte spielen. Ein guter Plan, der für beide Vorteile hat! Nur mit einem haben weder Larkin noch Rafaelo gerechnet: Die Liebe nimmt keine Rücksicht auf geschäftliche Absprachen ...
Baccara Romane | 1673
Deutsch
0,45 MB
978-3-86349-196-3 (9783863491963)
3863491963 (3863491963)

1. KAPITEL

Diesmal war seine Familie zu weit gegangen.

Rafe Dante blickte entgeistert auf die vielen jungen Frauen, die seine Familienangehörigen mitgebracht hatten. Er konnte sich schon gar nicht mehr daran erinnern, wie vielen Frauen er gezwungenermaßen die Hand hatte schütteln müssen. Verärgert biss er die Zähne zusammen. Natürlich wusste er genau, warum seine Familie ihm das antat. Sie alle waren darauf aus, eine Frau für ihn zu finden. Nein, mehr als nur eine Frau.

Sie wollten seine Inferno-Seelengefährtin finden - gemäß der alten Dante-Legende, die er für puren Unsinn hielt. Aus irgendeinem Grund glaubte seine Familie fest daran, dass eine Berührung ausreichte, damit zwischen einem Dante und seiner Seelengefährtin eine geheimnisvolle, mythische Verbindung entstand. Das war selbstverständlich glatter Aberglaube. Warum begriffen sie das denn nicht?

Nicht nur, dass er nicht an das Inferno glaubte - er hatte ohnehin kein Interesse daran, noch einmal zu heiraten. Seine erste Ehe mit der verstorbenen Leigh hatte ihm gereicht. Vom selig gehauchten "Ja, ich will" bis zum zornig hervorgestoßenen "Mein Anwalt meldet sich telefonisch bei dir" hatte es nicht lange gedauert. Zu diesem Anruf war es dann allerdings nicht mehr gekommen. Vor anderthalb Jahren hatte seine Frau ein Privatflugzeug für einen Flug nach Mexiko gemietet. Sie hatte sich im Urlaub von der schief gelaufenen Ehe erholen wollen, doch dann hatte ein weitaus schlimmeres Schicksal sie ereilt. Das Flugzeug war gegen einen Berg geprallt, und alle Insassen waren bei dem Unglück umgekommen.

Rafes jüngerer Bruder Draco gesellte sich zu ihm. "Na, gibst du endlich deinen Widerstand auf und suchst dir eine aus?"

"Mach keine blöden Witze."

"Ich meine das völlig ernst."

Missmutig sah Rafe seinen Bruder an. "Kannst du dir vorstellen, wie schlimm das letzte Vierteljahr für mich gewesen ist?"

"Allerdings. Ich habe das am Rande durchaus alles mitbekommen, falls es dir entgangen ist. Außerdem weiß ich ganz genau, dass ich der Nächste auf der Abschussliste bin, sobald du dem Inferno erliegst. Deswegen ist es mir sogar sehr recht, wenn du dich so lange wie möglich sträubst."

"Das habe ich auch vor."

Seufzend blickte Rafe in die Menschenmenge. Auf der internationalen Schmuckpräsentation der Firma Dante gab es alles, was sich ein Mann nur wünschen konnte - Wein, schöne Frauen und Luxus in Form teurer Diamanten. Aber er wollte nichts von alledem.

Der edle Tropfen in seinem Glas stammte von dem kalifornischen Weingut in Sonoma, nur ein paar Autostunden von der Firmenzentrale seiner Familie in San Francisco entfernt. Der Wein war so exquisit wie die Gäste. Die eingeladenen wohlhabenden Frauen hatten eine Strahlkraft, die fast die ausgestellten prachtvollen Brillantringe in den Schatten stellte. Wenigstens der Luxus in Form der ausgestellten Diamanten fiel teilweise in seinen Bereich, weil die wertvollen Stücke meist von Dantes Kurierservice transportiert wurden, für den er tätig war.

Dennoch langweilte Rafe sich furchtbar. Wie oft hatte er schon an solchen Schmuckpräsentationen teilgenommen. Immer wachsam, immer unauffällig die teuren Stücke im Blick. Die geladenen Gäste beachteten ihn, den einsamen Wolf, kaum, bis dann stets irgendwann eines der Familienmitglieder ihm eine potenzielle Braut vorstellte. Das Ganze war schon so oft passiert, dass er gar nicht mehr mitzählte.

Heute wurde die neueste Dante-Kollektion vorgestellt, die "Eternity" genannt wurde und ausschließlich aus Trauringen bestand, jedes Stück ein Unikat. Die Ringe kombinierten die Feuerdiamanten, für die seine Familie berühmt war, mit dem Platin-Eisgold der Firma Billings, die von Rafes Schwägerin Téa Dante geführt wurde. Es war gerade erst ein Vierteljahr her, dass Téa seinen älteren Bruder Luc geheiratet hatte. Der Anblick all dieser Ringe, die Liebe und Hingabe symbolisierten, erfüllte Rafe mit Bitterkeit.

Das hatte er alles schon hinter sich. Die Wunden waren noch immer nicht verheilt.

Und in diesem Moment sah er sie.

Die kleine blonde Elfe, die zum Catering-Team gehörte, konnte vielleicht nicht den Titel der schönsten Frau auf dieser Veranstaltung für sich verbuchen, aber aus irgendeinem Grund konnte Rafe den Blick nicht von ihr wenden.

