Nacht

Roman
 
 
Heyne Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 22. Dezember 2011
  • |
  • 544 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-07863-8 (ISBN)
 
Ein buchgewordener Albtraum

Als Alice den Job als Babysitterin annimmt, ahnt sie nicht, dass ihr die schrecklichste Nacht ihres Lebens bevorsteht. Denn kaum ist sie allein im Haus, wird sie von einem geheimnisvollen Anrufer terrorisiert. Als der dann auch noch versucht, in das Haus einzudringen, weiß sie sich nicht anders zu helfen, als ihn mit einem alten Säbel niederzustrecken. Doch damit beginnen die Probleme erst: Denn der Eindringling ist überhaupt nicht der Anrufer - und er wird auch nicht die letzte Leiche in dieser Nacht bleiben.

Nach den Bestsellern "Die Insel" und "Rache" zementiert Richard Laymon mit "Nacht" endgültig seinen Status als Horror-Kultautor.

  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
Heyne
  • 0,58 MB
978-3-641-07863-8 (9783641078638)
3641078636 (3641078636)
weitere Ausgaben werden ermittelt
28 Yvonne (S. 179-180)

Lesen Sie beim Frühstück auch so gerne Zeitung wie ich? Ich muss gestehen, bevor ich am Morgen nicht ein paar Tassen starken, schwarzen Kaffee getrunken und mindestens eine halbe Stunde in der Zeitung geblättert habe, bin ich zu nichts zu gebrauchen. Und an diesem Morgen war das nicht anders. Ich ging also zurück ins Haus, warf die Tribune auf den Küchentisch und braute mir eine große Kanne Kaffee. Dann setzte ich mich hin und schlug die Zeitung auf, in der natürlich kein Wort über die Abenteuer der letzten Nacht stand.

Nicht mal bei den Todesanzeigen. Wie auch? Als der Kaffee fertig war, goss ich mir eine Tasse ein. Beinahe hätte ich sie mit ins Freie genommen, um sie am Pool zu trinken. Bei diesem schönen Wetter wäre das bestimmt herrlich gewesen. Aber als ich bereits auf dem Weg zum Hinterausgang war, erinnerte ich mich wieder an den Fremden und überlegte es mir anders. Und so setzte ich mich wieder an den Küchentisch, las die Zeitung und genoss meinen Morgenkaffee dort.

Ich blätterte die Tribune rasch durch zur Kinoseite, denn ich liebe Filme über alles. Chester hat ein Multiplexkino mit sechs Sälen, was für ein Kaff wie dieses gar nicht übel ist. Es gab sogar ein paar recht gute Filme, sodass ich mir allen Ernstes überlegte, ob ich nicht ins Kino gehen sollte. Warum nicht? Ich hatte es mir verdient, als Belohnung für meine Tapferkeit und dafür, dass ich so viele Probleme gelöst hatte. Leider nicht alle. Ein Problem blieb weiterhin ungelöst. Tonys Wahlwiederholungstaste. Ich hatte aber inzwischen einen Plan.

Wenn der klappt, dachte ich, gehe ich hinterher zur Feier des Tages ins Kino. Ich goss mir Kaffee nach und schaute auf die Küchenuhr. Zwanzig nach sechs. Es war vermutlich besser, bis nach acht zu warten, um meinen Plan in die Tat umzusetzen. Damit die Zeit schneller verging, machte ich mir ein Riesenfrühstück. Normalerweise frühstücke ich nie und trinke nur Kaffee, aber wenn man eine so lange und schwere Nacht hinter sich hatte wie ich, in der man mehr Kalorien verbraucht hat als eine ganze Rugbymannschaft im kompletten Spiel, durfte man schon einmal Hunger haben.

Außerdem weiß jeder, dass Essen Wunden heilt, und das hatte ich angesichts all der Prellungen, Kratzer und Verletzungen, die ich mir zugezogen hatte, bitter nötig. Während der Speck auf dem Herd brutzelte, mixte ich mir eine Bloody Mary nach meinem Alice-Spezialrezept – halb Tomatensaft, halb Wodka, ein paar Extraspritzer Worchestershire-Sauce und Tabasco, um das Ganze ein wenig aufzupeppen. Nachdem ich die Mixtur über ein paar Eiswürfel gegossen und umgerührt hatte, kam noch eine Limonenscheibe dazu. Und Pfeffer aus der Mühle. Das schmeckt großartig! Es gibt ja nichts Besseres als eine Scheibe Toast mit knusprig gebratenem Speck, von der noch das Eigelb tropft.

Dazu Kaffee und eine Bloody Mary – Mmmmm! Als alles aufgegessen war, war ich richtig traurig, dass das Vergnügen schon vorbei war. Ich spülte die Pfanne und das Geschirr von Hand ab und räumte alles wieder in den Schrank. Am liebsten hätte ich noch eine zweite Bloody Mary getrunken, aber ich widerstand der Versuchung. Die erste hatte mir gute Laune gemacht, aber noch eine hätte mich wahrscheinlich umgehauen. Ich brauchte einen klaren Kopf – und stabile Beine –, wenn ich dieses leidige Wahlwiederholungs-Problem lösen wollte. Bevor ich das Haus verließ, hängte ich den Säbel über den Kamin und Charlies Kimono in den Schlafzimmerschrank und zog meinen Bikini von gestern an.

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