Warum gerade sie ihn so faszinierte, konnte er sich nicht erklären. Sicher, sie sah gut aus und schien den Schalk im Nacken zu haben, was sie für ihn schon interessant machte. Aber vielleicht waren es auch ihr Haar und ihre Augen. Ihr Haar war hellblond, in etwa der Farbton des Sandes am Strand einer Karibikinsel. Ihre Augen leuchteten türkis wie die Meereswellen, die an den Strand schlugen. Doch vor allem löste sie ein merkwürdiges Kribbeln in ihm aus, das ihn dazu drängte, ihr näher zu kommen. In jeder Hinsicht.

Elegant, fast tänzerisch, bewegte sie sich durch den Ausstellungsraum. Ja, sie hatte den Körper einer Tänzerin, schlank und geschmeidig, auch wenn sie für diesen Beruf vielleicht ein wenig zu klein war. In ihrem Catering-Kostüm, schwarze Hose und rote Weste, sah sie einfach zum Anbeißen aus.

Schon war sie mit ihrem Tablett voller Cocktailhäppchen in der Menge verschwunden, und für den Bruchteil einer Sekunde war er versucht, ihr nachzugehen. Doch schon ein paar Minuten später tauchte die kleine zierliche Person wieder auf, diesmal mit einem Tablett voller Champagnergläser. Leider bewegte sie sich damit nicht auf ihn zu, sondern ging genau in die entgegengesetzte Richtung.

Das ärgerte Rafe, und um ihr mehr oder weniger "zufällig" zu begegnen, bewegte er sich ebenfalls in diese Richtung. Doch auf seinem Weg wurde er von Draco aufgehalten, der ihm plötzlich die Hand auf die Schulter legte.

"Was gibt's denn?", fragte Rafe verärgert. "Ich habe Durst und wollte mir etwas zu trinken ."

Wissend sah Draco ihn an. "Kommt mir eher so vor, als ob du Hunger hättest. Aber du bist hier in der Öffentlichkeit. Deinen Appetit solltest du lieber bei anderer Gelegenheit stillen."

"Auf deine weisen Ratschläge habe ich gerade gewartet."

"Ruhig, Brüderchen, ganz ruhig. Kommt Zeit, kommt Rat." Draco wechselte vorsichtshalber das Thema und wies auf eine der Vitrinen. "Sieht so aus, als ob Francescas Trauring-Kollektion ein voller Erfolg wird. Sev muss überglücklich sein."

Nur widerwillig ließ Rafe sich auf das Gespräch ein. "Wenn er überglücklich ist, dann wohl eher wegen der Geburt seines Sohnes. Aber Francescas Erfolg hier ist sicherlich eine nette Dreingabe."

Verschwörerisch senkte Draco den Kopf. "Erzähl mal", raunte er seinem Bruder zu, "wie viele Heiratskandidatinnen haben unsere lieben Großeltern dir heute schon vorgestellt?"

"Ein ganzes Dutzend, ob du's glaubst oder nicht. Und jeder musste ich die Hand geben. Sie scheinen zu erwarten, dass ich vor elektrischer Spannung hell erstrahle, wenn ich die Richtige berühre."

"Selber schuld. Du hättest Luc niemals erzählen dürfen, dass du bei Leigh nie das Inferno verspürt hast. Jetzt ist natürlich die ganze Familie wild darauf, dir endlich die Richtige vorzustellen."

Rafe ärgerte, dass fast alle aus seiner Verwandtschaft an die Familienlegende glaubten. Er sah das ganz anders.

Es gab kein Inferno.

Der Legende nach wurde ein ewiger Bund geschlossen, wenn ein Dante zum ersten Mal die ihm vorherbestimmte Seelengefährtin berührte. Was für ein himmelschreiender Blödsinn! Das war ja so, als ob die Trauringe aus der Eternity-Kollektion den Käufern eine immerwährende glückliche Ehe garantieren würden. Manche Paare hatten Glück, so wie seine Großeltern Primo und Nonna. Und manche eben nicht. So wie er. Die Ehe mit seiner verstorbenen Frau Leigh war die reinste Katastrophe gewesen.

Nachdenklich musterte Rafe seinen älteren Brüder Luc und dessen Frau Téa. Sie tanzten, schwebten geradezu, und wenn sie einander in die Augen sahen, schien für sie nichts anderes auf der Welt mehr zu existieren. Ihre Gesichtszüge strahlten das vollkommene Glück aus. Verflixt noch mal, dachte Rafe, selbst wenn Leigh und ich mitten im leidenschaftlichsten Sex waren, haben wir uns nie so verliebt angesehen. Nie.

Vielleicht war es auch ein bisschen meine Schuld, ging es ihm durch den Kopf. Die Frauen, mit denen ich zusammen war, haben mir immer das Gleiche vorgeworfen. Dass ich die Eigenschaften, die ich fürs Berufsleben brauche - praktisches Denken, kalte Logik - auch privat nicht abstellen kann. Sicher, er sah blendend aus, wie alle Dantes, und auch über seine feurige Leidenschaft im Bett hatte sich noch niemand beklagt. Aber Sex war eben nicht alles. Die Frauen - alle Frauen - bemängelten an ihm, dass er kaum Gefühle zeigte, abwesend und unzugänglich war. Und manch eine hatte ihm sogar schaudernd gestanden, dass er sie einschüchterte, ihr vielleicht sogar ein wenig Angst machte.

Sie alle hatten eines nicht verstanden: Die Liebe oder das, was man so Liebe nannte, war nicht sein Ding. Seine verstorbene Frau Leigh hatte ihn eigentlich nur geheiratet, weil er ein reicher und mächtiger Dante war. Die Frauen, die eine Affäre mit ihm wollten, suchten nur ihren Spaß. Wenn man das Liebe nannte - nein, danke. Und diese Inferno-Liebe, diese allumfassende Glückseligkeit, von der ihm seine Verwandten vorschwärmten, ging schon mal gar...

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